Broker im Ausland: Vorteile und Nachteile

Die Versuchung ist rasch da, einen Broker im Ausland zu wählen. Noch mehr Auswahl, noch mehr Möglichkeiten und die Konditionen auch noch günstiger. In diesem Beitrag gibt es die Vor- und Nachteile von einem Broker im Ausland auf einen Blick.

Video

Broker im Ausland: Vorteile und Nachteile

Damit soll es leichter fallen, die richtige Entscheidung zu treffen, denn wer JA zu einem Broker im Ausland sagt, der muss auch damit rechnen, dass das Thema Steuern früher oder später sehr massiv aufschlägt.

Vorteile

  • Mehr Broker zur Auswahl vorhanden
    • Größere Auswahl an Assets bzw. Wertpapieren (z. B. Optionen, Futures)
    • Günstigere Konditionen
    • Mehr Börsenplätze
    • Mehr Orderarten
    • Mehr Software Möglichkeiten (Trading Software)
  • Diversifikation des Vermögens (Länder)

Nachteile

  • Ausländische Gesetzgebung der Broker-Bedingungen
  • Steuern
    • Aufzeichnungspflicht (mit 2023)
    • Im Bereich der Kapitalmaßnahmen gibt es eine Fülle an EU-Regulierungen. Wenige Steuerberatungen haben in diesem Bereich Expertise und wenn doch, sind diese besonders teuer.
    • Steuererklärung (Aufbereitung der Daten plus Abgabe der Einkommensteuererklärung)
    • Direkte Haftung für korrekte Abfuhr der Steuern
    • Vierteljährliche Vorauszahlungen Einkommensteuer (kein Steuervorteil)
  • evtl. Sprachbarriere
  • Herausforderung Depotübertrag (Übermittlung der Einstandskurse klappt nicht immer problemlos, bestimmte Wertpapiere werden nicht angenommen)
  • Keine Unterstützung der heimischen Wirtschaft
  • Ab einem Verkürzungsbetrag von €100.000 droht einem im Rahmen des Finanzstrafverfahrens ein Eintrag ins allgemeine Strafregister (passiert bei größeren Depots, speziell bei Kapitalmaßnahmen schnell)

Danke an User Simson der im oben angeführten Video einen wertvollen Kommentar schrieb in Hinblick auf die Kapitalmaßnahmen.

Lohnt sich ein Broker im Ausland?

Ob sich ein Broker im Ausland lohnt, ist sehr von den individuellen Gegebenheiten abhängig. Wenn die liebe Steuer einen nicht abschreckt, weil viel Steuer-Vorkenntnis vorhanden ist und das investierte Vermögen hoch bzw. sehr hoch ist, könnte ein Broker im Ausland besonders interessant sein. Auch, wenn besondere Wertpapiere Assets interessant sind wie Futures oder Optionen, dann ist ein Broker im Ausland eine interessante Möglichkeit.

Hard Facts

Ob sich ein Broker im Ausland lohnt, kann mit einer Kostenvergleichsrechnung geprüft werden. Auf der einen Seite wird die Kostenersparnis durch den Auslands Broker errechnet und auf der anderen Seite werden die voraussichtlich aufgewendeten Stunden für einen Broker im Ausland verwendet.

  • Kostenersparnis durch Nutzung eines Brokers im Ausland (Depotgebühr, Ordergebühr-Ersparnis, andere Kostenkomponenten)


vs.

  • Aufwand – Aufwand in Stunden (Einkommensteuererklärung, Nachkommen der Dokumentationspflichten, Ergänzungsersuchen und Worst Case Steuerprüfung)

Beispiel:

Zuerst wird errechnet, was ein Depot in Österreich kosten würde. In diesem Fall wird mit einer Depotgebühr von 0,09 % p.a. gerechnet und mit einer jährlichen Ersparnis bei den Ordergebühren von 100 € (20 Trades à 5 € Ersparnis). Damit gäbe es die folgenden Kosten bei einem inländischen, steuereinfachen Broker:

DepotgrößeDepotgebührOrdergebühren Ersparnis (20 Trades à 5 €)Gesamtkosten
10.000 €9 €100 €109 €
50.000 €45 €100 €145 €
100.000 €90 €100 €190 €
500.000 €450 €100 €550 €

Auf der anderen Seite stehen die zeitlichen Aufwendungen für das Nachkommen der Dokumentationspflicht, der Aufbereitung der Daten für die Steuererklärung plus die Abgabe der Einkommensteuererklärung. Dazu natürlich die Aufwendungen wenn an das Finanzamt Ergänzungsersuchen geschickt werden müssen oder gar eine Finanzamtsprüfung ansteht.

Hierzu werden die folgenden Aufwendungen geschätzt:

  • 30 Stunden im Jahr * 20 € = 600 € (auch die eigenen Stunden sollten mit einem Stundensatz bewertet werden, außer man sieht es als Hobby und liebt es seine Zeit mit Steuern zu verbringen.

Achtung: Oftmals wird der eigene Aufwand stark unterschätzt. Das liegt entweder darin, dass immer wieder „eh nur schnell“ etwas erledigt wird oder die Steuer-Sache nicht ernst genug genommen wird.

Fazit aus dem Beispiel:

Je höher die Depotgröße, desto eher lohnt sich die Kostenersparnis des Brokers im Ausland. Für ein kleineres Depot im Ausland mit einer Depotgröße von 10.000 oder 50.000 Euro ist es in diesem Beispiel nicht sinnvoll, zu einem Broker im Ausland zu wechseln.

Soft Facts

Neben den Kosten bzw. den Aufwand in Euro bewertet gibt es natürlich noch andere Fakten, die weichen Fakten. Mit einem Broker im Ausland gibt es viel mehr Möglichkeiten. Seien es der Zugang zu bestimmten Asset Klassen wie Futures oder Optionen. Sei es die Möglichkeit eine bestimmte Trading Software zu verwenden. Bei den weichen Fakten gibt es ganz viele Gründe, warum ein Broker im Ausland durchaus sinnvoll und interessant sein könnte.

Auf Soft Facts: genau der Broker den ich brauche für die Umsetzung meiner Strategie vs. Risiko, Trading Software Möglichkeiten, Angebot, ausländische Gesetzgebungen (schwer zu durchschauen, Gesetzgebungen und Ansprüche an Broker sind in AT und DE deutlich höher als in Zypern, Malta, Seychellen)

Fazit

Ob sich ein Broker im Ausland lohnt, hängt von vielen Faktoren ab. Die Entscheidung kann nur persönlich getroffen werden. Im Mittelpunkt der Entscheidungsfindung müssen die eigenen Präferenzen stehen und die Gewissheit, dass das Thema Steuern verstanden wird. Wer einen Broker im Ausland verwendet, der hat mehr zu tun, als bei einem Inlandsbroker. Dieser Aufwand sollte auch in Geld bewertet werden. Nur zu schnell wird auf einen Steuerreport vertraut, doch ist das Thema Steuern definitiv nicht erledigt mit dem Ausfüllen einer Steuererklärung mit den Zahlen eines Steuerreports eines ausländischen Brokers. Die Realität ist viel komplexer.

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