Beachte: Veranlagungen in Finanzinstrumenten sind mit Risiken verbunden und können neben den Erträgen auch zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

Apollo Global Private Markets vs. EQT Nexus Fund – Kostenvergleich bei Trade Republic

Trade Republic steigt in das Geschäft mit aktiven Fonds ein, genauer gesagt in Fonds die in Private Equity investieren. Damit will Trade Republic sein Angebot erweitern, den Kundschaften mehr Möglichkeiten anbieten und für sich neue Erlösquellen erschließen. Trade Republic erhält laut den ex-Ante Kosteninformationen bei den Beispielkäufen 1,4 bzw. 1,1 % von der investierten Summe. Dass Banken an ihren vertriebenen Produkten etwas verdienen möchten ist nichts besonderes, ungewöhnlich ist es für die Neobroker jedoch, denn diese warben stets mit den doch günstigen Konditionen. Diese Zeiten könnten sich für die Kundschaften nun ändern, denn auch die vermeintlich günstigen Neobroker bieten nun Produkte mit hohen Gebühren an, wie es dieses Fallbeispiel von Trade Republic zeigt.

Eine neue Assetklasse mit hohen Renditezielen wurde hier eingeführt – 12 % im Jahr – ob das tatsächlich möglich ist? Was sicher ist, das sind die Kosten und selbst die sind teilweise variabel bzw. schwer feststellbar.

Video

In diesem Video setze ich mich mit Trade Republics neuem Angebot, den Private Markets, auseinander:

Trade Republic startet Private Markets: bis zu 4,5 % und mehr an jährliche Kosten!

Trade Republic Private Markets: Hohe Kosten, geringe Liquidität – lohnt sich der Einstieg?

Trade Republic wagt den Schritt in den Private-Equity-Markt und öffnet mit „Private Markets“ eine neue Anlageklasse für Privatanleger:innen. Ab 1 Euro können Kund:innen in die Fonds EQT Nexus und Apollo Global Private Markets investieren – mit hohen Verwaltungs- und Performance-Gebühren von bis zu 4,5 % pro Jahr. Beide Fonds sind illiquide, Rückgaben sind nur quartalsweise und unter Einschränkungen möglich. Besonders für österreichische Anleger:innen heikel: Es handelt sich um Nicht-Meldefonds, was eine pauschale Besteuerung zum Jahreswechsel nach sich zieht. Im Beitrag analysiere ich Chancen, Risiken und die hohen Kosten dieser neuen Investmentmöglichkeit.

In diesem Beitrag gibt es die Details dazu.

In diesem Beitrag geht es um die Analyse der ex-Ante Kostenausweise und die Gegenüberstellung mit den Informationen aus dem Basisinformationsblättern der angebotenen Fonds. Auf jeden Fall: Die Gebühren sind knackig!

Vergleichstabelle

Vor dem Kauf findet sich in der Kosteninformation der ex-Ante Kostenausweis, der mehr Infos über die Kosten bringt, wobei auch hier nicht alle Daten vorhanden sind

In Kursiv werden in manchen Spalten die Informationen aus dem Basisinformationsblatt (KID, Key Information Document) angeführt. Diese weichen da und dort von den Angaben im ex-Ante Kostenausweis ab. Die Angaben im ex-Ante Kostenausweis beziehen sich in beiden Kauffällen auf den simulierten Kauf von Anteilen im Wert von 50 Euro.

KategorieApollo Global Private Markets ELTIF (LU3170240538)EQT Nexus Fund SICAV – NXTF ELTIF, Class TBEUR-Z (LU3176111881)
Investitionswert (geschätzt)50,00 €50,00 €
Kaufkosten1,00 € (Fremdkostenpauschale)1,00 € (Fremdkostenpauschale)
Kosten während der Haltedauer (p.a.)1,40 € (2,8 % Verwaltungsgebühr) + 12,5 % Performance Fee auf Gewinne über 5 % Performance Hürde

KID weist Erfolgsgebühren aus (1,71 % Kostenwirkung p.a.), nennt aber keine 12,5-%-Rate/Hürde.
1,18 € (2,35 % Verwaltungsgebühr)

KID: „Für dieses Produkt wird keine Erfolgsgebühr berechnet“; Hinweis auf möglichen Carried Interest an Dritte.
Verkaufskosten1,00 € (Fremdkostenpauschale)1,00 € (Fremdkostenpauschale)

KID: 5 % Rücknahmeabschlag innerhalb 18 Monaten; danach diskretionär bis 5 % möglich; Verkäufer kann Gebühren berechnen.
Rückvergütung an Trade Republic0,70 € (1,40 %) 0,55 € (1,10 %)
Gesamtkosten (bei 5 Jahren Haltedauer)9,00 € (18,00 %)7,90 € (15,80 %)
Durchschnittliche Renditeminderung p.a.3,60 %

KID: 4,5 % p.a. Kostenwirkung über 5 Jahre.
3,16 %


KID: 2,6 % p.a. Kostenwirkung über 5 Jahre.
Aufteilung der Gesamtkosten2,00 € Dienstleistungskosten (4,00 %), 7,00 € Produktkosten (14,00 %), 0,70 € Rückvergütungkeine Detailaufteilung angegeben
Kostenverlauf1. Jahr: 2,40 € (4,80 %)
ab 2. Jahr: 1,40 € (2,80 %)
Verkaufsjahr: 2,40 € (4,80 %)
1. Jahr: 2,18 € (4,36 %)
ab 2. Jahr: 1,18 € (2,36 %)
Verkaufsjahr: 2,18 € (4,36 %)
Erfolgsabhängige Gebührenja (12,5 % über 5 % Performance Hürde, z. B. 0,13 € bei 7 % Fondsrendite)nein

Hier die beiden Screenshots aus dem ex-Ante Kostenbericht über einen Kauf über 50 Euro:

Beschreibung und Analyse

Die beiden Ex-Ante-Kostenblätter zeigen, dass beide Private-Markets-Fonds ähnliche fixe Kostenstrukturen haben, aber unterschiedliche laufende Gebühren:

  • Verwaltungsgebühr: Apollo erhebt eine höhere jährliche Verwaltungsgebühr (2,8 %) im Vergleich zu EQT (2,35 %).
  • Performance-Gebühr: Nur Apollo enthält eine erfolgsabhängige Gebühr (12,5 % der Gewinne über einer Hürde – die Performance Hürde liegt bei 5 %, wird aber nicht explizit genannt). Dies kann die Gesamtkosten bei guter Fondsperformance deutlich erhöhen, entfällt aber bei unterdurchschnittlicher Performance.
  • Gesamtkosten: Über fünf Jahre liegen die Gesamtkosten bei Apollo mit 9,00 € (18 %) etwas höher als bei EQT mit 7,90 € (15,8 %).
  • Renditeminderung: Entsprechend fällt die geschätzte Renditeminderung pro Jahr bei Apollo (3,60 %) etwas höher aus als bei EQT (3,16 %).
  • Kostenstruktur: Apollo weist transparent die Aufteilung in Dienstleistungs-, Produktkosten und Zuwendungen aus, während dies bei EQT nicht im Detail dargestellt ist.

Insgesamt ist EQT kostenseitig leicht günstiger und hat keine erfolgsabhängige Gebühr, was die Kosten besser kalkulierbar macht. Apollo könnte sich nur lohnen, wenn die Performance deutlich über der Hürde liegt und die Performance Fee dadurch eine gerechtfertigte Erfolgsbeteiligung wäre.

Fazit

Der Einstieg von Trade Republic in den Bereich der Private-Markets-Fonds eröffnet Anlegerinnen und Anleger eine neue Möglichkeit, in Private Equity zu investieren – allerdings zu einem hohen Preis. Beide Fonds bringen nicht nur eine spürbare Verwaltungsgebühr mit sich, sondern auch zusätzliche Kosten, die die Rendite deutlich schmälern können. Besonders der Apollo-Fonds mit seiner erfolgsabhängigen Gebühr ist nur für jene interessant, die von einer klar überdurchschnittlichen Performance ausgehen. Wer die Kosten besser kalkulieren möchte, findet im EQT-Fonds die etwas günstigere und planbarere Alternative.

Für Privatanlegende bleibt entscheidend: Die Chancen auf attraktive Renditen sind vorhanden, doch sie gehen mit hohen Gebühren, eingeschränkter Liquidität und steuerlichen Nachteilen (Nichtmeldefonds im Moment in Österreich) einher. Eine Investition sollte daher gut überlegt sein – und nur einen kleinen Teil des Gesamtportfolios ausmachen.

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