Beachte: Veranlagungen in Finanzinstrumenten sind mit Risiken verbunden und können neben den Erträgen auch zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

WEEK im Check: Der erste ETF mit wöchentlicher Ausschüttung (ISIN IE000I50V6C7, WKN A42H8G)

Was ist der Weekly World Equity Income UCITS ETF?

Keine Kaufempfehlung, keine Anlageberatung. Reine Information.

HANetf bietet einen neuen ETF an, wo man sich fragt, wer benötigt so einen? Gibt es einen tatsächlichen Anwendungsfall oder ist dieser einfach nur lustig für jene die möglichst täglich eine Buchungszeile haben mit einer kleinen Gutschrift aus einer Ausschüttung? Mit dem Weekly World Equity Income UCITS ETF (WEEK, ISIN IE000I50V6C7) ist seit vergangener Woche der erste in Europa handelbare ETF mit wöchentlicher Ausschüttung am Markt. Aufgelegt wurde er vom White-Label-Anbieter HANetf gemeinsam mit Aura ETFs, einem jungen Emittenten unter der Leitung des früheren Global-X-Europa-Chefs Rob Oliver. Die Auflage erfolgte am 15. September 2026, der Handel startete am 16. September. Die ersten Ausschüttungen sind laut Presseberichten für Oktober vorgesehen. Bei der OeKB gibt es noch keinen Eintrag, dass es eine Absichtserklärung gibt, dass der ETF ein Meldefonds wird. Aufgrund der jüngeren Vergangenheit ist dies aber nichts besonderes und wird wohl noch kommen.

MerkmalAngabe
Name und ISINWeekly World Equity Income UCITS ETF (Dist), IE000I50V6C7
TickerWEEK (Xetra in Euro, LSE in Pfund), W33K (LSE in US-Dollar)
FondsdomizilIrland (HANetf II ICAV)
MeldefondsNoch keine Meldung an die OeKB (aber noch sehr neu)
Womöglich wird es auch keine Ausschüttungsmeldungen geben, falls Meldefonds
VerwaltungAktiv, Portfolio Manager ist Tidal Investments LLC
ErtragsverwendungAusschüttend, wöchentlich
Laufende Kosten (TER)0,50 Prozent pro Jahr
FondswährungUS-Dollar
Risikoklasse laut KID5 von 7
SFDR-EinstufungArtikel 6

Wie funktioniert die Strategie?

Der Fonds investiert mindestens 80 Prozent seines Vermögens in Aktien beziehungsweise aktienähnliche Wertpapiere aus entwickelten Märkten weltweit, die aktiv ausgewählt werden. Bis zu 20 Prozent dürfen in Geldmarktinstrumente und ähnliche liquide Anlagen fließen, bis zu 10 Prozent in andere UCITS-Fonds. Darüber liegt ein Options-Overlay: Auf die Titel werden Call-Optionen verkauft (Covered Calls), teilweise in Form von Call Spreads. Die dabei vereinnahmten Prämien sollen höhere laufende Erträge ermöglichen als klassische Dividendenstrategien.

Der Preis dafür ist bekannt. In stark steigenden Märkten verzichtet der Fonds auf einen Teil der Kursgewinne, das Verlustrisiko bei fallenden Kursen bleibt hingegen bestehen. Laut Emittentenseite umfasste das Portfolio zum 18. September 2026 188 Positionen. Der Technologiesektor kam auf 36,56 Prozent, die größte Einzelposition war mit 6,81 Prozent der iShares Core Nikkei 225 ETF, gefolgt von NVIDIA mit 6,07 Prozent und Apple mit 5,69 Prozent.

Wöchentliche Ausschüttung heißt nicht garantierte Ausschüttung

Ob und in welcher Höhe ausgeschüttet wird, entscheiden die Directors des Fonds. Laut Nachtrag zum Prospekt (Supplement vom 7. Juli 2026) besteht kein Anspruch auf wöchentliche Zahlungen. Ausschüttungen können auch aus der Substanz des Fonds erfolgen, wenn die laufenden Erträge nicht reichen. Das ist keine Rendite im eigentlichen Sinn, der Anteilswert sinkt in diesem Fall entsprechend. Auch der Emittent weist darauf hin, dass die Zahlungen nicht garantiert sind.

Weitere Punkte, die man im Auge behalten sollte

Eine Wertentwicklung liegt noch nicht vor, das KID nennt schlicht zu wenig Daten. Das Fondsvolumen betrug laut Emittentenseite zum 18. September 2026 rund 993.000 US-Dollar bei einem Anteilswert von 9,93 US-Dollar. Laut Supplement liegt die Mindestgröße des Fonds bei 30 Millionen US-Dollar. Unterschreitet er diese, können die Directors sämtliche Anteile zwangsweise zurücknehmen. Ein anfangs kleines Volumen ist bei neu aufgelegten ETFs nicht ungewöhnlich, sollte aber beobachtet werden. Das KID hält außerdem fest, dass der Fonds für kurzfristige Anlagen nicht geeignet sein könnte. Die Gefahr bei diesen Special-Interest Fonds ist natürlich, dass diese wieder aufgelöst werden, wenn es zu wenige Käuferinnen und Käufer gibt.

Steuerliche Behandlung in Österreich

Für in Österreich steuerpflichtige Anlegende ist bei Fonds und ETFs entscheidend, ob sie als Meldefonds bei der OeKB geführt werden. Der WEEK-ETF ist derzeit kein Meldefonds. Das sagt bei einem Fonds, der erst wenige Tage existiert, allerdings noch wenig aus. Dass er bei der OeKB noch nicht aufscheint, kann schlicht daran liegen, dass noch keine Meldungen erfolgt sind. Ob der Fonds dauerhaft gemeldet wird, lässt sich derzeit nicht seriös beurteilen.

Wird ein Fonds nicht gemeldet, gilt er als Nicht-Meldefonds. Der steuerpflichtige Ertrag wird dann pauschal ermittelt, und zwar mit 90 Prozent der Wertsteigerung im Kalenderjahr, mindestens aber 10 Prozent des letzten Rücknahmepreises. Das fällt in der Regel ungünstiger aus als bei einem Meldefonds.

Auch als Meldefonds ist ein ausschüttender Fonds nicht automatisch unproblematisch. Bei Fonds von HANetf könnte es sein, dass zwar Jahresmeldungen erfolgen, die Ausschüttungen aber nicht gemeldet werden. Dann kann der Broker nicht auf Daten der OeKB zurückgreifen und behält auf jede Ausschüttung 27,5 Prozent KESt ein. Die Jahresmeldung des steuerlichen Vertreters berücksichtigt die Ausschüttungen jedoch noch einmal, dadurch könnte es zu einer Doppelbesteuerung kommen. Zudem können die Anschaffungskosten nach unten korrigiert werden, wodurch bei einem späteren Verkauf ein höherer Gewinn und damit mehr Steuer anfällt. Wie das im Detail abläuft und was steuereinfache Broker daraus machen, ist im Beitrag Steuernachteil ausschüttender Fonds beschrieben.

KonstellationSteuerliche Folge
Meldefonds, Ausschüttungen werden gemeldetDer Broker kann die Steuer korrekt berechnen, kein Nachteil
Meldefonds, Ausschüttungen werden nicht gemeldetKESt auf jede Ausschüttung, Erträge fließen nochmals in die Jahresmeldung ein, unter Umständen ein kleiner steuerlicher Nachteil
Nicht-MeldefondsPauschale Besteuerung, in der Regel ungünstig

Bei einer wöchentlichen Ausschüttung stellt sich die Frage nach der Meldung nicht einmal im Jahr, sondern rund 52 Mal. Ob das bei HANetf zuverlässig funktioniert, wird sich erst zeigen. Das ist eine eigene Einschätzung, keine Information des Emittenten. Offen ist außerdem, wie Ausschüttungen aus der Fondssubstanz in einer allfälligen OeKB-Meldung behandelt würden. Dass der Fonds laut Supplement für deutsche Steuerzwecke als Aktienfonds geführt werden soll, spielt für die österreichische Besteuerung keine Rolle.

Was sich empfiehlt

Wer sich für den WEEK interessiert, sollte auf der Website der OeKB regelmäßig über die ISIN prüfen, ob eine Meldung erscheint und ob dort auch Ausschüttungsmeldungen aufgelistet werden. Nach den ersten Ausschüttungen im Oktober zeigt die Abrechnung des Brokers, ob KESt einbehalten wurde. Außerdem lohnen ein Blick auf die Entwicklung des Fondsvolumens und die Frage, ob die Ausschüttungen aus Erträgen oder aus der Substanz stammen.

Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden, ein Verlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Steuerliche Angaben erfolgen ohne Gewähr, für die individuelle Situation empfiehlt sich die Rücksprache mit einer Steuerberatung.

Quellen:

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