Der Broker-Markt in Österreich hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Speziell in den letzten Monaten haben Flatex und die DADAT Bank ihr Angebot als auch die Gebühren nochmals optimiert. Es wurde besser und kostengünstiger und das mit einem Vollsortiment.. Für Anlegerinnen und Anleger stellt sich damit eine zentrale Frage: welcher Broker passt wirklich zum eigenen Nutzungsverhalten?
Dieser Vergleich fokussiert sich auf steuereinfache Broker in Österreich, ergänzt um eine Einordnung internationaler Anbieter.
Video
In diesem Video zeige ich einen Vergleich von neun steuereinfachen, kostengünstigen Angeboten hier in Österreich und worauf man aufpassen sollte.
Was bei einem Broker oftmals zählt
Wichtig: Alle Angaben sind ohne Gewähr. Bei einem Fehler freue ich mich über eine E-Mail an info@broker-test.at
Die Auswahl eines Brokers sollte nicht nur über die Ordergebühr erfolgen. In der Praxis spielen mehrere Kostenblöcke und qualitative Faktoren eine Rolle:
- Steuereinfachheit, automatische KESt-Abfuhr
- Depotgebühren und Kontokosten
- Ordergebühren inklusive Fremdspesen
- ETF-Sparplan-Kosten
- Dividenden-, Ausschüttungs- und Devisengebühren
- Handelsangebot und Börsenplätze
- Benutzerfreundlichkeit und Support
- Zusatzprodukte wie Konto, Kredit oder Sparangebote
Gerade in Österreich ist die steuerliche Abwicklung ein entscheidender Faktor, da sie erheblichen administrativen Aufwand vermeiden kann. Darum ist es oft sehr ratsam darauf zu achten, dass der Broker die Kapitalertragsteuer (KESt) abführt und damit „steuereinfach“ ist.
Steuereinfache Broker in Österreich
Die wichtigsten Anbieter im Vergleich:
| Broker | Steuereinfach | Depotgebühr | Verrechnungskonto | Orderkosten | Sparpläne | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Flatex | Ja | 0 € | kostenlos | ab ca. 1,50 € | sehr großes Angebot | viele ETFs kostenlos |
| DADAT Bank | Ja | 0 € | ca. 10 € p.a. | günstig | umfangreich | auch Girokonto möglich |
| easybank | Ja | meist 0 € | abhängig vom Konto | mittel | ca. 140 ETFs gratis | breites Bankangebot |
| Bank Direkt | Ja | abhängig | teils kostenlos | mittel | vorhanden | ELBA Integration |
| BAWAG | Ja | gering | integriert | mittel | vorhanden | alles aus einer Hand |
| Erste Bank | Ja | höher | integriert | höher | vorhanden | Filialbank |
| Trade Republic | Ja (seit 2025) | 0 € | kostenlos | 1 € | sehr günstig | nur ein Handelsplatz |
| Bitpanda | Ja (seit 2026) | 0 € | integriert | ca. 1 € | eingeschränkt | Fokus auf Krypto |
Warum Trade Republic und Bitpanda mit Vorsicht zu genießen sind? Weil Depotüberträge hier nicht bzw. nicht wie man es erwarten würde, ablaufen. Dieser Beitrag zeigt die Fallstricke auf.
Zwei klare Favoriten für viele Anwendungsfälle
Flatex und DADAT Bank: Diese beiden Broker zählen weiterhin zu den beliebtesten Lösungen in Österreich.
Warum:
- keine Depotgebühren
- keine Gebühren für Dividenden und Ausschüttungen
- breite Auswahl an Handelsplätzen
- sehr gutes ETF-Sparplanangebot
- sauber funktionierende Depotüberträge inklusive Anschaffungskosten
In der Praxis sind sie oft die ausgewogenste Lösung zwischen Kosten, Angebot und steuerlicher Einfachheit.
Assetangebot
Vollsortimenter wie Flatex und DADAT Bank decken alle Anlageklassen ab, inklusive Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen, Derivate und Kryptowährungen. Sie sind die flexibelste Lösung für ein breit aufgestelltes Portfolio.
Klassische Bankbroker wie easybank, Bank Direkt oder Erste Bank bieten ebenfalls ein sehr breites Wertpapierangebot, verzichten jedoch auf Kryptowährungen.
Neobroker setzen klare Schwerpunkte. Trade Republic fokussiert auf einfache Produkte wie Aktien und ETFs, mit Einschränkungen bei Fonds. Bitpanda ist stark auf Kryptowährungen spezialisiert und nur eingeschränkt für klassische Wertpapiere geeignet.
Damit hängt die Wahl stark davon ab, ob maximale Produktvielfalt oder eine einfache, fokussierte Lösung im Vordergrund steht.

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Depotgebühren im Vergleich
Die Depotgebühren zeigen sehr deutlich die strukturellen Unterschiede zwischen klassischen Banken und Online Brokern. Kostenführer sind klar Flatex, DADAT Bank, Trade Republic und Bitpanda mit 0,00 Prozent Depotgebühr. Ausnahmen gibt es bei Flatex bei ADR, GDR und Xetra-Gold und bei der DADAT Bank bei Gold und bei Bestandskundschaften im heurigen Jahr 2026.
Gerade für langfristige Anlegerinnen und Anleger ist das ein entscheidender Vorteil, da laufende Kosten direkt die Rendite schmälern. Im Mittelfeld bewegen sich klassische Direktbanken wie easybank und Bank Direkt mit rund 0,12 Prozent pro Jahr. Zusätzlich fallen hier teilweise Mindestgebühren pro Position oder pro Depot an, was kleinere Depots relativ stärker belastet. Noch etwas teurer ist die BKS Bank mit rund 0,132 Prozent sowie fixen Komponenten. Die BAWAG kombiniert eine prozentuale Gebühr mit einer fixen Jahrespauschale, wodurch die Kosten vor allem bei kleineren Depots ins Gewicht fallen. Am oberen Ende liegt die Erste Bank mit rund 0,216 Prozent pro Jahr sowie einer Mindestgebühr pro Depot. Diese Struktur ist typisch für Filialbanken, die dafür ein umfassendes Gesamtangebot bieten.

- * außer ADR, GDR und Xetra-Gold
- ** außer Gold
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Verrechnungskonto Gebühren im Vergleich
Kostenlos sind hier Flatex, Trade Republic und Bitpanda, wobei das Verrechnungskonto jeweils fixer Bestandteil des Depots ist. Gerade bei Flatex ist dieses verpflichtend, verursacht aber keine laufenden Kosten. Leichte Zusatzkosten fallen bei DADAT Bank und BKS Bank an, mit rund 10 Euro bzw. knapp 16 Euro pro Jahr. Auch easybank liegt mit etwa 18 Euro jährlich in diesem Bereich. Deutlich teurer ist die BAWAG mit rund 35 Euro pro Jahr für das Verrechnungskonto, was vor allem bei kleineren Depots ins Gewicht fällt.
Eine Sonderrolle nehmen Bank Direkt und Erste Bank ein. Hier kann ein bestehendes Girokonto als Verrechnungskonto genutzt werden, wodurch die Kosten stark vom individuellen Kontomodell abhängen und im besten Fall sogar bei null liegen.

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Ordergebühren im Vergleich
Für diejenigen die häufig handeln, sind die Ordergebühren ein wichtiger Kostenfaktor. Für Buy&Hold Anlegende sind die Ordergebühren eher zu vernachlässigen, außer es handelt sich um Kleinstbetragorders. Ganz vorne bei den Kosten liegen die Neobroker wie Trade Republic und Bitpanda. Mit rund 1 Euro pro Order sind sie unschlagbar günstig, vor allem für kleinere Beträge oder regelmäßige Käufe. Dafür muss man aber Abstriche machen, etwa bei der Auswahl an Handelsplätzen oder bei den Orderarten. Ein sehr solides Mittelfeld bilden Flatex und DADAT Bank. Besonders die DADAT Bank bietet mit der außerbörslichen Order via Baader Bank und über gettex günstige Handelsmöglichkeiten an. Die Gebühren sind hier zwar höher als bei den Neobrokern, dafür bekommt man deutlich mehr Auswahl und Flexibilität. Gerade bei typischen Ordergrößen zwischen 1.000 und 10.000 Euro liegen die Kosten oft in einem vernünftigen Bereich und steigen nicht übermäßig stark an.
Hier die Übersichten über günstige Handelsmöglichkeiten, Wiener Börse, Xetra Frankfurt und einem Kauf über NYSE bzw. NASDAQ aufgelistet nach dem jeweiligen Broker.
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Spürbar teurer wird es bei klassischen Bankbrokern wie easybank, Bank Direkt oder Erste Bank. Hier zahlt man bei größeren Orders schnell deutlich mehr, was sich langfristig bemerkbar machen kann. Dafür ist alles in eine bestehende Banklösung integriert, was für viele Kundinnen und Kunden ein Vorteil ist.
Wichtig ist auch, dass die Ordergebühr nur ein Teil der Wahrheit ist. Dazu kommen immer noch Spreads, mögliche Produktkosten und teilweise Rückvergütungen. Gerade bei weniger liquiden Wertpapieren oder speziellen Produkten können diese Kosten stärker ins Gewicht fallen als die eigentliche Ordergebühr.
Devisengebühren, Dividenden- und Ausschüttungsgebühr
Bei den laufenden Nebenkosten wird es dann richtig spannend, weil hier oft versteckte Unterschiede liegen, die man auf den ersten Blick gar nicht sieht. Sehr positiv stechen Flatex, DADAT Bank, Trade Republic und Bitpanda hervor, weil sie keine Gebühren für Dividenden oder Ausschüttungen verrechnen. Das ist gerade für langfristige Investorinnen und Investoren wichtig, die regelmäßig Erträge erhalten. Unterschiede gibt es vor allem bei den Devisengebühren. Trade Republic ist hier mit rund 0,13 Prozent vergleichsweise günstig, während Flatex mit etwa 0,4 Prozent darüber liegt. Klassische Banken wie BAWAG oder BKS Bank bewegen sich ebenfalls im Bereich von rund 0,25 bis 0,35 Prozent. Etwas komplexer wird es bei Ausschüttungen und Dividenden bei Bankbrokern. easybank und Bank Direkt verrechnen hier teilweise Mindestgebühren oder prozentuale Kosten, vor allem bei ausländischen Wertpapieren. Das kann sich bei vielen kleinen Ausschüttungen schnell summieren. Die Erste Bank verzichtet zwar auf Dividendengebühren, hat dafür aber vergleichsweise hohe Devisenkosten mit Mindestspesen, was insbesondere bei US-Wertpapieren ins Gewicht fällt.
Unterm Strich gilt, wer viele internationale Aktien oder ETFs hält, sollte die Devisengebühren genau im Blick haben. Und wer auf Dividenden setzt, fährt mit Brokern ohne Ausschüttungsgebühren langfristig deutlich günstiger.
ETF Sparplan
Beim ETF-Sparplan trennt sich der Markt recht klar. Am günstigsten sind Trade Republic und Bitpanda. Sparpläne gibt es ab 1 Euro und ohne Ausführungsgebühr. Dazu kommt eine sehr große ETF-Auswahl. Für einfaches, regelmäßiges Investieren ist das extrem attraktiv. Ein guter Mittelweg ist Flatex. Die 1,50 Euro pro Ausführung sind überschaubar und dafür bekommt man ein sehr breites Angebot mit vielen kostenlosen ETFs. Auch DADAT Bank ist interessant, vor allem bei kleineren Sparraten.
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Die klassischen Banken wie easybank, Bank Direkt oder Erste Bank sind hier deutlich teurer und oft auch eingeschränkter bei der Auswahl. Unterm Strich, wer einfach und günstig besparen will, ist bei Neobrokern gut aufgehoben. Wer mehr Auswahl möchte, fährt mit Flatex oder DADAT meist besser.

Fazit
Der österreichische Broker-Markt ist heute preislich attraktiver als noch vor einem Jahr, auch gibt es mehr steuereinfache Anbieter. Es geht in die richtige Richtung. Mehr Auswahl, bessere Konditionen. Welcher Broker für einen langfristig der „Beste“ ist? Das muss für sich entschieden werden. aufgestellt denn je. Die Auswahl ist groß, die Kosten sind in vielen Bereichen gesunken und es gibt für fast jeden Anlegertyp eine passende Lösung.
Für die meisten Anlegerinnen und Anleger kristallisieren sich aber zwei klare Richtungen heraus. Wer eine möglichst stabile, vollständige und steuereinfache Lösung sucht, ist mit Flatex oder der DADAT Bank aktuell am besten aufgehoben. Das Gesamtpaket passt hier einfach, von den Kosten über das Angebot bis hin zu funktionierenden Prozessen wie dem Depotübertrag.
Neobroker wie Trade Republic und Bitpanda wirken auf den ersten Blick besonders attraktiv, vor allem wegen der niedrigen Gebühren und der einfachen Nutzung. In der Praxis zeigen sich aber Schwächen, insbesondere bei Themen, die man oft erst später braucht. Gerade Depotüberträge können hier mühsam werden oder steuerlich unsauber ablaufen, was in Österreich schnell unangenehm werden kann.
Klassische Bankbroker liegen preislich darüber, bieten dafür aber ein vertrautes Umfeld und die Integration in bestehende Banklösungen. Für viele ist das nach wie vor ein Argument, auch wenn man dafür etwas mehr bezahlt.
Unterm Strich sollte die Entscheidung nicht nur vom Preis abhängen. In Österreich spielt die saubere steuerliche Abwicklung eine zentrale Rolle, und genau hier trennt sich oft die Spreu vom Weizen. Wer langfristig investiert und sich möglichst wenig um Steuerthemen kümmern möchte, fährt mit einem etablierten steuereinfachen Broker meist am entspanntesten.