DADAT hat die Liste der ansparfähigen ETFs aktualisiert und dabei einen achten Anbieter neu aufgenommen, Virtune. Das sind jedoch keine ETFs sondern ETP, Exchange-Traded-Products. Mit Virtune stehen ab sofort 12 Krypto-ETPs zur Verfügung, die sich wie gewöhnliche Aktien oder ETFs monatlich oder quartalsweise besparen lassen. Was diese Produkte sind, wer dahintersteht und was sie kosten, im Überblick, dazu die Einordnung gegenüber dem echten Kryptohandel, den DADAT parallel anbietet.
Wer ist Virtune
Virtune ist ein schwedischer, regulierter Vermögensverwalter für Krypto-Assets mit Sitz in Stockholm. Das Unternehmen emittiert börsengehandelte Produkte auf Basis eines genehmigten EU-Basisprospekts und notiert seine ETPs an mehreren regulierten Börsen, darunter Nasdaq Stockholm, Nasdaq Helsinki, die Deutsche Börse Xetra und die Warschauer Börse. Alle Produkte sind physisch besichert, das heißt die zugrunde liegenden Coins liegen tatsächlich im Cold Storage bei einem Verwahrer, primär Coinbase, und nicht nur synthetisch nachgebildet. Insgesamt bietet Virtune aktuell 23 solcher ETPs an, von Einzelwerten wie Bitcoin, Ethereum, XRP, Solana, Chainlink oder Hyperliquid bis zu Index-Produkten und ETPs mit Staking-Komponente. Einen Teil dieser ETPs bietet auch die DADAT Bank nun als Sparplan an:
Die 12 neuen ETPs bei DADAT
| ISIN | Bezeichnung |
|---|---|
| SE0024738389 | Virtune Coinbase 50 Index ETP |
| SE0021486156 | Virtune XRP ETP |
| SE0027598038 | Virtune Bitcoin Prime ETP |
| SE0021309754 | Virtune Staked Solana ETP |
| SE0023260716 | Virtune Crypto Altcoin Index |
| SE0025159833 | Virtune Sui ETP |
| SE0026821282 | Virtune Stablecoin Index ETP |
| SE0024417356 | Virtune Stellar ETP |
| SE0028425314 | Virtune Hyperliquid ETP |
| SE0021149259 | Virtune Chainlink ETP |
| SE0027598202 | Virtune BNB ETP |
| SE0020541639 | Virtune Staked Ethereum ETP |
Was diese Krypto-Zertifikate kosten
Bei einem ETP handelt es sich rechtlich um ein Zertifikat, das die Wertentwicklung eines Coins oder Index physisch besichert nachbildet. Die Kosten setzen sich aus zwei Ebenen zusammen.
Auf Produktebene zieht Virtune laufend eine Management Fee vom Nettoinventarwert ab, die investorenseitig nicht extra verrechnet wird, sondern die Performance direkt schmälert. Die Höhe unterscheidet sich deutlich je nach Produkt, beim Virtune Bitcoin Prime ETP liegt sie bei 0,25 Prozent pro Jahr, beim Sui ETP bei 0,95 Prozent, beim Staked Ethereum ETP bei 1,40 Prozent. Bei den Staking-Varianten wie Staked Ethereum oder Staked Solana kommt zusätzlich ein Teil der Staking-Erträge den Anlegern zugute, beim Ethereum-Produkt nennt Virtune etwa 1,6 Prozent zusätzliche jährliche Erträge, die die laufende Fee teilweise kompensieren. Vor dem Kauf lohnt sich also ein Blick auf das jeweilige Basisinformationsblatt, das die DADAT bei jeder ISIN verlinkt. Alternativ sind diese Basisinformationsblätter natürlich auch im Netz zugänglich.
Auf DADAT-Seite fällt für diese 12 Virtune-ETPs im Sparplan keine Orderspesen im Rahmen des Sparplans an, sie zählen zu den gebührenfreien Sparplänen. Spreads und die Produktkosten fallen aber jedenfalls an. Kauft man sie außerhalb des Sparplans einmalig über das Depot, gelten die normalen Handelskonditionen, die je nach Börsenplatz variieren und im Konditionenverzeichnis von DADAT nachzulesen sind. Eine Kontoführungsgebühr für das Sparplankonto fällt nicht an, es ist das allgemeine Sparplankonto bzw. wird es von der DADAT Bank als „Fondssparplan Konto“ benannt.
Wichtig für die Einordnung, wer einen Virtune-ETP kauft, besitzt keinen Coin, sondern ein Wertpapier, das steuerlich wie ein gewöhnliches Zertifikat wird, mit automatischem KESt-Abzug durch DADAT.
Zum Vergleich, echter Kryptohandel bei DADAT
Neben den ETPs bietet DADAT über die eigene DADAT Krypto GmbH auch den direkten Kauf von Kryptowährungen an. Handelbar sind laut DADAT rund 50 Coins, darunter Bitcoin und Ethereum. Eine Sparplanmöglichkeit gibt es für den echten Kryptohandel der DADAT bislang nicht auch wenn davon zum Start des DADAT Kryptohandels gesprochen wurde. Selbiges war auch damals bei Flatex zu hören, auch hier gibt es nach rund einem Jahr noch immer keinen Sparplan auf die echten Kryptowährungen.
Die Handelsgebühr beträgt hier 0,70 Prozent vom Kurswert, aufgeteilt in 0,52 Prozent eigene Spesen von DADAT und 0,18 Prozent fremde Spesen. Bei Orders unter 500 Euro Kurswert kommt ein Mindermengenzuschlag von 0,75 Euro dazu. Eine Depot- oder Verwahrgebühr wird nicht verrechnet. Die Ausführung erfolgt über die Baader Bank als Kommissionär, verwahrt werden die Kryptowerte bei der Tangany GmbH in München, eine Einlieferung von Coins aus einer eigenen Wallet oder einer Wallet Dritter ist nicht möglich. DADAT Krypto GmbH verfügt über eine eigene MiCAR-Lizenz der FMA und wirbt damit, die erste österreichische Bank mit einer eigenständigen Krypto-Lizenz zu sein, statt wie viele Mitbewerber auf einen externen Partner zurückzugreifen. Auch hier gilt das Angebot als steuereinfach, DADAT behält die KESt ein und führt sie ab.
Der wesentliche Unterschied in der Praxis, wer regelmäßig kleine Beträge ansparen will und ohnehin schon einen ETF-Sparplan bei DADAT führt, kann das jetzt unkompliziert und ohne Orderspesen über die Virtune-ETPs tun, muss dafür aber die laufende Management Fee des jeweiligen Produkts in Kauf nehmen. Wer echte Coins halten und selbst über die Verwahrung entscheiden möchte, oder wer größere Einmalbeträge investiert, fährt mit dem direkten Kryptohandel bei 0,70 Prozent Orderspesen ohne laufende Zusatzkosten oft günstiger.
Disclaimer, dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine steuerliche Beratung dar. Kryptowerte und darauf basierende ETPs unterliegen hohen Kursschwankungen, ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Die genannten Gebühren, Kennzahlen und Produktdaten wurden nach bestem Wissen recherchiert, können sich aber jederzeit ändern, maßgeblich sind die aktuellen Unterlagen von DADAT beziehungsweise Virtune, insbesondere das jeweilige Basisinformationsblatt (KID). Vor einer Investitionsentscheidung sollten Anlegerinnen und Anleger eigene Recherchen anstellen und bei Bedarf unabhängigen Rat einholen.
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