ETF Steuern

Wie wird ein ETF in Österreich besteuert?

Die steuerliche Behandlung von Exchange Traded Funds in Österreich und was es dabei zu beachten gilt – es gibt so einige Fallstricke beim Kauf, Bestand und Verkauf in steuerlicher Hinsicht!

In diesem Artikel finden Sie die wichtigsten Grundsätze und Informationen zur Besteuerung von ETFs. Vorweg gleich einmal der Hinweis, dass es einige Parameter beim Kauf und bei der Versteuerung von ETFs gibt, welche es zu beachten gilt und es sehr wichtig ist, vor dem Kauf sich die ETFs und deren Parameter genauer anzusehen, damit es zu einem späteren Zeitpunkt kein böses Erwachen gibt. Da sich die Gesetzgebung regelmäßig ändert und auch der beschriebene aktuelle Stand nicht frei von Fehler sein könnte und sich dazu natürlich auch noch die steuerliche Situation jedes einzelnen unterscheidet, ist dieser Artikel lediglich als Richtlinie zu verstehen. Einen Besuch eines einschlägigen Steuerberaters ersetzt dieser Artikel nicht.

Der steuerliche Status Quo in Österreich:

ETFAktuelle Regelung
Dividenden / Ausschüttungen27,5 % KESt
Realisierte Kursgewinne27,5 % KESt
Wer ist eigentlich dafür verantwortlich, dass die Steuern korrekt abgeführt wird? Wer ist das Steuersubjekt? Der Anteilsinhaber, also der Käufer des ETFs und somit ist dieser steuerpflichtig!

Nicht der Ausgeber des ETF ist steuerpflichtig, sondern wir, die Käufer des ETFs. Es wird hier vom Transparenzprinzip gesprochen, was bedeutet, dass wenn jemand sein Geld in einen ETF anlegt, er genau so besteuert werden soll, als ob er direkt in die selben Wertpapiere investiert. Oftmals übernimmt die depotführende Bank diese Aufgabe, aber prüfen Sie ob diese dies tatsächlich auch macht.

Wer ist das Steuersubjekt? Der Anteilsinhaber, also der Käufer des ETFs und somit ist dieser steuerpflichtig! Nicht der Ausgeber des ETF ist steuerpflichtig, sondern wir, die Käufer des ETFs. Es wird hier vom Transparenzprinzip gesprochen, was bedeutet, dass wenn jemand sein Geld in einen ETF anlegt, er genau so besteuert werden soll, als ob er direkt in die selben Wertpapiere investiert.

Alle Angaben ohne Gewähr und nach besten Wissen und Gewissen erstellt!

Die hier dargestellten Informationen wurden nach besten Wissen und Gewissen erstellt, dennoch kann sich ein Fehler eingeschlichen haben oder sich die Sachlage ändern. Nutzen Sie doch die Kommentarfunktion am Ende der Seite, um auf etwaige Fehler aufmerksam zu machen.

Meldefonds oder kein Meldefonds?

Bei der Besteuerung von ETF ist zwischen Melde-ETF und Nicht-Melde-ETF zu unterscheiden, genauso wie es auch bei herkömmlichen Fonds der Fall ist. Meldefonds heißt, dass es einen steuerlichen Vertreter in Österreich gibt. Was es nicht heißt ist, dass der Melde-ETF auch seinen Sitz in Österreich haben muss. Der ETF kann genauso im Ausland beiheimatet sein. Es geht hier wirklich nur darum, ob es einen steuerlichen Vertreter des ETFs in Österreich gibt. Diese Melde-ETF müssen die Kapitalertragsteuer (KESt) auf Ausschüttungen und ausschüttungsgleiche Erträge an die Österreichische Kontrollbank (OeKB) melden. Die Ausgeber der ETFs sind als Melde-ETF dazu verpflichtet diese Meldung innerhalb von 5 bzw. 7 Monaten (je nachdem ob es sich um einen inländischen oder ausländischen ETF handelt) nach Ende des ETF-Geschäftsjahres zu tätigen. Auf Grund dieser Meldung rechnet die depotführende Bank die 27,5 % Kapitalertragsteuer ab. Diese automatische Abrechnung der Kapitalertragsteuer geschieht aber nur bei inländischen Online Brokern (wie z. B. die Hello Bank).

Ist es ein Nicht-Melde-ETF und es erfolgt somit keine jährliche Meldung über die ausschüttungsgleichen Erträge, so werden pauschal 27,5 % KESt auf 90 % des jährlichen Kursgewinns fällig, mindestens aber 27,5 % KESt auf 10 % des ETF-Werts am Jahresende. Also mehr als kompliziert und ein Nicht-Melde-ETF sollte vermieden werden, speziell in Kombination mit einem ausländischen Broker, welcher sich nicht um die automatische Abführung der KESt kümmert.

Ob ein Fonds bzw. ETF in Österreich zugelassen ist können Sie über die Website der der Österreichischen Kontrollbank (OeKB) überprüfen, die unter Profitweb.at erreichbar ist:

Im Ergebnis können Sie dann ersehen, um welche Fondsart dass es sich handelt, welche Zahlstelle in Österreich es gibt und wer der steuerliche Vertreter in Österreich ist und seit wann der Vertrieb in Österreich zugelassen ist. Gibt es keine Antwort auf Ihre Abfrage so kann es gut sein, dass der ETF in Österreich nicht zugelassen ist.

In diesem Video zeigen wir Ihnen, wie Sie mit der Suche von JustETF und einer Abfrage bei Profitweb herausfinden können, ob es sich um einen Meldefonds handelt oder um einen Nicht-Meldefonds:

 

SWAP ETF oder physische ETF

Es wird bei ETFs zwischen SWAP ETFs und tatsächlich replizierenden, physischen ETFs unterschieden. Ein SWAP ETF, auch gerne als synthetisch replizierender ETF betitelt, kauft sich die Wertpapiere nicht tatsächlich, sondern tätigt Tauschgeschäfte in denen er versucht den Index ab- bzw. nachzubilden. Ein physisch, replizierender ETF kauft sich die Wertpapiere tatsächlich. Betrachtet man die beiden ETF-Arten rein aus steuerlicher Sicht, so gibt es bei einem SWAP ETF meistens keine ausschüttungsgleichen Erträge in der Behaltedauer, erst beim Verkauf fällt dann die Kursgewinnsteuer auch auf die Substanzgewinne an. Beim physisch replizierenden ETF fallen bereits während der Laufzeit ausschüttungsgleiche Erträge an, welche im nächsten Kapitel näher beschrieben werden. Wichtig ist, dass es meistens bei SWAP ETFs keine ausschüttungsgleiche Erträge gibt, diese aber dennoch anfallen könnten.

Ein SWAP ETF hat aber auch noch weitere Vor- und Nachteile die ebenfalls unbedingt in die Entscheidungsfindung miteinbezogen werden sollten. Diese finden sich hauptsächlich im Bereich der günstigeren Spesen sowie im Ausfallsrisikos eines SWAP-Partners.

Ausschüttender oder thesaurierender ETF

Handelt es sich um einen ausschüttenden ETF, so ist die Ausschüttung sofort und zu 100 % steuerpflichtig und mit aktuell 27,5 % KESt zu versteuern, dies zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Handelt es sich beim ETF um einen thesaurierenden ETF, das bedeutet, dass die Ausschüttungen einbehalten und sofort wieder veranlagt werden, so wird steuerrechtlich so getan, als ob einmal im Jahr am Ende des ETF-Geschäftsjahres diese Erträge dem Anteilseigner zugeflossen wären. Diese Ausschüttungen werden auch „ausschüttungsgleiche Erträge“ genannt und werden wie bei ausschüttenden ETFs mit 27,5 % KESt versteuert. Das besondere an den thesaurierenden ETFs ist jedoch, dass Substanzgewinne mit nur zu 60 % mit der 27,5 %igen Wertpapier KESt besteuert werden. Substanzgewinne entstehen durch den gewinnbringenden Verkauf von Wertpapieren innerhalb des Fonds bzw. ETFs, ebenso durch Dividenden, also alles was Gewinne der bestehenden Substanz auslöst. Das lässt den Anleger frohlocken und ist ein großes Plus für thesaurierende ETFs, denn so verringert sich die effektive Steuerlast von 27,5 % auf 16,5 % (60 % von 27,5 %). Erst beim Verkauf des ETFs werden sodann die vollen 27,5 % fällig, was bedeutet, dass die restlichen 40 % der 27,5 % KESt beim Verkauf fällig werden Die Senkung der effektiven Steuerlast auf 16,5 % hat über viele Jahre eine steuerschonende Wirkung, welche man sich nicht entgehen lassen sollte. Dies ist ein definitiver Vorteil des ETFs gegenüber einem Investment in Einzelaktien, denn dort werden die Dividenden jährlich und stets mit 27,5 % besteuert, ebenso, wenn Sie in Ihrem Portfolio Wertpapiere mit Gewinnen verkaufen, müssen Sie ebenfalls sofort 27,5 % KESt bezahlen – dies geschieht bei einem thesaurierenden Fonds mit ausschüttungsgleichen Erträgen nur zum Teil, eben zu 60 %. Das Finanzamt will aber schlussendlich doch noch die 100 %ige Versteuerung der 27,5 % und wie die restlichen 40 % der KESt nun beim Verkauf berücksichtigt werden, erfahren Sie im nächsten Kapitel.

Thesaurierender ETF: Nur 60 % sofortige KESt der 27,5 % auf Substanzgewinne
Auch bei thesaurierenden Fonds gibt es eine andauernde Versteuerung, denn das Finanzamt will die 27,5 %ige KESt auch hier. Aber es gibt hier etwas besonderes bei den thesaurierenden Fonds, denn hier kommen die „ausschüttungsgleichen Erträge“ ins Spiel. Das sind jene Erträge die bei ausschüttenden Fonds ausgeschüttet werden. Diese werden bei thesaurierenden Fonds ebenfalls versteuert, jedoch nur zu 60 % während der Behaltedauer.

Das sind effektiv 16,5 % – wird der Fonds verkauft, so fallen dann die restlichen 40 % an und so kommen dann die restlichen 11 % zu tragen. Das hat damit für Besitzer von thesaurierenden Fonds eine steueraufschiebende Wirkung und diese nicht-gleich-bezahlten Steuern werden automatisch erfolgreich reinvestiert in die thesaurierenden Fonds.

Wie hoch die ausschüttungsgleichen Erträge sind und andere, wichtige Informationen zum zugelassenen ETF können in der OeKB Datenbank Profitweb abgerufen werden. Die verschiedenen Abfragemöglichkeiten können hier gefunden werden:

Kursgewinnsteuer beim Verkauf des ETF

Ergibt die Differenz zwischen Verkaufskurs und Kaufskurs ein Plus, so ist diese Differenz mit der Kursgewinnsteuer in der Höhe von 27,5 % zu versteuern unabhängig davon, ob es sich um einen ausschüttenden oder thesaurierenden ETF handelt. Handelt es sich um einen thesaurierenden ETF so werden die bereits 60 %igen steuerlich berücksichtigten ausschüttungsgleichen Erträge dem Kaufkurs hinzugerechnet (siehe voriges Kapitel). Der Betrag von dem die Kursgewinnsteuer errechnet wird findet sich durch die Rechnung:

Zu versteuernder Gewinn =

Menge * Verkaufskurs 

– bereits berücksichtigte ausschüttungsgleiche Erträge 

– Menge * Kaufkurs 

==========================

= zu versteuerender Gewinn

Dieser zu versteuernde Gewinn wird mit 27,5 % Kursgewinnsteuer multipliziert und dieser Betrag wird dem Finanzamt überwiesen.

Andere Kosten oder Gebühren dürfen natürlich auch beim ETF nicht dazu verwendet werden den Kaufkurs künstlich zu erhöhen bzw. den Verkaufskurs niedriger anzusetzen. Das Finanzamt informiert hier:

Bei Kapitalanlagen, die einem besonderen Steuersatz unterliegen, ist ein Abzug von Ausgaben ausgeschlossen. Das Abzugsverbot gilt auch wenn die Regelbesteuerungsoption ausgeübt wird. Betroffen sind beispielsweise

  • Finanzierungskosten
  • Transaktionskosten des Veräußerers
  • Depotgebühren
  • Reisekosten zur Hauptversammlung

Inländischer oder ausländischer Broker

Vergleicht man die Depotgebühren und die Orderkosten von inländischen und ausländischen Brokern so wird man schnell dazu verleitet bei einem ausländischen Broker Kunde zu werden. Das darf man auch. Aber Achtung, denn der ausländische Broker kümmert sich keineswegs um die Steuerangelegenheiten und so ist es jedem Brokerkunden selbst überlassen seine Wertpapierinvestments in seine jährliche Einkommensteuererklärung korrekt aufzunehmen. Dies ist nicht ohne und ein eventueller Vorteil bei den Kosten und Gebühren des ausländischen Brokers im Vergleich zum inländischen Broker ist mit der Beauftragung eines Steuerberaters auch schnell wieder dahin. Kümmert man sich selbst um die Steuerangelegenheiten, so muss man die Zeit aufrechnen, ob es einem das tatsächlich Wert ist.

Handelt es sich um einen ausschüttenden ETF so sind diese Ausschüttungen mit 27,5 % zu versteuern und in der Einkommensteuererklärung anzugeben. Handelt es sich um einen thesaurierenden ETF so sind die ausschüttungsgleichen Erträge zu eruieren (bei der OeKB bzw. unter profitweb.at) und diese mit der obigen Formel zu berechnen, damit die zu begleichende Steuer festgestellt werden kann. Keine allzu komplizierte Angelegenheit, aber dennoch etwas, was man sich Jahr für Jahr ansehen soll.

Vergessen sollte man die Versteuerung dieser Erträge aus dem Ausland nicht, denn man hintergeht so Steuern und dies ist keinesfalls ein Kavaliersdelikt. Dazu kommt natürlich auch noch die Tatsache, dass das Finanzamt in Österreich durch den Common-Reporting-Standard natürlich voll im Bilde ist, wo im Ausland wir ein Depot besitzen und welche Papiere dort liegen. Vergisst man zu versteuern, wird das Finanzamt sicherlich einen bald daran erinnern, dass hier doch etwas zu versteuern wäre. In diesem Sinne: Seien Sie steuerehrlich und agieren Sie nicht am Finanzamt vorbei! Melden Sie Ihre Einkünfte aus dem Ausland und machen Sie nicht einen auf Uli Hoeneß!

Inländische Broker die die KESt und Kursgewinnsteuer bei Melde-ETFs von sich aus berücksichtigen und automatisch abführen:

  • Flatex (Flatex erklärt, dass die Implementierung im Moment getestet wird – Stand 13.12.2016)
  • Hello Bank
  • Easybank
  • Bankdirekt
  • Bankhaus Jungholz
  • Erste Bank
  • Börse Live
  • Generali Bank
  • ING-DiBa

Ausländische Broker die die KESt und Kursgewinnsteuer bei Melde-ETFs NICHT berücksichtigen und der Kunde sich selbst um die richtige Versteuerung kümmern muss:

  • DEGIRO
  • Banx Broker
  • CapTrader
  • Ceros24
  • Lynx
  • DKB
  • Heavy Trader

Wenn Sie die unterschiedlichen Broker miteinander vergleichen möchten, so werfen Sie doch einen Blick auf den Online Broker Vergleich, welcher Ihnen zeigt, wie hoch denn die Kosten für die Depotführung und für die Order von Wertpapiere sind.

zum Online Broker Vergleich »

Achtung: Im ersten Jahr bei ausländischen Meldefonds!

Besitzt man einen ausländischen Melde-ETF so wird es im ersten Jahr wohl so sein, dass die depotführende Bank die Steuerschulden der ausschüttungsgleichen Erträge innerhalb der ersten 12 Monate verrechnen wird, obwohl man den ETF noch gar keine 12 Monate besessen hat. Bedeutet im Klartext, dass man hier Steuern bezahlt für einen Zeitraum, in dem man den ETF noch gar nicht besessen hat. Dies kann leider nur dadurch vermieden werden in dem der ETF zu einem Zeitpunkt gekauft wird in dem der ETF gerade sein neues Geschäftsjahr begonnen hat oder es sich um einen inländischen ETF handelt.

Es ist aber alles nicht so schlimm, insbesondere wenn man den ETF länger hält. Eine Doppelbesteuerung muss man nicht fürchten, denn natürlich werden diese bereits bezahlten ausschüttungsgleichen Erträge bei der Versteuerung beim Verkauf hinzugerechnet, siehe Kapitel „Kursgewinnsteuer beim Verkauf des ETF“. Dadurch erhöhen sich die Anschaffungskosten und damit die Bemessungsbasis für den zu versteuernden Gewinn.

Geld am Verrechnungskonto stehen lassen zur Begleichung der Steuer für die ausschüttungsgleichen Erträge

Die depotführende, inländische Bank verrechnet die Steuer für die ausschüttungsgleichen Erträge im Laufe des Jahres und zieht diese Steuer vom Verrechnungskonto des Depotinhabers ab. Das bedeutet, dass das Verrechnungskonto stets mit einem passenden Betrag gefüllt sein soll, damit die Begleichung der Steuerschulden erfolgen kann, ohne dass man ins Minus rutscht und dafür Sollzinsen bezahlt. Also unbedingt darauf achten, dass genug am Verrechnungskonto vorhanden ist.

Die wichtigsten Fakten zu KESt und Kursgewinnsteuer von ETFs

Es gilt vielerlei zu berücksichtigen beim Kauf und Verkauf von ETF als Österreicher, speziell, wenn man einen Broker aus dem Ausland für den Kauf von ETF wählt. In der folgenden Tabelle versucht Broker-Test.at die Ergebnisse und Erkenntnisse des Artikels nochmals gesammelt darzustellen, welcher in Anlehnung an die Darstellung der Bankdirekt zum Thema Fonds erstellt wurde:

ETFAktuelle Regelung
INLÄNDISCHER ETF
  • IM ETF selbst
Erträge27,5 % KESt
Besteuerung der Kursgewinne60 % der thesaurierten, realisierten Kursgewinne mit 27,5 %
Verlustausgleich
  • Automatischer Verlustausgleich im ETF: Gewinne und Verluste werden innerhalb des ETF automatisch ausgeglichen.
  • Unbeschränkter Verlustvortrag: Realisierte Verluste können zur späteren Gegenverrechnung in folgende Geschäftsjahre vorgetragen werden.
  • Gegenrechnung von Kosten: Im ETF anfallende Kosten können den Erträgen gegengerechnet werden und verringern damit die KESt-Berechnungsbasis.
  • ANLEGER
Besteuerung der Veräußerungsgewinne beim Verkauf von ETF-Anteilen27,5 % KESt auf den Differenzbetrag Veräußerungserlös und Anschaffungskosten (ohne Anschaffungsnebenkosten).
Bereits besteuerte Erträge im Fonds werden bei Verkauf im Rahmen der Anschaffungskosten berücksichtigt – es kommt deshalb zu KEINER Doppelbesteuerung.
AUSLÄNDISCHE ETF
ZusatzinformationSteuerrechtliche Kategorisierung:

  • KESt-Melde-ETF (Meldung ausschüttungsgleiche Erträge, Besteuerung wie inländische Fonds)
  • KESt-Nicht-Melde-ETF (keine Meldung ausschüttungsgleiche Erträge, pauschal 27,5 % KESt auf 90 % des jährlichen Kursgewinns, mindestens aber 27,5 % KESt auf 10 % des ETF-Wertes am Jahresende, belastet.)

Fehlt etwas? Gibt es Ergänzungen? Gibt es Fragen? Nutzen Sie die Kommentarfunktion dieser Seite und kommen wir ins Gespräch!

 

Hinterlasse einen Kommentar

49 Kommentare auf "ETF Steuern"

Benachrichtige mich zu:
Sortiert nach:   neuste | älteste

Noch eine Anmerkung aus der Praxis: Auch bei ausschüttenden Fonds kann es zu einer Steuerforderung unabhängig von der Dividenendenauszahlung kommen. Dann nämlich wenn eine Umschichtung im Index vorgenommen wird und demnach Aktien vom Fonds verkauft werden und andere gekauft werden. Dabei im Fonds realisierte Gewinne sind steuerpflichtig, genauso wie wenn man selbst diese Aktien (mit Gewinn) verkauft hätte.

Deshalb immer genügend Geld am Verrechnungskonto für solche „Überraschungen“ bereit halten!

Hallo, in obiger Formel zum zu versteuernden Gewinn hat sich m.E. ein kleiner Fehler (fehlende Klammer und Vorzeichen falsch) eingeschlichen, korrekt müsste diese m.E. lauten:

Zu versteuernder Gewinn = Menge * Verkaufskurs – Menge * (Kaufkurs + nicht berücksichtigte ausschüttungsgleiche Erträge)

Oder

Zu versteuernder Gewinn = Menge * (Verkaufskurs – Kaufkurs – nicht berücksichtigte ausschüttungsgleiche Erträge)

LG

Hallo,
dank der wirklich erstklassigen Artikel hier verstehe ich nun (glaube ich zumindest) wie Ausschüttungen bzw AgE und realisierte Kursgewinne zu versteuern sind und wie realisierte Verluste innerhalb des selben Kalenderjahres gegengerechnet werden können.

Was ich aber nocg nicht verstehe ist das Thema Quellensteuer und wann ich diese ggf wie rückfordern kann. Wäre toll, wenn das nochmal etwas deraillierter inkl Beispielen verdeutlicht werden könnte.

Vielen Dank!

Hallo Manfred, Soweit ich mich erinnere gibt es beim Thema (ausländischer) Quellensteuern zwei Aspekte 1) Rückerstattung der ausländischen Quellensteuer im Herkunftsland. Im Fall von ETFs macht das der Fondsbetreiber. Das ist im übrigen auch der Grund wieso die meisten Fonds ihren Sitz in Luxenburg oder Irland haben. Diese Länder haben die besten internationalen Abkommen zur Quellensteuer-Rückerstattung. 2) Die Anrechnung der bereits bezahlten ausländischen Quellensteuer auf die zu bezahlende KESt. Bei einem Meldefonds stellt der Fondsbetreiber der OeKB diese Informationen auf Fondsebene zur Verfügung. Von dort holen sich die inländischen Broker diese Informationen und berechnen daraus die zu bezahlende KESt. In… Read more »

Hallo,

also ich bin etwas verwirrt durch den Artikel. Meines Wissens versteuert z.B. Flatex alle meine Wertpapiere automatisch, da in Österreich ansässige Banken seit Anfang 2012 dazu verpflichtet sind (Ausnahme CFD und FX Handel). Anders sieht es natürlich bei Brokern im Ausland aus und wenn du nicht als Privatperson sondern als Unternehmen investierst.

Lieben Gruß

Leider kommt es rein darauf an, ob man am Meldetag den ETF im Depot hat, das Geschäftsjahr ist dabei ganz egal. Mir wurde deshalb soeben von Flatex für den ETF (WKN: DBX0F2, Meldedatum 31.07.2017) die Steuer für die Erträge des gesamten Geschäftsjahres 2016 (01.01.-31.12.2016) verrechnet, obwohl ich den ETF erst im März 2017 gekauft habe.

Hey danke für diese Infos!!! TOP

Danke für die tolle, informative Seite!

Könnten wir einmal ein reales Szenario durchspielen? Im Dezember 2015 habe ich 100 Anteile des ETF ComStage NYSE Arca Gold BUGS UCITS ETF
(ISIN LU0488317701, WKN ETF091) gekauft. Unter profitweb.at Punkt 4. Steuerpflichtige Einkünfte werden für 2016 0,2802 EUR ausgewiesen. Trage ich in meiner jährlichen Steuererklärung einfach unter ausschüttungsgleiche Erträge 27,5 – für 2016 – 100×0,2802 ein?

Und was hat es mit Punkt 3.6 Erst bei Ausschüttung in Folgejahren bzw. bei Verkauf der Anteile steuerpflichtige Einkünfte gem. § 27 Abs. 3 und 4 EStG 1988 (inkl. Altemissionen) auf sich?

Danke für die Hilfe!

LG Thomas

Hallo,
wie versteuere ich meine ETFs eines ausländischen Brokers, wenn ich nicht weiß, in welche ETFs investiert wurde? Ich investiere auf Scalable Capital in Deutschland, eine Gesellschaft, die über die Baader Bank in Deutschland mein Kapital in ETFs investiert und unterjährig entsprechend meiner Risikobereitschaft das Portfolio umschichtet.
Vielen Dank, Harald

Hallo! Danke für diesen ausführlichen bericht!
Ich habe eben mein erstes Depot bei der Hello bank eröffnet und suche jetzt nach Werten für ein langfristiges investment. Wenn ich das ganze richtig verstanden haben bin ich mit einem Meldefond (wie beispielsweise dem iShares TecDAX) und einem Österreichischem broker auf der sicheren Seite. Oder muss ich selbst da noch etwas extra versteuern?

Hallo Andreas, zuerst einmal Danke für die Übersicht und für deine tolle Seite! Auch bei thesaurierenden Fonds sofort 60% des Kursgewinns mit 27,5% versteuern zu müssen, obwohl kein Geld zugeflossen ist ist echt ein Wahnsinn. Ich müsste also, wenn ich in ein paar Jahren eine größere Summe angespart habe, unter Umständen ETF-Anteile verkaufen, um Steuern auf die Wertsteigerungen zu bezahlen. z.B. wenn ein Portfolio mit 150.000€ innerhalb eines Jahres auf 162.000€ (8% Rendite) steigt, muss ich Anteile verkaufen (wobei auf verkaufte Anteile dann die restlichen 40% der 27,5% KESt anfallen) oder selbst Mittel aufbringen, um 1.980€ (12.000 x 0,6 x… Read more »

Hallo!

Zuerst einmal danke für die wunderbare Übersicht!

Zu meinen Fragen:

* Wie genau sehe ich, ob es sich um einen Melde- bzw. Nichtmeldefonds handelt? Reicht unter profitweb.at eine einfache Eingabe der ISIN und falls ein Eintrag vorhanden, heißt das, dass dieser Fonds in Österreich gemeldet ist, oder muss ich da noch mehr bohren?

* Falls es sich um einen Nichtmeldefonds handelt: Ändert sich für mich (außer die etwas andere Besteuerung) etwas? Dies führt doch ohnehin der Broker (bei mir flatex) ab?

Danke schon im Voraus für die Antworten!

MfG

Vielen Dank für die ausführliche Zusammenfassung zu ETF Steuerschön / Steuerhässlich für Österreicher. Also als Österreicher am Besten bei justETF folgende ETF herausfiltern: -Fondsdomizil Inland: zu selten, daher ETF mit Fondsdomizil im Ausland prüfen auf: – Melde-ETF: Ja – Check bei online FMA auf Eintrag „Ausländische OGAW“: Ja (ETF Bezeichnung bei Fondsnamen eingeben) – Thesaurierer: Besser aufgrund jährl. anfallenden Steuern (Hebeleffekt) – Ausschüttungsgleiche Erträge: Check bei OeKB Profitweb. In den Zeilen sollte am Besten 0 stehen. Das kann mE nur bei SWAP-ETFs der Fall sein. Also denke ich, dass folgende ETFs derzeit steuerlich besser sein können, oder? – ETF aus… Read more »