Die Erste Bank hat mit 4. Mai 2026 ihr Selfinvest Depot überarbeitet und will nun zeigen, dass sie es auch können! Günstige Gebühren, beim Depot als auch beim Sparplan. Aber es ist sinnvoll ein zweites Mal genau hinzusehen. Neben strukturellen Änderungen bei den Depot- und Sparplangebühren wurden auch neue Bonusaktionen eingeführt. Die Anpassungen betreffen sowohl bestehende als auch neue Kundinnen und Kunden.
Änderungen bei den Depotgebühren
Damit entfällt die Mindestgebühr für kleinere Depots vollständig. Für Anlegerinnen und Anleger mit einem Depotvolumen unterhalb dieser Schwelle ergibt sich eine spürbare Entlastung. Erst ab einem Depotwert über 50.000 Euro greift die prozentuale Gebühr. Der Depotwert wird dabei auf täglicher Basis ermittelt und so fallen auch die Depotgebühren an.
Ja, keine Depotgebühr bis 50.000 Euro ist super und damit hält die Erste Bank mit ihrem Selfinvest Depot mit einer Flatex oder DADAT Bank mit, die ebenso keine Depotgebühr mehr haben. Danach ist die Erste Bank aber mit 0,216 % p.a. Gebühr doch einer der teureren Broker. Eine easybank oder Bank Direkt haben hier 0,12 % p.a. an jährlicher Gebühr, die BKS Bank beim Online Depot oder auch die BAWAG beim Online Depot ebenso deutlich günstigere Gebühren. Ab 50.000 Euro Depotwert wird es also auch bei der Erste Bank teuer.
Änderungen bei den Sparplangebühren
Auch bei den Wertpapier-Sparplänen kommt es zu einer deutlichen Umstellung:
- Bisher: 1,99 % pro Ausführung
- Neu: 1,00 Euro pauschal pro Ausführung plus Produktkosten und Spreads.
Diese Änderung wirkt sich insbesondere bei höheren Sparraten positiv aus. Während die prozentuale Gebühr mit steigender Rate zunahm, bleibt die neue Pauschale konstant. Die Sparplangebühr ist im Vergleich zu anderen Mitbewerbern günstig. Ja, eine Trade Republic oder Bitpanda bieten noch günstigere Gebühren an, doch eine Flatex mit 1,50 Euro oder DADAT mit 0,75 % + 0,175 % und einer großen Auswahl an ETF-Sparplänen ohne Ausführungsgebühren, ist hier ebenso konkurrenzfähig.
Neuer Bonus für den ersten Sparplan
Für Neukundinnen und Neukunden wurde eine zeitlich befristete Aktion eingeführt:
- 30 Euro Bonus für den ersten Wertpapier-Sparplan
- Voraussetzung:
- Online-Eröffnung
- monatliche Einzahlung von mindestens 30 Euro
- gültig bis 31.12.2026
Der Bonus wird einmalig nach der ersten Ausführung gutgeschrieben und ist KESt-frei. Eine Auszahlung in bar ist nicht möglich.
Depotwechsel-Bonus: bis zu 500 Euro
Zusätzlich bietet die Erste Bank einen Wechselbonus für Depotüberträge an:
- 1 % Bonus auf den Betrag über 50.000 Euro
- maximal 500 Euro Bonus
- gültig für Überträge von externen Instituten
- Aktion läuft bis 31.12.2026
Wichtig ist die Berechnungslogik:
- Es zählt ausschließlich das neu übertragene Kapital
- Bewertet wird zum Kurswert am Monatsende des Übertrags
Beispiele:
- 60.000 Euro Depotübertrag → 10.000 Euro bonusrelevant → 100 Euro Bonus
- 120.000 Euro Depotübertrag → 70.000 Euro bonusrelevant → 700 Euro rechnerisch, gedeckelt auf 500 Euro
Der Bonus ist nicht mit anderen Übertragsaktionen kombinierbar.
Einordnung der Änderungen
Mit der neuen Gebührenstruktur positioniert sich das Selfinvest Depot klar wettbewerbsfähiger:
- Die Abschaffung der Mindestgebühr bis 50.000 Euro reduziert die Einstiegshürde
- Die Umstellung auf eine fixe Sparplangebühr bringt mehr Kostentransparenz
- Die Bonusaktionen setzen gezielt Anreize für Neukundinnen und Neukunden sowie Depotwechsler
Für bestehende Kundinnen und Kunden mit kleineren Depots ergibt sich eine unmittelbare Kostenersparnis, während aktive Sparerinnen und Sparer von günstigeren Ausführungen profitieren. Es ist aber nicht alles Gold was glänzt und die Depotgebühr von 0,216 % für jenen Depotwert ab 50.000 Euro ist dann doch im höheren Bereich angesiedelt. Auch ist die Devisengebühr vielen ein Dorn im Auge, denn die beträgt 0,2 % aber mindestens fast 14 Euro. So werden niedrigere Dividendenzahlungen oder Ausschüttungen in Fremdwährungen gerne vollständig von den Mindestgebühren aufgefressen!
Angenommen:
Bruttodividende: 20 USD
Umrechnung: 18 €
KESt: 27,5 %
Devisenprovision: 13,89 €
Rechnung:
Steuer(n): 18 € × 27,5 % = 4,95 €
nach Steuer(n): 18 € – 4,95 € = 13,05 €
minus Devisengebühr: 13,05 € – 13,89 € = –0,84 €… die Erste Bank verzichtet hier dann auf einen Teil der Mindestgebühr und überweist 1 Cent auf das Verrechnungskonto aus der Dividendenzahlung in Fremdwährung.
Fazit
Die Anpassungen beim Selfinvest Depot der Erste Bank stellen eine deutliche Verbesserung der Konditionen dar, insbesondere für Einsteigerinnen und Einsteiger sowie für Nutzerinnen und Nutzer von Sparplänen. In Kombination mit den zeitlich befristeten Bonusaktionen entsteht ein insgesamt attraktiveres Angebot, das stärker auf den Wettbewerb im Online-Brokerage reagiert.
Ja, die Erste Bank ist deutlich günstiger geworden, der Druck des Mitbewerbs macht es wohl nötig. Dennoch sind Depotgebühr von 0,216 % p.a. ab 50.000 Euro teuer.
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Danke für die Info!
Ich frage mich ob ich dafür das Depot Model wechseln muss, oder das auch für Bestandskunden gilt ?
Einerseits habe ich bereits ein „Selfinvest Depot“, anderseits bietet mir die George Webseite an auf
genau dieses zu „wechseln“. Das aktuelle Konditionenblatt kann ich leider auch nicht finden bei Georg.
Hast Du da schon genauere Infos ?
Hallo und danke für die News rund um das Erste Bank Depot.
Ich frage mich, wo die Info rund um das Depotführungsentgelt ab 50.000€ genau entnommen wurde. Laut https://cdn0.erstegroup.com/content/dam/at/spk-erstebank/store/depotmodelle/0198-SE2-konditionenblatt-de.pdf?forceDownload=1 sind es 0,015% pro MONAT (zzgl. 20% USt) und nicht pro JAHR. Das sollte dringend korrigiert werden, sind leider nach wie vor erhebliche Kosten „für nix“!
Redditor, wenn du 0,015 % im Monat mit 12 Monaten multiplizierst und diesem Wert dann noch die Umsatzsteuer von 20 % aufschlägst, so kommst du auf den angegebenen Wert von 0,216 % p.a.
Es ist üblich, dass die Depotgebühr p.a. angegeben werden. Das ist die gemeinsame Basis um die verschiedenen Angebote miteinander vergleich zu können. Manche schreiben es p.m. hin, damit es nach weniger klingt. Was ist der nächste Schritt? Pro Tag?
Entschuldige, da habe ich mich auch in die Irre führen lassen – so ergibt das natürlich Sinn und gut, dass du hier auf die übliche Angabe p.a. hochgerechnet hast.
Finde ich von der Erste Bank aber nicht sehr seriös. Auch die separate Angabe ohne USt. scheint für mich bewusst verfälscht.
In den Brokervergleichen weise ich immer gerne darauf hin, dass man aufpassen muss, dass meist die Umsatzsteuer nicht ausgewiesen wird in der Kondition und wenn es dann auch noch eine Monatsangabe ist, dann wirds besonders tricky.
Darum stelle ich immer alles inklusive Umsatzsteuer und pro Jahr dar. So kann verglichen werden.