Beachte: Veranlagungen in Finanzinstrumenten sind mit Risiken verbunden und können neben den Erträgen auch zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

Rückblick 2022: Aufzeichnungspflicht Auslandsdepot, KESt-Behaltefrist, Börsen negativ, Zinsen rauf, …

Das letzte Jahr? Viel hat sich nicht getan, so zumindest das erste, wage Gefühl. Doch es hat sich ganz viel getan. Sei es die Entwicklung an den Märkten mit einer Rückkehr der Zinsen, Rückgang der Börsen und dem Krypto Winter. Aber auch Diskussionen um ein Vorsorge Depot in der österreichischen Politik mit der damit verbundenen KESt-Freiheit nach einer Behaltefrist sorgten für Diskussionen. Und bei den Brokern? Eigentlich gar nicht so viel. Einige Ankündigungen, aber ganz große Revolutionen gab es 2022 nicht.

Hier ein Rückblick über das Jahr 2022 mit einer kleinen Vorausschau für das Jahr 2023.

Rückblick 2022, Vorschau 2023: Aufzeichnungspflicht Auslandsdepot, KESt-Behaltefrist, Börsen runter

Märkte

Was wurden 2022 aus 10.000 Euro die in die verschiedenen Assets veranlagt wurden? Cash, Sparbuch oder Bausparen wären neben Gold das richtige Investment gewesen. Andere Assets wie ein MSCI World oder ein Bitcoin wären Verlustträger gewesen. Bitcoin sogar mit einem Rückgang von über 60 %!

28.12.22Veränderung
Cash€10,000.000.00%
Sparbuch 1 %€10,098.900.99%
Bausparen 1,2 %€10,118.681.19%
Gold in Euro€10,649.406.49%
Bitcoin in Euro€3,852.89-61.47%
MSCI World Euro€8,668.02-13.32%
Was wären aus 10.000 Euro geworden, wenn diese in … investiert worden wären?

Ein Blick auf das Verhältnis USD zu EUR zeigt, dass der Euro um über 6 % verloren hat zum US-Dollar. Der ATX Total Return (inklusive Dividenden) hat über 15 % verloren, der DAX Performance Index über 12 %. Der Dow Jones? Nur bisschen über 8 Prozent, während der NASDAQ Composite Index um ein Drittel zurück ging. Manche Unternehmen daraus sogar um über 50, 60 % und mehr!

Euro-US-Dollar-6.52%
ATX TR-16.13%
DAX Performance-13.08%
Dow Jones-9.05%
NASDAQ Composite-34.27%
S&P 500-20.12%

Zinsen und Inflation

Die Leitzinsen sind im Jahr 2022 von 0,00 % auf 2,50 % gestiegen. Mehrere Erhöhungen führten zum aktuellen Zinssatz von 2,50 % und für das Jahr 2023 sind noch weitere Zinsanhebungen geplant. Die Einlagensatz von Geschäftsbanken bei der EZB ist von -0,5 % auf 2,0 % angewachsen. Warum diese Zinserhöhungen? Zur Bekämpfung der Inflation, denn die liegt aktuell bei rund 10 % und sie dürfte in den nächsten Monaten nicht rasch auf 2 % wieder absinken. Die 2 % Inflationsrate ist das Ziel der EU. Bis diese 2 % erreicht sind, werden die Leitzinsen erhöht werden.

Hohe Inflation? Jetzt wissen wir, was hohe Inflation ist, denn der VPI stieg auf Teuerungsraten von 10 % und mehr im Vergleich zum selben Monat im Jahr davor. Beim Index für den Wochen- und Tageseinkauf sahen wir sogar Teuerung von rund 15 % und teilweise sogar mehr.
Wie steht es mit der Realrendite? Also jener Rendite die bleibt, wenn von den aktuellen Sparzinsen noch die aktuell Inflation abgezogen wird? Ein Trauerspiel, wie die nachfolgende Grafik aufzeigt.

  • dunkelblaue Linie ist die Inflation (VPI)
  • hellbalue Linie der aktuelle Sparzins für täglich fällig der Neukunden
  • Realrendite = hellblaue Fläche

Aufzeichnungspflicht für nicht endbesteuerte Kapitaleinkünfte

Ab 2023 werden die Aufzeichnungspflichten bei nicht endbesteuerten Kapitaleinkünften verschärft. Betroffene von dieser Aufzeichnungspflicht sind z. B. Personen die Kryptowährungen halten, ein Auslandsdepot führen, P2P Zinsen erhalten, oder ein Sparkonto im Ausland haben. Steuerpflichtige müssen entsprechende Aufzeichnungen führen und bestehende Aufzeichnungen auf ihre Ordnungsmäßigkeit zu prüfen.

Die Aufzeichnungen sind so zu führen, dass innerhalb einer angemessenen Zeit ein Überblick über die Geschäftsfälle vermittelt werden kann. Sehr zu empfehlen ist die Berücksichtigung der § 131 und 132 der Bundesabgabenordnung (BAO).

Das Gesetz gilt für alle Zuflüsse ab 1.1.2023. Was bedeutet Aufzeichnungspflicht? Eine Aufzeichnung zu führen, zu dokumentieren. Dazu könnte z. B. gehören:

  • Überweisungen
  • Käufe
  • Verkäufe
  • Dividenden
  • Ausschüttungen
  • ausschüttungsgleiche Erträge
  • Zinsen

Eine Dokumentation muss

  • geordnet,
  • vollständig,
  • richtig und
  • zeitgerecht

sein, so geht aus der Bundesabgabenordnung hervor.

Weitere Punkte aus den § 131 und 132:

  • Lebende Sprache
  • Alle Aufzeichnungen spätestens einen Monat und 15 Tage nach Ablauf des aktuellen Geschäftsmonats (eventuell gibt es hier auch Ausnahmen wie es z. B. für jene vorgesehen ist, die nur vierteljährlich die Umsatzsteuer voranmelden)
  • 7 Jahre aufzubewahren
  • Buchung mit Beleg
  • Die zu den Aufzeichnungen gehörigen Belege sollen derart geordnet aufbewahrt werden, dass die Überprüfung der Eintragungen jederzeit möglich ist

Einführung Krypto Steuer neu

Mit 1.3.2022 gilt die Krypto Steuer neu, damit gilt in der Regel eine Besteuerung nach dem besonderen Steuersatz in der Höhe von 27,5 % statt mit dem individuellen Steuersatz nach Tarif.

Vorsorgedepot – KESt-Behaltefrist – aus im Jahr 2022?

Unser Finanzminister Magnus Brunner war Anfang 2022 noch voller Euphorie, dass eine Behaltefrist bei Wertpapieren kommen wird und nach dieser Behaltefrist keine KESt mehr anfällt. Am Ende vom Jahr war dieses Thema noch immer nicht vom Tisch, doch der Finanzminister sah einen Koalitionspartner der andere wichtigere Dinge sah und eine Opposition, die den Finanzminister nicht verstand.

Anscheinend will niemand, außer Bundesminister Magnus Brunner dieses Vorsorgedepot mit einer Behaltefrist.

Abschaffung der kalten Progression ab 2023

Es war endlich soweit, dass die kalte Progression zu 2/3 ab dem Jahr 2023 abgeschafft wird und das bedeutet, dass die Steuerstufen sich anpassen und wir somit einen kleinen Inflationsausgleich erhalten. Zumindest zu 2/3 wurde die kalte Progression abgeschafft. Wer jetzt frohlockt, oh, die Inflation liegt doch bei 10 % und 2/3 davon sind fast 7 % der wird sogleich enttäuscht. Es gibt hier eine zeitliche Verzögerung. Für den Zeitraum Juli 2021 und Juni 2022 gab es eine von Wifo und IHS berechnete Inflationsrate in der Höhe von 5,2 Prozent. Das ist der Basiswert für die Steueranpassung. Zwei Drittel davon sind 3,47 %, was wiederum bedeutet, dass die Grenzwerte aller Steuerstufen um 3,47 Prozent angehoben werden. Das passiert erstmal 2023 und später Jahr für Jahr weiter. Mit dem restlichen Drittel, so der Entschluss der Regierung, werden die ersten beiden Steuerstufen weiter entlastet mit einer höheren Anhebung der Stufe. Statt einer Erhöhung um 3,47 % sind es dort 6,3 %.

Die Einkommensteuer Tabelle für 2022, 2023 und 2024 inklusive Berücksichtigung der kalten Progression

easybank Integration Hello Bank (23,6 Millionen Euro)

Die easybank hat Ende 2021 die Hello Bank übernommen und dafür 23,6 Millionen Euro an die ehemalige Mutter, der französischen BNP Paribas, gezahlt. Nun nach einem Jahr ist es soweit und die ehemaligen Hello Bank Kunden werden in das easybank Banking integriert bzw. die easybank Wertpapier Kunden erhalten das ex Hello Bank Trading. Alles ein wenig kompliziert – die Wirren sollten sich dann Anfang 2023 legen, wenn alles fertig migriert ist und alle betroffenen easybank Kunden ihren Zugang zum Banking und Trading haben.

FTX pleite, Krypto Winter, Nuri Insolvenz

FTX, eine der größten Krypto Börsen bzw. Broker ist pleite gegangen. Vermutlich einer der größten Betrugsfälle. Viele Milliarden sind verloren.

NURI, ein Anbieter von Konto, Karte und Krypto ist pleite gegangen. Das Erlösmodell war nicht tragfähig und die Geldgeber wollten nicht noch weiter Geld in das Unternehmen schießen. Daher das Aus!

Der Krypto Winter ist da. Coins wie Bitcoin, Ethereum & Co haben haben 60 % und noch mehr verloren über das Jahr. Da kommt keine Freude auf, speziell bei jenen, die noch nicht so lange mit dabei sind.

PFOF nichts weitergegangen

Payment for Orderflow. Wird es in der EU verboten? Ja? Nein? Vielleicht? Es wird weiter gerungen und es zeichnet sich vermutlich eine Vielleicht und kommt-darauf-an Entscheidung ab.

Steuerleicht: Trade Republic, Scalable Capital

Wann wird Trade Republic steuereinfach in Österreich? 2022? Nein, 2022 war es nicht, vielleicht dann 2023. Man wird sehen.

Scalable Capital hat 2022 bekannt gegeben, dass sie wie auch schon Trade Republic in Österreich einen eigenen Steuerreport anbieten werden, der es einfach machen soll, die erzielten Gewinne, Verluste, Erträge etc. zu versteuern. Mal sehen, was dieser Steuerreport kann und nicht kann.

DEGIRO hat aufgehört in Österreich

Angekündigt wurde es bereits 2021, schlussendlich hat DEGIRO in Österreich dann Anfang 2022 die Zelte offiziell abgebrochen. In Österreich soll nur Flatex als Angebot platziert werden aus dem Hause flatexDEGIRO. Wer möchte, kann aber natürlich auch weiterhin bei DEGIRO Deutschland ein Depot eröffnen.

Flatex streicht die Negativzinsen

Flatex, bekannt für die Negativzinsen hat dieses besondere Alleinstellungsmerkmal im Juli 2022 gestrichen, nachdem die Zinsen angestiegen sind.

Porsche IPO

Endlich wieder ein großer Börsengang im deutschsprachigen Raum, es war die Porsche AG die an die Börse ging und nach einigen Monaten kann festgestellt werden, es war ein erfolgreicher Börsengang. Von knapp über 80 Euro kletterte die Aktie sogar auf über 110 Euro und notiert zum Jahresende bei rund 95 Euro.

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