ETF Steuern

Das Wichtigste in Kürze:

  • Meldefonds oder Nicht-Meldefonds? Finger weg von Nicht-Meldefonds, zu komplex!
  • Realisierte Gewinne werden mit 27,50 % versteuert
  • Substanzgewinne werden mit 60 % der 27,50 versteuert
  • Der Anschaffungswert wird um den bereits versteuerten Substanzgewinn erhöht
  • Bei steuereinfachen Brokern (Sitz oder Niederlassung in Österreich) übernimmt die Berechnung und Abfuhr der Steuer der Broker selbst
  • Bei Brokern mit Sitz im Ausland kümmert sich der Anleger selbst darum

Wie wird ein ETF in Österreich besteuert?

Die steuerliche Behandlung von Exchange Traded Funds in Österreich und was es dabei zu beachten gilt – es gibt so einige Fallstricke beim Kauf, Bestand und Verkauf in steuerlicher Hinsicht!

In diesem Artikel finden Sie die wichtigsten Grundsätze und Informationen zur Besteuerung von ETFs. Vorweg gleich einmal der Hinweis, dass es einige Parameter beim Kauf und bei der Versteuerung von ETFs gibt, welche es zu beachten gilt und es sehr wichtig ist, vor dem Kauf sich die ETFs und deren Parameter genauer anzusehen, damit es zu einem späteren Zeitpunkt kein böses Erwachen gibt. Da sich die Gesetzgebung regelmäßig ändert und auch der beschriebene aktuelle Stand nicht frei von Fehler sein könnte und sich dazu natürlich auch noch die steuerliche Situation jedes einzelnen unterscheidet, ist dieser Artikel lediglich als Richtlinie zu verstehen. Einen Besuch eines einschlägigen Steuerberaters ersetzt dieser Artikel nicht.

Was ist die Idee bei der Versteuerung?

Ja, es könnte definitiv einfach und transparenter passieren, die Versteuerung, aber der Gesetzgeber macht es uns nicht einfach. Die Idee hinter dieser komplexen Versteuerung ist die, dass wir Anteilsinhaber genau so versteuert werden, als wenn wir die Wertpapiere die der Fonds hält, direkt kaufen würden. Heißt, wenn wir z. B. all diese Aktien des Fonds selbst halten würden und dort Dividenden kassieren, so haben wir diese mit 27,% Kursgewinnsteuer zu versteuern, verkaufen wir die Aktien, so haben wir für den Kursgewinn 27,5 % zu bezahlen. Das nennt sich in der Fachsprache der Steuerexperten „Transparenzprinzip“.

Der steuerliche Status Quo in Österreich:

ETF Aktuelle Regelung
Dividenden / Ausschüttungen 27,5 % KESt
Realisierte Kursgewinne 27,5 % KESt
Wer ist eigentlich dafür verantwortlich, dass die Steuern korrekt abgeführt wird? Wer ist das Steuersubjekt? Der Anteilsinhaber, also der Käufer des ETFs und somit ist dieser steuerpflichtig!

Nicht der Ausgeber des ETF ist steuerpflichtig, sondern wir, die Käufer des ETFs. Es wird hier vom Transparenzprinzip gesprochen, was bedeutet, dass wenn jemand sein Geld in einen ETF anlegt, er genau so besteuert werden soll, als ob er direkt in die selben Wertpapiere investiert. Oftmals übernimmt die depotführende Bank diese Aufgabe, aber prüfen Sie ob diese dies tatsächlich auch macht.

Wer ist das Steuersubjekt? Der Anteilsinhaber, also der Käufer des ETFs und somit ist dieser steuerpflichtig! Nicht der Ausgeber des ETF ist steuerpflichtig, sondern wir, die Käufer des ETFs. Es wird hier vom Transparenzprinzip gesprochen, was bedeutet, dass wenn jemand sein Geld in einen ETF anlegt, er genau so besteuert werden soll, als ob er direkt in die selben Wertpapiere investiert.

Alle Angaben ohne Gewähr und nach besten Wissen und Gewissen erstellt! Update mit 24.5.2019 – Konkretisierung der vollen Versteuerung zu 27,5 % der ausschüttungsgleichen Erträge und inländische vs. ausländische Fonds und der Versteuerung von Substanzgewinnen zu 60 % sofort und 40 % beim Verkauf

Die hier dargestellten Informationen wurden nach besten Wissen und Gewissen erstellt, dennoch kann sich ein Fehler eingeschlichen haben oder sich die Sachlage ändern. Nutzen Sie doch die Kommentarfunktion am Ende der Seite, um auf etwaige Fehler aufmerksam zu machen.

Inländischer oder ausländischer Fonds?

Zu Beginn muss geklärt werden, ob es sich um einen inländischen oder ausländischen Fonds handelt. Im Fall von ETFs wird es wohl stets ein ausländischer passiver Fonds sein, bei aktiven Fonds kann es sehr wohl auch mal ein Fonds einer österreichische KAG sein. Warum ist diese Unterscheidung wichtig?

Inländischer Fonds

Handelt es sich um einen österreichischen Fonds passiert folgendes mit der Versteuerung.

Im Fonds selbst (Anleger muss sich um nichts kümmern):

  • Erträge / ausschüttungsgleiche Erträge: Volle Versteuerung zu 27,50 %
  • Substanzgewinne: 60 % der thesaurierten, realisierten Kursgewinne mit 27,50 %
  • Automatischer Verlustausgleich, unbeschränkter Verlustvortrag, Gegenrechnung von Kosten

Anleger:

  • Bei Verkauf: Besteuerung der Veräußerungsgewinne mit 27,50 % auf den Differenzbetrag.

Nachdem in den Jahren zuvor der Fonds selbst die Substanzgewinne bereits mit 60 % versteuert hat, werden jetzt „nur“ noch die restlichen 40 % der Veräußerungsgewinne versteuert. Darum kümmert sich der inländische Broker, welcher das für Sie steuereinfach abwickelt.

Ausländischer Fonds

Vermutlich wird es sich bei Ihrem ETF um einen ausländischen passiven Fonds handeln. Daher muss nun die Frage geklärt werden, ob es sich um einen Meldefonds oder um einen Nicht-Meldefonds handelt geklärt werden.

Meldefonds oder kein Meldefonds?

Bei der Besteuerung von ETF ist zwischen Melde-ETF und Nicht-Melde-ETF zu unterscheiden, genauso wie es auch bei herkömmlichen Fonds der Fall ist. Meldefonds heißt, dass es einen steuerlichen Vertreter in Österreich gibt. Was es nicht heißt ist, dass der Melde-ETF auch seinen Sitz in Österreich haben muss. Der ETF kann genauso im Ausland beheimatet sein. Es geht hier wirklich nur darum, ob es einen steuerlichen Vertreter des ETFs in Österreich gibt. Diese Melde-ETF müssen die Kapitalertragsteuer (KESt) auf Ausschüttungen und ausschüttungsgleiche Erträge an die Österreichische Kontrollbank (OeKB) melden. Die Ausgeber der ETFs sind als Melde-ETF dazu verpflichtet diese Meldung innerhalb von 5 bzw. 7 Monaten (je nachdem ob es sich um einen inländischen oder ausländischen ETF handelt) nach Ende des ETF-Geschäftsjahres zu tätigen. Auf Grund dieser Meldung rechnet die depotführende Bank die 27,5 % Kapitalertragsteuer ab. Diese automatische Abrechnung der Kapitalertragsteuer geschieht aber nur bei inländischen Online Brokern (wie z. B. die Hello Bank, DADAT oder auch Flatex, da dieser als deutscher Broker eine Niederlassung in Österreich hat).

Ob ein Fonds bzw. ETF in Österreich zugelassen ist können Sie über die Website der der Österreichischen Kontrollbank (OeKB) überprüfen, die unter Profitweb.at erreichbar ist:

Im Ergebnis können Sie dann ersehen, um welche Fondsart dass es sich handelt, welche Zahlstelle in Österreich es gibt und wer der steuerliche Vertreter in Österreich ist und seit wann der Vertrieb in Österreich zugelassen ist. Gibt es keine Antwort auf Ihre Abfrage so kann es gut sein, dass der ETF in Österreich nicht zugelassen ist.

Wie hoch die ausschüttungsgleichen Erträge sind und andere, wichtige Informationen zum zugelassenen ETF können in der OeKB Datenbank Profitweb abgerufen werden. Die verschiedenen Abfragemöglichkeiten können hier gefunden werden:

In diesem Video zeigen wir Ihnen, wie Sie mit der Suche von JustETF und einer Abfrage bei Profitweb herausfinden können, ob es sich um einen Meldefonds handelt oder um einen Nicht-Meldefonds:

Nicht Meldefonds:

Ist es ein Nicht-Melde-ETF und es erfolgt somit keine jährliche Meldung über die ausschüttungsgleichen Erträge, so werden pauschal 27,5 % KESt auf 90 % des jährlichen Kursgewinns fällig, mindestens aber 27,5 % KESt auf 10 % des ETF-Werts am Jahresende. Also mehr als kompliziert und ein Nicht-Melde-ETF sollte vermieden werden, speziell in Kombination mit einem ausländischen Broker, welcher sich nicht um die automatische Abführung der KESt kümmert.

Meldefonds:

Bei einem Meldefonds werden werden Jahr für Jahr die ausschüttungsgleichen Erträge versteuert. Dies erfolgt bei einem steuereinfachen Broker mit Sitz oder Niederlassung in Österreich vom Broker selbst, bei einem nicht steuereinfachen Broker hat man sich als Anleger darum zu kümmern.

Die Substanzgewinne, also die Erträge aus Kursgewinnen werden bei der Veräußerung des ETFs fällig zur Besteuerung. Hier kann

Kursgewinnsteuer beim Verkauf des ETF

Ergibt die Differenz zwischen Verkaufskurs und Kaufskurs ein Plus, so ist diese Differenz mit der Kursgewinnsteuer in der Höhe von 27,5 % zu versteuern unabhängig davon, ob es sich um einen ausschüttenden oder thesaurierenden ETF handelt. Die im Behaltezeitraum bereits versteuerten ausschüttungsgleichen Erträge erhöhen den Kaufkurs, sodass bei der Berechnung des Kursgewinnes die bisher bereits berücksichtigten ausschüttungsgleichen Erträge ebenso hinzugerechnet werden müssen. Der Betrag von dem die Kursgewinnsteuer errechnet wird findet sich durch die Rechnung:

Zu versteuernder Gewinn =

Menge * Verkaufskurs 

– bereits berücksichtigte ausschüttungsgleiche Erträge

– Menge * Kaufkurs 

==========================

= Gewinn welcher zu versteuern ist

Dieser zu versteuernde Gewinn wird mit 27,5 % Kursgewinnsteuer multipliziert und dieser Betrag wird dem Finanzamt überwiesen.

Andere Kosten oder Gebühren dürfen natürlich auch beim ETF nicht dazu verwendet werden den Kaufkurs künstlich zu erhöhen bzw. den Verkaufskurs niedriger anzusetzen. Das Finanzamt informiert hier:

Bei Kapitalanlagen, die einem besonderen Steuersatz unterliegen, ist ein Abzug von Ausgaben ausgeschlossen. Das Abzugsverbot gilt auch wenn die Regelbesteuerungsoption ausgeübt wird. Betroffen sind beispielsweise

  • Finanzierungskosten
  • Transaktionskosten des Veräußerers
  • Depotgebühren
  • Reisekosten zur Hauptversammlung

Fazit zur korrekten Versteuerung von ETFs:

Zuerst unterscheiden ob inländischer oder ausländischer Fonds, bei ausländischen Fonds, ob Nicht-Meldefonds oder Meldefonds - davon hängt die steuerliche Behandlung ab
Zuerst muss herausgefunden werden, ob es sich um einen inländischen oder ausländischen Fonds handelt.

ETF Aktuelle Regelung
INLÄNDISCHER ETF
  • IM ETF selbst
Erträge 27,5 % KESt
Besteuerung der Kursgewinne 60 % der thesaurierten Substanzgewinne, realisierte Kursgewinne mit 27,5 %
Verlustausgleich
  • Automatischer Verlustausgleich im ETF: Gewinne und Verluste werden innerhalb des ETF automatisch ausgeglichen.
  • Unbeschränkter Verlustvortrag: Realisierte Verluste können zur späteren Gegenverrechnung in folgende Geschäftsjahre vorgetragen werden.
  • Gegenrechnung von Kosten: Im ETF anfallende Kosten können den Erträgen gegengerechnet werden und verringern damit die KESt-Berechnungsbasis.
  • ANLEGER
Besteuerung der Veräußerungsgewinne beim Verkauf von ETF-Anteilen 27,5 % KESt auf den Differenzbetrag Veräußerungserlös und Anschaffungskosten (ohne Anschaffungsnebenkosten).
Bereits besteuerte Erträge im Fonds werden bei Verkauf im Rahmen der Anschaffungskosten berücksichtigt – es kommt deshalb zu KEINER Doppelbesteuerung.
AUSLÄNDISCHE ETF
Zusatzinformation Steuerrechtliche Kategorisierung:

  • KESt-Melde-ETF (Meldung ausschüttungsgleiche Erträge, Besteuerung wie inländische Fonds) –>
    Substanzgewinne: 60 % der thesaurierten, realisierten Kursgewinne mit 27,50 %
  • KESt-Nicht-Melde-ETF (keine Meldung von ausschüttungsgleiche Erträge, pauschal 27,5 % KESt auf 90 % des jährlichen Kursgewinns, mindestens aber 27,5 % KESt auf 10 % des ETF-Wertes am Jahresende, belastet.)

Inländischer ETF:

Die Erträge werden sofort mit 27,50 % KESt versteuert, Substanzgewinne werden innerhalb des Fonds jährlich sofort mit 60 % der thesaurierten, realisierten Kursgewinne versteuert. Um den Verlustausgleich kümmert sich der inländische Fonds selbst. Der Anleger versteuert die etwaigen Kursgewinne beim Verkauf des inländischen Fonds mit 27,50 % auf den Differenzbetrag des Veräußerungserlöses – Anschaffungskosten. Die bereits besteuerten Beträge im Fonds (die erwähnten 60 %) werden dabei aber bereits berücksichtigt und so kommt es zu keiner Doppelbesteuerung.

Ausländischer ETF:

Handelt es sich um einen Nicht-Meldefonds, so erfolgt eben keine steuerliche Meldung und es ergibt sich so eine pauschale steuerliche Belastung. Pauschal werden 27,5 % KESt auf 90 % des jährlichen Kursgewinns, mindestens aber 27,5 % KESt auf 10 % des ETF-Wertes am Jahresende, belastet.

Handelt es sich um einen Meldefonds, so sind die ausschüttungsgleichen Erträge Jahr für Jahr analog der Vorgehensweise beim inländischen Fonds zu besteuern. Gewinne der Substanz werden Jahr für Jahr zu 60 % versteuert und der Anschaffungsbetrag des Fonds um eben diesen Betrag erhöht. Wird das Wertpapier verkauft, so ist das Delta aus Verkaufspreis und dem erhöhten Anschaffungsbetrag des Wertpapiers die Bemessungsgrundlage zur Versteuerung mit 27,50 % der Wertpapier-Kapitalertragsteuer.

Quelle dafür ist die Investmentfondsrichtlinie 2018.

Also kurz notiert:

  • Realisierte Gewinne werden bei Anfallen mit 27,50 % besteuert
  • Substanzgewinne (ausschüttungsgleiche Erträge) werden Jahr für Jahr mit 60 % der 27,50 % KESt besteuert
  • Dabei wird der Anschaffungswert des Fonds um diesen versteuerten Wert erhöht
  • Beim Verkauf des Wertpapiers werden 27,50 % KESt auf den Gewinn aus Verkaufskurs und erhöhter Anschaffungswert verrechnet – somit sind auch die fehlenden 40 % aus den ausschüttungsgleichen Erträgen versteuert

Noch ein kleiner Gedankenanstoß für die Auswahl des „richtigen“ ETFs:

SWAP ETF oder physische ETF

Es wird bei ETFs zwischen SWAP ETFs und tatsächlich replizierenden, physischen ETFs unterschieden. Ein SWAP ETF, auch gerne als synthetisch replizierender ETF betitelt, kauft sich die Wertpapiere nicht tatsächlich, sondern tätigt Tauschgeschäfte in denen er versucht den Index ab- bzw. nachzubilden. Ein physisch, replizierender ETF kauft sich die Wertpapiere tatsächlich. Betrachtet man die beiden ETF-Arten rein aus steuerlicher Sicht, so gibt es bei einem SWAP ETF meistens keine ausschüttungsgleichen Erträge in der Behaltedauer, erst beim Verkauf fällt dann die Kursgewinnsteuer auch auf die Substanzgewinne an. Beim physisch replizierenden ETF fallen bereits während der Laufzeit ausschüttungsgleiche Erträge an, welche Jahr für Jahr versteuert werden müssen. Wichtig ist, dass es meistens bei SWAP ETFs keine ausschüttungsgleiche Erträge gibt, diese aber dennoch anfallen können, dies aber laut verschiedensten Quellen in einem deutlich niedrigeren Ausmaß als es physische ETFs tun.

Ein SWAP ETF hat aber auch noch weitere Vor- und Nachteile die ebenfalls unbedingt in die Entscheidungsfindung miteinbezogen werden sollten. Diese finden sich hauptsächlich im Bereich der günstigeren Spesen sowie im Ausfallsrisikos eines SWAP-Partners.

Inländischer oder ausländischer Broker

Vergleicht man die Depotgebühren und die Orderkosten von inländischen und ausländischen Brokern so wird man schnell dazu verleitet bei einem ausländischen Broker Kunde zu werden. Das darf man auch. Aber Achtung, denn der ausländische Broker kümmert sich keineswegs um die Steuerangelegenheiten und so ist es jedem Brokerkunden selbst überlassen seine Wertpapierinvestments in seine jährliche Einkommensteuererklärung korrekt aufzunehmen. Dies ist nicht ohne und ein eventueller Vorteil bei den Kosten und Gebühren des ausländischen Brokers im Vergleich zum inländischen Broker ist mit der Beauftragung eines Steuerberaters auch schnell wieder dahin. Kümmert man sich selbst um die Steuerangelegenheiten, so muss man die Zeit aufrechnen, ob es einem das tatsächlich Wert ist.

Vergessen sollte man die Versteuerung dieser Erträge aus dem Ausland nicht, denn man hintergeht so Steuern und dies ist keinesfalls ein Kavaliersdelikt. Dazu kommt natürlich auch noch die Tatsache, dass das Finanzamt in Österreich durch den Common-Reporting-Standard natürlich voll im Bilde ist, wo im Ausland wir ein Depot besitzen und welche Papiere dort liegen. Vergisst man zu versteuern, wird das Finanzamt sicherlich einen bald daran erinnern, dass hier doch etwas zu versteuern wäre. In diesem Sinne: Seien Sie steuerehrlich und agieren Sie nicht am Finanzamt vorbei! Melden Sie Ihre Einkünfte aus dem Ausland und machen Sie nicht einen auf Uli Hoeneß!

Inländische Broker die die KESt und Kursgewinnsteuer bei Melde-ETFs von sich aus berücksichtigen und automatisch abführen:

  • Flatex
  • DADAT
  • Hello Bank
  • Easybank
  • Bankdirekt
  • Bankhaus Jungholz
  • Erste Bank
  • Börse Live
  • Generali Bank
  • ING

Ausländische Broker die die KESt und Kursgewinnsteuer bei Melde-ETFs NICHT berücksichtigen und der Kunde sich selbst um die richtige Versteuerung kümmern muss:

  • DEGIRO
  • Onvista
  • Banx Broker
  • CapTrader
  • Ceros24
  • Lynx
  • DKB
  • Heavy Trader

Wenn Sie die unterschiedlichen Broker miteinander vergleichen möchten, so werfen Sie doch einen Blick auf den Online Broker Vergleich, welcher Ihnen zeigt, wie hoch denn die Kosten für die Depotführung und für die Order von Wertpapiere sind.

zum Online Broker Vergleich »

Achtung: Im ersten Jahr bei Fonds!

Besitzt man einen Fonds so wird es im ersten Jahr wohl so sein, dass die depotführende Bank die Steuerschulden der ausschüttungsgleichen Erträge innerhalb der ersten 12 Monate verrechnen wird, obwohl man den ETF noch gar keine 12 Monate besessen hat. Bedeutet im Klartext, dass man hier Steuern bezahlt für einen Zeitraum, in dem man den ETF noch gar nicht besessen hat. Dies kann leider nur dadurch vermieden werden in dem der ETF zu einem Zeitpunkt gekauft wird in dem der ETF gerade sein neues Geschäftsjahr begonnen hat oder es sich um einen inländischen ETF handelt. Im extremsten Fall ist es so, dass Sie den Fonds erst vor wenigen Tagen gekauft haben und Sie die Steuerschulden der vorangegangenen 12 Monate bezahlen müssen. Haben Sie Ihren Fonds bei einem ausländischen Broker gekauft, so müssen Sie sich selbst darum kümmern, dass bereits im ersten Jahr korrekt die ausschüttungsgleichen Erträge Ihres Meldefonds versteuert werden.

Es ist aber alles nicht so schlimm, insbesondere wenn man den ETF länger hält, denn Sie verkaufen dann den ETF und der nächste Käufer dieser Anteile hat dann die Steuerschuld von Ihrer Behaltedauer noch zu übernehmen. Einzig auch hier wieder der extremste Fall, Sie verkaufen kurze Zeit nach der Steuerabrechnung. Halten Sie Ihren ETF nur für kurze Zeit und fällt hier auch die Zahlung der Kursgewinnsteuer hinein, so kann dies finanziell schmerzhaft sein.

Geld am Verrechnungskonto stehen lassen zur Begleichung der Steuer für die ausschüttungsgleichen Erträge

Die depotführende, inländische Bank verrechnet die Steuer für die ausschüttungsgleichen Erträge im Laufe des Jahres und zieht diese Steuer vom Verrechnungskonto des Depotinhabers ab. Das bedeutet, dass das Verrechnungskonto stets mit einem passenden Betrag gefüllt sein soll, damit die Begleichung der Steuerschulden erfolgen kann, ohne dass man ins Minus rutscht und dafür Sollzinsen bezahlt. Also unbedingt darauf achten, dass genug am Verrechnungskonto vorhanden ist. Besonders im Fall von Flatex ist das mitunter eine spannende Saison, denn diese haben Negativzinsen von -0,40 % am Cashkonto und so versuchen wohl viele Anleger, dort nur geringe Guthaben stehen zu lassen und irgendwann kommt der Tag der Abrechnung und so rutscht man ins Minus, hat man nicht rechtzeitig vorgesorgt. Ein kleines Dilemma, welches aber jeder für sich lösen sollte.

Ausschüttungsgleiche Erträge versteuern

In einem eigenen Beitrag wird erörtert wie das mit den ausschüttungsgleichen Erträgen nun genauer funktioniert. Wie kann man herausfinden, wie hoch diese sind, wann gemeldet wurde und wie die Versteuerung funktioniert. Dazu sollte man sich ein wenig Zeit nehmen und einen kühlen Kopf bewahren:

mehr über „ausschüttungsgleiche Erträge“ »

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Chris

Hallo Andreas,

Danke für deinen informativen Beitrag!

Ich habe jedoch eine Sonderfrage,
und zwar habe ich einen Nicht-Meldefond bei einem ausländischen Broker.

d.h. ich muss pauschal 90% vom Gewinn bzw. min. 10% vom Wert jährlich mit 27,5% versteuern.

Meine Frage:
gelten diese pauschal Abgaben als berücksichtigte ausschüttungsgleiche Erträge?

Bsp.:

Kauf: 1 Stk mit 1000€
Preis nach 1 Jahr: 1200€
theoretischer Gewinn: 200€ x 0,9 = 180€ x 0,275 = 49,5€ Steuerabgabe

Preis nach dem 2. Jahr: 1300€ (verkauft)
1300€ – 180€ – 1000€ = 120€ x 0,275 = 33€ Steuerabgabe

Ist diese Annahme richtig, hoffe du kannst mir weiterhelfen.

Liebe Grüße Christopher

Stefan

Definitiv ein sehr hilfreicher Artikel! Mittlerweile fange ich an, meine Meinung über SWAP-ETFs etwas zu überdenken, da diese ja doch einen steuerlichen Vorteil zu haben scheinen, der sich dann im Laufe der Jahre sicherlich im Zinseszins sehen lässt. Andererseits besteht natürlich das Risiko mit dem SWAP-Partner, aber ich denke mir, falls dieser eine angemessene Größe hat, sollte dies kein Problem darstellen… Wie ist denn deine Meinung dazu? Ich bin da aktuell etwas unschlüssig – mein Plan ist es, zwei ETFs mindestens 20 Jahre zu besparen (bzw. davor einmal einen für mich größeren Betrag zu investieren).

Alexander

Hallo Andreas, vorab mal vielen Dank für die sehr hilfreichen und tollen Beiträge! Ich habe allerdings noch eine Verständnisfrage zu einem konkreten Fall. Ich habe eine Depot bei OnVista eröffnet und bespare dort den ETF DE000A0F5UF5 (iShares Nasdaq 100). Nun bin ich bei OnVista als Steuerausländer von der KapESt in DE befreit. Laut der Investmentsteuerreform 2018 wird die ausl. Quellensteuer nicht mehr mit der dt. KapEst gegenverrechnet, sondern anstelle dessen eine „gleichwertige“ Teilfreistellung gewährt. Diese soll eigentlich nur den Steueraufwand für Privatanleger minimieren. Nun weist z.B. meine Erträgnisgutschrift die „Teilfreistellung von 30%“ aus. Sehe ich es richtig, dass aufgrund meiner… Weiterlesen »