Portfolio Verwaltungs Software Vergleich

Portfolio Verwaltungs Software Vergleich

Das Wichtigste zusammengefasst

  • Überblick über das Vermögen mit einer Portfolio- bzw. Vermögens-Verwaltungs-Software verschaffen
  • 6 verschiedene Software Möglichkeiten wurden getestet
  • Portfolio Performance, Rentablo, Parqet (Tresor One), Folishare, Getquin, ExtraETF Finanzmanager
  • Sehr unterschiedliche Herangehensweisen
  • Portfolio Performance ist das Mass aller Dinger, aber keine Web- oder App-Version verfügbar und für Neueinsteiger komplex
  • Automatisations-Schnittstellen via PSD2 klingen im ersten Moment super, doch zeigte sich in der Praxis dass diese fehleranfällig sind. Allgemein sind die verschiedenen Schnittstellen und Importer nicht das Gelbe vom Ei aus österreichischer Sicht 

Das sollten Sie wissen

  • Eine Plug & Play Lösung gibt es bei keinem Anbieter und wenn auch diese manchmal versprochen wird, so zeigt es sich im Praxistest, dass diese sehr fehleranfällig sind
  • Es ist zu unterscheiden in Vermögensverwaltungen (Portfolio Performance, Rentablo) und Portfolioverwaltungen (Parqet (Tresor One), Folishare, Gequin und ExtraETF Finanzmanager) – Vermögensverwaltungen sind umfangreicher und lassen auch neben Wertpapierdepots weitere Vermögenswerte zu
  • Hoher erster Pflege-Aufwand im Regelfall notwendig
  • Laufender Pflege-Aufwand durchaus vertretbar

In diesem Ratgeber

Vergleich

Die verschiedenen Möglichkeiten lassen sich nach den verschiedensten Kriterien miteinander vergleichen. Sei es der Typ alleinig wie Vermögensverwaltung (alle möglichen Assets von Wertpapieren, Sparbuch bis hin zu Gold oder Kryptos oder handelt es sich um eine reine Portfolioverwaltung für ein Wertpapierdepot) oder an den Kosten. Hier eine erste Übersicht zu 6 verschiedenen Möglichkeiten:

Welche Assets können bei den unterschiedlichen Software Angeboten eingepflegt und verwaltet werden? Diese Übersicht gibt Klarheit darüber, wobei die Anbieter der Portfolioverwaltungen sich darüber im Klaren sind, dass sie mehr und mehr Richtung Vermögensverwaltung Software gehen müssen und es nicht genügt nur Wertpapiere anzubieten. Der Kunde wünscht sich alles an einem Platz. Wertpapiere, Sparbuch, Versicherungen, Krypto-Assets, Edelmetalle etc.

Und wie automatisch geht das alles? Nun natürlich wäre es gemütlich und einfach alles mit wenigen Mausklicks einmalig einrichten und das war es. Manche Anbieter bieten sogar dazu passende PSD2 Schnittstellen an – im Praxistest zeigten sich diese aber verwundbar. Beim persönlichen Versuch das DKB Depot mit dem ExtraETF Finanzmanager zu verknüpfen endete in einem gesperrten Online Banking Zugang zur DKB und der nötige Freischaltbrief dauerte rund 1 Woche bis dieser im Briefkasten landete. Daher immer aufpassen, was man so tut!

Portfolio Performance

Portfolio Performance ist der kostenlose Platzhirsch. Der Nachteil den es hier gibt ist, dass es keine Web- oder App-Version gibt und es keine Dividendenvorschau gibt (aber eine Schnittstelle zu Divvydiary). Die manuelle Pflege sowie fehlerhafte Importer für österreichische Broker machen die Verwaltung zu einer Arbeit. Läuft das Programm jedoch und man hat sich zurecht gefunden mit all den Funktionen, wird das Programm geliebt und wohl auch nicht mehr aufgegeben. Zu vielfältig, umfangreich und so viele Möglichkeiten zu keinem Preis sind einfach einzigartig.

Vorteile:

  • Viele Funktionen
  • Lokales Hosting, Sicherheit
  • Kostenlos
  • Sehr individuell gestaltbar
  • „Alle Assets“ abbildbar

Nachteile:

  • Keine Web-Version oder fürs Smartphone
  • Keine Dividendenvorschau
  • PDF-Importer für Österreich mitunter fehlerhaft
  • Lokales Hosting, Sicherheit

Rentablo

Rentablo ist wie Portfolio Performance eine Vermögensverwaltungssoftware und kann mit jedem Webbrowser auf jedem Endgerät genutzt werden. Es gibt eine kostenlose Version und wer mehr Funktionsumfang gerne möchte kann rund 60 Euro im Jahr dafür auslegen und erhält so mehr. Mit Rentablo können mehr Assets gepflegt und verglichen werden. Gleich ob Wertpapierdepot, Konten, Sparkonten, Versicherungen, Edelmetalle, Krypto-Assets, P2P, all das ist auch bei Rentablo möglich.

Vorteile:

  • Web-Version
  • Dividendenvorschau möglich bzw. automatisch
  • „Alle Assets“ abbildbar

Nachteile:

  • Fehlerhaft speziell bei PSD2-Schnittstellen und Imports
  • Auch kostenpflichtig
  • Weniger Funktionen als Portfolio Performance

Parqet / Tresor One

Früher hieß Parqet nämlich Tresor One und war leicht zu merken. Parqet ist ein Kunstwort und es ist wohl schwer nachzuvollziehen, wie die neue Namensfindung auf Parqet schlussendlich kam. Parqet ist unter allen Lösungen die hübscheste Lösung, der Joy of Use ist sensationell. Alles sieht so aus, wie es aussehen sollte. Die Software ist jedoch im Moment nur eine Portfolio Verwaltung, weitere Assets neben Wertpapiere können noch nicht hinzugefügt werden. Das ist zwar im Plan, aber im Moment geht das noch nicht. Das Portfolio kann im Web über den Browser der Wahl gepflegt und angesehen werden und es gibt auch noch eine iOS App.

Parqet ist grundsätzlich kostenlos, mehr Funktionen gibt es mit einem Aufpreis. Hier wird dann fast 90 Euro im Jahr für die Software bezahlt.

Vorteile:

  • Cooles Design, toller Joy-of-Use
  • Web-Version
  • iOS App vorhanden
  • Noch nicht unterstützte PDFs von bestimmten Broker können anonymisiert zugesandt werden
  • Import über PDFs der Broker – in Österreich wird nur Flatex unterstützt

Nachteile:

  • Nur Portfolioverwaltung
  • Noch weniger Funktionen
  • Übersicht über Vermögen nicht möglich (nur Depots)
  • Schnell mal kostenpflichtig – Preis vs. Leistung?
  • Noch einige Bugs (Kurs zum Einbuchungsdatum (z. B. Depotübertrag) wird als Einstiegspreis hinterlegt.)
  • Wenig individualisierbar
  • Alle Depots in einem Portfolio ohne Trennung – lösbar nur unter Aufpreis und mehrere Portfolios

Folishare

Da schau her! Eine Portfolio Software aus Oberösterreich! Das muss gewürdigt werden. Folishare ist ein Portfolio Tracking Tool aus Oberösterreich. Die Verwaltung erfolgt rein online und ermöglicht so einen unkomplizierten und jederzeit möglichen Zugang. Die Dienstleistung ist nicht nur auf Wertpapiere beschränkt, doch zeigt sich die Möglichkeit von weiteren Assets wie Gold, Kryptos & Co nicht gleich. ie Datenbank von Folishare umfasst bereits 18.000 Wertpapiere und anderen Assets mit ihrer gesamten Historie. Wer möchte, kann sein Portfolio auch öffentlich stellen bzw. andere Portfolios beobachten um den einen oder andern Lernerfolg zu erzielen. Beim PDF Import gibt es noch so einiges aufzuholen, für den CSV Import gibt es eine Vorlage zum Download. Aufzurufen ist Folishare nur über den Webbrowser, eine App dazu gibt es noch nicht. Im Selbsttest gab es den einen oder anderen Bug der festgestellt wurde, doch ist die Weiterentwicklung des Programms sehr schnell und Daniel, der Macher hinter Folishare, steht mit Rat & Tag sowie schnellen Fixes der Bugs zur Verfügung.

Vorteile:

  • Web-Version
  • Made in (Upper) Austria
  • Kostenlos
  • Sehr individuell gestaltbar
  • „Alle Assets“ abbildbar

Nachteile:

  • Joy of Use verbesserungsfähig
  • So mancher Bug vorhanden
  • Sehr fokussiert auf Depot, wobei auch andere Assets abgebildet werden können

Getquin

Getquin sieht sich als Social Network for Investors. Neben dem sozialen Netzwerk gibt es auch die Möglichkeit sein Portfolio für das Monitoring anzulegen. Auch hier gibt es ein Freemium Modell. Wer mehr Funktionen benötigt, darf dafür bezahlen. Ab 120,00 Euro im Jahr kostet es. Das Portfolio kann im Web als auch in der Smartphone App verwaltet werden. Das Angebot macht teilweise den Eindruck als ob es noch in der Beta-Phase ist. Beim Praxistest gab es einige Fehlermeldungen und auch das Anlegen eines Portfolios entpuppte sich als gar nicht so einfach. Der Support klärte dann auf, dass diese Möglichkeit unter Settings und dort ganz unten unter „Konto hinzufügen“ zu finden sei.

Vorteile:

  • Vermögensverwaltung, auch andere Assets abbildbar
  • Web-Version, App-Version
  • Social Network mit „Experten“

Nachteile:

  • Portfolio anlegen funktioniert über „Settings“ und ganz unten „Konto hinzufügen“
  • Zahlreiche Fehlermeldungen im Test

ExtraETF Finanzmanager

ExtraETF ist eigentliche eine ETF-Such- und Informationsportal. In den letzten Monaten entwickelt es sich aber mehr und mehr in Richtung Finanzportal allgemein. Dazu passt auch die Kooperation mit Rentablo. Rentablo bietet eine abgespeckte Version als White-Label Lösung für ExtraETF an. Auch dieses Modell ist ein Freemium Modell. Wer mehr Funktionen möchte, muss für diese bezahlen. Es gibt das Angebot sowohl als Web- als auch App-Version.

Es gibt bei ExtraETF auch die Möglichkeit über die PSD2-Schnittstelle deutsche Depots automatisch abzurufen. Im Praxistest führte das bei der DKB zu einem gesperrten Konto. Die Freischaltung kam per Brief eine Woche später. So etwas ist natürlich sehr ärgerlich und darf nicht passieren. Ein PDF Import ist beim ExtraETF Finanzmanager nicht möglich.

Vorteile:

  • Schöne Portfolioverwaltung
  • Web-Version, App-Version

Nachteile:

  • PSD2 Schnittstelle im Test – DKB Konto wurde gesperrt,
  • basiert auf Rentablo, aber bei Portfolioverwaltung „abgeschnitten“

Fazit

Portfolio Performance ist natürlich der Klassensieger und hat alle Trümpfe in der Hand, wenn es um die Verwaltung von Vermögen geht. Was bei PP nicht gut ist und wo andere Angebote glänzen ist, dass es für Anfänger zu komplex ist, die Einmalanlage viel Zeit in Anspruch nimmt und dass es nur als Installationsprogramm zur Verfügung steht.

Interessant ist natürlich auch das Programm Rentablo, weil es so wie PP auch einen Vermögensüberblick gibt. Das können all die anderen Programme nicht, denn diese konzentrieren sich rein auf das Thema Wertpapiere und lassen andere Assetklassen außen vor. 

Parqet ist ein optisch sehr gelungenes Angebot und wird laufend weiterentwickelt. Folishare, der einzige heimische Vertreter wird sicherlich in den nächsten Monaten auch PDF-Import-Möglichkeiten für österreichische Broker anbieten.

Getquin und der ExtraETF Finanzmanager runden das Angebot ab, so richtig hervorstechen tut hier aber kein Angebot.

Andreas von Broker-Test.at
Andreas ist Gründer und der Kopf hinter Broker-Test.at – er ist begeisterter Privatanleger, 1998 begann alles mit einem 20.000 Schilling Investment in die damalige Aktie des ehemals staatlichen Konzerns, der VA Tech (heute Primetals). Seit 2014 wird mit dieser Seite versucht mehr Transparenz für Interessierte und Anleger zu schaffen. 👉🏽 Mehr über mich und die Geschichte zu Broker-Test.at gibt es hier zum Nachlesen. 👉🏽 Zum Newsletter von Broker-Test.at kann hier die E-Mail Adresse eingetragen werden.
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