Der deutsche, noch immer nicht steuereinfache Neobroker Scalable Capital startet mit einem 2,5 % p.a. Tagesgeldkonto und versucht über die Schiene der Einlagen nun für neue Kundschaften – und die Bestandskundschaften bei Laune zu halten. Das Angebot gilt für alle Einlagen, die Einlagensicherung ist jedoch natürlich zu beachten.
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Wie auch schon am Verrechnungskonto ist es so, dass das Guthaben wahlweise direkt bei Scalable Capital angelegt wird, aber auch bei einer der vier Partnerbanken auf einem Sammelkonto oder aber auch in einem Geldmarktfonds.
Wichtig zu wissen: Am Verrechnungskonto gibt es dafür keine Zinsen mehr, da gabs bislang 2 % p.a. – für Bestandskundschaften wird dieser Zins mit 31.3.2026 gestrichen!
2,5 Prozent Zinsen auf Tagesgeld

Zum Start soll das neue Tagesgeldkonto mit einem Zinssatz von 2,5 Prozent pro Jahr angeboten werden. Der Zinssatz gilt laut Bericht sowohl für neue als auch für bestehende Kundinnen und Kunden und soll ohne Begrenzung der Einlagenhöhe gelten. Damit positioniert sich das Fintech deutlich über der derzeitigen Verzinsung, die Scalable bereits auf nicht investiertes Guthaben im Brokerkonto zahlt. Aktuell orientiert sich diese Verzinsung am Einlagenzins der Europäische Zentralbank und liegt derzeit bei 2,0 Prozent pro Jahr.
Inhaltlich stellt das geplante Tagesgeldkonto damit eine Erweiterung des bestehenden Angebots dar, das bisher vor allem auf Brokerage und Vermögensverwaltung ausgerichtet ist.
Ein Angebot von 2,5 % p.a. wäre natürlich ein Hammerangebot in der aktuellen Zinslandschaft, insbesondere wenn es sowohl für Bestands- als auch Neukundschaften gelten würde. Die aktuellen Zinsen für nicht steuereinfache Angebote gehen bei für Neukundschaften bis zu 3,4 % p.a. (3 Monate) und bei Bestandskundschaften bis zu 2,05 % p.a.
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Ausbau des Bankgeschäfts nach BaFin-Lizenz
Das neue Tagesgeldprodukt ist auch vor dem Hintergrund der Banklizenz zu sehen, die Scalable Capital vor rund sechs Monaten von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht erhalten hat. Mit dieser Lizenz schafft sich das Unternehmen zusätzliche Möglichkeiten, eigene Bankprodukte anzubieten.
Laut Finanz-Szene plant Scalable dabei mehrere mögliche Strukturen für die Einlagen:
- Einlagen könnten direkt auf die eigene Bilanz genommen werden
- Alternativ könnten sie über Treuhand-Sammelkonten bei Partnerbanken verwahrt werden
- Möglich ist auch eine Anlage über Geldmarktfonds
Als Partnerbanken werden in diesem Zusammenhang unter anderem die Deutsche Bank, HSBC sowie J.P. Morgan genannt.
Einschätzung aus österreichischer Perspektive
Für Kundinnen und Kunden in Österreich dürfte das Angebot steuerlich deutlich komplexer sein als klassische Tagesgeldkonten bei österreichischen Banken.
Scalable Capital führt keine automatische Kapitalertragsteuer-Abfuhr für österreichische Anlegerinnen und Anleger durch, ist also nicht steuereinfach. Die Erträge müssten selbst in der Steuererklärung angegeben werden.
Zusätzliche Komplexität entsteht durch die Möglichkeit, dass Einlagen nicht ausschließlich als Bankeinlage geführt werden, sondern teilweise über Geldmarktfonds strukturiert sein könnten. In diesem Fall würde nicht mehr das Steuerregime für klassische Bankzinsen gelten.
Mögliche Konsequenzen sind unter anderem:
- Anwendung des Investmentfonds-Steuerregimes
- Behandlung als Nichtmeldefonds
- Besteuerung mit 27,5 Prozent statt 25 Prozent bei klassischen Sparzinsen
- zusätzliche steuerliche Melde- und Dokumentationspflichten
Gerade diese Struktur kann für Privatanlegerinnen und Privatanleger zu einem erheblichen Mehraufwand führen, da die steuerliche Behandlung von Fondsanteilen deutlich komplexer ist als jene von klassischen Sparprodukten.
Der Broker Scalable Capital hat vor in Österreich steuereinfach zu werden. Als Ziel wurde das Jahr 2026 genannt. Eine dafür notwendige Zweigstelle in Wien wurde hierfür bereits gegründet. Wann es aber dann tatsächlich losgeht ist unbekannt. Das Jahr 2026 hat noch viele Monate vor sich, es könnte aber auch schnell gehen. Wir dürfen gespannt sein.
Einordnung
Mit dem geplanten Tagesgeldkonto setzt Scalable Capital seinen strategischen Ausbau vom reinen Broker hin zu einem umfassenderen Finanzanbieter fort. Das Angebot mit 2,5 Prozent Zinsen stellt zugleich eine aggressive Positionierung im aktuellen Zinsumfeld dar.
Für Kundinnen und Kunden außerhalb Deutschlands, insbesondere in Österreich, dürfte jedoch nicht nur die Verzinsung entscheidend sein, sondern auch die steuerliche Behandlung des Produkts. Gerade wenn Einlagen teilweise über Geldmarktfonds strukturiert werden, kann dies zu einer deutlich komplexeren steuerlichen Situation führen als bei klassischen Tagesgeldkonten.
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