Beachte: Veranlagungen in Finanzinstrumenten sind mit Risiken verbunden und können neben den Erträgen auch zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

Auslandsdepots und das Finanzamt

Auslandsdepots und das Finanzamt

Das Wichtigste zusammengefasst

  • Wer ein Wertpapierdepot im Ausland hat, dessen Depot ist ziemlich sicher auch bereits der heimischen Finanz bekannt.
  • CRS, der Common Reporting Standard, legt fest, dass umfangreiche Daten wie 
    • Name
    • Steueridentifikationsnummer
    • Geburtsdatum und -ort
    • alle Arten von Kapitalerträgen (Zinsen, Dividenden, Einkünfte aus bestimmten Versicherungsverträgen)
    • Verkaufserlöse
  • gemeldet werden. Daher immer steuerehrlich sein und die Depots im Ausland nicht vergessen bei der Einkommensteuererklärung.

In diesem Ratgeber

Der Common Reporting Standard (CRS) wurde 2015 als EU-Recht übernommen, um weltweit gegen Steuerhinterziehung anzukämpfen. In allen EU-Ländern, darunter natürlich auch Österreich gilt der Common Report Standard, welcher besagt, dass Banken und Broker an das heimische, österreichische Finanzamt bestimmte Informationen liefern muss. Im Vergleich zur Meldung der österreichischen Banken und Broker ans heimische Kontenregister beim Finanzamt, sind die gemeldeten Daten des Common Reporting Standards weitaus umfangreicher.

Automatischer Informationsaustausch: Zinsen, Dividenden, Veräußerungserlöse, Depotstand, etc.

Ausländische Banken und Broker müssen sämtliche Daten zu Österreichern an das österreichische Finanzamt melden. Darunter fallen alle Zinseinkünfte, alle Dividenden, Gewinne aus Veräußerungen und natürlich den jeweils aktuellen Stand des Depots zum Jahresende. Grundsätzlich war es auch bisher schon so, dass die Einkünfte und Erlöse aus dem Auslandsdepot in die Steuererklärung aufgenommen werden muss, aber manche haben es wohl vergessen, um es positiv zu formulieren. Nun aber ist es höchste Zeit nichts mehr zu vergessen, denn die Finanzbehörden wissen über das Depot bescheid und natürlich auch über jede Bewegung, jede Dividende, etc. – daher gaben Sie in Ihrer Steuerklärung auch wirklich jeden Cent an, denn es zahlt sich nicht aus, den Staat zu betrügen, er weiß nun über alles bescheid und überprüft sie auch, ob Sie wahrheitsgemäß Ihre Angaben getätigt haben.

Wann wird was gemeldet? PwC hat folgenden Fahrplan erstellt, ab wann, was gemeldet wird. 2017 ist das Schicksalsjahr in dem aus dem Ausland nach Österreich an die Finanzbehörden gemeldet wird:

PwC hat in dieser Übersicht zusammengefasst, wie der zeitliche und inhaltliche Fahrplan zur Erfüllung des Common Reporting Standards in Österreich ist. Quelle https://www.pwc.at/herausforderung/crs-2015.pdf

Welche Depots sind denn betroffen von einer Meldung an das österreichische Finanzamt?

Haben Sie ein Depot z. B. bei einen der folgenden Broker:

  • DEGIRO
  • BANX Broker
  • CapTrader
  • LYNX
  • Comdirect
  • Scalable Capital
  • Onvista
  • Trade Republic
  • Revolut
  • Bux Zero
  • DKB
  • Smartbroker
  • Swissquote
  • Trading 212
  • eToro

so seien Sie sich bewusst, dass der Broker Ihr Depot an das österreichische Finanzamt übermitteln wird.

Welche Daten werden genau an das österreichische Finanzamt übermittelt?

Der Broker wird dem Finanzamt in seinem Heimatland folgende Daten über seine Kunden übermitteln: 

  • Name
  • Anschrift
  • Ansässigkeitsstaat
  • Steueridentifikationsnummer
  • Geburtsdatum und -ort
  • Kontonummer
  • Kontostand zum Ende des Berichtsjahre
  • alle Arten von Kapitalerträgen (Zinsen, Dividenden, Einkünfte aus bestimmten Versicherungsverträgen)
  • Verkaufserlöse

Das ausländische Finanzamt wiederum wird genau diese Daten der österreichischen Kunden des Online Brokers im Ausland, weiterleiten an das österreichische Finanzamt.

Manche Broker sind sogar so nett und geben den Kunden bekannt, was sie denn an die nationalen Steuerbehörden melden werden. So zum Beispiel informiert die Comdirect freundlicherweise die Kunden mit einem gesonderten Schreiben. Müssen tun sie das nicht.

 

CRS Meldung Comdirect

Achtung bei ausschüttungsgleichen Erträgen bei Fonds und ETFs

Die Broker bieten oftmals eine Jahresaufstellung an, welche dem Kunden dabei helfen soll, alles korrekt zu versteuern. Bei Fonds und ETFs die thesaurierend sind, gibt es noch die ausschüttungsgleichen Erträge. Diese werden von einem inländischen Broker automatisch versteuert, bei einem ausländischen Broker jedoch nicht. Darum müsste sich der Kunde selbst kümmern. Das bedeutet, dass der Kunde sich erkundigen muss, wie hoch die ausschüttungsgleichen Erträge sind und diese über die Einkommensteuererklärung versteuern. Ein sehr mühseliges und aufwendiges Verfahren. Mehr zum Thema ausschüttungsgleiche Erträge bei Fonds (und natürlich auch bei ETFs) finden Sie hier.

Welcher Broker ist nun ein Auslandsbroker?

Im Online Broker Vergleich gibt es eine Spalte, welche „steuereinfach“ heißt. Sehen Sie hier im Vergleich ein „Ja“ so bedeutet dies, dass die Wertpapier KESt automatisch vom Broker an das Finanzamt abgeführt werden kann. Ebenso verhält es sich beim automatischen Verlustausgleich. Ziehen Sie diese Broker in Betracht, wenn Sie es sich einfach machen wollen und einen steuereinfachen Broker möchten. Wenn Sie gerne das Heft selbst in die Hand nehmen und der Meinung sind, dass Sie gerne die Daten selbst erheben zur ordnungsgemäßen Versteuerung, so können Sie sich ruhig auch um einen Broker umsehen, der nicht steuereinfach ist und im Ausland sitzt. Hier haben Sie meist den Vorteil, dass es keine Depotgebühren und sehr günstige Ordergebühren gibt.

Fazit

Wenn Sie einen Online Broker im Ausland nutzen, so ist das Ihr gutes Recht. Nutzen Sie ihn! Seien Sie sich aber auch bewusst, dass Sie über Ihre Einkommensteuererklärung Ihre Kursgewinne, Dividenden, Zinsen etc. versteuern müssen. Mittlerweile ist das Meldewesen so engmaschig und so international, CRS sei dank, dass das heimische Finanzamt Ihre Wertpapierdepots im Ausland sehr genau kennt. Hier sind viel genauere Daten bekannt, als das Finanzamt über das heimische Kontenregister weiß.

Andreas von Broker-Test.at
Andreas ist Gründer und der Kopf hinter Broker-Test.at – er ist begeisterter Privatanleger, 1998 begann alles mit einem 20.000 Schilling Investment in die damalige Aktie des ehemals staatlichen Konzerns, der VA Tech (heute Primetals). Seit 2014 wird mit dieser Seite versucht mehr Transparenz für Interessierte und Anleger zu schaffen. 👉🏽 Mehr über mich und die Geschichte zu Broker-Test.at gibt es hier zum Nachlesen. 👉🏽 Zum Newsletter von Broker-Test.at kann hier die E-Mail Adresse eingetragen werden.
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