KESt Verlustausgleich: Kursverluste den Kursgewinnen, Dividenden, Ausschüttungen gegenrechnen

Das Wichtigste in Kürze:

  • Realisierte Kursverluste können innerhalb eines Kalenderjahres mit erzielten Erträgen aus Wertpapieren gegengerechnet werden
  • Nur für Privatanleger
  • Automatisch bei Einzeldepots von steuereinfachen Brokern
  • Manuell über E1kv der Einkommensteuererklärung bei mehreren Depots, ausländischen Depots oder Gemeinschaftsdepots

Hinweis: Es handelt sich hier um eine allgemeine Information. Eine individuelle Beratung mit einem Steuerberater kann diese Information nicht ersetzen. Die steuerlichen Verhältnisse sind stets individuell und von den persönlichen Verhältnissen abhängig. Ebenso kann es jederzeit zu Änderungen kommen. Reden Sie mit einem Steuerberater, die sind Profis!

Mit dem KESt Verlustausgleich kann die Steuerlast reduziert werden, denn ganz gleich ob Dividenden, Ausschüttungen oder realisierte Kursgewinne, all das wird mit der 27,5 %igen Kapitalertragsteuer besteuert.

Nun können Kursverluste hier gegengerechnet werden. Wichtig ist, dass eine Gegenverrechnung stets immer nur innerhalb des selben Kalenderjahres stattfinden kann. Ein Verlustvortrag ist daher hier nicht möglich.

Auch können keine Spesen, Gebühren der Order, des Verrechnungskontos oder des Depots angerechnet werden.

Was wird im Verlustausgleich berücksichtigt?

Für den Verlustausgleich können folgende Wertpapierpositionen herangezogen werden:

  • Kursgewinne bzw. Kursverluste
  • Dividenden
  • Fondsausschüttungen
  • Ausschüttungsgleiche Erträge

Während bei den Kursgewinnen und Kursverlusten nur der Neubestand herangezogen werden darf, ist es bei den Dividenden, Fondsausschüttungen und bei den ausschüttungsgleichen Erträgen so, dass auch der etwaige Altbestand für die Kalkulation des Verlusts herangezogen werden darf.

Automatischer Verlustausgleich

Ist das Depot bei einem österreichischen Broker oder einem Broker mit einem Sitz bzw. Niederlassung in Österreich, so kümmert sich im Normalfall der Broker darum, dass der Verlustausgleich automatisch passiert. Dies aber nur bei Einzeldepots. Bei Gemeinschaftsdepots ist dies nicht möglich.

Ebenso nicht möglich ist ein automatischer Verlustausgleich, wenn ein Einzelner mehrere Depots hat. Wie auch? Nur der Depotinhaber hat einen Überblick über all seine Positionen.

Führt der Broker die Kapitalertragsteuer nicht freiwillig selbst ab, so müssen die Anleger den Verlustausgleich manuell über die Einkommensteuererklärung bzw. deren passender Anhang E1kv gemacht werden.

Wie viel bereits an KESt für Dividenden, Ausschüttungen, ausschüttungsgleiche Erträge oder realisierte Kursgewinne abgeführt wurde, zeigen die steuereinfachen Broker in deren Online Banking. Ausschau halten nach Begriffen wie z. B. „Steuern“, „Verlusttopf“, etc. Hier ein paar Beispiele anhand von Screenshots.

KESt Verlustausgleich selbst machen

Gibt es kein Einzeldepot sondern ein Gemeinschaftsdepot, gibt es mehrere Depots und möchte der Inhaber einen Verlustausgleich machen, so muss dies selbst in die Hand genommen werden. Ebenso heißt es selbst machen, wenn das Wertpapierdepot im Ausland liegt.

Beispiel

Erträge aus Wertpapiergeschäften werden mit 27,50 % Kapitalertragsteuer besteuert. Diese Erträge können mit 27,50 % der entstandenen und realisierten Verluste aus den Wertpapiergeschäften gegengerechnet werden. Wichtig ist, dass diese im selben Kalenderjahr entstanden sind. Der maximale Anrechnungsbetrag ist die KESt der Wertpapier-Erträge.

GewinnKESt-BelastungKESt-Gutschrift
8.3.2019Fondsausschüttung750,00206,25
14.5.2019Dividende50,0013,75
10.9.2019Verkauf Aktie m. Gewinn2000,00550,00
12.12.2019Verkauf Aktie m. Verlust-1500,00-412,50
357,50

Dieses Beispiel in der Tabelle zeigt 3 Erträge mit einer 27,5 %igen KESt-Belastung und zum 12.12.2019 einen Verkauf einer Aktie mit Verlust. Daraus ergibt sich eine KESt-Gutschrift über 412,50 Euro. Am Ende des Jahres gibt es sodann eine Gesamt-KESt-Belastung von 357,50 Euro. Mit dem Verlust-Verkauf der Aktie am 12.12.2019 konnte die KESt-Belastung des Kalenderjahres effektiv gedrückt werden.

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Manfred

Hallo Andreas, wenn ich im laufe des Jahres verschiedene Aktien mit Kursgewinn verkauft habe, dann wurde ja immer sofort beim Verkauf die Kest abgezogen. Wenn ich jetzt im Dezember welche mit Verlust verkaufe, bekomme ich dann das Geld rücküberwiesen, oder wie funktioniert das?
Noch eine zweite Frage: Was zählt zu Neubestand und was ist Altbestand?
Danke und liebe Grüße
Manfred