Hinweis: Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Information und keine Anlage- oder Finanzberatung. Zinssätze und Kontokonditionen können sich jederzeit ändern, alle Angaben beruhen auf den zum Redaktionsschluss verfügbaren Informationen der jeweiligen Anbieter. Vor einer Kontoeröffnung oder Anlageentscheidung sollten die vollständigen Produktunterlagen und AGB des jeweiligen Brokers herangezogen werden. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand: September 2026.
Wer Wertpapiere über einen Broker kauft, hat in der Regel auch ein Verrechnungskonto oder ein separates Tagesgeldkonto, auf dem nicht investiertes Kapital liegt. Für dieses Guthaben zahlen manche Anbieter Zinsen, die Unterschiede zwischen den Brokern sind allerdings beträchtlich. Während Flatex original 0 % p.a. für Guthaben zahlt und auch keine Sparmöglichkeiten allgemein anbietet, locken andere mit einem hohen Aktionszins für Neukundinnen und Neukunden, der nach einigen Monaten deutlich sinkt. Ein Blick auf den Bestandszins, also die Verzinsung nach Ablauf der Aktion, zeigt daher meist ein realistischeres Bild.
Zinsen im Überblick
| Broker | Aktionszins | Bestandszins | Kontoart | Steuereinfach |
|---|---|---|---|---|
| Trading 212 | 4,20 % | 2,80 % | Verrechnungskonto | Nein |
| Scalable Capital | – | 2,60 % | Tagesgeldkonto | Nein |
| Trade Republic | 3,00 % | 2,25 % | Verrechnungskonto | Ja |
| Smartbroker+ | – | 2,00 % | Tagesgeldkonto | Nein |
| Traders Place | – | 2,00 % | Tagesgeldkonto | Nein |
| Revolut | – | 1,00-2,00 % | Tagesgeldkonto | Nein |
| DADAT Bank | 3,00 % | 1,60 % | Tagesgeldkonto | Ja |
| Bank Direkt | – | 1,50 % | Tagesgeldkonto | Ja |
| Consorsbank | 3,60 % | 1,00 % | Tagesgeldkonto | Nein |
| XTB | 3,50 % | 1,00 % | Verrechnungskonto | Nein |
| DKB | – | 1,00 % | Tagesgeldkonto | Nein |
| bank99 | 2,50 % | 0,50 % | Tagesgeldkonto | Ja |
| N26 | 1,50 % | 0,25 % | Tagesgeldkonto | Nein |
| easybank | 0,01 % | 0,01 % | Tagesgeldkonto | Ja |
| Flatex | – | 0,00 % | Verrechnungskonto | Ja |
Bedingungen und Bonusaktionen im Detail
- Trading 212 zahlt 4,20 % für vier Monate ab Kontoeröffnung, danach variabel 2,80 %.
- DADAT Bank bietet 3,00 % für drei Monate, danach 1,60 % bis maximal 300.000 €, dazu keine Kontogebühr bis Ende 2030 sowie reduzierte Spesen in den ersten sechs Monaten.
- Bank Direkt lockt mit 75 € Eröffnungsbonus, keiner Depotgebühr bis Ende 2026 und einer teilweisen Übernahme der Übertragsspesen ab 1.000 € Positionsgröße.
- Consorsbank zahlt 3,60 % für fünf Monate, danach 1,00 %.
- XTB verzinst mit 3,50 % für 90 Tage, danach 1,00 %, zusätzlich winkt eine Porsche-Aktie als Bonus, die Teilnahmebedingungen sind zu beachten.
- Smartbroker+ verlangt für die 2,00 % mindestens drei Wertpapiertransaktionen pro Quartal, die Grenze liegt bei 100.000 €.
- Traders Place zahlt 2,00 % ab einer Einlage von 5.000 €.
- easybank bietet konstant 0,01 %, dafür entfallen Depot- und Verrechnungskontogebühren bis Ende 2028.
- N26 zahlt 1,50 % nur mit kostenpflichtiger Abo-Mitgliedschaft, ohne Abo liegt der Zinssatz bei 0,25 %.
- Flatex verzinst das Guthaben nicht, bietet dafür 20 gebührenfreie Orders in den ersten drei Monaten.
- Revolut zahlt je nach kostenpflichtigem Abomodell zwischen 1,00 % und 2,00 %.
- bank99 startet mit 2,50 % für drei Monate, danach 0,50 %.
Aktionszins und Bestandszins: Der Unterschied zählt
Der Aktionszins gilt meist nur für einen begrenzten Zeitraum ab Kontoeröffnung, danach greift der niedrigere Bestandszins. Bei manchen Anbietern fällt dieser Rückgang besonders deutlich aus: Bei Consorsbank sinkt die Verzinsung nach fünf Monaten um 2,60 Prozentpunkte von 3,60 % auf 1,00 %, bei XTB nach 90 Tagen um 2,50 Prozentpunkte von 3,50 % auf 1,00 %. Auch bei Trading 212 und DADAT Bank beträgt der Rückgang jeweils 1,40 Prozentpunkte. Wer langfristig plant, sollte den Bestandszins daher stärker gewichten als den anfänglichen Lockzins.
Verrechnungskonto oder Tagesgeldkonto
Ein Teil der Broker, etwa Trading 212, Trade Republic, XTB und Flatex, führt das Cash-Guthaben direkt am Verrechnungskonto des Wertpapierdepots. Andere, darunter Scalable Capital, DADAT Bank, Consorsbank oder bank99, nutzen dafür ein separates Tagesgeldkonto. Für die tägliche Verfügbarkeit macht das in der Praxis meist wenig Unterschied, relevanter ist, wie häufig die Zinsen gutgeschrieben werden, täglich, monatlich, quartalsweise oder jährlich, je nach Anbieter.
Steuereinfach oder nicht: Relevanz für die Steuererklärung
Bei steuereinfachen Brokern wie Trade Republic, DADAT Bank, Bank Direkt, easybank, Flatex und bank99 wird die Kapitalertragsteuer auf die Zinsen automatisch einbehalten und abgeführt. Anlegende müssen sich in diesem Fall um nichts weiter kümmern. Bei nicht steuereinfachen Anbietern wie Trading 212, Scalable Capital, Smartbroker+, Traders Place, Consorsbank, XTB, DKB, N26 und Revolut müssen die Zinserträge hingegen selbst über FinanzOnline in der Steuererklärung angegeben werden.
Sicherheit: Einlagensicherung, Anlegerentschädigung und Verwahrstellen
Bei Brokern mit Einzelkonto, etwa DADAT Bank, Bank Direkt, Consorsbank, DKB, N26, easybank, bank99, Traders Place oder Smartbroker+, greift die gewöhnliche Einlagensicherung des jeweiligen Landes bis 100.000 € pro Kundin oder Kunde. Broker, die das Guthaben über ein Sammelkonto verwahren, etwa Trading 212, Scalable Capital und XTB, bieten zusätzlich eine Anlegerentschädigung, die im Fall einer Insolvenz oder Unterschlagung ergänzend zur Einlagensicherung greift. Auch die Verwahrstellen unterscheiden sich: Trade Republic verteilt die Einlagen auf mehrere europäische Banken, darunter Deutsche Bank, JP Morgan SE, Citi, HSBC Continental Europe, Crédit Agricole CIB, Natixis und Skandinaviska Enskilda Banken. Trading 212 und Scalable Capital kombinieren Bankeinlagen mit Geldmarktfonds, XTB verwahrt unter anderem über JP Morgan SE.
Fazit
Der Vergleich zeigt, dass sich ein Blick über den Aktionszins hinaus lohnt. Wer sein Kapital dauerhaft am Verrechnungskonto liegen lässt, sollte Bestandszins, Steuerabwicklung und Sicherungsmodell gemeinsam betrachten und nicht nur auf die höchste beworbene Zahl schauen. Auch Bedingungen wie Mindesttransaktionen, Einlagegrenzen oder befristete Bonusaktionen können die tatsächliche Rendite spürbar beeinflussen.
Mehr
- Einen allgemeinen Sparzinsen Vergleich gibt es hier