Beachte: Veranlagungen in Finanzinstrumenten sind mit Risiken verbunden und können neben den Erträgen auch zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

Rendity schließt endgültig, Plattform wird bis mindestens 31. Mai 2026 abgewickelt

Was ist passiert

Die Wiener Immobilien-Crowdinvesting-Plattform Rendity beendet ihren Geschäftsbetrieb endgültig. Das Unternehmen informierte Investorinnen und Investoren Mitte Februar 2026 über die Stilllegung sowie einen laufenden Abwicklungsprozess.

Als Hauptursache nennt Rendity tiefgreifende Veränderungen im wirtschaftlichen Umfeld, insbesondere im Immobiliensektor. Stark gestiegene Zinsen, Inflation, höhere Bau- und Finanzierungskosten sowie geopolitische Unsicherheiten hätten zu erheblichen Verwerfungen geführt. Projektentwicklungen verzögerten sich, Finanzierungen wurden schwieriger und mehrere Darlehensnehmer gerieten in wirtschaftliche Schwierigkeiten oder meldeten Insolvenz an. Unter diesen Bedingungen sei ein nachhaltiger Weiterbetrieb der Plattform nicht mehr möglich gewesen.

Der operative Betrieb war laut Unternehmen bereits im April 2024 eingestellt worden. Seit diesem Zeitpunkt wurden keine neuen Emissionen angeboten, keine Investments vermittelt und keine neuen Geschäftsbeziehungen abgeschlossen.

Fakt ist, dass hier viele Millionen Euro verloren sind und wohl noch einige hinzukommen.

ORF berichtete in ECO über Rendity

Auch der ORF berichtete 2025 über Rendity und über die Schwierigkeiten die bereits damals bestanden. Dieser Beitrag ist hier nachzusehen.

Zeitplan der Abwicklung und was weiterhin möglich ist

Im Zuge der Liquidation soll die technische Plattform voraussichtlich noch bis mindestens 31. Mai 2026 erreichbar bleiben. Anlegerinnen und Anleger können sich weiterhin einloggen, ihre Daten überprüfen und vorhandene Guthaben auszahlen lassen. Neue Einzahlungen oder Investitionen sind hingegen nicht mehr möglich.

Rendity empfiehlt, verfügbare Mittel zeitnah vom Verrechnungskonto auf das eigene Bankkonto zu überweisen. Vor Abschluss der Abwicklung sollen verbleibende Restguthaben automatisch ausbezahlt werden.

Die Zahlungsabwicklung erfolgt über den Dienstleister Lemonway. Dieser kann aus regulatorischen Gründen erneut Identitäts- oder Herkunftsnachweise anfordern, weshalb betroffene Anleger entsprechende Anfragen beantworten müssen, um ihr Konto freizuschalten.

Wichtig für Investorinnen und Investoren: Rendity ist nicht die Darlehensnehmerin!

Ein zentraler Punkt im Schreiben lautet, dass Rendity selbst nicht Vertragspartnerin der qualifizierten Nachrangdarlehen ist. Die Investments seien direkte Vertragsbeziehungen zwischen Investorinnen und Investoren und den jeweiligen Emittenten beziehungsweise Projektgesellschaften. Damit hängen Rückzahlungen und Zinsen, sofern sie erfolgen, von der jeweiligen Projektgesellschaft ab. Kommt es dort zu Verzögerungen oder Insolvenzen, hat Rendity nach eigener Darstellung nur begrenzte rechtliche und operative Möglichkeiten, um offene Forderungen durchzusetzen.

Rendity weist zudem darauf hin, dass projektbezogene Updates weiterhin direkt über die jeweiligen Emittenten erfolgen sollen, diese seien vertraglich zur Information verpflichtet, entsprechende Kontaktdaten seien den Investorinnen und Investoren zur Verfügung gestellt worden. Der Support bleibe per E Mail erreichbar, allerdings mit eingeschränkten Ressourcen.

Ob die Kommunikation tatsächlich funktionieren wird, das wird sich zeigen.

Steuerlicher Hinweis aus dem Rendity Schreiben

Rendity verweist darauf, dass bei endgültigen Ausfällen keine automatische Verlustbescheinigung erfolge. Verluste könnten im Rahmen der persönlichen Steuererklärung geltend gemacht werden, sofern Nachweise vorliegen. Für Einzelfragen empfiehlt Rendity die Konsultation einer Steuerberatung.

Kennzahlen aus den vorliegenden Jahresstichtagen

Kennzahl2021202220232024
Bilanzsumme1.921.220,67 €2.090.614,23 €2.811.945,36 €1.154.531,27 €
Eigenkapital1.530.107,14 €1.704.881,46 €1.894.966,97 €709.347,78 €
Gesamtverbindlichkeiten391.113,53 €385.732,77 €489.378,25 €177.543,52 €
Bilanzgewinn-437.392,86 €-262.618,54 €864.870,97 €-320.748,22 €

Einordnung, ohne daraus rechtliche Schlüsse abzuleiten: In der Tabelle fällt 2024 ein deutlicher Rückgang bei Bilanzsumme und Eigenkapital auf, gleichzeitig wird 2024 wieder ein negativer Bilanzgewinn ausgewiesen. Solche Kennzahlen erklären für sich allein nicht die Ursachen, sie passen aber zeitlich zur von Rendity beschriebenen Phase, in der der Plattformbetrieb bereits eingestellt und die Abwicklung vorbereitet wurde.

Stimmen von Nutzerinnen und Nutzern, Vorsicht bei der Interpretation

Auf Trustpilot wird Rendity aktuell mit einem niedrigen TrustScore geführt, bei 262 Bewertungen. Einzelne Erfahrungsberichte schildern Verzögerungen, Ausfälle und Unzufriedenheit mit Kommunikation. Solche Bewertungen sind Meinungsäußerungen einzelner Personen und lassen sich ohne Detailprüfung nicht verallgemeinern, sie sind aber ein Indikator dafür, wie Teile der Kundschaft die Entwicklung wahrgenommen haben.

Nähere Details zu den einzelnen Bewertungen finden sich hier.

Was Betroffene jetzt konkret tun können

  • Im Rendity Konto einloggen und die hinterlegte Bankverbindung prüfen, oder ein Auszahlungskonto hinzufügen.
  • Verfügbares Guthaben am Verrechnungskonto auf das eigene Bankkonto auszahlen lassen, sofern vorhanden.
  • Projektbezogene Informationen direkt bei den jeweiligen Emittenten einholen, dort liegt laut Rendity die Informationspflicht.
  • Für steuerliche Fragen, insbesondere bei Ausfällen, Unterlagen sammeln und bei Bedarf steuerliche Beratung einholen.

Einordnung

Rendity wurde 2015 gegründet und vermittelte nach eigenen Angaben Investments von rund 37.000 Anlegerinnen und Anlegern in mehr als 220 Immobilienprojekte mit einem Gesamtvolumen von über 157 Millionen Euro. Mit der Immobilienkrise geriet das Geschäftsmodell zunehmend unter Druck, nun folgt die geordnete Abwicklung.

Für betroffene Investorinnen und Investoren bleibt entscheidend, vorhandene Guthaben zu sichern, projektbezogene Informationen direkt bei den jeweiligen Emittenten einzuholen und mögliche steuerliche Verluste zu dokumentieren.

Für jene die über Rendity in die verschiedenen Projekte investiert haben, kommt es jetzt so richtig dick. Bisher haben schon viele tausende Menschen ihr investiertes Geld verloren und es kommen jetzt wohl noch einige Millionen Euro hinzu. Rendity selbst wird seine Pforten schließen und die Darlehensgeberinnen und -geber müssen direkt schauen, dass sie ihr Geld von den Darlehensnehmern erhalten.

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