Ausschüttungsgleiche Erträge

Bei thesaurierenden Fonds fallen oftmals ausschüttungsgleiche Erträge (AgE ) an, welche versteuert werden müssen. Bei einem inländischen Broker übernimmt diese Versteuerung der ausschüttungsgleichen Erträge der Broker, bei einem ausländischen Broker ist der Steuerpflichtige selbst dafür verantwortlich seinen Fonds bzw. dessen ausschüttungsgleiche Erträge korrekt zu versteuern. Gleich ob Sie nun einen inländischen oder ausländischen Broker nutzen und dort einen thesaurierenden Fonds haben, es ist stets interessant, wie Sie den zu den Zahlen kommen um den Fonds korrekt zu versteuern bzw. um die Abrechnung Ihres Brokers nachvollziehen zu können.

Alle Angaben ohne Gewähr und nach besten Wissen und Gewissen erstellt!

Die hier dargestellten Informationen wurden nach besten Wissen und Gewissen erstellt, dennoch kann sich ein Fehler eingeschlichen haben oder sich die Sachlage ändern. Nutzen Sie doch die Kommentarfunktion am Ende der Seite, um auf etwaige Fehler aufmerksam zu machen.

Meldefonds oder Nicht-Meldefonds

Achten Sie darauf, dass Sie einen Meldefonds haben. Ein Meldefonds hat in Österreich einen steuerlichen Vertreter. Bestimmte Auslandsfonds haben keinen steuerlichen Vertreter und deren steuerliche Behandlung ist komplex und wird auch pauschal durchgeführt. Die Bemessungsgrundlage für die AgE wird nach einer Schätzformel ermittelt. Meist ist es so, dass durch diese Schätzformel es zu einer höheren steuerlichen Belastung des Fondsinhabers kommt. Achten Sie daher beim Kauf, dass es sich um einen Meldefonds handelt.

Inländischer Broker oder ausländischer Broker

Mit einem ausländischen Broker haben Sie meist kostengünstigere Spesen, aber Sie haben sicherlich auch einen höheren Aufwand mit den steuerlichen Belangen. Auch wenn Broker wie DEGIRO damit werben, dass dort zum Nulltarif ETFs gekauft werden können oder zumindest sehr günstig, kann die jährliche Arbeit mit der korrekten Abführung der Steuer ein erheblicher Aufwand werden. Dazu ist es auch noch wichtig, Jahr für Jahr mitzuschreiben um wie viel sich die Anschaffungskosten erhöhen, damit letztendlich die Kursgewinnsteuer korrekt ermittelt werden kann.

Profitweb liefert Ihnen die Daten zu den ausschüttungsgleichen Erträgen und der Steuer

In diesem Video können Sie zusehen, wie Sie zu den Informationen der ausschüttungsgleichen Erträge auf Profitweb kommen und welche Zeilen im Dokumenten-Download dann für Sie wichtig sind. Alternativ gibt es auch die darunter vorfindbare Anleitung.

Sie gehen auf Profitweb und und geben dort die ISIN Ihres Fonds ein.

Danach erhalten Sie das Ergebnis von Profitweb und Sie können hier nun die Details zum Fonds als PDF herunterladen oder Sie sehen sich die Steuerdaten des Fonds an. Wir möchten uns die Steuerdaten ansehen und sehen bereits bei der Übersicht, dass es sich hier um einen Fonds (bzw. ETF) handelt, welcher seit 2.6.2014 ein KESt-Meldefonds in Österreich ist. Mit einem Klick auf Steuerdaten gehts dann weiter.

Das Ergebnis bietet in der ganz rechten Spalte ein Excel-Icon. Mit einem Klick darauf lädt man sich eine Excel-Datei herunter mit den letzten Steuerdaten des Fonds. In diesem Fall wurden die Daten am 27.9.2016 gemeldet und betreffen das abgelaufene Fonds-Geschäftsjahr welches von 1.3.2015 bis 29.2.2016 lief.

In der Excel Datei die Sie hier erhalten haben Sie sehr viele Daten die es zu bewältigen gilt. Für Sie sind die Einträge 6.1 und 12. interessant. Notiert der von Ihnen gekaufte Fonds in einer Fremdwährung, so sind auch all diese Angaben in dieser Fremdwährung, daher muss eine Umrechnung in Euro erfolgen bei der Berechnung der KESt bzw. bei einem Verkauf.

Punkt 6.1.: Die Anschaffungskosten Ihres ETF müssen um diesen Betrag jährlich erhöht werden. Zum Verkaufszeitpunkt wird zur Berechnung der Kursgewinnsteuer der Verkaufspreis minus den Anschaffungskosten und den bis dahin angefallenen Beträgen aus der Position 6.1. „Korrekturbetrag ausschüttungsgleicher Ertrag für Anschaffungskosten“  gebildet.

Punkt 12: Unter diesem Punkt finden Sie die österreichische KESt und nennt sich „Österreichische KESt, die durch Steuerabzug erhoben wird“. Dieser Betrag wird mit der Anzahl Ihrer Fondsanteile multipliziert und dieser Betrag wird sodann in Ihre Steuererklärung angegeben.

Wenn Sie nun noch Fragen oder Ergänzungen zu diesem Beitrag über ausschüttungsgleiche Erträge von thesaurierenden Meldefonds und wo Sie die notwendigen Daten zur korrekten Versteuerung des Fonds finden können, so nutzen Sie die Kommentarfunktion dieses Artikels.

Steuereinfachen Broker verwenden

Die ausschüttungsgleichen Erträge selbst zu versteuern, da ein ausländischer Broker verwendet wurde, ist eine komplexe Sache, die von vielen wohl unterschätzt wurde, als man sich für einen Broker im Ausland entschied. Man spart sich dort wohl den einen oder anderen Euro, doch ist man bei der korrekten Versteuerung dann ganz auf sich selbst gestellt, denn die Informationen die man vom Broker aus dem Ausland erhält sind nur rudimentär und keine wirkliche Unterstützung. Wenn Sie die Zeit rechnen, welche Sie dafür aufwenden an die richtigen Zahlen zu kommen und diese in Ihre Einkommensteuererklärung einzusetzen, so könnte es passieren, dass sich die günstigeren Broker Preise im Ausland dann doch nicht rechnen.

Achtung: Die ausschüttungsgleichen Erträge nicht zu versteuern ist überhaupt keine gute Idee, denn die Broker aus dem EU-Ausland sind natürlich dazu verpflichtet die Depotinhaber an ihre nationalen Steuerbehörden zu melden und diese wiederum melden weiter an die österreichischen Finanzbehörden. Die Meldung ist sehr umfangreich und das Finanzamt weiß also bescheid über Ihr Depot. Geregelt ist dieser Austausch mit dem Zauberwort „Common Reporting Standard“. Einen eigenen Beitrag zu diesem Thema finden Sie hier.

Wenn Sie sich all den Ärger und die Mühen ersparen wollen, so verwenden Sie einen steuereinfachen Broker, welcher Ihnen die Arbeit abnimmt und für Sie die Steuer abführt. Günstige Broker mit Sitz in Österreich sind die DADAT und die Hello Bank:

 

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hellobank.atDepotgebühr: 0,12 % p.a. bzw. mindestens 5,40 Euro pro Wertpapierposition p.a. bzw. mindestens 15,00 Euro pro Depot p.a.
– Fonds kostenlos (nicht ETF)Verrechnungskonto: 18 €/Jahr

  • bis 200 € Übertragsspesen Rückerstattung
  • nur 3,95 Euro Kauf- bzw. Verkaufsspesen für 6 Monate ab Depoteröffnung
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30 Kommentare auf "Ausschüttungsgleiche Erträge"

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Habe mir die Franklin Templeton Ausfüllhilfe http://www.franklintempleton.at/downloadsServlet?docid=j6spu4yz jetzt mal genauer angesehen. Leider sehr sehr ernüchternde Ergebnisse 🙁 ================= 1) Ausschüttende Anteilsklasse: Hier wird nicht davon ausgegangen, dass erhaltene Ausschüttungen einfach mit 27,5% zu versteuern sind, sondern das ist anscheinend alles wesentlich komplizierter. Bei Ausschüttern werden nämlich 3 Fälle unterschieden: Fall 1: Unterjährige Ausschüttungen, die nicht an die OeKB gemeldet worden sind, sondern im Rahmen der Jahresmeldung als „bereits ausgezahlte, nicht gemeldete Ausschüttungen“ gemeldet wurden. (Im Fondsergebnis der Meldeperiode sind somit die ausgeschütteten Ertragsbestandteile enthalten. ) Fall 2: Ausschüttungen, die nicht gesondert an die OeKB gemeldet worden sind, sondern im Rahmen… Read more »

Für mich hat sich das Thema erledigt – definitiv zu kompliziert!
Ich wechsle zu Flatex!
LG

Ist diese Ausfüllhilfe bekannt? Sieht sehr hilfreich aus. Für Meldefonds dürfte vmtl. der „Fall 3“ zutreffen:

http://www.franklintempleton.at/downloadsServlet?docid=j6spu4yz

Hier wird v.a. auch gezeigt, in welche Felder der Einkommensteuererklärung welche Kennzahlen der von profitweb runtergeladenen xls eingetragen werden müssen. Muss das mal mit einem konkreten meiner ETFs vergleichen..

Habe das unten versehentlich beim falschen Post drangehängt. Hier gehörts hin…:

V.a. wird in der Ausfüllhilfe auch klar erläutert, zu welchem Stichtag Ausschüttungen steuerpflichtig sind (Tag der Ausschüttung) und zu welchem Stichtag AgE steuerpflichtig sind (Meldetag). Letzterer kann ja schon mal auch im nächsten Kalenderjahr liegen, wie in einem Bsp in der Ausfüllhilfe auch dargelegt.

Weiters werden auch einige zusätzliche Zeilen neben 6.1 und 12 der profitweb-xls erwähnt, nur ist mir noch nicht klar, ob die für uns ETF-Privatanleger relevant sind.

Hallo,
erstmal recht vielen Dank für diesen Artikel! Da ich ameine Fonds in einem ausländichem Depot habe, muss ich mich um die Besteuerung meiner Fondserträge selbst kümmern, da hat mir dieser Artikel inkl der Kommentare echt massiv geholfen – top!

Aber was mir noch nicht klar ist: wenn ich bei meinem Broker einen Fondswechsel (Switch) veranlasse, muss ich den Ausgansfonds dann als verkauft betrachten, d.h. obwohl ich den Betrag in einen anderen Fonds wechseln lasse, dennoch als realisierten Gewinn KESt-besteuern?

LG, Manfred

Vielen Dank für das Aufbereiten deines Wissens, hab bis heute noch nicht einmal von AgEs gehört, und bin bei einem ausländischen Broker.. Wäre sehr dankbar über ein Forum, denke das würde ziemlich vielen eine riesen Hilfe sein! Echt super erklärt!
Martin

Hallo, danke für diesen sehr informativen Beitrag! Leider gibt es nur sehr wenige, die sich die Mühe machen dieses Thema aufzubereiten. Leider habe ich bisher die Erfahrung gemacht, dass das ganze nicht immer so einfach ist. Ich habe meine ETFs bei flatex und habe da öfter Diskrepanzen in den Abrechnungen und zu den Daten auf profitweb. Schreibe immer wieder auch mal meine Fragen an flatex und stoße da auf mal mehr und mal weniger hilfsbereite Mitarbeiter. Ich wurde auch schon mal schroff an meinen Steuerberater verwiesen (obwohl wie sich letztlich rausstellte, flatex einen Fehler gemacht hatte…). Ich bin ehrlich gesagt… Read more »

Herzlichen Dank für die stets verständlichen (und vor allem informativen) Posts, speziell zu den Themen ETFs, Versteuerung etc. Dazu findet man wirklich meist nicht sehr viel.

Zum Thema ausschüttungsgleiche Erträge hätte ich noch eine Frage: Wenn ich jetzt ein Depot bei Flatex habe, übernehmen die ja die Versteuerung. Aber das heisst die ziehen dann wahrscheinlich Geld vom Cashkonto ab, oder? Und eigentlich sollte man ja aufgrund der Negativzinsen Geld auf dem Cashkonto vermeiden. Haben Sie hierzu Erfahrungen bzw. sehe ich das prinzipiell richtig?

Vielen Dank, S.

3 Fragen (ich habe ETFs eines ausländischen Brokers, jedoch alles Meldefonds in Österreich):
1. Welche Anzahl von Fondsanteilen muss ich für die Multiplikation mit den AgE ansetzen, wenn ich einen Sparplan für diesen ETF habe? Ist das immer die Anzahl der Fondsanteile in meinem Besitz zum Zeitpunkt des Ende des Geschäftsjahres dieses ETF?
2. Wenn ich nachversteuern muss. Woher bekomme ich die Infos für AgE eines ETF aus früheren Geschäftsjahren, die schon länger zurückliegen?
Vielen Dank, Harald

Folgende Fragen: Im Detail handelt es sich um den Templeton Fund mit der ISIN US8801991048 für das Steuerjahr 2016. Dabei ergeben sich folgende Fragen, über deren Beantwortung ich mich sehr freuen würde: 1. Was bedeutet in Profitweb jeweils die Angabe „mit Option“? 2. Angenommen ich halte an diesem Fonds 1.000 Anteile. Welche Zahlen (bzw. welche genauen Positionen) aus den Meldedaten muss ich mit 1.000 multiplizieren, um diese in das Formular E1kv (Kennzahlen 898 und 937) eintragen zu können? Sie schreiben in diesem Beitrag, dass Punkt 12 „Österreichische KESt, die durch Steuerabzug erhoben wird“ relevant ist. In welche Kz muss ich… Read more »

Hallo,

konnten Sie Ihre Fragen eigentlich schon zur Zufriedenheit klären? Wäre auch für mich und sicherlich auch andere sehr interessant und hilfreich.

Ansonsten hilft evtl. diese ESt-Erklärungshilfe von Franklin Templeton?: http://www.franklintempleton.at/downloadsServlet?docid=j6spu4yz

LG

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