Die DADAT Bank hat ihr Handelsangebot angepasst und bietet den Handelsplatz Lang & Schwarz Exchange sowie den außerbörslichen Handelspartner Lang & Schwarz nicht mehr an. Damit entfällt eine bislang etablierte Handelsoption für Kundinnen und Kunden, insbesondere im Bereich des außerbörslichen Handels.
Parallel dazu ist seit mehreren Monaten eine klare strategische Verschiebung erkennbar. Die DADAT Bank baut ihre Zusammenarbeit mit gettex sowie dem außerbörslichen Handelspartner Baader Bank zunehmend aus. Beide stehen in direkter Konkurrenz zu Lang & Schwarz und gewinnen im aktuellen Marktumfeld an Bedeutung. Die Konditionen der DADAT für die gettex bzw. Baader Bank sind wie folgt:
- gettex: 1,90 Euro plus 0,10 % plus fremde Spesen von 1,00 Euro Börsengebühr
- Baader Bank (außerbörslich): 1,90 Euro plus 0,10 % (maximal 9,90 Euro)
Strategische Neuausrichtung im Marktumfeld
Die Entwicklung passt in ein breiteres Bild: Der europäische Wertpapierhandel befindet sich im Umbruch. Treiber sind insbesondere regulatorische Veränderungen wie das Verbot von Payment for Order Flow, das bestehende Geschäftsmodelle unter Druck setzt. Lang & Schwarz war in den vergangenen Jahren ein zentraler Partner von Trade Republic und profitierte stark vom stark wachsenden Neobroker-Geschäft. Mit dem Wegfall von PFOF ergeben sich nun strukturelle Veränderungen, die auch etablierte Handelsplätze und Market Maker zu Anpassungen zwingen.
Neues Handelsmodell bei Lang & Schwarz geplant
Vor diesem Hintergrund hat die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft am 23. März 2026 eine strategische Neuausrichtung angekündigt. Geplant ist ein zusätzliches Handelsmodell mit mehreren beteiligten Wertpapierdienstleistungsunternehmen. Kern des Modells ist ein sogenanntes Multi-Market-Maker-System. Dabei sollen mehrere Market Maker parallel und im Wettbewerb zueinander Preise stellen. Lang & Schwarz selbst würde über die TradeCenter AG & Co. KG als einer dieser Market Maker auftreten. Ziel ist es, zusätzliche Liquidität zu erschließen und das bestehende Handelsangebot zu erweitern. Die konkrete Ausgestaltung befindet sich derzeit noch in Prüfung und ist abhängig von vertraglichen Einigungen sowie regulatorischen Genehmigungen. Vermutlich ist die neue Ausrichtung abgestimmt für ein gemeinsames Angebot mit Trade Republic, die auf Scalable Capital hier machen.
Parallelen zum EIX-Modell
Das geplante Modell erinnert stark an die European Investor Exchange, kurz EIX. Die EIX ist ein börsenähnliches Handelssegment, das von der Börse Hannover betrieben wird. An der European Investor Exchange agieren aktuell zwei Market Maker, die Scalable Capital GmbH und die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG. Die Market Maker orientieren sich an den relevanten Referenzmärkten und stellen sicher, dass sie kompetitive Preise stellen. Die EIX wird im Moment nur von Scalable Capital angeboten, einem direkten Mitbewerber von Trade Republic.
Im Unterschied zu klassischen Handelsplätzen basiert das Modell stark auf Market Makern, die kontinuierlich An- und Verkaufspreise stellen und damit Liquidität sicherstellen. In der Praxis ermöglicht dies einfache und schnelle Orderausführungen, insbesondere für standardisierte Retail-Orders.
Fazit
Die Streichung von Lang & Schwarz bei der DADAT Bank ist kein isoliertes Ereignis, sondern Teil einer größeren Marktverschiebung. Während Lang & Schwarz an neuen Handelsmodellen arbeitet, stärkt die DADAT Bank ihre Partnerschaft mit gettex und der Baader Bank.
Für Anlegerinnen und Anleger bedeutet dies vor allem eine Veränderung der verfügbaren Handelsplätze und potenziell auch der Ausführungsqualität. Im Unterschied zu Neobrokern die gerne nur eine Handelsmöglichkeit anbieten, hat die DADAT Bank aber weiterhin zahlreiche Handelsplätze zur Auswahl wie die Wiener Börse, Xetra, zahlreiche deutsche Börsen und natürlich wie erwähnt gettex bzw. Baader Bank außerbörslich.
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Das ist wahrscheinlich der Grund warum ich seit der letzten Sparplan Ausführung manche Positionen doppelt habe. Warum von der Dadat dazu keine Infos vorab kommen ist unverständlich. Und natürlich erhöht sich auch die Depotgebühr.
Ja, das ist leider der Grund. Habe nun einen Beitrag dazu nachgeschoben: https://www.broker-test.at/news/dadat-bank-aenderung-bei-aktien-sparplaenen-fuehrt-zu-getrennten-depotpositionen/
In der Broker-Test.at Community wurde die letzten Tage darüber diskutiert, die Freude über die doppelte (und tlw. dreifache) Depotposition ist überschaubar.
Schade – ich hatte immer den Eindruck daß L&S besser funktioniert als die Baader Bank (Geschwindigkeit, Verfügbarkeit eines Preises).