KESt-Verlustausgleich: Lohnt sich das?

Der KESt-Verlustausgleich ist die Möglichkeit innerhalb eines Kalenderjahres realisierte Verluste aus Wertpapiergeschäften mit Gewinnen bzw. Ausschüttungen (inklusive Dividenden, Zinsen und ausschüttungsgleiche Erträge) gegenzurechnen. Damit ist es möglich die Wertpapiere die mit Verlust verkauft wurden auch steuerlich zu berücksichtigen und so die Steuerlast zu senken.

  • Mehr zu diesem Thema „KESt Verlustausgleich: Kursverluste den Kursgewinnen, Dividenden, Ausschüttungen gegenrechnen“
    Hier finden sich weitere und tiefgehendere Informationen wie z. B. dass auch Gewinne und Verluste aus Krypto-Geschäften seit 1.3.2022 berücksichtigt werden dürfen, da sie nun ebenso dem besonderen Steuersatz von 27,50 % unterliegen.

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KESt-Verlustausgleich: Lohnt es sich? Beispiele!

Was sind die Vorteile bzw. Nachteile, wenn der KESt-Verlustausgleich aktiv gemanaged wird?

Vorteile

  • „Steuerspar“ Möglichkeit jedes Jahr
  • Dadurch freigewordenes Kapital kann sofort reinvestiert werden
  • Möglichkeit sich von Verlustpositionen zu trennen und Depot neu zu strukturieren

Nachteile

  • Eigentlich wird die Steuer nur gestundet
  • Nimmt Zeit in Anspruch
  • Gebühren sind fix, zukünftige Gewinne nicht

Neutral

  • Steuersystem wird geändert –
    • Steuer auf Kapitalerträge wird erhöht nachteilig
    • Steuer auf Kapitalerträge wird gesenkt, vorteilhaft

Lohnt es sich den KESt-Verlustausgleich aktiv zu gestalten?

Wichtig ist zu verstehen, dass die Steuerschuld grundsätzlich nicht erspart bleibt, sondern gestundet wird auf einen anderen, späteren Zeitpunkt. Je größer das Rad der zu bezahlenden Steuer ist, die aber durch realisierte Verluste gedrückt wird, desto größer ist der Vorteil.

Hier ein Beispiel:

Disclaimer: Alle niedergeschriebenen Gedanken sind ohne Gewähr. Für Feedback zu den Überlegungen und Rechnungen bitte einen Kommentar am Ende des Beitrags hinterlassen. Dieser Beitrag erbringt keine rechtliche oder steuerliche Beratung. Die steuerliche Behandlung ist von den individuellen Verhältnissen des Anlegers abhängig.

Über das Kalenderjahr wurden insgesamt 10.000 Euro an realisierten Substanzgewinnen (Verkäufe mit Gewinn) und Dividenden, Anleihezinsen, Ausschüttungen und ausschüttungsgleiche Erträge erwirtschaftet. Diese unterliegen dem besonderen Steuersatz von 27,50 % – also sind 2.750 Euro zu versteuern.

Nun gibt es im Depot eine oder mehrere Positionen die ordentlich im Minus sind. Diese eine Aktie wird so verkauft, dass der realisierte Verlust insgesamt ebenso 10.000 Euro ausmacht (Beispiel: 1.000 Aktien wurden um à 20 Euro angeschafft, der jetzige Kurs ist nur noch 10 Euro). Angerechnet vom 10.000 Euro Verlust werden ebenso 27,5 % – also -2.750 Euro. Damit wird die Steuerlast auf 0 Euro gedrückt und dem Verrechnungskonto wieder gut geschrieben.

Nun finden sich am Verrechnungskonto 10.000 Euro aus dem Verkauf des Verlustgeschäfts plus 2.750 Euro. Diese 12.750 Euro werden wieder investiert z. B. in einen breit gestreuten Welt-ETF.

Die 2.750 Euro sind die Jongliermasse für künftige Investitionen. Diese 2.750 Euro habe ich bereits heute und investiere diese heute. Hier jetzt die Rechnung dazu, warum es sinnvoll sein kann den Verlustausgleich aktiv zu gestalten:

  • Barwert: 2.750,00 Euro
  • Erwartete Rendite (i): 5 %
  • Veranlagungszeitraum (t): 10 Jahre

Mit diesen Parametern wird gerechnet, wie viel herausgeholt wird mit der Investition von 2.750 Euro aus dem Verlustausgleich bei einer erwarteten Rendite von 5 % über 10 Jahre. Je höher die erwartete Rendite und je länger der Veranlagungszeitraum, desto größer die Sinnhaftigkeit. Die Berechnung:

  • Endwert Kapital = Barwert * (1 + i)^t
  • Endwert: 2.750,00 * 1,05 ^ 10 = 4.479,46 Euro

Das entspricht also einem Vorteil nach 10 Jahren von 1.729,46 Euro, wenn alles so läuft wie oben skizziert. Abzuziehen vom finanziellen Vorteil sind natürlich noch die Ordergebühren und etwaige andere Kosten sowie die Zeit die in die Optimierung der Steuer gesteckt wird.

Ergebnis: Wer an die Macht des Zinseszinses glaubt und langfristig anlegt, der fährt gut, wenn der Verlustausgleich für Wertpapiere aktiv genutzt wird.

Hier noch ein paar Rechenbeispiele, wenn ein Betrag von x Euro an Steuergutschrift erwirkt werden kann und diese erfolgreich wieder veranlagt werden. Was ist das Ergebnis bei einer durchschnittlichen Rendite von 5 % nach 10 Jahren ohne Berücksichtigung von Brokergebühren und Steuer:

Steuergutschrift durch anrechenbare Verluste
in Euro
Ergebnis nach 10 Jahren à 5 % p.a.
in Euro
100,0062,89
250,00157,22
500,00314,45
1.000,00628,89
2.000,001.257,79
2.750,001.729,46
3.000,001.886,68
4.000,002.515,58
5.000,003.144,47
6.000,003.773,37
7.000,004.402,26
8.000,005.031,16
9.000,005.660,05
10.000,006.288,95

Fazit

Das aktive Gestalten des Verlustausgleichs kann sich lohnen. Je größer das Rad ist, welches gedreht wird, desto eher lohnt es sich. Die Macht des Zinseszins schlägt hier voll zu, je länger investiert wird und je höher die Rendite, desto mehr lohnt es sich!

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