Depotgebühren Vergleich in Österreich

Depotgebühren Vergleich in Österreich

Das Wichtigste in Kürze

  • Die laufenden Gebühren für die Depotführung drücken auf die Rendite, speziell für Langfrist-Investoren mit Buy & Hold Ansatz
  • Achten Sie darauf, welcher Broker steuereinfach ist, sprich die Steuern für Sie abführt – nicht steuereinfach bedeutet, dass Sie die Steuern korrekt berechnen und abführen müssen.
  • Interessante Wertpapierdepots mit niedrigen Depotgebühren (alle steuereinfach):
    • Flatex: 0,00 Euro p.a. Depotgebühr
    • DADAT Bank: 0,09 % p.a. Depotgebühr, 3,04 Euro mindestens pro Position
    • Hello Bank: 0,12 % p.a. Depotgebühr, mindestens 5,40 Euro pro Position bzw. mindestens 15,00 Euro je Depot
    • Bank Direkt: 0,1284 % p.a. Depotgebühr, mindestens 5,93 Euro pro Position
    • easybank: 14,40 Euro fix + 0,1296 % p.a., mindestens 5,76 Euro pro Position

In diesem Ratgeber

Vergleich

Depotgebühren ab 0 €

Die Kosten für ein online Depot bei einem Online Broker beginnen bei 0,00 Euro – manchmal nur für Neukunden für einen limitierten Zeitraum oder auch dauerhaft. Speziell ausländische Angebote glänzen oftmals mit keiner Depotgebühr, doch ist es dort so, dass die Steuerangelegenheiten selbst gemacht werden müssen und das kann mühsam und langwierig sein. Mitunter sogar nur unter Zuhilfenahme einer kostenpflichtigen Steuerberatung. 

Für langfristige Investoren sind die Depotgebühren neben den Kosten für ein Verrechnungskonto und Kosten für Ausschüttungen die wesentlichen laufenden Kosten bei der Führung eines Wertpapierdepots. Die Kauf- und Verkaufkosten fallen jeweils nur einmalig an, die Kosten für die Depotführung aber laufend und schmälert dementsprechend die Rendite des Investments.

Sich jedoch nur auf die Depotführungskosten aufzuhängen und alle anderen Entscheidungskriterien außer Acht zu lassen ist auch keine gute Idee. Achten Sie auf niedrige Depotgebühren und wählen Sie einen Broker bei dem Sie ein gutes Gefühl haben und ihm Vertrauen. Eine Optimierung auf die letzten 0,1x ist schön, doch vielleicht ist die Zeit hier besser aufgehoben bei der Auswahl der richtigen Investmentprodukte?

Hier eine Auswahl über steuereinfache Broker mit niedrigen Depotgebühren:

  • Flatex: 0,00 Euro p.a. Depotgebühr
  • DADAT Bank: 0,09 % p.a. Depotgebühr, 3,04 Euro mindestens pro Position
  • Hello Bank: 0,12 % p.a. Depotgebühr, mindestens 5,40 Euro pro Position bzw. mindestens 15,00 Euro je Depot
  • Bank Direkt: 0,1284 % p.a. Depotgebühr, mindestens 5,93 Euro pro Position
  • easybank: 14,40 Euro fix + 0,1296 % p.a., mindestens 5,76 Euro pro Position

Wertpapierdepots

Flatex Depot

Keine Depot-Gebühren verlangt Flatex in Österreich. Es entstehen auch keine Gebühren und Kosten für das Verrechnungskonto. Habenzinsen liegen bei -0,4%, die Sollzinsen momentan bei 6,25 %. Ja, richtig gelesen, die Habenzinsen sind negativ! Haben Sie ein Guthaben am Verrechnungskonto Ihres Flatexdepots, so müssen Sie für diese negative Zinsen bezahlen. Die Ordergebühren liegen beispielsweise für eine 1.000 € Order bei der Wiener Börse bei 7,70 €. Beim Xetra Frankfurt liegen 1.000 € Order bei einer Gebühr von 7,70 €. Außerbörslicher Handel ist ebenfalls möglich. Das Angebot lässt sich also mehr als sehen und ist empfehlenswert.

 zu Flatex »

DADAT Depot

Bei der DADAT bezahlt man herkömmlich für das Wertpapierdepot 0,09 % vom Depotwert bzw. mindestens 3,04 Euro pro Position. Hält man Wertpapierfonds (ausgenommen ETF), so wird keine Depotgebühr fällig. Das Verrechnungskonto kostet 10,12 Euro. Verglichen zum Angebot der Hello Bank, ist dies wie bereits beschrieben, um einen Deut günstiger. Bei den Tradinggebühren ist die DADAT in Österreich und Deutschland leicht teurer als die Hello Bank bei beliebten Ordergrößen, in den USA jedoch deutlich günstiger als die Hello Bank.

 zur DADAT »

Hello Bank Depot

Bei der Hello Bank ist die Depotgebühr 0,12 % p.a. vom Depotwert bzw. mindestens 5,40 Euro pro Position bzw. 15,00 Euro mindestens je Depot. Für Fonds im Depot, genauso wie bei der DADAT Bank, wird keine Depotgebühr verrechnet. Diese Ausnahme gilt jedoch nicht für ETFs.

 zur Hello Bank »

EasyBank Depot

Mit Ende März 2020 führte die Easybank für Neukunden neue Konditionen ein. Nun gibt es eine fixe Depotgebühr von 1,20 Euro p. M., also 14,40 Euro im Jahr. Dazu kostet jede Position im Monat mindestens 0,48 Euro bzw. 5,76 Euro im Jahr bzw. 0,0108 % p. M., aufs Jahr gerechnet sind die 0,1296 %. 

Die Ordergebühren sind an der L&S Exchange äußerst günstig, hier können internationale Aktien (6.000 verschiedene Titel) bzw. rund 1.500 ETFs kostengünstig geordert werden.

  • Ordervolumen bis 3.000 Euro: 1, 00 Euro (0,00 Euro eigene Spesen + 1,00 fremde Spesen)
  • Ordervolumen 3.000,01 bis 10.000 Euro: 10,90 Euro (9,90 Euro eigene Spesen + 1,00 Euro fremde Spesen)
  • Ordervolumen ab 10.000 Euro: 16,90 Euro (15,90 Euro eigene Spesen + 1,00 Euro fremde Spesen

Die Ordergebühren an anderen Börsenplätzen hingegen sind teurer als beim vergleichbaren Mitbewerb. 

Wiener Börse

0,20 %
mind. 8,95 €
+ Fremde Spesen 0,03 % (mind. 1,90 €, max. 60 €)
+ 0,24 €

XETRA Frankfurt

0,24 %
mind. 8,95 €
+ Fremde Spesen 0,0055 % (mind. 0,69 €)
+ 2 €


NYSE und andere internationale Börsen

0,25 %
mind. 14 €
+ Fremde Spesen (0,10 % mind. 13,25 $) bei Verkauf 0,00218 %

 zu EasyBroker »

Bank Direkt Depot

Die Depotgebühren bei der Bankdirekt.at liegen im April 2020 bei mindestens 5,93 Euro pro Position bzw. 0,1284 % übers Jahr. Für das Verrechnungskonto muss mit Gebühren von ca. 20 Euro (19,84 Euro übers Jahr) gerechnet werden.

Eine Order über 1.000 Euro an der Wiener Börse schlägt mit ca. 7,90 Euro zu Buche. Bei 5.000 Euro sind es 15,70 Euro. Diese Kosten sind ganz gut. Teurer wird es an der XETRA in Deutschland. Hier kostet die Order über 1.000 Euro an Gebühren gleich mal 15,90 Euro und über 5.000 Euro dann 24,70 Euro.

 zu bankdirekt.at »

FAQ

Filialbanken wie

  • Raiffeisenbank
  • Volksbank
  • Sparkassen
  • BAWAG P.S.K.

sind Full-Service-Banken und bieten mehr als nur ein online Wertpapierdepot an und daher tun sich diese Banken auch dementsprechend schwer bei der Gestaltung von attraktiven Gebühren für ein Depot. Verglichen mit den Depotgebühren eines Online Brokers, können diese natürlich nicht mithalten, dafür bieten diese Banken und Sparkassen alles aus einer Hand an. Vom Girokonto, zur Finanzierung bis hin zum Wertpapierdepot. Online Broker, bei denen das Depot meist nur online verfügbar ist, haben folgende Vorteile im Vergleich zu den Depots der Filialbanken:

  • Niedrigere Depotgebühr (bis hin zu gratis Depotgebühr)
  • Niedrigere Ordergebühren
  • Einfach und ausgelegt auf online Order

Wertpapierdepot bei Raiffeisenbank, Sparkasse, Volksbank empfehlenswert?

Ja, durchaus. Ja, die Kosten und Gebühren sind dort höher, aber diese Banken und Sparkassen bieten auch etwas anderes als die reinen Online Broker. Wer seine Wertpapiere selbst kauft, keine Beratung benötigt und auch kein Problem damit hat, dass verschiedene Banken genutzt werden, so ist ein Online Broker vorteilhaft, denn die Gebühren lassen sich dadurch drücken.

Niedrige Kosten und Gebühren sind  äußerst vorteilhaft für die Rendite!

Es kommt nicht nur auf die Performance des Wertpapiers alleine an, denn mit hohen Kosten für das Wertpapier beim Kauf bzw. Verkauf und beim Halten des Papiers können die Rendite ordentlich drücken. Daher ist es durchaus gescheit, wenn ein Auge auf die sorgfältige Wahl des Wertpapieres gelegt wird, während das andere Auge die richtige Wahl des Online Brokers verantwortlich ist.

Sind Online Broker unsicherer als bekannte Filialbanken wie Raiffeisen oder Sparkassen? Grundsätzlich ist es so, dass der Verwahrer (also die Bank die das Wertpapierdepot führt) nicht Eigentümer der Wertpapiere ist und die Wertpapiere so nicht von der Insolvenz betroffen sind. Es gibt jedoch eine Ausnahme und zwar:

  • Wenn die Depotbank nicht selbst der Emittent dieser Wertpapiere ist
  • Wenn der Deckungsbestand ausreichend ist (kein Verlust und auch keine Veruntreuung)

Geht der Verwahrer tatsächlich in Insolvenz, so hat der Inhaber des Depots einen Herausgabeanspruch. Im Unterschied zu Spareinlagen gilt die Einlagensicherung bei Wertpapierdepots nicht. Hier gibt es jedoch die Anlegerentschädigung.

Für natürliche Personen werden 100 % bis zu einem Höchstbetrag von 20.000 Euro durch die Anlegerentschädigung abgedeckt. Für nicht natürliche Personen gibt es einen Selbstbehalt von 10 %, so werden also dann nur 90 % von maximal 20.000 erstattet. In welchen Fällen zieht die Anlegerentschädigung? Hier hilft die Website der WKO die hier dazu sagt:

Wertpapiere, die vertragskonform auf einem Kundendepot liegen, von der Bank im Sicherungsfall allerdings nicht weisungsgemäß auf ein anderes Depot übertragen oder ausgefolgt werden können, sind im Rahmen der Anlegerentschädigung bis zum Höchstbetrag von EUR 20.000,– gesichert.

Forderungen aus Guthaben von Konten, die sowohl als gedeckte Einlage als auch als sicherungspflichtige Forderung aus Wertpapiergeschäften entschädigt werden könnten, sind als gedeckte Einlage im Rahmen der Einlagensicherung zu entschädigen (§ 51 Abs 1 ESAEG).

Wann die Anlegerentschädigung einspringt bis zu einem maximalen Betrag von 20.000 Euro

Es gibt natürlich auch Wertpapierdepots im Ausland, wo diese Anlegerentschädigung nicht gilt bzw. anders gestaltet ist. So zum Beispiel bei Flatex, welche der deutschen Einlagensicherung bzw. Anlegerentschädigung unterliegt. Hier werden 90 % ersetzt bzw. maximal 20.000 Euro. Bei der Hello Bank aus Salzburg ist es so, dass die Einlagensicherung bzw. Anlegerentschädigung aus Frankreich gilt. Jene der Mutter BNP Paribas. Diese ist großzügiger ausgestaltet als jene in Österreich.

Andreas von Broker-Test.at
Andreas ist Gründer und der Kopf hinter Broker-Test.at – er ist begeisterter Privatanleger, 1998 begann alles mit einem 20.000 Schilling Investment in die damalige Aktie des ehemals staatlichen Konzerns, der VA Tech (heute Primetals). Seit 2014 wird mit dieser Seite versucht mehr Transparenz für Interessierte und Anleger zu schaffen. 👉🏽 Mehr über mich und die Geschichte zu Broker-Test.at gibt es hier zum Nachlesen. 👉🏽 Zum Newsletter von Broker-Test.at kann hier die E-Mail Adresse eingetragen werden.
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ACHTUNG! Flatex ist nicht billiger! Ein- und Verkauf gehen nur über die kleinen Börsen wie Tradegate, Lang & Schwarz, Baader Bank, usw. und diese sind oft teurer als die Standard Börsen wie Frankfurt. Die großen Börsen wie Frankfurt, München, Stuttgart werden gar nicht angezeigt!
Bsp: ASML kostet aktuell bei Tradegate 714,- Euro und bei Frankfurt 704,- Euro

Hallo,
ab wann gelten die Depotgebühren „Verwahrung im Ausland“ (bspw. Erste Bank)? Sobald ein Fond nicht aus Österreich stammt und der ISIN nicht mit AT beginnt? Oder welche Definition gibt es dafür?

Hallo Andreas
Habe eine allgemeine Frage zu den steuereinfachen Brokern. Habe einen Bruttogewinn im Jänner von 100k€ eingefahren und es wurden 27,5k€ für die KGST abgezweigt- soweit so gut.
Nun aber bin ich mit meinem virtuellen Cashbestand auf null € und überziehe mein Konto um 10k€. Da die Steuer doch am Ende des Jahres fällig wird, warum muss ich nun beim Broker Überziehungszinsen bezahlen, da dieser ja noch die 27,5k€ eigentlich noch nicht ans Finanzamt abgeführt wurde.
Habe ich da einen Fehler in meinen Überlegungen? Muss die KGST sofort entrichtet werden?
Bitte um kurze Info THX

Hallo Andreas
Danke dir für die Info- aber die Info die ich von Hellobank oder auch vor längeren von Brokerjet erhalten habe lautet anders. Die behalten sich das Geld und führen es erst am Ende des Kalenderjahres die KGST ab, denn wie können Verluste ansonsten Gegenverkehres werden? Aber vielleicht ist meine Info nicht mehr aktuell.
Danke Dir und gratuliere zu deiner tollen Site für Österr. Anleger.
liebe Grüsse
Erik

Flatex verlangt doch nun 0,5 % Negativrendite am Cashkonto und 0,1% Depot Gebühr…

Ad Anlegerentschädigung € 20.000,00: Bedeutet diese Begrenzung, dass es zu empfehlen ist, kein Kundendepot größer als € 20.000,00 werden zu lassen und ab einer Größe von € 20.000,00 sich einen weiteres Kundendepot bei einem anderen Broker, Bank etc. zu suchen?

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