Depot für Kinder

Für die Kinder vorsorgen und ein Depot mit Wertpapieren eröffnen. Das schwebt so manchen Eltern vor und es ist auch eine gescheite Sache. Aber Achtung, denn es gibt so einiges zu beachten, denn Kinder genießen einen besonderen Schutz!

Mündelgeld: Sicher Geld veranlagen!

Geld der Kinder wird veranlagt, dafür gibt es klare Regeln des Gesetzgebers! Wird das Geld des Kindes hergenommen und dieses bespart bzw. investiert, so muss dieses Geld „sicher und fruchtbringend“ angelegt werden. So definiert es der § 215 des AGBG. Ist also Geld übrig, muss dieses investiert werden und das sicher und fruchtbringend. In den weiteren Paragraphen ist danach angeführt, was denn nun mündelsicher ist. Es wird von Spareinlagen gesprochen, von mündelsichere Kredite, mündelsichere Liegenschaften und auch von mündelsichere Wertpapiere und Forderungen. Bei diesen Wertpapieren wird von folgenden Papieren gesprochen:

  • Teilschuldverschreibungen von Anleihen für die der österreichische Bund bzw. eines seiner Länder haftet
  • Forderungen die in das Hauptbuch der Staatsschuld eingetragen sind
  • Pfandbriefe und Kommunalschuldverschreibungen der nach den gesetzlichen Vorschriften zur Ausgabe solcher Wertpapiere zugelassenem inländischen Kreditinstitut
  • von einem inländischen Kreditinstitut ausgegebene Teilschuldverschreibungen, sofern das Kreditinstitut verpflichtet ist, die Ansprüche aus diesen Teilschuldverschreibungen vorzugsweise zu befriedigen und als Sicherheit für diese Befriedigung Forderungen des Kreditinstitutes, für die der Bund haftet, Wertpapiere oder Forderungen gemäß den Z 1 bis 3 und 5 oder Bargeld zu bestellen, und dies auf den Teilschuldverschreibungen ausdrücklich ersichtlich gemacht ist;
  • sonstige Wertpapiere, sofern sie durch besondere gesetzliche Vorschriften zur Anlegung von Mündelgeld geeignet erklärt worden sind.

Problematisch ist aus heutiger Sicht das Wort „fruchtbringend“, denn mit den genannten Wertpapieren oder mit Spareinlagen können die Gelder heutzutage nicht fruchtbringend veranlagt werden. Daraus ergibt sich ein Dilemma wie es auch dieser Beitrag der Presse aufzeigt. Für Rechtsinteressierte ist sogar ein Buch zum Thema erschienen, wie Mündelgeld richtig veranlagt werden kann.

Wie gelingt es denn abseits des Mündelgelds für den Nachwuchs vorzusorgen mit einem Fonds, ETF oder Aktien? Es ist doch mein Geld, welches ich dem Kind zukommen lassen möchte! So sehr dieser Gedanke nachvollziehbar ist, so schwer sind Lösungsvorschläge. Hier ein paar Gedankenspiele, wie es denn vielleicht möglich sein kann ein Wertpapierdepot für das Kind bzw. selbst zu führen und später dem Kind zukommen zu lassen.

Mögliche Lösungen für Kinder Depot

Dies ist keine rechtliche Beratung und auch kein Freibrief, was erlaubt und was funktioniert. Es sind lediglich Gedankenspiele, die von berufenen und fachkundigen Menschen (Rechtsanwälte, gerichtliche Sachverständige z. B.) geprüft bzw. abgesegnet gehören, bevor man diese umsetzt.

Treuhandlösung

Eine Treuhandlösung könnte die Lösung sein. Dabei haben die Erziehungsberechtigten z. B. ein Depot und auf diesem Depot ein weiteres Subdepot (so bzw. ähnlich bietet es Own Austria an). Die Investitionen in diesen Subdepot werden vertraglich festgehalten und als Treuhandschaft für das begünstigte Kind deklariert. Das Kind ist nicht der Inhaber des Wertpapierdepots und so kann die Veranlagung auch beliebig erfolgen. Problematisch ist sicherlich, wenn die Eltern in eine finanzielle Schieflage kommen, denn dann kann wohl auch auf das Subdepot zugegriffen werden. Die Lösung wäre wohl ein professioneller Treuhänder wie ein Rechtsanwalt, dieser hält für seine Dienste aber sicherlich die Hand auf und somit schmilzt die Rendite dahin.

Schenkungen

Der Erziehungsberechtigte eröffnet für sich und für sein Kind ein Wertpapierdepot. Der Erziehungsberechtigte kauft die gewünschte Wertpapiere und verschenkt diese Wertpapiere unentgeltlich an das Kind. Die Wertpapiere werden über einen unentgeltlichen Depotübertrag ins Depot des Kindes eingeliefert.

Bei Schenkungen bleibt die Unsicherheit, dass es maximale Beträge an Schenkungen gibt und man nicht in die Zukunft blicken kann, ob Schenkungen auch weiterhin steuerfrei bleiben.

Online Broker mit Depots für Kinder

Flatex Kinder Depot

Während es in Deutschland kein Problem ist bei Flatex ein Depot für Kinder zu eröffnen, bietet Flatex Österreich diese Möglichkeit leider nicht an.

DKB

Die Deutsche Kreditbank, in Österreich bereits mit über 30.000 Kunden mit ihrem kostenlosen Girokonto, bietet auch ein kostenloses Wertpapierdepot an. Dieses gibt es auch für Minderjährige. Da das DKB Depot leider nicht steuereinfach ist, empfiehlt es sich hier nicht in Fonds oder ETFs zu investieren, denn die korrekte Versteuerung der ausschüttungsgleichen Erträge ist wohl zu komplex.

Mehr zum Angebot der DKB hier auf Broker-Test.at.

Comdirect

Auch die Comdirect, eine deutsche Bank, bietet eine Depoteröffnung für uns Österreicher an. Ebenso ist im Angebot, dass für Minderjährige ein Wertpapierdepot eröffnet werden darf. Aber auch hier wie bei der DKB, die Herausforderung beim Kauf von Fonds und ETFs, dass es mitunter schwer werden wird korrekt die Steuern abzuführen.

Mehr zum Angebot der Comdirect hier auf Broker-Test.at.

Consorsbank

Auch die Consorsbank, die deutsche Hello Bank, bietet ein Wertpapierdepot auch für uns Österreicher an. Und auch für Minderjährige. Doch auch hier wie schon zuvor bei der DKB als auch bei der Comdirect die Herausforderung der korrekten Versteuerung, speziell bei Fonds und ETFs.

Mehr zum Angebot der Consorsbank hier auf Broker-Test.at.

Own Austria

Own Austria bietet für bestehende erwachsene Kunden die Möglichkeit an, ein weiteres Depot hinzuzufügen. Das passiert im Infobereich, wie sich denn das Depot bisher entwickelt hat. Für dieses neue Depot welches hinzugefügt wird, empfiehlt Own Austria einen aussagekräftigen, einzigartigen Namen verwendet (also nicht 3x „Kinder“ verwenden sondern z. B. die Vornamen des jeweiligen Kindes). Somit bleibt das Depot fest in der Hand des Own Austria Kunden. Mit dem 18. Geburtstag kann dann das Kind ebenso Own Austria Kunde werden und die für das Kind vorgesehenen Fondsanteile übernehmen.

Mehr zum Angebot von Own Austria hier auf Broker-Test.at

Fazit

Die großen bekannten österreichischen Broker wie Hello Bank oder DADAT bieten ihre Dienste leider nicht für Minderjährige an. Daher ist es wohl sinnvoll bei Filialbanken nachzufragen, ob diese die Möglichkeit von Subdepots anbieten oder Alternativen für Minderjährige. Die Idee von Own Austria ist sicherlich auch verfolgenswert bzw. näher zu hinterfragen, ob dies passend ist. Geld von Minderjährigen ist besonders schützenswert. Erhalten Kinder oder Jugendliche Geld von Onkeln, Oma oder wem auch immer, so muss dieses mündelsicher angelegt werden. Mehr Risiko kann nur dann eingegangen werden, wenn es nicht das Geld der Kinder bzw. Jugendlichen ist zum Zeitpunkt der Anlage. So kann vertraglich festgelegt werden, dass man Geld für das Kind anlegt und es dieses zum 18. Geburtstag z. B. dann erhält und dieses Depot dann unentgeltlich geschenkt wird. Nicht vergessen, dass auch eine Schenkungsmeldung gegenüber dem Finanzamt zu machen.

Alternativen?

Kennen Sie weitere Möglichkeiten wo für Kinder ein Wertpapierdepot eröffnet werden kann und wie es angestellt werden kann, dass die Investitionsstrategie verfolgt werden kann, die man sich vorgestellt hat?

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