Ausschüttungsgleiche Erträge: Besteuerung und How-To mit ausländische Broker

Ausschüttungsgleiche Erträge: Besteuerung und How-To mit ausländische Broker

Das Wichtigste zusammengefasst

  • Was sind ausschüttungsgleiche Erträge und wann fallen diese an? Wie kann ich als Privater herausfinden, warum mir mein steuereinfacher Broker ausschüttungsgleiche Erträge abgerechnet hat, ich eine Steuerzahlung habe, obwohl ich gar Erträge erhalten habe? Hier gibt es die Auflösung!
  • Auf Profitweb.at können Sie die ausschüttungsgleichen Erträge herunterladen und selbst nachvollziehen. Ihr Broker rechnet mit diesen Daten ab. Gemeldet werden diese vom steuerlichen Vertreter des Fonds. Inklusive Erklärvideo!
  • Hat man keinen steuereinfachen Broker, sprich einen Broker im Ausland, so muss die Versteuerung selbst in die Hand genommen werden. Dies ist komplex, wurde aber dank einer verbesserten Meldestruktur 2019 leichter. Screenshots der E1 bzw. E1kv Beilage zur Einkommenssteuererklärung E1 für Einkünfte aus Kapitalvermögen.

In diesem Ratgeber

Die hier dargestellten Informationen wurden nach besten Wissen und Gewissen erstellt, dennoch kann sich ein Fehler eingeschlichen haben oder sich die Sachlage ändern. Nutzen Sie doch die Kommentarfunktion am Ende der Seite, um auf etwaige Fehler aufmerksam zu machen.

Die hier vorfindbaren Informationen können falsch sein bzw. sich durch Gesetzgebung, Rechtsprechung oder auch durch Erlässe der Finanzverwaltung verändern und natürlich kann die Besteuerung der Einzelperson auch noch durch verschiedene individuelle Parameter abhängen. All diese Faktoren sind hier natürlich nicht berücksichtigt und daher ist es wohl für jeden empfohlen sich an das Finanzamt oder einen Steuerberater zu wenden, welcher über die persönliche Situation bescheid weiß und so passende Beratung erfolgen kann.

Bei thesaurierenden Fonds fallen oftmals ausschüttungsgleiche Erträge (AgE ) an, welche versteuert werden müssen. Bei einem inländischen Broker übernimmt diese Versteuerung der ausschüttungsgleichen Erträge der Broker, bei einem ausländischen Broker ist der Steuerpflichtige selbst dafür verantwortlich seinen Fonds bzw. dessen ausschüttungsgleiche Erträge korrekt zu versteuern. Gleich ob Sie nun einen inländischen oder ausländischen Broker nutzen und dort einen thesaurierenden Fonds haben, es ist stets interessant, wie Sie den zu den Zahlen kommen um den Fonds korrekt zu versteuern bzw. um die Abrechnung Ihres Brokers nachvollziehen zu können. Hat man zum Zufluss-Zeitpunkt, also dem Meldezeitpunkt, der auschüttungsgleichen Erträge Anteile am Fonds, so müssen diese ausschüttungsgleichen Erträge versteuert werden.

Meldefonds oder Nicht-Meldefonds

Achten Sie darauf, dass Sie einen Meldefonds haben. Ein Meldefonds hat in Österreich einen steuerlichen Vertreter. Bestimmte Auslandsfonds haben keinen steuerlichen Vertreter und deren steuerliche Behandlung ist komplex und wird auch pauschal durchgeführt. Die Bemessungsgrundlage für die AgE wird nach einer Schätzformel ermittelt. Meist ist es so, dass durch diese Schätzformel es zu einer höheren steuerlichen Belastung des Fondsinhabers kommt. Genereller Tipp daher: Achten Sie daher beim Kauf, dass es sich um einen Meldefonds handelt.

Inländischer Broker oder ausländischer Broker

Mit einem ausländischen Broker haben Sie meist kostengünstigere Spesen, aber Sie haben sicherlich auch einen höheren Aufwand mit den steuerlichen Belangen. Auch wenn Broker wie DEGIRO damit werben, dass dort zum Nulltarif ETFs gekauft werden können oder zumindest sehr günstig, kann die jährliche Arbeit mit der korrekten Abführung der Steuer ein erheblicher Aufwand werden.

Ausschütter oder thesaurierender Fonds?

Es wird in der Veranlagung zwischen ausschüttenden und thesaurierenden Fonds unterschieden, in der Besteuerung gibt es hier den Unterschied, dass bei Substanzgewinnen (auch ausschüttungsgleiche Erträge genannt) im Jahr des Substanzgewinns nur 60 % der Steuerlast abgeführt werden und die restlichen 40 % beim Verkauf des Fonds fällig werden. Somit gibt es bei einem thesaurierenden Meldefonds einen kleinen steuerlichen Vorteil.

Ausschüttungen werden stets mit 100 % der 27,50 % Kapitalertragsteuer besteuert.

Profitweb liefert Ihnen die Daten zu den ausschüttungsgleichen Erträgen und der Steuer

In diesem Video können Sie zusehen, wie Sie zu den Informationen der ausschüttungsgleichen Erträge auf Profitweb kommen und welche Zeilen im Dokumenten-Download dann für Sie wichtig sind. Alternativ gibt es auch die darunter vorfindbare Anleitung. Der im Beispiel erwähnte Fonds ist ein Fonds, welcher in US-Dollar notiert (Umrechnung zum Stichtag nicht vergessen).

Ausschüttungsgleiche Erträge bei Meldefonds
Dieses Video ansehen auf YouTube.

Sie gehen auf Profitweb und und geben dort die ISIN Ihres Fonds ein. Die Abhandlung des Beispiels erfolgt mit dem ETF MSCI Emerging Markets UCITS ETF I (T)/USD  mit der ISIN „LU0635178014“, welcher von ComStage verwaltet wird.

Danach erhalten Sie das Ergebnis von Profitweb und Sie können hier nun die Details zum Fonds als PDF herunterladen oder Sie sehen sich die Steuerdaten des Fonds an. Wir möchten uns die Steuerdaten ansehen und sehen bereits bei der Übersicht, dass es sich hier um einen Fonds (bzw. ETF) handelt, welcher seit 2.6.2014 ein KESt-Meldefonds in Österreich ist. Mit einem Klick auf Steuerdaten gehts dann weiter.

Der Gesetzgeber wurde mit der Zeit gescheiter und hat mit den Reports 2019 weitere Kennzahlen eingeführt. Insbesondere die Kennzahlen 16.x sind für uns Anleger nun eine mehr als große Hilfe, denn hier findet sich ohne große Rechnerei die nötigen Angaben, welchen Zahlen in welches Feld der E1kv der Einkommensteuererklärung eingefügt werden müssen. Daher wird nun unterschieden „ab 2019“ und „bis 2019“.

Ab 2019

In den neueren Dateien in denen die steuerlichen Daten des Fonds gemeldet werden, finden sich alle nötigen Informationen schön und übersichtlich zum Eintragen in die E1kv inklusive den passenden Kennzahlen laut der Beilage E1kv.

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  • 16.1 Ausschüttungen 27,5% (Kennzahlen 897 oder 898) Achtung: allfällige AIF-Einkünfte sind gesondert zu erklären
  • 16.2 Ausschüttungsgleiche Erträge 27,5% (Kennzahlen 936 oder 937) Achtung: allfällige AIF-Einkünfte sind gesondert zu erklären
  • 16.3 Anzurechnende ausländische (Quellen)Steuer auf Einkünfte, die dem besonderen Steuersatz von 27,5% unterliegen (Kennzahl 984 oder 998)
  • 16.4 Die Anschaffungskosten des Fondsanteils sind zu korrigieren um

Genau mit diesen Daten kann die E1kv rasch und korrekt ausgefüllt werden. Die Angaben in der Meldung sind je Fondsanteil und je nachdem in welcher Währung der Fonds notiert, muss eventuell noch der Fondsanteil in Euro umgerechnet werden und am Ende mit der Anzahl der Fondsanteil zum Zeitpunkt der Meldung multipliziert werden.

Den jeweils aktuellen Umrechnungskurs bei Notierung in Fremdwährung zum Meldestichtag kann am besten hier abgerufen werden: Wechselkurs der EZB am Tage der steuerlichen Meldung. Erfolgt die Meldung lt. Profitweb z. B. am 2. Jänner 2018, so suchen Sie sich den Umrechnungskurs dazu. Zum 2.8.2018 war z. B. der Umrechnungskurs des Euro zum US-Dollar bei 1,2065. Nimmt man das obige Beispiel des ETFs „LU0635178014“ her, so sind die ausschüttungsgleichen Erträge in der höhe von 3,3517 US-Dollar umgerechnet dann 2,77803564 Euro ausschüttungsgleicher Ertrag pro Stück in Euro von dem die 27,50 %ige Kursgewinnsteuer abgeführt werden muss.

Bis 2019

Das Ergebnis bietet in der ganz rechten Spalte ein Excel-Icon. Mit einem Klick darauf lädt man sich eine Excel-Datei herunter mit den letzten Steuerdaten des Fonds. In diesem Fall wurden die Daten am 2.1.2018 gemeldet und betreffen das abgelaufene Fonds-Geschäftsjahr welches von 1.7.2016 bis 30.6.2017 lief.

In der Excel Datei die Sie hier erhalten haben Sie sehr viele Daten die es zu bewältigen gilt. Für Sie sind im Regelfall folgende Punkte in der Excel-Datei interessant bzw. wichtig:

  • Punkt 4. Steuerpflichtige Einkünfte
  • abzüglich Punkt 3.3.2 Inlandsdividenden steuerfrei gem. §10 KStG
  • abzüglich Punkt 5. Summe Ausschüttungen vor Abzug KESt, ausgenommen an die Meldestelle bereits gemeldete unterjährige Ausschüttungen
  • abzüglich Punkt 5.4 In der Ausschüttung enthaltene Substanzauszahlung
Bei diesem Beispiel des ETFs MSCI Emerging Markets UCITS ETF I (T)/USD mit der ISIN „LU0635178014“ wurden einige Zeilen ausgeblendet und nur noch die Zeilen mit den Nummern 4, 3.3.2 sowie 5. und 5.4 dargestellt. Diese sind für die Berechnung der ausschüttungsgleichen Erträge notwendig.

Aufpassen müssen Sie natürlich auch noch, in welcher Währung der Fonds gemeldet wird, denn im Falle einer Fremdwährung müssen Sie diese natürlich noch in Euro umrechnen. Macht dies nicht Ihr Broker für Sie, verwenden Sie dazu am besten den Wechselkurs der EZB am Tage der steuerlichen Meldung. Erfolgt die Meldung lt. Profitweb z. B. am 2. Jänner 2018, so suchen Sie sich den Umrechnungskurs dazu. Zum 2.8.2018 war z. B. der Umrechnungskurs des Euro zum US-Dollar bei 1,2065. Nimmt man das obige Beispiel des ETFs „LU0635178014“ her, so sind die ausschüttungsgleichen Erträge in der höhe von 3,3517 US-Dollar umgerechnet dann 2,77803564 Euro ausschüttungsgleicher Ertrag pro Stück in Euro von dem die 27,50 %ige Kursgewinnsteuer abgeführt werden muss.

Hat man 500 Stück dieses ETFs so ergibt sich daraus eine Schuld von 1.389,01782 Euro (500 Stück * 2,77803564 Euro). Von diesem Betrag berücksichtigt man nun die 60 % der Kapitalertragsteuer von 27,50 % was einen Endbetrag von 229,18 Euro ergibt (60 % von 381,97 Euro).

Hinweis: Damit es zu keiner Dopppelbesteuerung kommt, wird der Anschaffungswert Jahr für Jahr mit dem bereits versteuerten Wert der Substanzgewinne erhöht. Zum Zeitpunkt des Verkaufs des Wertpapieres wird somit der erhöhte Anschaffungswert berücksichtigt und so kommt es es zur korrekten Besteuerung.

In den Investmentfondsrichtlinien 2018 werden die notwendigen Schritte rudimentär so beschrieben.

Weitere Fälle von ausschüttungsgleichen Erträge – selten, können aber vorkommen:

Es gibt zwei weitere Fälle die auftreten können. Z. B. gibt es bereits unterjährige Ausschüttungen die aber nicht bei der Ausschüttung selbst an Profitweb (OeKB), sondern mit der Jahresmeldung als „bereits ausgezahlte, nicht gemeldete Ausschüttungen“ gemeldet wurden. Ist dies der Fall, so müssen Sie anhand Ihres Depotauszugs feststellen, wie viele Ausschüttungen Sie in diesem Jahr erhalten haben und wie hoch diese waren. Jede dieser Ausschüttung ist natürlich auch mit 27,50 % zu versteuern. Ist der Fall so gelagert, dass unter 12.9 „Auf bereits ausgezahlte, nicht gemeldete Ausschüttungen abgezogene KESt“ die steuerpflichtigen Einkünfte im Rahmen dieser Jahresmeldung höher sind, so ergibt sich ein negativer ausschüttungsgleicher Ertrag. Die negativen ausschüttungsgleichen Erträge werden mit den bereits erhaltenen Ausschüttungen des Depotauszugs saldiert und dieser Saldo wird der Besteuerung unterzogen.

Ein weiterer Fall ist der, dass unterjährige Ausschüttungen bereits an Profitweb (OeKB) gemeldet wurden. Hier ist es dann so, dass gleich die Kennzahl 12 „Österreichische KESt, die durch Steuerabzug erhoben wird“ verwendet werden kann, denn diese wird auf 100 % hochgerechnet.

Wenn Sie nun noch Fragen oder Ergänzungen zu diesem Beitrag über ausschüttungsgleiche Erträge von thesaurierenden Meldefonds und wo Sie die notwendigen Daten zur korrekten Versteuerung des Fonds finden können, so nutzen Sie die Kommentarfunktion dieses Artikels.

Steuereinfachen Broker verwenden

Die ausschüttungsgleichen Erträge selbst zu versteuern, da ein ausländischer Broker verwendet wurde, ist eine komplexe Sache, die von vielen wohl unterschätzt wurde, als man sich für einen Broker im Ausland entschied. Man spart sich dort wohl den einen oder anderen Euro, doch ist man bei der korrekten Versteuerung dann ganz auf sich selbst gestellt, denn die Informationen die man vom Broker aus dem Ausland erhält sind nur rudimentär und keine wirkliche Unterstützung. Wenn Sie die Zeit rechnen, welche Sie dafür aufwenden an die richtigen Zahlen zu kommen und diese in Ihre Einkommensteuererklärung einzusetzen, so könnte es passieren, dass sich die günstigeren Broker Preise im Ausland dann doch nicht rechnen.

Achtung: Die ausschüttungsgleichen Erträge nicht zu versteuern ist überhaupt keine gute Idee, denn die Broker aus dem EU-Ausland sind natürlich dazu verpflichtet die Depotinhaber an ihre nationalen Steuerbehörden zu melden und diese wiederum melden weiter an die österreichischen Finanzbehörden. Die Meldung ist sehr umfangreich und das Finanzamt weiß also bescheid über Ihr Depot. Geregelt ist dieser Austausch mit dem Zauberwort „Common Reporting Standard“. Einen eigenen Beitrag zu diesem Thema finden Sie hier.

Wenn Sie sich all den Ärger und die Mühen ersparen wollen, so verwenden Sie einen steuereinfachen Broker, welcher Ihnen die Arbeit abnimmt und für Sie die Steuer abführt. Günstige Broker mit Sitz in Österreich sind Flatex, DADAT und die Hello Bank:

Broker   
 
  • 200 Cash-Bonus wenn mind. 20 Trades in den ersten 12 Monaten getätigt werden (ausgenommen ETF-Sparpläne und CFD-Trades)
  • 3,80 Euro pro Trade gelten für 6 Monate ab Depoteröffnung
  • Als Neukunde zählt, wer zum Zeitpunkt der Kontoeröffnung kein über flatex vermitteltes Einzel- oder Gemeinschaftskonto/Depot bei Flatex  hat und eine natürliche Person ist.
 
Website
  • 100 € Cash-Bonus
  • bis 250 € Übertragsspesen Rückerstattung (mind. 2000 € pro Position)
  • Keine Gebühren für Orders im außerbörslichen Handel mit Premium Partner bis zu einer Höhe von 50.000 €
  • nur 2,95 Euro Kauf- bzw. Verkaufsspesen für 6 Monate ab Depoteröffnung bei börslichen Transaktionen bis 25.000 €
  • bis 80% Rabatt auf Ausgabeaufschläge bei Fonds für 6 Monate ab Depoteröffnung
  • keine Depotgebühr bis Ende 2020
 
Website
hellobank.at
  • bis 200 € Übertragsspesen Rückerstattung
  • nur 3,95 Euro Kauf- bzw. Verkaufsspesen für 6 Monate ab Depoteröffnung
  • 90% Rabatt auf Ausgabeaufschläge bei Fonds für 6 Monate ab Depoteröffnung
  • keine Depotgebühr bis Ende 2020
Website
  • Wertpapierhandel um 1 Euro für 3 Monate
  • Keine Depotgebühr bis Ende 2020
  • Übernahme der Übertragsspesen bis 1.000,- Euro und nur 1.000 Mindestwert einer jeden Position
Website

Das DADAT DEPOT und das Depot der Hello Bank überzeugen durch die zahlreichen Aktionen (keine Depotgebühr bis Ende 2019).  Bei Flatex überzeugen die dauerhaft niedrigen Gebühren (keine Depotgebühr, keine Kosten für das Verrechnungskonto) – nachteilig ist der Negativzins auf Guthaben am Verrechnungskonto. Online Broker wie die DADAT, Hello Bank oder auch die Bankdirekt haben sehr oft Neukundenaktionen die auch für die Gebühren für den Depotübertrag aufkommen. Auch als Bestandskunde lohnt sich eine Nachfrage beim Broker, wie es denn aussieht, wenn Sie ihre Wertpapiere, in diesem Fall Fonds bzw. ETF, zu einem anderen Broker transferieren möchten.

Besteuerung von ausschüttungsgleiche Erträgen mit ausländischen Brokern (Degiro, Onvista, Banx, CapTrader, Lynx & Co)

Es ist alles einfacher, wenn ein steuereinfacher Broker mit Sitz oder Niederlassung in Österreich verwendet wird, wie es bei Flatex, Hello Bank, DADAT, Easybank, etc. der Fall wäre. Will man dennoch den schweren und harten Weg gehen, so muss man die oben beschriebenen Daten für den ETF erheben und in das Formular E1kv, welches das Finanzamt anbietet, eintragen. Wie kommt man zum Formular E1kv für das jeweilige Jahr? Sie müssen dazu die Möglichkeit haben, eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Falls Sie dies bereits können, so starten Sie beim Punkt b) los, wenn Sie bislang eine Arbeitnehmerveranlagung gemacht haben, so starten Sie bei Punkt a) los – sie müssen sich zuerst in die Einkommensteuererklärung optieren.

a) Sie verwenden im Moment noch eine Arbeitnehmerveranlagung um eine Steuererklärung durchzuführen?

Wechseln Sie bitte zur Einkommensteuererklärung, denn nur dort gibt es das notwendige Formular E1kv. Um einen Erklärungswechsel von Arbeitnehmerveranlagung auf Einkommensteuererklärung durchzuführen, steigen Sie auf FinanzOnline ein, klicken danach im Menü auf „Eingaben > Anträge > Erklärungswechsel“ und dort wählen Sie den „Wechsel zur Einkommensteuererklärung“ aus. Nach dieser Aktion erhalten Sie die Bestätigung, dass der Erklärungswechsel erfolgreich durchgeführt wurde. Mit diesem Erklärungswechsel ändert sich für Sie nicht wirklich etwas, denn die bisherigen Positionen Ihrer Arbeitnehmerveranlagung können Sie natürlich weiterhin wie gewohnt durchführen und haben nun die Möglichkeit auch die ausschüttungsgleichen Erträge die bei einem ausländischen Broker angefallen sind, ordnungsgemäß über das Formular E1kv abzuführen. Nun können Sie bei b) fortfahren.

b) Sie machen bereits eine Einkommensteuererklärung?

Um die ausschüttungsgleiche Erträge ordnungsgemäß zu versteuern, wählen Sie in FinanzOnline das Formular E1kv aus (E1kv Beilage zur Einkommenssteuererklärung E1 für Einkünfte aus Kapitalvermögen). Bei den meisten Meldefonds wird es wohl so sein, dass einzig im Punkt 4. „Steuerpflichtige Einkünfte“ Beträge zu finden sind, welche zu besteuern sind. Aber Kontrolle ist besser und so sollte man auch alle andere Punkte aus der Excel Datei genauer untersuchen.

Achtung, EURO-Beträge einfügen: Achten Sie davor unbedingt darauf, dass Sie bei Fonds in Fremdwährungen zuerst die ausschüttungsgleichen Erträge der Fremdwährung in Euro umrechnen zum Kurs am Meldesichttag.

Ab 2019

Kennzahl 897 oder 898:

16.1 Ausschüttungen 27,5% (Kennzahlen 897 oder 898) Achtung: allfällige AIF-Einkünfte sind gesondert zu erklären

Kennzahl 936 oder 937:

Ausschüttungsgleiche Erträge 27,5% (Kennzahlen 936 oder 937) Achtung: allfällige AIF-Einkünfte sind gesondert zu erklären

Kennzahl 984 oder 998: 

Anzurechnende ausländische (Quellen)Steuer auf Einkünfte, die dem besonderen Steuersatz von 27,5% unterliegen (Kennzahl 984 oder 998)

Kennzahlen in der Beilage E1kv der Einkommensteuererklärung
In der Beilage E1kv zur Einkommensteuererklärung müssen die richtigen Kennzahlen ausgefüllt werden – mittlerweile ist das aber keine große Zauberei mehr.
Bis 2019

Kennzahl 898: 

5. Summe Ausschüttungen vor Abzug KESt, ausgenommen an die Meldestelle bereits gemeldete unterjährige Ausschüttungen

minus 

5.4 In der Ausschüttung enthaltene Substanzauszahlung

Kennzahl 937:

4. Steuerpflichtige Einkünfte

minus

3.3.2 Inlandsdividenden steuerfrei gem. §10 KStG

Kennzahl 936:

3.3.2 Inlandsdividenden steuerfrei gem. §10 KStG

Kennzahl 899:

11.1 KESt auf Inlandsdividenden

Kennzahl 998:

12.4 Minus anrechenbare ausländische Quellensteuer

Weil man es nicht oft genug sagen kann, auch hier wieder der Hinweis:

Alle Angaben ohne Gewähr und nach besten Wissen und Gewissen erstellt!

Die hier dargestellten Informationen wurden nach besten Wissen und Gewissen erstellt, dennoch kann sich ein Fehler eingeschlichen haben oder sich die Sachlage ändern. Nutzen Sie doch die Kommentarfunktion am Ende der Seite, um auf etwaige Fehler aufmerksam zu machen.

Die hier vorfindbaren Informationen können falsch sein bzw. sich durch Gesetzgebung, Rechtsprechung oder auch durch Erlässe der Finanzverwaltung verändern und natürlich kann die Besteuerung der Einzelperson auch noch durch verschiedene individuelle Parameter abhängen. All diese Faktoren sind hier natürlich nicht berücksichtigt und daher ist es wohl für jeden empfohlen sich an das Finanzamt oder einen Steuerberater zu wenden, welcher über die persönliche Situation bescheid weiß und so passende Beratung erfolgen kann.

Die einfachste Alternative zu all diesem Steuerkram ist es natürlich, wenn Sie sich einen steuereinfachen Broker suchen oder finden Sie den Aufwand überschaubar? Nehmen Sie sich einen Steuerberater dafür, oder versuchen Sie es auf eigene Faust?

Fazit

Das Thema Besteuerung von ausschüttungsgleichen Erträgen ist definitiv kein einfaches Thema und erfordert so einiges an Hirnschmalz. Ob die oben gemachten Ausführungen korrekt sind, das entzieht sich meiner Kenntnis. Sie sind auf jeden Fall nach besten Wissen und Gewissen erstellt und werden immer wieder aktualisiert. 

Handelt es sich um einen ausländischen Meldefonds, so liefert dieser über seinen steuerlichen Vertreter die Steuerdaten über Meldungen an die Österreichische Kontrollbank (OeKB), welche dieser auf der Website profitweb.at veröffentlicht. Von dort holt sich der steuereinfache Broker diese Daten und rechnet die Steuer im Namen des Kunden ab. Haben Sie keinen steuereinfachen Broker, so müssen Sie sich selbst das nötige Wissen aneignen und die Daten von Profitweb herunterladen, aufbereiten und schlussendlich über Ihre Einkommensteuer-Erklärung versteuern. Das Finanzamt und ein Steuerberater sind hier Ihre Hilfestellungen, damit auch alles mit rechten Dingen zugeht. 

Andreas von Broker-Test.at
Andreas ist Gründer und der Kopf hinter Broker-Test.at – er ist begeisterter Privatanleger, 1998 begann alles mit einem 20.000 Schilling Investment in die damalige Aktie des ehemals staatlichen Konzerns, der VA Tech (heute Primetals). Seit 2014 wird mit dieser Seite versucht mehr Transparenz für Interessierte und Anleger zu schaffen. 👉🏽 Mehr über mich und die Geschichte zu Broker-Test.at gibt es hier zum Nachlesen. 👉🏽 Zum Newsletter von Broker-Test.at kann hier die E-Mail Adresse eingetragen werden.
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258 Kommentare
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Ich habe einen ausschüttungsgleichen Ertrag von einem USA ETF von € 1.234,64 und zahle dafür € 327,19 KEST und dazu 15% USA KEST von 48,55.
Leider finde ich unter der isin IE00BYZK4552 bei der Kontrollbank/profitweb nicht. Meine Nachrechnung 60% von 1.234,64 davon 27,5% ergibt aber weniger.

Lieber Andreas ! Ja danke. Heute klappt profitweb. Danke auch für die 60% bzw. richtigen 100%. Danke und lg aus dem Nordburgenland.

Hallo Andreas,
ich habe eine Wertpapierabrechnung eines T-Fonds bekommen welche einen negativen agE ausweist, der steuerliche Anschaffungswert sich also verringert! Wie kann sowas entstehen?
KEST wird trotzdem abgeführt. Irgendwas verstehe ich nicht, scheint’s??!!
Für Aufklärung dankbar
Joe

Danke für die schnelle Antwort. Es handelt sich um LU1868836161. Die Abrechnung folgt genau den Meldedaten an profitweb, der Minusbetrag unter 16.4 ist mir trotzdem unverständlich! (wüsste nicht was ich hier vermischen könnte?)

Ich verstehe dich. Die prinzipielle Frage ist, ist eine Senkung des Anschaffungswertes -wie in profitweb gemeldet- logisch überhaupt möglich?
Danke für deinen Zeitaufwand!

Nochmal danke!

Hallo Andreas!

Eine Frage.

Wie ist es in profitweb.at angegeben, bei den Ausschüttenden ETF’s die z.B. quartalsweise ausschütten.
Soll ich dann alle Meldeungen nehmen und adieren, die für einen bestimmten Kalenderjahr angegeben sind, oder eine von diesen Meldungen ist die Jahresmeldung und nur die soll ich bei meiner Arbeitsnehmerveranlagung berücksichtigen?

MfG,
Adrian

Jetzt habe ich das gefunden.

Art der Meldung: Jahresmeldung.

Ich bin so froh.
Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen.

Jetzt auch mit einen nicht steuereinfachen Broker und mit einer einfachen Excel Datei kann man alles ziemlich leicht ausrechnen.

Noch einmal, danke Andreas du bist für einige Menschen hier in Österreich wie ein Schutzengel.

MfG,

Adrian

Hallo Andreas!

Danke für deine ausführlichen Erklärungen! 🙂

Wie schaut es eigentlich bei ETFs und Sparplänen aus: Wenn ich über die Jahre einen ETF bespare, muss ich dann die gewichteten, angepassten steuerlichen Anschaffungswerte mitteln? Oder kann ich bei Teilverkäufen die entsprechenden, für mich „besten“ (d.h. steueroptimierten) Anschaffungswerte verwenden? Und gibt es eigentlich auch „ausschüttungsgleiche Verluste“ bei ETFs, welche man mit Gewinnen innerhalb eines Jahres gegenrechnen kann?

Danke!
LG

Hallo Andreas!

Schade, kein FIFO 😉

Danke!
LG

Hallo Andreas!
Ihr diskutiert hier nur über ETF, die mich momentan nicht interessieren. Ich überlege meine Aktiendepot von Österreich nach Deutschland (DKB) zu verlegen.
Ich mache jetzt schon meine Einkommensteuererklärung selbst über Finanz Online. Nachdem ich Dein Video und Deine Erklärungen gesehen habe, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Steuererklärung über die in Deutschland ausgeschüttet Dividenden so kompliziert ist. Oder sehr ich es falsch?
Danke
Ashok

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