Dividendendepot

Warum überhaupt ein Dividendendepot?

Idee

Nicht wenige schwören auf Dividenden. Die Dividende wird von einer Aktiengesellschaft ausgeschüttet und ist ein bestimmter Teil des Reingewinns (der auf der Hauptversammlung auf Vorschlag des Vorstands festgelegt wird). Dieser Teil wird einmal jährlich ausgeschüttet, im us-amerikanischen Raum meist viermal jährlich.

Die Idee der Beteiligung an einem Unternehmen und für dieses Wagnis erhält der Aktionär einen Teil des Gewinnes in Form einer Dividende ist der eigentliche Sinn einer Aktie. Dies ist in den letzten Jahrzehnten jedoch leider mehr und mehr verloren gegangen. Nun gibt es jedoch ein Revival, getragen von Hype-Begriffen wie „passives Einkommen“, „frei sein“, etc.

Wer sich eine Dividendenaktie kauft, der ist im Regelfall ein Investor und wird die Aktie über einen längeren Zeitraum besitzen. Keineswegs ist die Dividende der Ersatz der Sparzinsen, denn ein Investment in eine Aktie bringt gleich viel mehr Risiko mit sich als die Anlage in ein Sparbuch oder Sparkonto.

Diversifikation

Diversifikation ist die Streuung. Damit ist gemeint, nicht alles auf eine einzige oder wenige Karten zu setzen, sondern verschiedene Branchen, verschiedene Zielländer usw. zu berücksichtigen. Wird keine Diversifikation betrieben, so wird von einem Klumpenrisiko gesprochen. Eine Aktie hat zu hohen Einfluss auf das Gesamtergebnis. Daher eben streuen. Wie viele Aktien werden dazu benötigt, um eine passende Diversifikation zu haben? Darüber streiten sich die Geister, doch darf angenommen werden, dass diese Zahl bei über 10 Aktien liegt. In unserem Beispielsdepot sind es 20 Aktien. Die Herausforderung bei steigender Anzahl an Aktien ist, dass auch das nötige Kapital vorhanden ist. Kleinstgrößen von 500 Euro Positionsgegenwert ergeben wenig Sinn und eine Investition in einen passenden Dividenden-ETF ist hier wohl klüger.

Video

Welcher Online Broker ist gut geeignet für ein Dividendendepot? Dieser Frage wird in diesem über 20minütigen Video nachgegangen.

Welcher Broker für ein Dividendendepot?

Nicht nur einmal ist die Frage aufgekommen, welcher Broker für ein Dividendendepot denn sinnvoll sei? Es gibt hier keine pauschale Antwort, denn die Vielfalt ist sehr groß und so wurde eine Simulation eines Dividendendepots geschaffen und die dazugehörigen Kosten dazu errechnet. Welche Gebühren kommen auf einen zu bei einem Depot mit Dividendenpapieren?

Gebühren

Ein Dividendendepot ist nicht kostenlos und so entstehen auch hier Kosten, die die Rendite schmälern. Die Gebühren lassen sich in zwei verschiedene Teilbereiche einteilen.

Einmalige Gebühren

  • Kauf- und Verkaufsgebühren

Die gekauften Aktien lösen beim Kauf Gebühren aus und natürlich dann auch wieder beim Verkauf. Für Buy & Hold Investoren sind diese Gebühren jedoch zu vernachlässigen. Speziell wenn höhere Order getätigt werden, so machen die Gebühren für Kauf und Verkauf prozentuell kaum etwas aus. In unserem Beispiel waren dies je nach Broker 0,1 bis 0,4 % an Kosten beim Kauf. Wichtiger sind die laufenden Gebühren, denn diese kehren Jahr für Jahr wieder.

Wiederkehrende Gebühren

  • Depotgebühr
  • Verrechnungskontogebühr
  • Dividendenausschüttungsgebühr
  • Devisenprovision

Die wiederkehrenden, laufenden Gebühren sind die richtig gemeinen Gebühren, denn diese drücken die Rendite Jahr für Jahr aufs neue. Hier gilt es aufzupassen, dass diese möglichst niedrig sind und die depotführende Bank hier nicht zu herzhaft zugreift.

Dividendendepot Beispiel

Erstellen wir doch ein beispielhaftes Dividendendepot. Aktien aus Österreich, Deutschland, dem Rest von Europa und natürlich us-amerikanischen Aktien. Die Prämisse war, dass 100.000 Euro zur Verfügung stehen und diese auf 20 Dividendentitel aufgeteilt werden zu gleichen Teilen. Herausgekommen ist eine Liste die passend ist, jedoch natürlich diskussionswürdig ist. Warum ist dieser Titel dabei, jener aber nicht?! Nun, jeder hat so seine Vorlieben und auch ein Dividendendepot lebt!

Ein mögliches Dividendendepot – 20 Aktien mit schönen Dividendenausschüttungen von über 3 % p.a. vor Steuern.

Anhand dieses Dividenden-Wertpapierdepots wurde simuliert, wie hoch die Gebühren für dieses Depot bei den verschiedensten Brokern ausmachen würde. Untersucht wurden sowohl Broker aus Österreich als auch aus dem Ausland.

Folgende Anbieter sind im Vergleich mit dabei:

Die ersten vier Anbieter sind rein österreichische Anbieter, danach folgt Flatex, ein deutscher Anbieter mit einer Niederlassung in Österreich. Daher sind die ersten fünf Anbieter steuereinfacher Insitute. Fallen Steuerangelegenheiten an, so erledigen diese Broker diese in der Regel für die Kunden. Bei den letzten vier Anbietern (die ersten drei sind aus Deutschland, Degiro aus den Niederlanden) ist es so, dass der Wertpapierkunde selbst für die korrekte Versteuerung verantwortlich ist.

Die ersten vier Anbieter sind rein österreichische Anbieter, danach folgt Flatex, ein deutscher Anbieter mit einer Niederlassung in Österreich. Daher sind die ersten fünf Anbieter steuereinfacher Insitute. Fallen Steuerangelegenheiten an, so erledigen diese Broker diese in der Regel für die Kunden. Bei den letzten vier Anbietern (die ersten drei sind aus Deutschland, Degiro aus den Niederlanden) ist es so, dass der Wertpapierkunde selbst für die korrekte Versteuerung verantwortlich ist.

Kaufgebühren

In der obigen Liste sind manche Aktien gelb und leicht-grau hinterlegt. Diese Aktien sind an der Wiener Börse handelbar und ein kostenbewusster Anleger sagt sich hier, diese Aktien kaufe ich hier in Wien und erspare mir bei so manchem Broker Kaufgebühren (z. B. Hello Bank bietet eine Flat-Fee mit dem „Hello Heimvorteil“). Genauso verhält es sich bei den deutschen Anbietern, denn dort gibt es meist bei den dortigen heimischen Börsen günstigere Konditionen. So kann die Österreichische Post natürlich auch an einer deutschen Börse geordert werden.


Die Kaufgebühren der 20 Aktien bei den unterschiedlichen Anbietern. Am Ende findet sich die Summe aller Ordergebühren. Im Verhältnis zum Depotwert belaufen sich die Ordergebühren auf nicht mal 0,1 bis max. 0,4 % des Depotwerts in diesem Beispiel.

Wie sieht das Ranking bei den Kaufgebühren aus?

  1. Degiro*
  2. Onvista*
  3. DKB*
  4. Easybank
  5. Flatex
  6. Hello
  7. DADAT
  8. Comdirect*
  9. Bankdirekt

* nicht steuereinfache Broker

Der günstigste steuereinfache Broker ist die Easybank, gefolgt von der Flatex. Der niederländische Broker Degiro ist mit seinen Ordergebühren ganz weit vorne, sozusagen unerreichbar bei den Ordergebühren. Flatex kann ebenso punkten bei den Gebühren für die Orderdurchführung. Dahinter auf den Plätzen folgt dann die Hello Bank, DADAT, Comdirect und die Bankdirekt.at.

In den Berechnungen für die Ordererfassung gibt es eine kleine Ungenauigkeit, denn es wurde hier keine Devisenprovision gerechnet, die bei dem einen oder anderen Broker anfallen kann. Diese beträgt maximal 0,25 Prozentpunkte.

Depotgebühr und Verrechnungskontogebühr

Die österreichischen Broker verrechnen alle eine Depotgebühr. Diese setzt sich aus dem Depotwert zusammen und von diesem eine bestimmte Prozentzahl. Diese liegt zwischen 0,09 und ca. 0,13 %. Nur Flatex verrechnet keine Depotgebühr. Die anderen deutschen Broker und Degiro aus den Niederlanden verrechnen ebenso keine Depotgebühr. Für das Verrechnungskonto

In dieser Tabelle werden die Depotgebühren für ein Depot mit einem Wert von rund 100.000 Euro dargestellt. Dazu kommen bei manchen Anbietern auch noch Gebühren für das Verrechnungskonto, welches maximal rund 20 Euro im Jahr kostet. Bei den österreichischen Brokern ist es gang und gebe, dass es Mindestgebühren gibt. Sind es eher niedrigere Depotpositionen (< ca. 4.000 Euro) so ziehen die Mindestgebühren, sonst die prozentuale Gebühr). Bei Flatex gibt es keine Depotgebühr und auch keine Gebühren für das Verrechnungskonto, dafür jedoch einen Negativzins in der Höhe von -0,4 % auf Guthaben. In der Berechnung wird davon ausgegangen, dass die Guthaben am Verrechnungskonto so gering als möglich gehalten werden und so keine negativen Zinsen verrechnet werden.

Wie sieht das Ranking bei den Kaufgebühren aus?

  1. Flatex, DKB*, Onvista*, Comdirect*
  2. Degiro
  3. DADAT
  4. Easybank
  5. Hello
  6. Bankdirekt

* nicht steuereinfache Broker

Im Detail gestalten sich die Kosten für das Depot und Verrechnungskonto so bei den einzelnen Anbietern:

DADATMind. 3,00 Euro pro Position, sonst 0,09 % Depotgebühr
Verrechnungskonto 2,50 Euro/Quartal bzw. 10 Euro/Jahr
HelloMind. 5,40 Euro pro Position und 15,00 Euro pro Depot, sonst 0,12 % Depotgebühr
Verrechnungskonto 4,50 Euro/Quartal bzw. 18,00 Euro/Jahr
EasybankMind. 5,28 Euro pro Position und 15,84 Euro pro Depot, sonst 0,12 % Depotgebühr, easy gratis kann als Verrechnungskonto verwendet werden
BankdirektMind. 5,87 Euro pro Position und 15,84 Euro pro Depot, sonst 0,1272 % Depotgebühr
Verrechnungskonto 4,87 Euro/Quartal bzw. 19,48 Euro/Jahr
FlatexKeine Depotgebühr
Verrechnungskonto Guthaben Negativzinsen von -0,4 %
DKBkeine Depotgebühr
keine Gebühr für das Verrechnungskonto
Onvsitakeine Depotgebühr
keine Gebühr für das Verrechnungskonto
Comdirectkeine Depotgebühr
keine Gebühr für das Verrechnungskonto
DegiroPro Börsenplatz einmal jährlich Einrichtung Handelsmodalität von 2,50 Euro.

Dividendenkosten (Ausschüttung und Devisenprovision)

Werden die bisherigen Dividendenzahlungen berücksichtigt bei den 20 Titeln, so kann mit einer Dividendenzahlung in der Höhe von 3.661,11 Euro gerechnet – so in diesem fiktiven Beispiel. Wie viel diese Ausschüttungen bei den einzelnen Broker kosten, zeigt dieses Berechnungsbeispiel. Keine Kosten für Dividendenausschüttungen gibt es nur bei wenigen Anbietern (DADAT, DKB, Onvista), bei den meisten werden Gebühren fällig. Speziell Flatex als auch beim Degiro Custody Profil werden höhere Gebühren fällig im Vergleich zum Mitbewerb. Bei Flatex ist es ein Kostentreiber, dass je Ausschüttung 5,90 Euro verlangt werden. Bei us-amerikanischen Titeln die in der Regel 4x im Jahr ausgeschüttet werden, summieren sich so die Kosten.

Wie sieht das Ranking bei den Dividendengebühren aus?

  1. DADAT, DKB*, Onvista*
  2. Easybank
  3. Degiro Basic Profil*
  4. Comdirect*
  5. Hello
  6. Bankdirekt
  7. Degiro Custody Profil*
  8. Flatex

* nicht steuereinfache Broker

Erfreulich! Die österreichische DADAT hat kostenlose Dividendenausschüttungen und auch keine eigene Devisenprovision. Das gibt es sonst nur bei ausländischen Anbietern. Die nicht steuereinfachen Broker DKB und Onvista verrechnen gar nichts für eine Dividendenausschüttung. Selbst wenn diese in Fremdwährung geschieht, so nehmen sie den aktuellen Devisenkurs her und verrechnen keinen Aufschlag. Keine Gebühr für die Ausschüttung einer Dividende verlangt auch die Easybank, dafür jedoch eine Devisenprovision in der Höhe von 0,25 % bei Ausschüttungen in Nicht-Euro. Beim Basic Profil von Degiro gibt es keine Gebühren für Dividendenausschüttungen und eine minimale Auto-FX Gebühr als Devisenprovision. Diese beträgt bei Degiro 0,1 %. Bei der Easybank auf Platz 3 ist es ähnlich, keine Gebühr für Dividendenausschüttungen, dafür eine Devisenprovision für Dividenden nicht in Euro. DADAT und Hello Bank sind im Gleichklang hier im Beispiel, denn diese langen zwar keine Devisenprovision, dafür jedoch für jede Ausschüttung der Dividende etwas. Mindestens 1,14 Euro bzw. 0,15 % (DADAT) bzw. 0,30 % (Hello Bank) der Dividende. Die Comdirect verlangt sogleich 1 % Devisenprovision, dafür gibt es keine Gebühr für Dividendenausschüttungen.
Ganz hohe Kosten entstehen beim Custody Profil bei Degiro. Wird das Degiro Depot mit diesem Profil eröffnet und möchte eben nicht, dass die eigenen Wertpapiere verliehen werden, so hat das Auswirkungen auf die Dividendengebühren. Die Kosten für jede Dividendenausschüttung berechnet sich dann nach dieser Formel: 1 Euro + 3 % der Dividende, aber maximal 10 %. Dazu kommt noch 0,1 % Devisenprovision.

So richtig teuer wird es dann bei Flatex. Die Marge bei der Devisenumrechnung ist sehr minimal mit 0,004 beim US-Dollar auf Euro, also eher zu vernachlässigen. Jedoch verlangt Flatex für Dividenden außerhalb von Deutschland und Österreich 5,90 Euro, wenn die Höhe der Dividende über 15 Euro liegt. Das kann dann schon ins Geld gehen. Wenn die Dividende 4x im Jahr ausgeschüttet wird, so geht das ganz schön ins Geld. Das machen auch die kostenfreien Ausschüttungen aus Deutschland und Österreich nicht mehr wett!

Im Detail sieht es bei der Ausschüttung einer Dividende so aus bei den einzelnen Anbietern:

DADATkeine Gebühr für Dividendenausschüttungen, keine Devisenprovision
Hellomind. 1,14 Euro bzw. 0,30 %, keine Devisengebühren, inländische Wertpapiere in Euro keine Gebühren
EasybankDevisenprovision von 0,25 %
Bankdirekt0 € für inl. Wertpapiere und für US-Aktien alle anderen 0,125 %; mind. 1,74 € + 0,1 %, ZV-Transaktionsgebühr mind. 3 €, max. 150 € (bei Konvertierungen), keine Devisenprovision
Flatex5,90 Euro pauschal für Dividenden mit einem Gegenwert größer als 15 Euro, geringe Devisenprovisionen (z. B. USD-Marge 0,004), für AT und DE Wertpapiere keine Dividendengebühren
DKBkeine Dividendengebühr, keine Devisenprovision
OnvistaDevisenprovision abhängig von Währung, z. B. USD 0,003 Marge
comdirectDevisenprovision 1 %
DegiroCustody Profil: 1,00 Euro + 3 % der Dividende, maximal 10 %,
+ 0,1 % Devisenprovision
Basic Profil: 0,1 % Devisenprovision
Der Unterschied zwischen Basic und Custody Profil wird hier erklärt.

Gesamtkosten

Was kostet es aber insgesamt, so ein Dividendendepot zu führen? Einmalige Gebühren plus laufende Gebühren zusammengerechnet. Die oberste Prämisse ist hier, dass die Kosten so bleiben wie sie sind, was sie definitiv nicht tun. Warum? Manche Anbieter wie bankdirekt.at valorisieren ihre Gebühren Jahr für Jahr und auch andere Anbieter geben keine Preisgarantie für die nächsten 10 oder 20 Jahre ab, nicht einmal für die nächsten Monate.

So sieht die Gesamtkostenbelastung im ersten Jahr bzw. dann für die weiteren Folgejahr aus – inkludiert sind:

  • Kaufgebühren
  • Depotgebühren (inkl. Verrechnungskonto)
  • Dividendengebühren

Ein Dividendendepot läuft über Jahre und so wurde simuliert, wie hoch die Kosten im ersten Jahr sind, in den darauf folgenden Jahren und sodann die Gesamtkosten nach 10 bzw. 20 Jahren. Die Kostenberechnungen unterliegen der Annahme, dass der Wert des Depots gleich bleibt. Steigt dieser, so werden die Depotgebühren für DADAT, Hello, Easybank und Bankdirekt höher, fällt der Wert, dann werden die Gebühren der genannten Institute günstiger.

Ranking im 1. Jahr:

  1. Degiro Basic Profil*
  2. Onvista*
  3. DKB*,
  4. Degiro Custody Profil*
  5. Easybank
  6. Comdirect*
  7. DADAT
  8. Flatex
  9. Hello
  10. Bankdirekt

Doch das erste Jahr ist nicht alles, denn hier schlagen sich die Ordergebühren ordentlich nieder. Wichtig sind für Dividendenjäger die Folgejahre, denn es wird doch meist eine Buy&Hold Strategie angewendet und hier heißt es abwarten und Tee trinken und die Jahre vergehen lassen. Hier das Ranking für die Folgejahre:

  1. Onvista*, DKB*
  2. Comdirect*
  3. Degiro Basic*
  4. DADAT
  5. Easybank
  6. Degiro Custody Profil*
  7. Hello
  8. Bankdirekt
  9. Flatex

Die oben angeführten Kosten zeigen sehr deutlich, dass sich die wenigen Gebühren pro Jahr eben über einen längeren Zeitraum aufsummieren und dann doch eine größere Summe sind. In unserem Beispielsfall sind die Depots der DKB und Onvista sehr vorteilhaft, wird davon abgesehen, dass die Versteuerung manuell zu erfolgen hat und so Zeit und Ressourcen bindet. Danach folgt das Basic Profil bei Degiro. Bei den steuereinfachen Anbietern mit Sitz oder Niederlassung in Österreich ist die Easybank der Führende, gefolgt von der DADAT, Hello Bank, Bankdirekt.at und Flatex ist das Schlusslicht. Einfach sehr teuer für Dividendenausschüttungen aus dem US-Ausland.

Dividendenerträge vs. Kosten

Die Gebühren der Institute fressen einen Teil der Rendite wieder auf. Wie sieht es denn aus unter der Prämisse, dass die Dividendenerträge jedes Jahr um 2 % steigen bei den ausgewählten Aktien? Unter dieser Annahme gibt es folgende kumulierte Dividendenerträge (Jahresdividendenerträge von 3.661,11 Euro werden Jahr für Jahr um +2 % aufgewertet):

  • Nach 10 Jahren: 40.088,13 Euro
  • Nach 20 Jahren: 88.955,34 Euro

Werden die Gebühren der Broker diesen Erträgen gegenübergestellt, so zeigt sich, dass die Gebühren bis zu über 5,9 % der Dividendenerträge nach 10 Jahren und noch immer bis zu 4,5 % nach 20 Jahren auffressen können.


Werden die kumulierten Kosten der Gebühren den angenommen Dividendenerträge nach 10 Jahren (~40.000 €) bzw. 20 Jahren (~ 89.000 €) gegenübergestellt, so ergibt sich je nach Broker ein Verhältnis der Kosten nach 20 Jahrengegenüber den Dividendenerträgen von 0,17 bis max. 5,31 %

Wie sieht das Ranking bei den Gesamtkosten nach 10 Jahren aus?

  1. Onvista*
  2. DKB*,
  3. Comdirect*
  4. Degiro Basic Profil*
  5. DADAT
  6. Degiro Custody Profil*
  7. Easybank
  8. Hello
  9. Bankdirekt
  10. Flatex

Das Ranking nach 20 Jahren sieht nicht anders aus.

Steuereinfache Broker

Diverse Broker aus dem Ausland sind in der Regel deutlich günstiger, doch heißt es hier dann, die korrekte Versteuerung ist von einem selbst zu übernehmen und über die Einkommensteuer jährlich abzuführen. Verlustausgleich, Kursgewinne und die Dividendenausschüttungen gehören hier dann eingetragen. Das ist Arbeit. Manche tun dies gerne oder müssen es sowieso tun (mehrere Depots und so Verlustausgleich über die Einkommensteuererklärung) oder sehen den Zinsvorteil, wenn sie diese erst später abführen müssen. Auf jeden Fall ist ein steuereinfacher Broker zu empfehlen für all jene, die es sorglos und einfach haben möchten. Für Tüftler ist es natürlich okay, den Kostenvorteil bei der DKB oder Onvista herauszuholen.

Hauptversammlung

Ein wahrer Aktionär besucht vielleicht auch die Hauptversammlung seines Unternehmens? Das kann bei so manchem Broker komplexer sein oder teuer. Hier empfiehlt es sich daheim zu bleiben bei der Brokerwahl, denn hier kostet es dann wenig oder gar nichts.

DADAT0 € für AT, sonst 48 € plus Fremdspesen
Hello0 € für AT, sonst 48 € plus Fremdspesen
Easybank0 € für AT
Bankdirekt8,40 € Inland
72 € Ausland + Fremdspesen
Flatex5,90 € für AT und DE
DKB
Comdirect
Onvista5,00 € zzgl. Portokosten
Degiro100 € + fremde Kosten

Fazit

Es gibt nicht den Anbieter der für ein Dividendendepot perfekt geeignet ist. Diese Beispielsrechnung zeigt auf, welche Anbieter wie viel verlangen bei einem Depotwert von rund 100.000 Euro und 20 Titeln gemischt aus den verschiedensten Branchen und Ländern. Vorne zu finden sind rein nach den Gebühren die deutschen Anbieter wie die DKB oder Onvista. Diese sind jedoch nicht steuereinfach und so müssen Ressourcen aufgewendet werden, das Steuerthema Jahr für Jahr zu erledigen. Diese Ressourcenaufwendung muss auch in Euro bewertet werden und so kann es rasch passieren, dass die vermeintlich eingesparten Kosten nun zu deutlich höheren Kosten führt als die steuereinfachen Anbieter aus Österreich. Attraktiv für ein steuereinfaches Dividendendepot ist sicherlich die DADAT. Hier muss jedoch darauf geachtet werden, dass Dividendenausschüttungen außerhalbe von Österreich und Deutschland mit 5,90 Euro pauschal verrechnet werden sofern der ausgeschüttete Betrag über 15 Euro liegt. Bei der Easybank kosten die Dividendenausschüttungen nichts, dafür gibt es eine Devisenprovision – und die Depotgebühr liegt bei 0,12 %. Hingegen bei der DADAT kostet das Depot jährlich nur 0,09 % dafür werden für Dividendenausschüttungen Gebühren von mind. 1,14 Euro bzw. 0,15 % der Ausschüttung verrechnet. Flatex ist generell ein sehr empfehlenswerter Anbieter, doch zeigt dieser Anbieter Schwächen, wenn Dividenden aus dem Ausland kommen, speziell wenn diese vielleicht auch noch unterjährig ausgeschüttet werden, wie es in den USA der Fall ist. Da summieren sich die Kosten von 5,90 Euro je Ausschüttung. Daher Augen auf, wie viele Dividendenaktien aus den USA kommen bzw. häufiger ausschütten, denn das ist ein wahrer Kostentreiber bei Flatex, die grundsätzlich doch ein günstiges Wertpapierdepot für uns Österreicher anbieten.

Das Gesamtranking der besten Dividendendepots auf Basis des vorgestellten Beispielsdepots mit 20 Aktien und einer Investsumme von 100.000 Euro:

  1. Onvista*
  2. DKB*,
  3. Degiro Basic Profil*
  4. Comdirect*
  5. Easybank
  6. Degiro Custody Profil*
  7. DADAT
  8. Hello
  9. Bankdirekt
  10. Flatex

Hinterlasse einen Kommentar

  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: