Bei Flatex lassen sich Fonds und ETFs nicht nur über eine klassische Verkaufsorder veräußern, sondern auch über einen Entnahmeplan. Diese Variante kann insbesondere bei kleineren Beträgen oder Bruchstücken eine kostengünstige Alternative darstellen, da pro Entnahme lediglich 1,50 Euro an Spesen anfallen.
Wie auch bei einer normalen Verkaufsorder entstehen zusätzlich marktbedingte Spreads. Diese sind unabhängig von der gewählten Verkaufsart und fallen daher sowohl bei der Einmalorder als auch beim Entnahmeplan an.
Bei Flatex sind Entnahmepläne ausschließlich für
- Fonds
- ETFs
verfügbar. Nicht verfügbar sind Entnahmepläne daher für andere Assets wie z. B.
- Aktien
- Kryptowährungen
- ETC
- Anleihen
Video
In diesem Video wird gezeigt, wie man günstig über den Entnahmeplan Anteile von Fonds und ETFs verkauft bzw. über welchen Handelsplatz der Verkauf von Bruchstücken allgemein möglich ist.
Einschränkungen bei höheren Verkaufsbeträgen
Für höhere Verkaufsvolumina ist der Entnahmeplan jedoch weniger geeignet. Der Verkauf erfolgt beim Entnahmeplan stets als Bestens-Order, wodurch kein individueller Limitpreis gesetzt werden kann. Der tatsächlich erzielte Verkaufspreis hängt somit unmittelbar von der aktuellen Marktsituation und Liquidität ab.
Bei einer regulären Verkaufsorder kann hingegen ein Limit definiert werden. Wird dieses Limit erreicht und besteht ausreichend Handelsaktivität, erfolgt die Ausführung zeitnah zu den gewünschten Konditionen. Für größere Beträge bietet die klassische Verkaufsorder daher in der Regel mehr Kontrolle über den Verkaufspreis.
Sinnvoll vor allem bei kleinen Beträgen und Bruchstücken
Für kleinere Gegenwerte oder den Verkauf von Bruchstücken kann der Entnahmeplan dennoch eine praktikable Lösung sein. Entscheidend ist dabei, dass die festgelegte Entnahmerate höher gewählt wird als der tatsächliche Depotwert der betreffenden Position. Nur so wird sichergestellt, dass sämtliche Stücke bereits bei der ersten Entnahme vollständig verkauft werden.
Die möglichen Entnahmestichtage entsprechen bei Flatex den bekannten Sparplanterminen und liegen jeweils am 1., 7., 15. und 23. eines Monats.
Hier eine sachliche Beispielrechnung zu Kleinstverkäufen bei Flatex mit Gegenüberstellung zwischen Entnahmeplan und klassischer Verkaufsorder.
Annahmen für die Berechnung
- Verkaufswert der Position: 25 Euro, 50 Euro, 100 Euro
- Entnahmeplan: fixe Spesen 1,50 Euro
- Einmalige Verkaufsorder: typische Mindestordergebühr rund 5,90 Euro an der Börse, ohne Berücksichtigung möglicher Fremdspesen
- Spreads werden nicht berücksichtigt, da sie bei beiden Varianten anfallen
Kostenvergleich Kleinstbeträge
| Verkaufswert | Kosten Entnahmeplan | Kosten Einmalorder | Kostenanteil Entnahmeplan | Kostenanteil Einmalorder |
|---|---|---|---|---|
| 25 Euro | 1,50 Euro | 5,90 Euro | 6,0 Prozent | 23,6 Prozent |
| 50 Euro | 1,50 Euro | 5,90 Euro | 3,0 Prozent | 11,8 Prozent |
| 100 Euro | 1,50 Euro | 5,90 Euro | 1,5 Prozent | 5,9 Prozent |
Wo können Bruchstücke bei Flatex verkauft werden?
Es gibt in der Welt der Wertpapiere stets nur ganze Stücke. Die Bruchstücke sind eine Erfindung der Broker und sind lediglich eine buchhalterische Darstellung der Broker, wo sie einen ganzen Anteil auf mehrere Kundschaften aufteilen, sodass die Einzelkundin Bruchstücke auch in ihrem Depot sieht.
Bei Flatex können Bruchstücke über den Handelsplatz „Bruchstücke/KVG“ verkauft werden. KVG steht für Kapitalverwaltungsgesellschaft, dem deutschen Pendant zur KAG, der Kapitalanlagegesellschaft. Hier werden die Anteile außerbörslich über den Partner Société Générale bzw. im Fall von Fonds, über die KAG verkauft.
In der einmaligen Verkaufsorder ist der Handelsplatz „Bruchstücke/KVG“ zu wählen für die Bruchstücke. Es können natürlich auch ganze Stück dort verkauft werden. Auch ist es möglich zwei Orders aufzugeben, einen beliebigen Handelsplatz für die ganze Stück und für die Bruchstücke dann den Handelsplatz „Bruchstücke/KVG“.
Es fallen je Order natürlich die jeweiligen Ordergebühren an. Im Fall des

Beispiel aus der Praxis
Im dargestellten Beispiel wurde über einen Entnahmeplan ein Fondsanteil mit einem Gegenwert von 22,38 Euro verkauft. Es handelt sich somit um eine Order mit sehr geringem Volumen, bei der die fixen Entnahmespesen von 1,50 Euro den zentralen Kostenfaktor darstellen. Bei einer Verkaufsorder über KVG wären hier 5,90 Euro angefallen. Mit diesem kleinen Trick 4,40 Euro gespart.
Großen Dank an dieser Stelle an Dr. Alex für das Bereitstellen des Screenshots und der Durchführung des Experiments!

Gerade in solchen Fällen zeigt sich der praktische Nutzen des Entnahmeplans, da ein vollständiger Verkauf auch bei kleinen Restbeständen oder Bruchstücken unkompliziert möglich ist.