ETF Sparplan

ETF Sparplan

Andreas von Broker-Test.at

14. September 2020

Das Wichtigste in Kürze

  • ETF Sparpläne sind ein interessantes Instrument um langfristig und kostengünstig breitgestreut in Wertpapiere zu investieren
  • Achtung bei ausländischen Brokern! Die Steuer ist selbst zu machen und die Komplexität ist immens! Unbedingt das Thema ETF & Steuern und ausschüttungsgleiche Erträge studieren
  • Flatex als steuereinfacher Broker hat in Österreich die größte Auswahl an ETFs für Sparpläne UND interessante Gebühren

In diesem Ratgeber

ETF Sparplan Vergleich

ETF Sparplan Vergleich Österreich 09/2020: 10 Anbieter im Test - Flatex, DADAT, Hello Bank, FFB ...
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Vergleich

Ein ETF-Sparplan ist eine bequeme Art und Weise regelmäßig Geld in ETFs anzulegen um so langfristig am Vermögensaufbau  zu arbeiten. Vorweg muss darauf hingewiesen werden, dass ein ETFs nur für den langfristigen Vermögensaufbau geeignet sind, denn je nach nach Struktur des ausgewählten ETFs gibt es auch ein Risiko, dass die Kurse sinken. Hier dürfen dann die Nerven nicht verloren werden und eben die langfristige Ausrichtung des ETF im Visier haben. In Österreich bieten nur wenige Broker einen ETF-Sparplan an. Einer der Hauptgründe liegt wohl darin, dass die Broker hier deutlich weniger verdienen als bei einem vergleichbaren Fondssparplan. Für uns Anleger sind aber ETFs eine super Sache, denn die Kosten die für Verwaltung & Co draufgehen sind bei diesen Indexfonds bzw. Passivfonds deutlich geringer als wir es bei Aktivfonds gewöhnt sind.

ETF Sparplan Vergleich

 

ATC: Additional Trading Costs: Flatex und FFB verrechnen bei manchen ETFs ATC, das sind zusätzliche Kosten die bei der Ausführung des ETFs entstehen. Wie hoch diese sind, kann nicht pauschal beantwortet werden, sondern hängt mit dem jeweiligen ETF zusammen. Man kann davon ausgehen, dass die ATCs max. 0,6 % betragen, meist sogar deutlich darunter.

Steuern – steuereinfacher Broker: Bei Flatex, der DADAT, der Hello Bank und bei FFB kümmern sich die Anbieter um die Abführung der anfallenden Steuern. Bei der DKB und Onvista muss man sich selbst darum kümmern. Dies kann speziell bei thesaurierenden ETFs, Stichwort „Ausschüttungsgleiche Erträge“ mehr als komplex werden.

Die ING hat doch nun auch ETFs, warum ist die ING Österreich hier nicht gelistet? 

Weil die ING  in Österreich, im Vergleich zu Deutschland, Produkte führt, welche sich mit ETFs beschäftigen, aber schlussendlich wieder nur aktive Fonds sind. Mischfonds mit aktivem Manager. Also Kosten, Kosten und Kosten. Einer der ING ETF Fonds (ISIN LU1693143494) nehmen wir als teures Beispiel. Die Verwaltungsgebühr beläuft sich auf 1,30 % und die TER wird mit 1,35 % angegeben. Dazu kommen noch zusätzliche Kosten wie z. B. Kauf- und Verkaufsspesen. Zum Zeitpunkt Jänner 2019 wird ex-ante von der ING Kosten von 1,55 % für diesen Fonds genannt zum Zeitpunkt des Kaufs. Das sind Kosten, die einfach deutlich teurer sind als bei klassischen ETFs, was aber auch klar ist, denn bei diesen Fonds gibt es wieder ein aktives Fondsmanagment, welches bezahlt werden muss. Eine detaillierte Erklärung zum ING ETF Fondsangebot gibt es hier zum Nachlesen.

Detail Vergleich

Wenn Sie einen ausführlicheren Vergleich dieser 8 Anbieter von ETF Sparplänen wünschen, so verwenden Sie doch diesen Vergleich. Mit diesem ETF Sparplan können Sie gewünschte Broker ein- als auch ausblenden:

Als Liste anzeigen

Vergleich

Flatex
DADAT
Hellobank
FIL Fondsbank
Trade Republic
Smartbroker
DKB
Onvista
Comdirect
Consorsbank
Broker
SteuereinfachJaJaJaJaNeinNeinNeinNeinNeinNein
Depotgebühr0,00 € p.a.0,09 % p.a.
bzw. mind. 3 € pro Position
Fonds kostenlos (nicht ETF)
ab 0,12 % p.a. bzw. mindestens 5,40 Euro pro Wertpapierposition p.a. bzw. mindestens 15,00 Euro pro Depot p.a. Fonds kostenlos (nicht ETF)Bis 25.000 € Fondswert: 0,25 % Mind. 25 € Max. 50 € Ab 25.000 € Fondswert: 0 €
Ausgenommen ETFs beim Depotwert, hier +0,10 % zu bestehenden Depotgebühren p.a.
0,00 € p.a.0,00 € p.a.0,00 € p.a.0,00 € p.a.0,00 € p.a. die ersten 3 Jahre, danach gratis ab 2 Trades/Quartal oder Konto oder Wertpapiersparplan (sonst 1,95 €/Monat)0,00 € p.a.
Verrechnungskonto0,00 € p.a.10,00 € p.a.18,00 € p.a.0,00 € p.a.0,00 € p.a.0,00 € p.a.0,00 € p.a.0,00 € p.a.0,00 € p.a.0,00 € p.a.
ETF Sparplan>900, davon >200 ohne Ausführungsgebühr38150>600310604820154>600, davon ca. 130 kostenlos>500
Gebühren ETF SparplanKAUF: 1,50 Euro pro Ausführung teilw. auch 0 €
VERKAUF:
bis 3.500 €: 5,90 €
3.500 € bis 12.500 €: 9,90 €
ab 12.500,01 €: 19,90 €
1,50 € + 0,175 % beim Kauf 1,95 € + 0,100 % beim VerkaufKAUF: 2,00 € + 0,275 % bzw. keine eigenen Spesen bei ETF-Starpartner VERKAUF: 2,95 € + mind. 5,95 € bzw. 0,175 % + evtl. Fremdspesen0,20 % je Kauf/Verkauf zzgl. fondsspezifischer Additional Trading Costs (ATC) - das sind fremde Kosten die dem jeweiligen Fonds-Factsheet zu entnehmen ist.kostenlos0,2 %, mindestens 0,80 €1,50 € pro Ausführung, ca. 120 ETFs mit reduziertem Orderentgelt von 0,49 Euro.1 € Gebühr1,5 % 1,5 %
Sparplan Intervalle1,3,6 oder 12 MonateMonatlich, QuartalMonatlich, QuartalMonatlichMonatlich, Quartal1,2 3 oder 6 Monate1,2,3,6 oder 12 MonateMonatlich, Quartal1,2,3 Monate1,2 3 oder 6 Monate
Zum BrokerBesuchenBesuchenBesuchenBesuchenBesuchenBesuchenBesuchenBesuchenBesuchenBesuchen

Charts

Wie hoch sind denn die Ausführungsgebühren je Sparrate? Welcher Anbieter hat wann und wo die Nase vorne? In diesen beiden Charts werden ausschließlich die Ausführungsgebühren angezeigt. Was nicht am Chart ablesbar ist, wie hoch die Spread bei der Ausführung an der Börse ist bzw. wie hoch die Additional Trading Costs (ATCs) sind, wenn die Ausführung des ETF Sparplans nicht an der Börse erfolgt, sondern außerbörslich. Die Spread ist tendenziell geringer als die ATCs. Bei Flatex gibt es ATCs und bei der FFB nur noch bis Ende September 2020.

 

ETF Sparplan Kosten
Hier auf diesem Chart sind 4 steuereinfache Broker zu sehen und deren Kosten je Sparplan Ausführung in Euro bei der jeweiligen Rate (auf der x-Achse)
ETF Kosten bei Sparplan Ausführungen bei Flatex, FFB, DADAT Bank und Hello Bank
Auf diesem Chart ist ersichtlich, wie hoch die Gebühren im Verhältnis zu der Sparrate des ETF-Sparplans ist, abhängig vom jeweiligen Anbieter.

 

Nicht berücksichtigt werden wie oben bereits erwähnt die etwaige Spread bei Ausführung an der Börse und die Additional Trading Costs (Flatex), wenn außerbörslich der ETF Sparplan ausgeführt wird.
Die ATCs werden durchschnittlich mit 0,2 bis 0,3 % angegeben, die Praxis zeigt hier sehr gut, dass die ATCs bei gängigen Produkten auf den DAX, All World etc. der ATC eher geringer ist, während bei Emerging Markets oder branchenspezifischen ETFs diese ATCs deutlich höher sind.

Details

Wie die einzelnen Kosten je Ausführung des ETF-Sparplans sind, haben Sie bereits im Vergleich oben gesehen. Was aber bedeutet das konkret, mit welchen Kosten muss man bei dem jeweiligen Broker rechnen und macht es sich daher bezahlt, sich hier mehr Gedanken zu machen?

Vorweg zur Erinnerung:

  • Flatex: Keine Depotgebühr, keine Gebühr für das Verrechnungskonto, aber -0,4 % Habenzinsen, also Strafzins! Daher ist es zu vermeiden, dass dort hohe Guthaben am Verrechnungskonto liegen.
  • Hello Bank: 0,12 % Depotgebühr (bzw. mindestens 5,40 Euro pro Wertpapierposition p.a. bzw. mindestens 15,00 Euro pro Depot p.a.) und 18 € für das Verrechnungskonto p.a.
  • DADAT: 0,09 % Depotgebühr (bzw. mind. 3,00 Euro pro Wertpapierposition), 10 € für das Verrechnungskonto
  • FFB: Steuereinfach, Eröffnung über Fondsdiscount.at, ab 25.000 € Depotvolumen (exklusive ETFs) 0,25 % + 0,10 % Depotgebühr für ETFs, niedrige Kaufspesen ohne Mindestgebühr. Sparrate bereits ab 25 € möglich.
  • DKB: Versteuerung komplex, keine Depotgebühr, keine Gebühr für das Verrechnungskonto
  • OnVista: Versteuerung komplex, keine Depotgebühr, keine Gebühr für das Verrechnungskonto, 1 Euro pauschal beim Kauf
  • Consors Bank: Kein steuereinfacher Broker, keine Depotgebühr, 1,5 % Gebühr für den ETF-Sparplan.
  • Comdirekt: Kein steuereinfacher Broker, keine Depotgebühr, 1,5 % Gebühr für den ETF-Sparplan.
  • Smartbroker: Kein steuereinfacher Broker, keine Depotgebühr, 0,2 % bzw. mind. 0,80 Euro je Ausführung
  • Trade Republic: Kein steuereinfacher Broker, keine Depotgebühr, nur iShare ETFs, diese jedoch kostenlos, noch immer nicht in Österreich gestartet. Nur Ankündigungspolitik.

Von diesen 9 verschiedenen ETF-Brokern sind nur 4 Anbieter steuereinfach. Da davon ausgegangen werden muss, dass jeder ETF auch ausschüttungsgleiche Erträge haben wird und so die Versteuerung sehr komplex wird, werden im weiteren Vergleich nur die 4 steuereinfachen Anbieter berücksichtigt.

Monatlicher ETF-Sparplan – die Jahreskosten der Ausführung

Die Kosten bei einer monatlichen Sparrate von x (siehe 1. Spalte) löst bei den unterschiedlichen Brokern unterschiedliche Kosten aus. Die Mindestsparrate liegt bei allen Anbietern bei 50 €, ausgenommen FFB mit 25 €. Bei Flatex gibt es auch kostenfreie ETFs, die aber nicht von Dauer sind. Gerechnet wurde daher mit einem kostenpflichtigen ETF, im Idealfall gehts bei Flatex also noch günstiger bzw. zum Nulltarif. Bei der FFB kosten die ETFs generell 0,15 % vom Kaufbetrag ohne fixe Gebühren.

Wird ein Sparplan monatlich mit einer Sparrate von X € bei dem jeweiligen Anbieter ausgeführt entstehen Gebühren in der Höhe von:

Monatliche SparrateFlatexHello BankDADATFFB
50,00 €18,00 €25,65 €19,05 €2,10 €
100,00 €18,00 €27,30 €20,10 €4,20 €
200,00 €18,00 €30,60 €22,20 €8,40 €
300,00 €18,00 €33,90 €24,30 €12,60 €
500,00 €18,00 €40,50 €28,50 €21,00 €

Spart man monatlich an, so gibt es bei einer Sparrate von 50 € einen Kostenunterschied von ca. 25 € über das Jahr gerechnet. Spart man monatlich sogar 500 € in einen ETF an, so ergibt sich übers Jahr einen Kostenunterschied von fast 20 Euro zwischen dem günstigsten Anbieter Flatex und dem teuersten Anbieter, der Hello Bank. Keine große Sache, aber dennoch bemerkenswert. Wie sieht es aus, wenn die Ausführung des ETF-Sparplans nicht monatlich, sondern einmal im Quartal erfolgt aber mit der selben Sparrate (das heißt statt monatlich 50 € anzulegen werden 150 € im Quartal angelegt):

Quartalsmäßiger ETF-Sparplan

Die Kosten bei einem Sparplan bei dem jedes Quartal ein bestimmter Geldbetrag in Form einer Sparrate (Spalte 1) angelegt wird, verursacht bei den 4 unterschiedlichen Brokern die folgenden Kosten:

Sparrate QuartalFlatexHello BankDADATFFB
150,00 €6,00 €9,65 €7,05 €2,10 €
300,00 €6,00 €11,30 €8,10 €4,20 €
600,00 €6,00 €14,60 €10,20 €8,40 €
900,00 €6,00 €17,90 €12,30 €12,60 €
1.500,00 €6,00 €24,50 €16,50 €21,00 €

Was man hier gleich sehen kann ist, dass man sich bei einer quartalsmäßigen Ausführung auch Kosten sparen kann. Die investierte Summe bleibt unterm Strich gleich, doch kommt es zu weniger Ausführungen. Die Mär vom Cost-Average-Effekt ist über lange Sicht eben nicht aufrecht zu halten und so sollte man es sich überlegen, ob es denn nicht klüger wäre, wenn schon Sparplan, diesen dann doch einmal im Quartal ausführen zu lassen. Wirft man hier einen Blick auf die Kosten, so gibts bei Flatex alleine durch die Umstellung auf quartalsmäßig einen Vorteil der Kosten von 12,00 (statt 18,00 Euro nämlich nur 6,00 Euro Kosten im Jahr). Auch alle anderen Anbieter werden dadurch günstiger. Der Unterschied zwischen dem günstigsten Anbieter (Flatex) und dem teuersten Anbieter (Hello Bank) reduziert sich so auf ca. 25 Euro statt zuvor ca. 41 Euro übers Jahr. Überlegen Sie also, ob Sie tatsächlich monatlich einen Sparplan auslösen möchten oder ob es sich vielleicht lohnt seltener einen Sparplan auszulösen. Sparpläne sind nicht günstig auch wenn man sich denkt, oh, das ist doch nur knapp ein Euro… aber die 1,50 Euro von Flatex sind bei einem monatlichen Sparplan von 50 Euro prozentuell gesehen gleich einmal 3 % an Gebühren die erst einmal bei der Rendite hereingebracht werden müssen!

Sparen Sie nicht nur in einem ETF an sondern in mehreren verschiedenen ETFs so addieren sich diese Kostenbelastungen!

Kosten von Sparplan + Kontoführung + Depotgebühr

Soweit, so gut, aber die Kosten für den Sparplan sind nicht die einzigen Kosten die auf einen zukommen, denn es gibt bei den diversen Brokern auch noch weitere Gebühren. Bei der Hello Bank und bei der DADAT gibt es eine Gebühr für das Depot und auch für das Verrechnungskonto. Bei beiden Brokern schlagen auch noch Mindestgebühren zu, welche natürlich sehr unattraktiv sind, wenn man einen Sparplan laufen hat mit einem niedrigen Wert.

Depotgebühr und Kontoführung bei einem Sparplan im ersten Jahr:

Hat man einen Sparplan laufen, so wie der oben skizzierte, so ergeben sich bei den 4 Brokern folgende Depotgebühren, unter der Annahme, dass man keine anderen Depotwerte als den ETF am Depot liegen hat:

DepotkostenFlatexHello BankDADATFFB
600,00 €0,00 €15,00 €3,00 €0,00 €
1.200,00 €0,00 €15,00 €3,00 €0,00 €
2.400,00 €0,00 €15,00 €3,00 €0,00 €
3.600,00 €0,00 €15,00 €3,24 €0,00 €
6.000,00 €0,00 €15,00 €5,40 €0,00 €

Flatex Kunden haben es gut, denn dort gibt es keine Depotgebühr, damit 0 € Kosten im Jahr. Bei der Hello Bank sind die Kosten mit 15 Euro deshalb so hoch, weil es mit 15 Euro eine Mindestgebühr für das Depot gibt. Bei der DADAT gibt es pro Position eine Mindestgebühr von 3 Euro, daher auch die jährliche Depotgebühr von 3 Euro bei einem Depotwert von bis zu 2.400 Euro wie in diesem Beispiel gezeigt.

Dazu kommt bei der Hello Bank und bei der DADAT und noch eine Kontoführungsgebühr für das Verrechnungskonto von 18 bzw. 10 Euro im Jahr.

Gesamtkosten 

Rechnet man nun alles fix zusammen bei unserem Beispiel, so ergeben sich bei einer monatlichen Sparweise gehörige Kostenunterschiede. So ergeben sich bei der Variante von 50 € im Monat bei Flatex jährliche Kosten von bis zu 10,80 Euro und bei der Hello Bank von 58,65 Euro, bei einem Depotwert von 600 Euro! Mit kleinen Beträgen einzusteigen macht sich also bei der Hello Bank und bei der DADAT nicht bezahlt, auch wenn die Kosten bei der DADAT bei 37,45 Euro liegen übers Jahr, was aber noch immer > 5 % entspricht. Das Positive bei der Hello Bank und bei der DADAT ist, dass im Laufe der Jahre und mit der Steigerung des Depotwerts der prozentuelle Anteil der Kosten für Kontoführung und Depot sinken wird. Je mehr am Depot liegt, desto unwichtiger wird die Komponente Gebühr.

Die Gesamtkosten bei monatlicher Sparrate im 1. Jahr:

Depotgebühr + SparrateFlatexHello BankDADATFFB
600 €/50 € Sparrate/Monat18,00 €58,65 €32,05 €2,10 €
1200 €/100 € Sparrate/Monat18,00 €60,30 €33,10 €4,20 €
2400 €/200 € Sparrate/Monat18,00 €63,60 €35,20 €8,40 €
3600 €/300 € Sparrate/Monat18,00 €66,90 €37,54 €12,60 €
6000 €/500 € Sparrate/Monat18,00 €73,50 €43,90 €21,00 €

Die Gesamtkosten bei quartalsmäßiger Sparrate im 1. Jahr:

Depotgebühr + SparrateFlatexHello BankDADATFFB
600 €/150 € Sparrate/Quartal6,00 €42,65 €20,05 €2,10 €
1200 €/300 € Sparrate/Quartal6,00 €44,30 €21,10 €4,20 €
2400 €/600 € Sparrate/Quartal6,00 €47,60 €23,20 €8,40 €
3600 €/900 € Sparrate/Quartal6,00 €50,90 €25,54 €12,60 €
6000 €/1500 € Sparrate/Quartal6,00 €57,50 €31,90 €21,00 €

Das Ergebnis ist wenig überraschend, denn Flatex haben bei ETF-Sparplänen die Nase vorne. Zu Beginn sind die Kosten nicht ohne und wer seinen ETF bei Flatex findet, der ist dort wohl als ETF-Anleger gut aufgehoben. Die Kosten bei der Hello Bank liegen mit 57,50 Euro bei einem Depotwert von 6.000 Euro bei 0,96 %. Das heißt die Kosten des Orderns und des Depots fressen ca. 1 % der Rendite im ersten Jahr auf in diesem Beispiel neben den internen Kosten des ETFs selbst. Bei niedrigeren investieren Beträgen oder einer niedrigen monatlichen Sparrate ergibt sich ein noch höherer Wert. Dies relativiert sich aber im Laufe der Zeit.

Nimmt man nun an, dass über 10 Jahre fleißig angelegt wurde, so zeigt sich folgendes Bild im 10. Jahr des monatlichen ETF-Anlageplans (Hinweis: beim Rechenbeispiel ist keine Performance des ETF eingerechnet, der in der Realität aber hoffentlich eingetreten ist):

Depotgebühr + SparrateFlatexHello BankDADATFFB
6000 €/50 € Sparrate/Monat18,00 €58,65 €34,45 €2,10 €
12000 €/100 € Sparrate/Monat18,00 €60,30 €40,90 €4,20 €
24000 €/200 € Sparrate/Monat18,00 €77,40 €64,60 €8,40 €
36000 €/300 € Sparrate/Monat18,00 €95,10 €66,70 €12,60 €
60000 €/500 € Sparrate/Monat18,00 €130,50 €92,50 €21,00 €

Bei Flatex gibt es keine Depotgebühr und es entstehen auch keine Kosten für das Verrechnungskonto, daher werden hier nur die Gebühren für den ETF-Kauf schlagend. Bei der FFB müssen Fonds (keine passiven ETFs) im Wert von über 25.000 Euro vorhanden sein, damit die Depotgebühr rückerstattet wird, dann ist auch dieses Depot kostenlos. Bei der Hello Bank und bei der DADAT werden natürlich noch beide Gebühren schlagend, sind aber prozentuell schon deutlich gesunken. In diesem Beispiel von knapp 1 % im ersten Jahr auf nur noch fast 0,2 % im 10. Jahr. Absolut gesehen sind die Kosten bei der DADAT nun bei 97,90 Euro und bei der Hello Bank bei 130,50 Euro. Selbst diese kann man sich noch ersparen in diesem Fall. Investiert man in mehrere ETFs so sieht die Rechnung gleich wieder anders aus. Das Ziel dieser Rechnung mit den Kostenvergleichen der unterschiedlichen Anbieter soll Ihnen einen Überblick darüber geben, wie die unterschiedlichen ETF-Anbieter Ihr Gebühren strukturieren.

Fazit

Die Auswahl des richtigen ETFs ist die wohl wichtigste Entscheidung, wenn es darum geht, nachhaltig Erfolg zu haben. Wichtig ist aber auch, dass Sie einen Blick auf die Gebühren Ihres Wertpapierdepots werfen. Neben den Kosten für die Ausführung des Sparplans kommen dann eventuell die Kosten für das Verrechnungskonto und für das Depot selbst hinzu. Bei unserem Vergleich zwischen Flatex, Hello Bank, DADAT und der FFB hat sich Flatex durchsetzen können, denn Flatex glänzt durch gratis Depot- und Kontoführung und günstigen ETFs. Manche sind sogar ganz ohne Ausführungskosten. Möchte man einen österreichischen Anbieter, so hat die DADAT die Nase vorne und die Hello Bank kommt mit einem kleinen Abstand bei den Kosten ins Ziel. Die FFB ist ebenfalls eine Überlegung wert, denn es ist ebenfalls ein steuereinfacher Broker und die Ausführungskosten sind mit 0,15 % sehr niedrig. Die Depotführung wird bei der FFB durch Fondsdiscount.at rückerstattet, wenn Fonds im Wert von über 25.000 Euro. Günstig und auf den ersten Blick empfehlenswert sind auch die Angebote der DKB, OnVista, Consorsbank oder Comdirect, doch das sind keine steuereinfachen Wertpapierdepots und die Steuerangelegenheiten sind äußerst mühsam, speziell bei Fonds und ETFs mit ihren ausschüttungsgleichen Erträgen.

ETF Liste

In dieser Tabelle bzw. Liste kann mit der ISIN danach gesucht, ob einer der vier steuereinfachen Broker in Österreich, welche einen ETF-Sparplan anbieten, auch diesen einen ETF als Sparplan zur Verfügung stellen. Damit kann gecheckt werden, ob bestimmte Broker gleich von vornherein wegfallen würden. Rechts oben ist ein Suchfeld, in dieses ganz einfach die ISIN eingeben und auf Enter drücken. 

ISIN = International Securities Identification Number – Internationale Kennnummer für Wertpapiere

ETF Broker

Folgende Informationen möchten wir noch besonders herausstreichen bei den oben angeführten Angeboten über die ETF Sparpläne:

Flatex

Bei Flatex gibt es im Moment rund 250 gratis ETFs die im Sparplan kostenfrei bespart werden können. Weitere ETFs sind bei Flatex natürlich auch besparbar, denn Flatex bietet knapp unter 1000 ETFs insgesamt an. Seit 2020 sogar auch Vanguard ETFs.  Bei den restlichen ETFs fallen bei der Ausführung als Sparplan jedoch pro Ausführung 1,50 Euro an Kosten an und auch ATCs, Additional Trading Costs, die Spreadkosten sind und nicht als Gebühr ausgewiesen werden.

 zu Flatex.at »

 

Hello Bank

Die Hello Bank hat auch Fonds & ETF Starpartner. Dazu gehört unter anderem iShares. Ausgewählte iShare ETFs sind damit ohne eigene Kaufspesen bei der Hello Bank zu kaufen.

 zu hellobank.at »

 

DADAT

Bei der DADAT gibt es im Moment noch keine Premiumpartner für den Kauf von ETFs. Es fallen hier die ganz normalen Kaufspesen an. Im Moment sind 38 ETFs für einen ETF-Sparplan zur Verfügung.

 zu dad.at »

 

DKB

Bei der DKB handelt es sich um keinen steuereinfachen Broker und so müssen die Steuern selbst abgeführt werden. Bei thesaurierenden Melde-ETFs kann das schon ein wenig kompliziert werden, wie unser Beitrag zu diesem Thema auch immer wieder gerne aufzeigt. Aber günstig wären so ein Sparplan bei der DKB allemal, denn neben dem gratis Girokonto gibts auch das Wertpapierdepot bei der DKB gratis. Es gibt bei der DKB 119 Aktions-ETFs, welche zu 0,49 Euro ausgeführt werden. Alle anderen kosten 1,50 Euro je Ausführung. Die Aktions-ETFs kommen von Amundi, ComStage, Lyxor und Vanguard.

 zu DKB.de »

 

OnVista

OnVista als deutscher Broker hat ein spannendes Angebot auch für uns Österreicher. 166 ETF-Sparpläne werden im Moment (Stand Juni 2019) angeboten und diese sind von den ETF-Partnern Deka ETFsComStageiSharesLegal & General Investment ManagementLyxorVanEckVanguard und WisdomTree. Gestartet werden kann ab einer monatlichen Sparrate von 50 Euro. Der ETF-Sparplan kann je nach Wunsch am 1. oder 15. eines Monats ausgeführt werden. Je Ausführung eines Sparplanes fällt eine Gebühr in der Höhe von 1 Euro pauschal an. So schön das Angebot von OnVista auch ist, so leidlich gestaltet sich das Thema Steuern, denn OnVista als deutscher Anbieter überlässt den Anlegern selbst das Versteuern und damit wird es kompliziert bei aktiven und passiven Fonds. Definitiv ein attraktives und durchaus umfangreiches Angebot, jedoch ist das Thema Steuern nicht zu unterschätzen und das was man sich bei den ETF-Kosten erspart, könnten schnell für den Steuerberater wieder ausgegeben werden.

 zu OnVista.de »

 

FFB

Über das Angebot von Fondsdiscount.at bietet auch die FFB (FIL Fondsbank) ETF-Sparpläne an und das ist eine durchaus spannende Sache, denn die Kosten sind niedrig, das Angebot umfangreich und durchaus eine Option bzw. Überlegung wert. Pro Kauf eines ETF Sparplans werden0,20 % an Kommissionsgebühr fällig zzgl. fondsspezifischer Additional Trading Costs (ATC) falls vorhanden. Spar- und Auszahlpläne sind kostenfrei.  Kauft man nicht über einen Sparplan oder Auszahlungsplan, so verrechnet die FFB pro Transkation Kosten in der Höhe von 2 EUR je Kauf/Verkauf.  Das FFB-Fondsdepot ist ein klassisches Investmentdepot und das Depotführungsentgelt berechnet sich aus 0,25% vom durchschnittlichen Depotwert (mind. 25 Euro, max. 50 Euro p.a.). Für ETFs gilt bei der FFB, dass für diese ein zusätzliches Depotentgelt von 0,10 % anfällt, zu den bestehenden 0,25 %. Also insgesamt 0,35 %.

Hat man über 25.000 Euro Fondsvolumen (exklusive ETFs) so erstattet Fondsdiscount die Depotgebühr. Leider erfolgt dies nicht automatisch, sondern es muss der Jahresdepotauszug als Nachweis an Fondsdiscount übermittelt werden, welche dann manuell die jährliche Depotgebühr überweist.

Da die FFB eine Niederlassung in Österreich hat, ist es ein steuereinfaches Depot und diese kümmern sich um die steuerlichen Angelegenheiten. Das Angebot umfasst laut eigenen Angaben rund 400 ETFs und über 6.100 Fonds die auch sparplanfähig sind.

 zu FFB.at über Fondsdiscount.at »

 

Trade Republic

Trade Republic ist ein deutsches Angebot und für uns Österreicher leider nicht steuereinfach, das heißt wie auch schon bei der DKB oder Onvista, das Thema Steuern muss von uns selbst übernommen werden. Das ist speziell bei Fonds komplex. Trade Republic bietet neben dem kostenlosen Depot auch kostenlosen ETF-Sparpläne an mit über 300 ETFs. Selbst im Verkauf kosten sie lediglich 1 Euro. Angeboten werden die ETFs im ETF-Sparplan von iShares.

Problematisch ist wie bereits oben erwähnt das Thema Steuern und natürlich auch, ob der jeweilige Trade Republic ETF in Österreich überhaupt ein Meldefonds ist. Also unbedingt zuvor immer prüfen, dann erst entscheiden!

 zu Trade-Republic.com »5

Schritte zum ETF Sparplan

1. Wertpapierdepot eröffnen

Um einen ETF-Sparplan starten zu können, benötigen Sie ein Wertpapierdepot auf dem die gekauften ETF-Anteile verwahrt werden. Je nach Broker fallen für das Verwahren der ETF-Anteile auch Depotgebühren und mitunter auch Kosten für das Verrechnungskonto an. Für den Kauf bzw. Verkauf von ETF-Anteilen sind bis auf wenige Ausnahmen, stets Gebühren zu bezahlen. Wenn Sie also den Plan haben, dass Sie mit ETFs dauerhaft sparen möchten, so eröffnen Sie ein Wertpapierdepot bei einem Broker Ihrer Wahl.

2. ETF auswählen

Sie werden rasch feststellen, dass jeder Broker so seine eigenen ETFs hat und nicht jeder ETF bei jedem Broker verfügbar ist. Daher informieren Sie sich bereits im Vorfeld, welcher Broker, wie viele ETFs hat und falls Sie auf der Suche nach einem bestimmten ETF sind, ob dieser Broker auch tatsächlich diesen ETF auch führt. Es gibt große Unterschiede im Umfang der verfügbaren ETF Sparpläne bei den unterschiedlichen Online Broker.

3. Eröffnen des ETF Sparplan beim Online Broker

Haben Sie nun Ihren Online Broker gefunden und dort ein Wertpapierdepot eröffnet, so geht es nun um die Eröffnung eines ETF Sparplans. Diesen ETF Sparplan können Sie bequem über das Banking des Online Brokers Ihrer Wahl eröffnen. Es gibt je nach Broker einen Mindestbetrag, welcher meist bei 50 Euro startet. Wenn Sie nun Monat für Monat z. B. um 50 Euro Ihren ETF kaufen, so kaufen Sie jedes Monat ETF-Anteile um genau diesen Gegenwert. Da der ETF Kursschwankungen unterliegt, kaufen Sie immer unterschiedlich viele Anteile des georderten ETFs. Sie werden feststellen, dass Sie nicht nur ganze Stücke von diesem ETF kaufen, sondern auch Bruchteile davon, was sich widerspiegelt in Anteile mit einem Wert auch hinter dem Komma (z. B. kaufen Sie ~14,62 Anteile um einen Gegenwert 50 € bei einem Stückpreis von 3,42 €).

Alternativen

Fondssparplan

Die logische Alternative zu einem ETF Sparplan ist ein klassischer Fonds Sparplan, welcher in aktiv gemanagte Fonds investiert. Diese sind im Regelfall aber teurer, zum einen gibt es meist einen Ausgabeaufschlag beim Kauf und auch die jährlichen Kosten für den Fonds, die von der Rendite zerren, sind nicht zu vernachlässigen. Der Vorteil bei Fondssparplänen wäre, dass deutlich mehr Online Broker diese anbieten würden und auch eine viel größere Anzahl an Fonds vorhanden sind.

Alternativ zu einem Fondssparplan ist es natürlich auch möglich ETFs selbst von Zeit zu Zeit zu kaufen und dies nicht über einen Sparplan zu tun. Hier kommen ebenfalls auf einmal deutlich mehr Broker in Frage und auch das Angebot an möglichen, kauffähigen ETFs erweitert sich sodann.

Robo Advisor

Wer sich gänzlich nicht hinaus sieht und gerne Unterstützung beim Aufbau seines Depots hätte, der sollte sich das Angebot der Robo Advisor ansehen. Es gibt digitale Angebote, welche einem beim Vermögensaufbau bzw. -erhalt unterstützen. Diese fragen ab, welche Ziele der Einzelne hat und kümmern sich schlussendlich um die Anlage. Meist sogar in kostengünstige ETFs. Aber nicht alle. Nicht überall ist passives Investieren drin, nicht überall ist das Angebot steuereinfach und nicht überall sind kostengünstige, passive Fonds (ETFs) enthalten sondern teure aktive Fonds. 

Im Robo Advisor Vergleich zeigt sich, welche Angebote es für uns Österreicher gibt. 

 

Meldefonds oder Nicht-Meldefonds

Aktuell bieten nur Flatex, DADAT und die Hello Bank die Möglichkeit eines ETF-Sparplans an. Auf den ersten Blick ist Flatex der logische Online Broker, wenn man sich einen ETF-Sparplan anlegen möchte. Aber es gibt ein gewisses Problem, denn Flatex hat über 500 ETFs im Angebot für einen Sparplan und viele sogar kostenlos (hier entfallen die Kosten von 1,50 €/Sparrate), aber unter diesen vielen ETFs sind auch ETFs mit dabei, welche in Österreich nicht gemeldet sind und es sich damit um einen Nicht-Melde-ETF handelt. Das heißt, dass es in Österreich keinen steuerlichen Vertreter gibt und für diese ETFs wird Jahr für Jahr für die ausschüttungsgleichen Erträge bei thesaurierenden ETFs  eine pauschale Wertpapier-KESt fällig. Diese errechnet sich so:

  • Pauschal 27,5 % KESt auf 90 % des jährlichen Kursgewinns,  bzw. mindestens aber 27,5 % KESt auf 10 % des ETF-Werts am Jahresende

Wenn Sie sich für die Hello Bank entscheiden, so können Sie sicher sein, dass unter den rund 100 ETFs sich kein ETF befindet, welcher ein Nicht-Melde-ETF wäre. Die Hello Bank kümmert sich hier um alle notwendigen steuerlichen Meldungen und Abrechnungen und so ist der ETF-Sparplan bei der Hello Bank sicherlich steuereinfach. Weniger schön sind die Kosten bei der Hello Bank, denn die Hello Bank ist deutlich teurer als Flatex, denn neben den Kosten für den Kauf des ETFs fallen auch noch Kosten an, wenn der ETF verkauft wird. Auch Depotgebühren und Kosten für das Verrechnungskonto fallen an. Bei der DADAT gibt es im Moment nur ein sehr eingeschränktes Portfolio an möglichen ETFs.

FAQ

ETFs

Bei der Entscheidung welcher ETF es denn sein darf, muss auch zwischen ausschüttender und thesaurierender (nicht ausschüttend) ETF gewählt werden. Was macht der ETF mit den Dividenden, Kuponerträgen oder Gewinnen aus Verkäufen? Werden diese ausgeschüttet an den Investor, so handelt es sich um einen ausschüttenden ETF. Werden diese jedoch wiederveranlagt, so handelt es sich um einen thesaurierenden ETF. Thesaurieren ist der Vorgang bei dem erwirtschaftete Gewinne in der Organisation bleiben, in diesem Fall im ETF.

Welcher ETF ist dabei besser?

Psychologie & Zinseszinseffekt

Nun, das muss jeder für sich selbst entscheiden, denn es kommt auf die persönliche Bevorzugung an. Ein ausschüttender ETF hat den psychologischen Vorteil, dass durch die Ausschüttungen das Investment spürbar wird. In einer späteren Lebensphase können Ausschüttungen auch einen Teil der laufenden Kosten abdecken, was ebenso charmant ist. Geht es um die Maximierung in der Ansparphase, so ist ein thesaurierender ETF besser, denn es geht in dieser Phase darum, seine Investments zu maximieren. Bleiben die Ausschüttungen im ETF selbst drinnen, so werden diese sofort wieder veranlagt und nutzen so den Zinseszinseffekt. Müsste man sich selbst darum kümmern, dass diese Ausschüttungen wieder veranlagt werden, so kostet das Zeit und Geld. Und seien wir uns ehrlich, es würde nicht passieren. Ausschüttungen bleiben Monate liegen, bis diese wieder reinvestiert werden. Thesaurierungen erfolgen automatisch und ohne Kosten.

Steuer

Wie ist es bei den Steuern auf ETFs? Wird hier unterschieden in ausschüttend und thesaurierend? Ja, wird es. Es gibt einen leichten, aufgeschobenen Steuervorteil bei den thesaurierenden ETFs, denn hier kann es zu Substanzgewinnen kommen und diese außerordentlichen Erträge werden im jeweiligen Jahr in dem sie anfallen mit 60 % versteuert und beim Verkauf des ETFs mit den restlichen 40 %. Die ordentlichen Erträge in Form von Zinsen, Dividenden etc. werden jedoch stets mit 100 % versteuert. So kann es einen kleinen aufschiebenden Steuervorteil bei thesaurierenden ETFs geben, die jedoch nur die Substanzgewinne betreffen.

Die Idee ist, dass ein ETF alle Erträge ausschüttet und nicht thesauriert, also anhäuft im ETF selbst. Es ist aber nicht so, dass bei einem ausschüttenden ETF garantiert werden kann, dass keine Thesaurierung stattfindet und so kann es sehr wohl so sein, dass bei einem ausschüttenden ETF es zu einer Thesaurierung kommt. Umgekehrt ist dies natürlich auch im Fall des Möglichen, dass ein thesaurierender ETF eine Ausschüttung hat.

Bei einem steuereinfachen Broker ist dies auch kein großes Problem. Bei einem nicht steuereinfachen Depot denkt sich so mancher Investor, wähle ich einen ausschüttenden ETF und weiß somit stets darüber bescheid, was ich zu versteuern habe, nämlich die Ausschüttungen des ETFs. Leider ist dies mitunter vielleicht doch nicht so trivial, denn wie oben beschrieben kann es sein, dass der ETF auch thesauriert und somit „Auschüttungsgleiche Erträge“ anfallen.

Synthetische ETFs werden auch SWAP-ETFs oder ETFs mit indirekter Replikation genannt. Damit ist gemeint, dass die Replikationsmethode, also jene Methode die der ETF wählt um den gewählten Index nachzustellen, synthetisch ist und der ETF gar nicht die dazugehörigen Wertpapiere des ETFs selbst hält.

Der synthetische ETF schließt einen Vertrag mit einem Finanzinstitut ab. Dieses Institut verpflichtet sich die Rendite des Index zu liefern, gegen eine Gebühr. Die Gefahr ist das Kontrahentenrisiko. Fällt das Institut aus (Konkursfall), so hat der Anbieter des ETFs nichts in der Hand. Synthetische ETFs können den Index deutlich genauer mit weniger Aufwand nachbilden, was sich auf die Indexgenauigkeit (Tracking Error) positiv auswirkt und natürlich auch auf die Kosten des ETFs.

Ein physischer ETF besitzt die Wertpapiere des Index tatsächlich und auch im „richtigen“ Verhältnis. Speziell in kleinen, illiquiden Märkten ist dies eine Herausforderung genau dies zu bewerkstelligen. Gleich

Ein ETF Sparplan investiert in regelmäßigen Abständen einen bestimmten Geldbetrag zum aktuellen ETF-Kurs in einen zuvor festgelegten ETF. Ziel des ETF-Sparplans ist der langfristige Vermögensaufbau mit der Hilfe von Wertpapieren.

Sparplan ist vielleicht der falsche Begriff, vielmehr handelt es sich um einen Investplan in Wertpapiere. In Abständen von meist einem Monat oder einmal im Quartal wird der fixe Geldbetrag zum aktuellen Kurs in ETF-Stücke umgewandelt und diese ETF Stücke und Bruchstücke dem Wertpapierdepot gutgeschrieben. Aus der Sicht eines Österreichers ist es zu empfehlen, dass der ETF-Sparplan bei einem steuereinfachen Broker läuft, damit die steuerlichen Herausforderungen vermieden werden. Der ETF-Sparplan Vergleich zeigt auf, welche Institute einen ETF-Sparplan anbieten und ob dieser Broker auch steuereinfach für Österreicher ist.

Ein Melde-ETF ist das Pendant zum Melde-Fonds. Ein Melde-ETF meldet über einen steuerlichen Vertreter in Österreich die zu versteuernden Erträge. Die Steuerdaten werden an die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) gemeldet, welche diese Daten dann auf der Plattform Profitweb.at veröffentlichen. Mit den gemeldeten Erträgen können die Institute die Kapitalertragsteuer für die Erträge des ETFs berechnen und für den Kunden an das Finanzamt abführen.

Das Gegenteil zu einem Melde-ETF ist ein Nicht-Melde-ETF. Hier gibt es keinen steuerlichen Vertreter in Österreich und so wird dieser ETF pauschal versteuert. Die Basis für diese Pauschalbesteuerung von Nicht-Melde-ETFs ist jeweils der höhere Wert von einer der beiden folgenden Werte:

  • 90 % des Unterschiedsbetrages zwischen dem Anteilswert zu Beginn und zum Ende des Kalenderjahres oder
  • 10 % des letzten Anteilswertes im Kalenderjahr.

Es gibt Ausführungskosten bei jedem Broker. Diese Kosten variieren je nach Anbieter. Hier eine Auflistung der unterschiedlichen Kosten und Gebühren bei Flatex, DADAT, Hello Bank, FFB, DKB und Onvista (DKB und Onvista sind nicht steuereinfach).

ETF Sparplan Vergleich

Neben den Kosten für die Ausführung gibt es je nach Anbieter auch noch die Depotgebühr und eventuell auch Kosten für das Verrechnungskonto. Beim Verkauf von ETF-Anteilen fallen die jeweiligen Kosten des Brokers für den Verkauf von ETFs an.

ATC Gebühren: ATC ist die Abkürzung für Additional Trading Costs. Additional Trading Costs: Flatex und FFB verrechnen bei manchen ETFs ATC, das sind zusätzliche Kosten die bei der Ausführung des ETFs entstehen. Wie hoch diese sind, kann nicht pauschal beantwortet werden, sondern hängt mit dem jeweiligen ETF zusammen. Man kann davon ausgehen, dass die ATCs max. 0,6 % betragen, meist sogar deutlich darunter.

Die Frage müsste lauten, was ist iShares? iShares ist die ETF-Produktgruppe der berühmten us-amerikanischen Fondsgesellschaft BlackRock. iShares gehört zu den weltweit größten ETF-Anbietern. Alle iShares ETFs sind Indexfonds welche an die Entwicklung eines bestimmten Index wie z. B. DAX oder S&P500 gekoppelt sind.

MSCI ist ein us-amerikanischer Dienstleister, die MSCI Inc. Unter anderem bietet das Unternehmen auch Aktienindeces an und aus diesem Grund ist der Begriff „MSCI“ auch bekannter. Viele ETF-Anbieter bilden einen der Indeces von MSCI nach.  Der wohl berühmteste Index ist der MSCI World. Der ist ein Aktienindex und beinhaltet über 1.600 Aktien aus 23 Industrieländern. Die im Index abgebildeten börsennotierten Unternehmen werden nach der jeweiligen Marktkapitalisierung gewichtet.

Andreas von Broker-Test.at
Andreas ist Gründer und der Kopf hinter Broker-Test.at – er ist begeisterter Privatanleger, 1998 begann alles mit einem 20.000 Schilling Investment in die damalige Aktie des ehemals staatlichen Konzerns, der VA Tech (heute Primetals). Seit 2014 wird mit dieser Seite versucht mehr Transparenz für Interessierte und Anleger zu schaffen. 👉🏽 Mehr über mich und die Geschichte zu Broker-Test.at gibt es hier zum Nachlesen. 👉🏽 Zum Newsletter von Broker-Test.at kann hier die E-Mail Adresse eingetragen werden.
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88 Kommentare
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Hallo! Zunächst vielen herzlichen Dank für die sehr gelungene und gute Aufarbeitung auf dieser Seite – sie hat mir bereits sehr helfen können!

Nun zur Frage:
Wenn ich ausschüttende ETFs im Sparplan bei Flatex besparen möchte, werden die Ausschüttungen bei Flatex als Dividenden gesehen und daher die 5 Euro (irgendwas) an Spesen ab 15 Euro abgebucht? Dann würde es, wenn man hauptsächlich ausschüttende ETFs hätte, vermutlich Sinn machen zu einem FFB oder Hello Bank (mit iShares) zu wechseln bzw die ausschüttenden ETFs dort zu kaufen, oder nicht?

Danke vielmals,
Marcus

Die steuereinfache Broker-Situation in Österreich ist echt ein Graus! Ich habe derzeit knapp 40k in thesaurierende ETFs investiert (aufgrund der Steuerstundung). Ich gehe davon aus, dass ich in den nächsten 4-5 Jahren die 100k (ohne Berücksichtigung der Wertsteigerung) knacke und dann habe ich ein super tolles Klumpenrisiko. Geht Flatex hops uns meine Aktien sind gar nicht da (Betrugsfall), dann bekomm ich statt meinem Geld nur 90% der Entschädigung in der Höhe von 20k = 18k + den Mittelfinger als Abschiedsgruß. Mit meinen Einzelaktien ziehe ich sofort auf ein nicht steuereinfaches deutsches Depot um (Onvista oder DKB). Da ich sowieso eine… Weiterlesen »

Hallo, ich wollte mich erstmal bei dir Bedanken für die ganzen Vergleiche und Erklärungen. Jetzt bin ich aber auf ein Problem gestoßen. Ich will einen ETF-Sparplan erstellen und blick gerade nicht über die Kosten durch bei Flatex. Sind die Kosten die angegeben werden wie in meinem Fall 8,01 +6,39 also 14,40€ jährlich oder monatlich? Hir ein Beispiel: Gesamtkosten bei Haltedauer von einem Jahr Betrag Auswirkung** Kosten (Bank*) 3,80 EUR 2,53 % Gesamtkosten (inkl. Rückvergütung) 6,39 EUR 4,26 % Dienstleistungskosten 4,70 EUR 3,13 % davon weitere Nebenkosten 0,00 EUR 0,00 % davon Rückvergütung 0,90 EUR 0,60 % Produktkosten 1,69 EUR 1,13… Weiterlesen »

Hallo,

es ist zu 100% ein Sparplan. Ich habe ein Screenshot gemacht von einem Sparplan. Wenn ich meine 2 Sparpläne zusammenzähle 8,01 +6,39 also 14,40€ x 12 dan bin ich bei rund 170€ und das ist doch schon viel.

was kann Falsch sein ?

Sparplan.JPG

Danke für deine Hilfe.

Hallo,
es scheint so, als wäre insgesamt flattex die bessere option. Habe aber ein Konto mit ein paar aktien und etfs bei einem anderen broker.
Wie muss ich vorgehen um günstig zu wechseln und meine produkte mitzunehmen?
Vielen Dank.

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