Aktiensparplan

Erklärung

Bei einem Aktiensparplan legen Investoren in regelmäßigen Intervallen (meist monatlich oder einmal im Quartal) einen fixen Geldbetrag in eine Aktie an. Im Unterschied zum regulären Kauf fallen hier auch Bruchstücke an, da bei einem Investitionsbetrag von z. B. 100 Euro sich nicht genau ganze Stück an Aktien ausgehen (z. B. die Aktie der voestalpine kostet 28 Euro, so gehen sich bei 100 Euro ca. 3,57 Stück an Aktien aus). Da es Bruchstücke nicht gibt, kauft der Broker über alle Aktiensparpläne eine gerade Anzahl an Aktien ein und teilt diese auf alle Anleger auf und hält sich selbst den Teil, damit es sich auf ganze Stück wieder ausgeht.

Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • Auch mit kleinen Beträgen in Aktien investieren können
  • Regelmäßig kaufen, automatisiert

Nachteile

  • Klumpenrisiko, keine Diversifikation
  • In der Regel höhere Spesen als bei Einzelkauf
  • Speziell bei österreichischen Anbietern kaum Auswahl

Video

Vergleich

Wer Interesse an einem Aktiensparplan hat, der hat nicht viele Möglichkeiten als Österreicher. Es sind dies zwei deutsche Broker, das heißt aber auch nicht steuereinfach und zwei österreichische Anbieter.

  • Sparrate: Mindestinvestment je Periode
  • Gebühren: Je Ausführung eines Plans fallen diese Kosten an
  • Intervalle: In welcher Regelmäßigkeit können der Aktiensparplan ausgeführt werden? 1 = Monatlich, 2 = 2-Monatlich, 3 = Quartalsmäßig, 6 = halbjährlich
  • Anzahl Aktien: Wie viele Aktien werden von dem Institut angeboten, die für den Aktiensparplan verwendet werden können?
  • Termine: An welchem Tag bzw. welchen Tagen kann ein Aktiensparplan ausgeführt werden?
  • Börsen: Die möglichen Aktien für den Sparplan sind in welchen Indizes zu finden?
  • Dynamik: Gibt es auch die Möglichkeit einer automatisierten Dynamik? Das heißt, dass der festgelegte Investitionsbetrag einmal jährlich um x Prozent erhöht wird

Kostenvergleich

Die deutschen Anbieter starten bereits ab 25 Euro Sparrate und haben im Unterschied zu den österreichischen Anbietern keine Grundgebühr bzw. Fixbetrag bei der Ausführung der Order. Daher ist es finanziell vorteilhaft bei niedrigen Sparraten dort zu kaufen. Bei 100 Euro belaufen sich die Gebühren bei Comdirect und Consorsbank bei 1,50 Euro. Bei der Hello Bank bei 3,28 Euro und bei der DADAT bei 2,13 Euro. Wird mehr als ca. 250 Euro in Aktien investiert, so kommen die österreichischen Anbieter auf einmal nach vorne, denn diese haben niedrigere Prozentsätze. So ist bei einer Sparrate von 300 Euro die DADAT vorne mit Gebühren von 2,48 Euro, gefolgt von der Hello Bank mit 3,83 Euro. Teurer ist es dann bei Comdirect und Consors Bank mit 4,50 Euro.

Sparrate ComdirectConsorsbankHello BankDADAT
25,00 €0,38 €0,38 €
50,00 €0,75 €0,75 €2,04 €
75,00 €1,13 €1,13 €2,08 €
100,00 €1,50 €1,50 €3,28 €2,13 €
150,00 €2,25 €2,25 €3,41 €2,21 €
200,00 €3,00 €3,00 €3,55 €2,30 €
300,00 €4,50 €4,50 €3,83 €2,48 €
500,00 €7,50 €7,50 €4,38 €2,83 €
1.000,00 €15,00 €15,00 €5,75 €3,70 €
2.000,00 €30,00 €30,00 €8,50 €5,45 €
3.000,00 €45,00 €45,00 €11,25 €7,20 €

Anbieter

Comdirect

Die Comdirect ist ein deutscher Anbieter, nicht steuereinfach und kommt mit 0,00 Euro Depotführung für 3 Jahre nach Österreich. Die Eröffnung ist unkompliziert, jedoch nur über ein PDF-Formular möglich. Die Identifizierung bzw. Legitimation der Person ist einfach über ein Video-Identverfahren möglich. Mehr zum Wertpapierdepot der Comdirect ist hier nachzulesen. Der Sparplan selbst ist sehr günstig für niedrigere Investsummen. Bei der Anzahl der möglichen Aktien hat die Comdirect im Moment 187 Aktien im Angebot. Mehr als die österreichischen Anbieter, aber auch deutlich weniger als die Consorsbank.

Die Sparpläne können in den Intervallen monatlich, 2-monatlich und quartalsweise ausgeführt werden. Sehr schön ist bei der Comdirect, dass bei der Anlage des Aktiensparplans festgelegt werden kann, dass der Sparplan am 1., 7., 15. oder 23. des Monats ausgeführt werden soll. Auch die dynamische Anpassung der Rate ist möglich, was bedeutet, dass z. B. jedes Jahr die Sparrate um 5 % nach oben angepasst werden und so die monatliche Sparrate dann nicht mehr 100 Euro sondern 105 Euro ist.

Werden deutsche Namensaktien gekauft, so fallen hier nochmals gesonderte Gebühren an.

Consorsbank

Die Consorsbank ist auch ein deutscher Anbieter. Sie ist eine Tochter der französischen BNP Paribas (ist auch der Eigentümer der Hello Bank, daher auch ein sehr ähnliches Logo). Da die Consorsbank ein deutscher Anbieter ist, kümmert sich die Consorsbank nicht um die Versteuerung des Depots bzw. der Transaktionen. Es ist kein steuereinfaches Wertpapierdepot und so hat sich der österreichische Kunde selbst darum zu kümmern. Mehr über das Wertpapierdepot der Consorsbank gibt es in diesem Beitrag.

Der Aktien-Sparplan der Consorsbank ist sehr umfangreich im Vergleich zu den anderen Anbietern. Über 300 Aktien sind hier möglich und damit hat die Consorsbank die größte Auswahl aller vier Anbieter. Werden deutsche Namensaktien gekauft, so fallen zusätzliche Gebühren an. Über den Kundendienst kann jedoch vereinbart werden, dass der Aktienkauf nicht ins Namensregister eingetragen wird – dann entfallen die Gebühren. Nachteil ist, dass der Aktionär dann natürlich auch kein Stimmrecht bei der Hauptversammlung hat. Der Aktiensparplan kann monatlich, 2-monatlich, quartalsweise und halbjährlich bei der Consorsbank ausgeführt werden. Wann, das ist bei der Consorsbank mit 1. oder 15. als Wahlmöglichkeit vorgegeben.

Hello Bank

Die Hello Bank ist der Marktführer aus Österreich im Bereich Direktanlage. Die Mutter ist hier genauso die BNP Paribas aus Frankreich. Bei der Hello Bank gibt es jährliche Depotgebühr in der Höhe von 0,12 % und das Verrechnungskonto kostet 18 Euro. Genauere Informationen über das Wertpapierdepot der Hello Bank gibt es hier nachzulesen.

Die Sparrate bei der Hello Bank ist ab 100 Euro und damit die höchste Rate von allen. Niedriger ist dort nicht möglich. Die Gebühren sind auch nicht ohne, denn je Ausführung eines Aktiensparplans verrechnet die Hello Bank fix 3 Euro und 0,275 % der Sparrate. Das ist nicht günstig, speziell bei niedrigeren Beträgen – bei hohen Beträgen sehr wohl. Die Hello Bank bietet 50 Aktien zum Kauf an, welche sich im ATX oder DAX wiederfinden. Aktien aus den USA sind leider nicht dabei.

Der Aktiensparplan wird bei der Hello Bank fix am 10. ausgeführt und es ist nur möglich festzulegen ob monatlich oder quartalsweise die Ausführung passieren soll. Eine automatische Dynamik ist nicht möglich, das heißt die Sparraten müssen manuell angepasst werden.

DADAT

Die DADAT ist seit 2017 in Österreich am Brokermarkt und hat leicht günstigere Depotgebühren als es die Hello Bank hat. Die Depotgebühr beträgt 0,09 % und das Verrechnungskonto kostet 10 Euro im Jahr. Mehr Informationen über das steuereinfache Depot gibt es hier zum Nachlesen.

Die Sparrate ist bei der DADAT bereits ab 50 Euro möglich und auch die Gebühren sind günstiger als es bei der Hello Bank der Fall ist. Die fixe Gebühr beträgt 1,95 Euro und der variable Teil beträgt 0,175 %. Der Sparplan kann so wie bei der Hello Bank monatlich und quartalsweise ausgeführt werden. Hier wird am 15. des Monats der Aktiensparplan ausgeführt. Eine dynamische, automatische Anpassung des Sparplans gibt es auch bei der DADAT nicht. Der größte Nachteil ist bei der DADAT und wohl auch ein Ausschlusskriterium warum die DADAT hier für kaum jemanden als Möglichkeit für einen Aktien-Sparplan in Frage kommt ist die Anzahl der möglichen Aktien! Die DADAT hat hier nur 9 Aktien zu bieten und alle aus dem ATX. Das riecht nach Klumpenrisiko und Home Bias. Hier müsste die DADAT noch deutlich mehr Aktien reinpacken, damit ein Aktiensparplan hier Sinn ergibt.

Fazit

Ob ein Aktien-Sparplan grundsätzlich sinnvoll ist, muss jeder für sich entscheiden. Die Gefahr eines Klumpenrisikos und die überschaubare an Auswahl an möglichen Aktien für den Sparplan sind Punkte die nicht gerade für einen Aktiensparplan sprechen. Dazu kommt, dass die österreichischen, steuereinfachen Anbieter nur wenige Aktien anbieten. Die DADAT gar nur 9 Aktien und alle aus Österreich. Die Hello Bank zwar 50, jedoch auch nur Aktien aus Österreich und Deutschland. So müsste nach Deutschland ausgewichen werden mit der Comdirect und der Consorsbank, doch hier muss das Thema Steuern selbst übernommen werden, denn es handelt sich bei diesen beiden Anbietern natürlich um keine steuereinfachen Anbieter.

Aktien-Sparpläne in Österreich: Ein schwieriges Unterfangen und generell stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist einzelne Aktien sich über regelmäßige Investitionen sich ins Depot zu holen oder doch lieber mit der Hilfe einer einmaligen Transaktion?!

Hinterlasse einen Kommentar

  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: