Viele Broker und Neobroker bieten derzeit wieder Guthabenzinsen auf nicht investiertes Kapital an. Die Unterschiede sind jedoch erheblich: Neben der Zinshöhe spielen auch steuerliche Behandlung, Art der Verwahrung, Einlagensicherung sowie mögliche Bedingungen oder Aktionszeiträume eine wichtige Rolle.
Gerade für Anlegerinnen und Anleger, die regelmäßig Liquidität am Verrechnungskonto liegen haben oder auf einen günstigen Einstiegszeitpunkt warten, können Guthabenzinsen einen spürbaren Zusatznutzen bieten.
Die höchsten laufenden Bestandszinsen
Aktuell zählt Trading 212 und XTB* mit 3,00 % p.a. zu den attraktivsten Angeboten. Das Guthaben wird dabei nicht ausschließlich auf klassischen Bankkonten verwahrt, sondern teilweise auch über Geldmarktfonds strukturiert bei Trading 212 so das Unternehmen. Bei XTB nur auf einem Sammelkonto, dort gilt der höhere Zinssatz für 90 Tage, danach 0,90 % p.a. Beide Broker sind jedoch nicht steuereinfach.
Ebenfalls im Spitzenfeld liegt Scalable Capital mit 2,50 % p.a. auf Guthaben. Auch hier erfolgt die Verwahrung teilweise über Geldmarktfonds. Die Zinsabrechnung erfolgt quartalsweise. Auch nicht steuereinfach.
Steuereinfache Anbieter in Österreich
Für österreichische Anlegerinnen und Anleger bleibt die steuerliche Behandlung ein wesentliches Thema. Steuereinfache Broker führen die Kapitalertragsteuer automatisch ab und vereinfachen dadurch die Verwaltung erheblich. Trade Republic bietet derzeit 2,00 % p.a. und bleibt damit einer der wichtigsten Anbieter am österreichischen Markt. Die Guthaben werden auf Sammelkonten bei mehreren europäischen Partnerbanken verwahrt.
Aktuell sind folgende Anbieter in dieser Übersicht steuereinfach:
| Broker | Aktionszins | Bestandszins | Abrechnung |
|---|---|---|---|
| Trade Republic* | – | 2,00 % | monatlich |
| DADAT Bank* | 2,40 % | 1,30 % | jährlich |
| Bank Direkt | – | 1,25 % | jährlich |
| easybank | 0,01 % | 0,01 % | quartalsweise |
| Flatex | – | 0,00 % | quartalsweise |
Besonders Trade Republic positioniert sich derzeit im steuereinfachen Bereich klar vor vielen klassischen österreichischen Brokern.
Unterschiede bei der Verwahrung
Nicht alle Guthabenzinsen funktionieren identisch. Grundsätzlich gibt es drei Modelle:
- Einzelkonto bei einer Bank
- Sammelkonto bei Partnerbanken
- Kombination aus Bankguthaben und Geldmarktfonds
Während klassische Banken meist Einzelkonten verwenden, setzen viele Neobroker auf Sammelkonten. Anbieter wie Trading 212 oder Scalable Capital ergänzen dies zusätzlich um Geldmarktfonds-Lösungen.
Dadurch können höhere Renditen ermöglicht werden, gleichzeitig unterscheidet sich aber die rechtliche Struktur der Absicherung.
Brokerboni und Zusatzaktionen
Neben den Zinsen versuchen viele Anbieter mit zusätzlichen Aktionen neue Kundinnen und Kunden zu gewinnen:
- DADAT Bank bietet reduzierte Orderspesen sowie Rückerstattungen von Depotübertragsspesen.
- Bank Direkt gewährt unter anderem einen Eröffnungsbonus von 100 Euro.
- Flatex lockt mit Tradingguthaben.
- Consorsbank kombiniert den Aktionszins zusätzlich mit Geldprämien für hohe Einlagen.
Gerade bei größeren Guthaben kann ein Bonus zeitweise relevanter sein als ein leicht höherer Zinssatz.
Fazit
Die Guthabenzinsen bei Brokern bleiben auch 2026 ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Während klassische Banken oft nur zeitlich begrenzte Aktionen anbieten, setzen Neobroker zunehmend auf dauerhaft attraktivere Verzinsungen.
Wer besonderen Wert auf eine einfache steuerliche Behandlung legt, findet derzeit vor allem bei Trade Republic ein vergleichsweise starkes Gesamtpaket. Höhere Zinsen bieten hingegen häufig nicht steuereinfache Anbieter wie Trading 212 oder Scalable Capital, teilweise kombiniert mit Geldmarktfonds-Strukturen.
Vor einer Entscheidung sollten jedoch nicht nur die Zinssätze verglichen werden, sondern auch steuerliche Aspekte, Einlagensicherung, Verwahrmodell sowie mögliche Bedingungen und Limits berücksichtigt werden.