Der Neobroker Scalable Capital hat eine neue Funktion vorgestellt, die Privatanleger:innen künftig beim Umgang mit Finanzmärkten unterstützen soll. Unter dem Namen „Insights“ integriert das Unternehmen erstmals eine generative KI, auf Basis von ChatGPT, direkt in die Nutzeroberfläche seines Brokers. Anlegende können in der Suchleiste Fragen zu Märkten, Strategien oder Produkten stellen und erhalten in Echtzeit Antworten, die auf Informationen von justETF, dpa-AFX und den eigenen FAQ-Datenbanken basieren.
Hier ein paar Screenshots, die Scalable Capital Insights im Echteinsatz:
Es zeigt sich bei den Beispielen, dass es als Einstieg immer eine Art „Warnhinweis“ bzw. „Aufklärung“ gibt.
Zielgruppe von Einsteigern bis Profis
Scalable positioniert „Insights“ als Werkzeug für alle Nutzergruppen. Während Einsteigerinnen und Einsteiger einfache Erklärungen zu Börsengrundlagen erhalten sollen, richtet sich die Funktion für Erfahrenere eher auf Nachrichtenlage und gezielte Informationsabrufe. Wichtig ist der Hinweis, dass keine Anlageempfehlungen ausgesprochen werden – eine klare Abgrenzung zu regulierten Beratungsleistungen.
Technologieeinsatz als Differenzierungsmerkmal
Mit mehr als einer Million Kunden gehört Scalable Capital zu den größten Brokern Europas. Das Unternehmen betont, seit seiner Gründung stark auf technologische Innovationen gesetzt zu haben. Die Integration von KI folgt diesem Muster und soll die Plattform von Wettbewerbern abheben. Im Gegensatz zu klassischen FAQ-Bereichen oder Chatbots bietet „Insights“ eine unmittelbare, sprachbasierte Interaktion.
Kritische Aspekte
Trotz der positiven Selbstdarstellung bleiben Fragen offen:
- Verlässlichkeit der Antworten: Generative KI kann zwar komplexe Zusammenhänge darstellen, ist aber fehleranfällig. Anleger:innen müssen selbst einschätzen, ob die gelieferten Informationen korrekt und für ihre Entscheidungen relevant sind.
- Informationsquellen: Die genutzten Partner wie justETF und dpa-AFX stehen für solide Inhalte. Dennoch hängt die Qualität stark davon ab, wie die KI diese Informationen aufbereitet – und ob sie Kontexte oder Einschränkungen korrekt vermittelt.
- Abgrenzung zu Beratung: Scalable stellt klar, dass keine Empfehlungen gegeben werden, doch kommt das bei den Kundschaften auch tatsächlich so an? Wir kennen es alle, manchmal wird etwas anderes verstanden als geschrieben wurde.
- Abhängigkeit von KI-Hype: Viele Finanzdienstleister experimentieren derzeit mit KI. Ob „Insights“ ein echter Mehrwert oder eher ein Marketinginstrument ist, wird sich erst im Alltag zeigen.
Einordnung
Scalable Capital ist der erste Broker in Europa, der eine generative KI in dieser Form anbietet. Das Projekt unterstreicht den Trend, Finanzwissen stärker zu automatisieren und niedrigschwellig zugänglich zu machen. Gleichzeitig zeigt es die Gratwanderung zwischen hilfreicher Innovation und möglichen Risiken, etwa durch falsche oder missverständliche Antworten.
Für Anleger bedeutet „Insights“ daher zunächst ein zusätzliches Recherche-Werkzeug – nicht mehr und nicht weniger. Ob es langfristig zur Qualitätsverbesserung in der Finanzinformation beiträgt, hängt entscheidend von der Genauigkeit, Transparenz und dem verantwortungsvollen Umgang mit den KI-Ergebnissen ab.
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