Broker Experiment: Kauf 6×9, 54 Stück SPDR MSCI ACWI UCITS ETF – ISIN IE00B44Z5B48

Am 12. Juli 2019 war es soweit, der zweite Kauf des Broker Tests erfolgte über die 6 Depots. Der Kauf wurde in diesem Video festgehalten:

Video

Chart SPDR MSCI ACWI UCITS ETF – ISIN IE00B44Z5B48

Am Tag des Kaufes stand die MMK Aktie bei ca. 110 bis 111 Euro.

Chart des SPDR MSCI ACWI UCITS ETF – ISIN IE00B44Z5B48 – die Entwicklung der letzten Jahre war äußerst positiv! Der Chart wurde der Website der Frankfurter Börse entnommen und ist in Euro

Order

Die Order wurde am frühen Nachmittag an der Börse Frankfurt Parkett und XETRA Frankfurt aufgegeben. Gedacht wäre, jede Order über XETRA Frankfurt laufen zu lassen, doch in der Eile wurden teilweise die Order über das Frankfurter Parkett aufgegeben, was sich in erhöhten Gebühren widerspiegelt. Bei jedem Broker wurden 9 Stück mit einem Limit von 120,90Euro geordert und aufgegeben.

Bei der Order wurde die Bankdirekt-Order nicht sogleich genommen und die Order musste nach zwei Anläufen dann erneut eingegeben werden. Woran es lag, ob das Problem vor dem Bildschirm oder hinter dem Bildschirm positioniert war, ist unklar.

Ordergebühren (Kauf)

Wie sieht es denn mit den Ordergebühren aus beim Kauf der insgesamt 54 Stück des SPDR MSCI ACWI UCITS ETF? Nun, bei manchen Brokern ist es so, dass das Mascherl „Neukunde“ vorhanden war und so günstiger gekauft werden konnte. Die tatsächlichen Gebühren die verrechnet wurden, zum Teil dank Neukundenbonus sahen dann so aus:

  Ordergebühren
Degiro 1.089,97 €
Bankdirekt* 1.094,24 €
Flatex 1.097,02 €
Easybank 1.099,20 €
Hello Bank* 1.097,90 €
DADAT 1.100,68 €
Kaufkosten gesamt 6.579,01 €

* Bei diesen Anbietern gab es vergünstigte Gebühren dank Neukunden-Mascherl.

Die Abrechnungsbelege der verschiedenen Broker:

Ausschüttung / Ausschüttungsgleiche Erträge

Der SPDR ETF ist ein thesaurierender ETF und daher ist bei diesem ETF in der Regel mit keiner Ausschüttung zu rechnen. Jedoch sind ausschüttungsgleiche Erträge in jedem Jahr zu rechnen und somit bedeutet das, dass es zu einer Versteuerung kommt. Für Neulinge im ETF-Thema ist das meist unverständlich, wie es sein kann, dass auf einmal eine Belastung ohne Gutschrift zustande kommt. Der Broker zieht nämlich die Steuer ganz einfach vom Verrechnungskonto ab.

Da es sich beim SPDR MSCI ACWI UCITS ETF (ISIN IE00B44Z5B48) um einen Meldefonds handelt, werden die Daten regelmäßig von einem steuerlichen Vertreter des Fonds an die Österreichische Kontrollbank (OeKB) gemeldet. Diese Daten sind öffentlich einsehbar auf der Website Profitweb.at und werden von den Instituten zur Abrechnung der Steuer verwendet. Wir Privatanleger können mit diesen dort veröffentlichten Daten die Abrechnungen kontrollieren. Wie das geht inklusive weiterer Informationen gibt es in diesen beiden Beiträgen:

Ende Oktober 2019 war es nun soweit, die erste Abrechnung der Broker über die ausschüttungsgleichen Erträge hat stattegefunden.

Das Video dazu:

Die Abrechnung der Steuer auf Basis der ausschüttungsgleichen Erträge passierte bei allen Brokern, bis auf Degiro. Degiro ist kein steuereinfacher Broker und so muss sich der Kunde selbst um die ordnungsgemäße Versteuerung kümmern. Dies ist bei Fonds jedoch wirklich eine große Herausforderung und selbst, wenn es sich um einen Ausschütter handelt, kann dieser auch thesaurieren und so auch wieder ausschüttungsgleiche Erträge anfallen. Ein Check auf Profitweb heißt es hier allemal vorzunehmen, damit sicher gegangen werden kann, dass auch tatsächlich nichts zu versteuern ist. Bei Degiro wird das von mir im Rahmen der Einkommensteuererklärung und dem Anhangsformular E1kv gemacht.

Die Abrechnungen von 

  • Easybank
  • Bankdirekt
  • Hello Bank und
  • DADAT

sind klar und nachvollziehbar und ebenso sehr ähnlich aufgebaut. Bei der Flatex läuft die Abrechnung ein wenig anders, ist jedoch auch nachvollziehbar, abgesehen vom Punkt Erhöhung des Anschaffungswert (siehe nächster Punkt).

Abgebucht an Steuern wurden bei den Brokern folgende Werte, Ausgangsbasis waren bei allen 5 Brokern die gleichen 9 Stück der SPDR ETFs:

DADAT 13,14 €
Hello Bank 13,13 €
Flatex 13,23 €
Bankdirekt 13,18€
Easybank 13,16 €

Diese Summen wurden dann von den jeweiligen Verrechnungskonten abgebucht.

Vermeidung Doppelbesteuerung: Erhöhung Anschaffungskurs

Sehr speziell ist ja der Punkt, dass bei Thesauriern die Ausschüttungen den Wert des Fonds steigern und dieser sich dann im Kurs widerspiegelt. Wird das Wertpapier später verkauft, wird Verkaufskurs – Anschaffungskurs gerechnet und im Fall eines Kursgewinns wird hiervon dann Kursgewinnsteuer fällig. Weil bereits in den Jahren zuvor jedoch für einen Teil der auschüttungsgleichen Erträge Steuern bezahlt wurden, wird im Hintergrund der Anschaffungswert erhöht, damit am Ende beim Verkauf es nicht zu einer Doppelversteuerung kommt.

Entsprechende Hinweise, dass der Anschaffungswert erhöht wurde und um wie viel, finden sich bei den Brokern

  • Easybank
  • Bankdirekt
  • Hello Bank und
  • DADAT

Auf den Abrechnungen gibt es bei all diesen Brokern eine zweite Seite, wo diese genau anführen wie hoch der bisherige Anschaffungswert war, um wie viele dieser nun erhöht wird und wie hoch der Anschaffungswert nun nach dieser Buchung ist. Ein Hoch auf die Transparenz bei diesen Brokern, ein fettes Minus an dieser Stelle jedoch an Flatex, denn hier ist diese Information nicht auf der Abrechnung ersichtlich!

Spannendes Detail von der Bankdirekt, welches natürlich auch bei allen anderen Brokern sein könnte. Hier wurde

Gebühren

Es sind bei der Abrechnung der Steuer für die ausschüttungsgleichen Erträge keine Gebühren angefallen, bei keinem der Broker. Was jedoch passieren kann ist, dass Sollzinsen anfallen. Warum Sollzinsen? Nun, als Geizhals versuchen Anleger möglichst wenig Cash am Verrechnungskonto des Brokers liegen zu lassen. Kommen dann steuerliche Abrechnungen ohne Ertragsausschüttung, so fallen lediglich Kosten an, ohne dazugehörige Erträge am Verrechnungskonto.

Da kann es schnell einmal passieren, dass der Kontostand am Verrechnungskonto ins Minus rutscht. So können dann Sollzinsen entstehen.

Daher ist es speziell beim Anbieter Flatex stets eine gewisse Herausforderung für jene die kein Guthaben dort stehen lassen möchten in Bezug auf Vermeidung der Negativzinsen und dennoch genügend Cash dort geparkt haben möchten für die Abrechnung der Steuer für die ausschüttungsgleichen Erträge.

Für Tüftler und Optimierer können die vergangenen Jahre mit den Steuerdaten des ETFs ein Anhaltspunkt sein. In unserem Beispiel waren die Abrechnungstermine folgende:

  • 25.10.2019
  • 30.10.2018
  • 12.09.2017
  • 18.8.2016

Auf Profitweb sind bisher 4 Eingaben des steuerlichen Vertreters des ETFs zu finden. Am 25.10.2019 wurde für das aktuelle Jahr veröffentlicht, welche Steuern zu zahlen sind.

Eine Optimierung ist hier nicht einfach, denn die letzten beiden Jahre war es stets Ende Oktober der Abrechnungszeitpunkt, in den Jahren davor war es jedoch der September bzw. August. Ein Anhaltspunkt ist es jedoch auf jeden Fall.

Devisenkurs

Beim Devisenkurs ist wieder das alte Muster ersichtlich. Flatex hat hier einen sehr günstigen Devisenkurs der zur Anwendung kommt bei der Abrechnung. In diesem Fall heißt es jedoch, dass die Steuerlast daher höher ist. 

Flatex 1,1107
Bankdirekt 1,1151
Easybank 1,1163
DADAT 1,1187
Hello Bank 1,1188

Die Spread zwischen dem besten und dem schlechtesten Kurs war in diesem Fall wieder bei fast 1 %. Ganz hinten, wie gewohnt war wieder die Hello Bank zu finden. Die DADAT dieses Mal auch mit einem sehr hohen Devisenkurs.

Abrechnungen

Hier die Screenshots der Abrechnungen für die ausschüttungsgleichen Erträge des SPDR MSCI ACWI ETFs:

Versteuerung thesaurierenden ETF, wie funktioniert es?

Wie funktioniert die Versteuerung der ausschüttungsgleichen Erträge bei einem thesaurierenden ETF? Nun nach den Recherchen auf der Website Profitweb.at der OeKB und den Abrechnungen der Broker sieht es so aus, als ob die Institute sich hauptsächlich bei den Kennziffern 12 bzw. 16.x bedienen würden, um die Versteuerung der ausschüttungsgleichen Erträge vorzunehmen. Nach den Recherchen auf Basis des ETFs des Experiments ergeben sich anscheinend folgende Sachverhalte:

Abrechnung der Bankdirekt.at

Um die KESt auf ausländische Dividende errechnen zu können, müssen die Punkte 12.3 und 12.4 addiert werden und mit der Anzahl der gehaltenen ETFs multipliziert werden. In diesem Fall also 9 Stück. Das ergibt dann 4,07 Euro. Mit dem Devisenkurs der Bankdirekt.at ergibt das dann 3,65 Euro. Die Kapitalertragsteuer von 9,53 Euro ergibt sich aus der Addition von Punkt 12.1 mit 12.8 und diese Summe wieder mit der Anzahl von 9 ETFs multilpiziert und dividiert durch den Devisenkurs. 

Wer es sich einfach machen möchte, kann auch einfach Punkt 4 mit Punkt 12.4 addieren. Die Summe wird mit dem Devisenkurs dividiert und mit der Anzahl an Stück von 9 multipliziert.

Abrechnung bei Flatex der ausschüttungsgleichen Erträge beim ETF

Abrechnung bei Flatex der ausschüttungsgleichen Erträge beim ETF

Bei der Abrechnung der Bankdirekt wird auf der 2. Seite gezeigt, dass der Anschaffungswert erhöht wird. Da wird der Punkt 16.4 mit dem Devisenkurs Mittel dividiert und mit der Anzahl der 9 Stück multipliziert – oder alternative die Positionen 16.2 und 12.4 addiert.

Abrechnung Flatex

Bei Flatex ist es so, dass ganz oben die Bruttothesaurierung pro Stück angegeben wird, was die Position 16.4 entspricht. Multipliziert mit der Anzahl von 9 Stück sind das dann 60,04 US-Dollar.

Der Endbetrag von 13,23 Euro ergibt sich aus der Addition von Punkt 4 und 12.4 der Profitweb Datei multipliziert mit der Anzahl von 9 Stück und der Division mit dem Devisenkurs.

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