Broker & Zinsen, das ist noch immer ein taugliches Mittel um neuen Kundschaften zu gewinnen oder bestehende Kundschaften zu halten. Speziell Lockzinse von bis zu über 3 % p.a., meist nur für kurze Zeit, lassen die Neukundengewinnungszahlen nach oben schnellen. Wie ist der aktuelle Stand der Broker & Zinsen Angebote im Juni 2026? Dieser Beitrag gibt einen Überblick über mögliche Angebote.
Vorneweg: Für österreichische Anlegerinnen und Anleger zählt dabei nicht nur die Höhe des Zinssatzes, sondern vor allem die steuerliche Abwicklung. Steuereinfache Broker führen die Kapitalertragsteuer automatisch an das österreichische Finanzamt ab, bei nicht steuereinfachen Anbietern sind die Erträge selbst über die Steuererklärung anzugeben. Dieser Unterschied entscheidet oft darüber, ob ein höherer Zins am Ende tatsächlich mehr bringt. Ein zweiter Punkt ist die Verwahrung: Manche Anbieter nutzen ein Sammelkonto, teils kombiniert mit einem Geldmarktfonds, andere ein klassisches Einzelkonto mit Einlagensicherung.
Steuereinfache Anbieter im Überblick
Für viele in Österreich ist die steuereinfache Variante der bequemere Weg, weil kein zusätzlicher Aufwand mit der Steuererklärung entsteht. Beim Zinsniveau gibt es innerhalb dieser Gruppe aber deutliche Unterschiede.
| Broker | Aktionszins | Bestandszins | Abrechnung |
|---|---|---|---|
| Trade Republic* | 3,00 % bis auf weiteres | 2,00 % | monatlich |
| DADAT Bank* | 2,70 % für 3 Monate | 1,30 % | jährlich |
| Bank Direkt | – | 1,25 % | jährlich |
| easybank | 0,01 % | 0,01 % | quartalsweise |
| Flatex | – | 0,00 % | quartalsweise |
Trade Republic* bietet mit 3,00 % Aktionszins und 2,00 % Bestandszins aktuell die höchste Verzinsung unter den steuereinfachen Anbietern, abgerechnet wird monatlich. Die Verwahrung läuft über ein Sammelkonto, das über mehrere Partnerbanken in Deutschland, Irland, Frankreich und Schweden abgesichert ist (unter anderem Deutsche Bank, JP Morgan SE, Citi, HSBC Continental Europe, Crédit Agricole CIB, Natixis und SEB).
DADAT Bank* verzinst mit 2,70 % Aktionszins für drei Monate (max. 300.000 Euro), danach gilt der Bestandszins von 1,30 %, abgerechnet jährlich auf einem Einzelkonto. Dazu kommt ein umfangreiches Konditionenpaket: keine Kontogebühr bis Ende 2030, 1 Euro eigene Spesen pro Transaktion für sechs Monate ab Eröffnung plus Fremdspesen sowie eine Rückerstattung von Übertragsspesen bis 250 Euro (mind. 2.000 Euro pro Position).
Bank Direkt zahlt 1,25 % Bestandszins, ebenfalls jährlich auf einem Einzelkonto. Beim Einstieg gibt es 100 Euro Eröffnungsbonus, keine Depotgebühr bis 31.12.2026, 1 Euro Ordergebühren für drei Monate, Übernahme der Depotübertragsspesen bis 1.000 Euro (ab einer Positionsgröße von 1.000 Euro) und ein kostenloses Girokonto ab einem Depotstand über 10.000 Euro oder einer monatlichen Transaktion.
easybank und Flatex spielen beim Zins mit 0,01 % beziehungsweise 0,00 % keine Rolle, punkten aber mit Gebührenvorteilen. Bei der easybank entfallen Depot- und Verrechnungskontogebühren bis Ende 2028, Flatex lockt mit 20 Orders ohne eigene Gebühren für drei Monate.
Wer den steuereinfachen Weg sucht und gleichzeitig Wert auf Verzinsung legt, findet bei Trade Republic und DADAT die interessantesten Konditionen. Bank Direkt liegt im Mittelfeld, easybank und Flatex sind eher über ihre Gebührenmodelle als über den Zins attraktiv.
Nicht steuereinfache Anbieter im Kurzüberblick
Bei diesen Brokern müssen die Zinserträge selbst in der Steuererklärung berücksichtigt werden. Teils locken hier höhere Aktionszinsen, häufig über Sammelkonto-Konstruktionen mit Geldmarktfonds. Wer den höheren Zins nutzen will, sollte den steuerlichen Mehraufwand einkalkulieren.
| Broker | Aktionszins | Bestandszins | Abrechnung |
|---|---|---|---|
| Consorsbank* | 3,40 % für 5 Monate | 0,80 % | quartalsweise |
| XTB* | 3,00 % für 90 Tage | 0,90 % | monatlich |
| Trading 212 | – | 3,00 % | täglich |
| DKB* | 1,00 % | quartalsweise | |
| Scalable Capital* | – | 2,50 % | quartalsweise |
| N26 | 2,00 % | 0,20 % | monatlich |
| Smartbroker+* | – | 1,75 % | quartalsweise |
| Traders Place | – | 1,75 % | quartalsweise |
| Revolut | – | 1,00 bis 2,00 % | täglich |
Den höchsten Aktionszins bietet die Consorsbank mit 3,40 % für fünf Monate, danach fällt der Satz auf 0,80 %. XTB verzinst die ersten 90 Tage mit 3,00 %, anschließend gilt der Bestandszins von 0,90 %. Trading 212 zahlt dauerhaft 3,00 % über einen Geldmarktfonds bei täglicher Abrechnung. Bei der DKB läuft der Aktionszins von 2,75 % im Zeitraum 01.05.2026 bis 31.08.2026, gilt nur für Neugeld bis 100.000 Euro pro Tagesgeldkonto und setzt eine Überweisung direkt von einer externen Bank voraus, nicht über das DKB-Girokonto. Scalable Capital arbeitet mit 2,50 % über ein Sammelkonto plus Geldmarktfonds. Bei N26 und Revolut hängt die Verzinsung vom jeweiligen kostenpflichtigen Abomodell ab, Smartbroker+ und Traders Place setzen für ihre 1,75 % bestimmte Mindestaktivitäten beziehungsweise eine Mindesteinlage voraus.
Unterm Strich bleiben die höchsten Zinsen meist bei den nicht steuereinfachen Anbietern, der Aufwand bei der Steuererklärung relativiert diesen Vorsprung aber je nach persönlicher Situation. Für alle, die es unkompliziert mögen, führt bei der Verzinsung aktuell kein Weg an Trade Republic und DADAT vorbei.
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