Beachte: Veranlagungen in Finanzinstrumenten sind mit Risiken verbunden und können neben den Erträgen auch zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

Die Flatex ETFs kommen! Flatex plant mit DWS 2 ETFs

Der Online-Broker flatexDEGIRO bringt gemeinsam mit der DWS beziehungsweise deren ETF-Marke Xtrackers zwei neue, co-gebrandete ETFs auf den Markt das berichtet das einschlägige ETF-Portal ETF-Stream. Damit reiht sich flatexDEGIRO in einen Trend ein, den zuletzt bereits mehrere große Broker-Plattformen in Europa aufgegriffen haben, eigene ETF-Produkte im Zusammenspiel mit einem etablierten Fondsanbieter aufzulegen.

Überblick über die beiden neuen ETFs

ETFAnlageklasseBekannte Details
Flatex Diversified World Xtrackers UCITS ETFGlobale AktienIn Luxemburg angemeldet, Kosten, Index und Handelsstart noch offen
Flatex Diversified EUR Bonds Xtrackers UCITS ETFEuro-AnleihenIn Luxemburg angemeldet, Kosten, Index und Handelsstart noch offen

Ob es die ETFs in einer ausschüttenden und oder thesaurierenden Variante gibt, das ist bislang unbekannt. Allgemein gibt es noch sehr wenige Informationen.

Auch ist nicht bekannt, ob die Replikationsmethode synthetisch mittels SWAPs sein wird oder die physische Replikationsmethode angestrebt wird. Für uns hier in Österreich ist ein SWAP-ETF in Hinblick auf die steuerlichen Besonderheiten wohl nicht mehr interessant.

Was genau geplant ist

Laut Eintrag im luxemburgischen Fondsregister hat flatexDEGIRO zwei neue Produkte angemeldet, den Flatex Diversified World Xtrackers UCITS ETF mit Fokus auf globale Aktien sowie den Flatex Diversified EUR Bonds Xtrackers UCITS ETF für den Euro-Anleihenmarkt. flatexDEGIRO betreibt in Deutschland und Österreich die Marke flatex und im übrigen Europa die Marke DEGIRO, insgesamt zählt die Gruppe mehr als 3,6 Millionen Kundinnen und Kunden und verwaltete zuletzt über 100 Milliarden Euro an Kundenvermögen. Ein konkreter Handelsstart an der Börse steht noch nicht fest, ebenso wenig sind Kostenquote, abgebildeter Index oder genaue Zusammensetzung bislang bekannt.

Die Blaupause: Scalable Capital und die DWS

Wie lukrativ eine solche Zusammenarbeit zwischen Broker und Fondsanbieter sein kann, zeigt das Beispiel von Scalable Capital. Der gemeinsam mit der DWS aufgelegte Scalable MSCI AC World Xtrackers UCITS ETF verwaltet mittlerweile rund 800 Millionen Euro. Scalable positioniert das Produkt bereits als zentralen Baustein für das neue, staatlich geförderte Altersvorsorgedepot, das in Deutschland ab Jänner 2027 den Nachfolger der Riester-Rente bildet. Für flatexDEGIRO könnte ein eigener ETF ganz ähnlich funktionieren, prominent im eigenen Angebot platziert und mit möglichem Rückenwind durch dieselbe Reform.

Wie das in Österreich mit dem angekündigten Zukunftsdepot dann aussieht ist eine andere Sache. Hier sind zuwenige Informationen vorhanden um etwas dazu sagen zu können.

Auch andere Broker und Asset Manager ziehen nach

flatexDEGIRO ist damit nicht allein unterwegs. Auch ING plant eigene ETFs, gemeinsam mit Amundi, und Revolut hat kürzlich die Grundlagen für eine eigene ETF-Reihe gelegt, womit die Neobroker direkt in Konkurrenz zu etablierten Anbietern wie BlackRock oder Vanguard treten, wobei die Banken stets auf einen ETF-Emittenten jeweils setzen wie beispielsweise die DWS.

Für österreichische Anlegerinnen und Anleger noch näher liegt ein weiteres Beispiel: Die Erste Asset Management hat im Juli 2026 mit dem Erste ETF Global Equities UCITS ETF und dem Erste ETF US Equities UCITS ETF ihre ersten beiden eigenen ETFs aufgelegt, als erster österreichischer Asset Manager überhaupt. Beide Fonds bilden Indizes von Solactive ab, den Weltaktienmarkt beziehungsweise den US-Markt mit jeweils rund 250 großen Unternehmen, und kommen auf eine Kostenquote von 0,25 Prozent pro Jahr. Gehandelt werden sie seit 16. Juli 2026 an der Börse Xetra, seit 22. Juli 2026 sind sie auch direkt in den Filialen der Erste Bank und der Sparkassen erhältlich. Anders als bei flatexDEGIRO oder Scalable Capital handelt es sich hier nicht um eine Kooperation zwischen Broker und Fondshaus, sondern um ein eigenständiges Produkt eines etablierten österreichischen Vermögensverwalters.

Was das für Anlegerinnen und Anleger in Österreich bedeutet

Das geplante, staatlich geförderte Altersvorsorgedepot ist ein rein deutsches Modell ohne Pendant in Österreich, dieser Teil der Ankündigung betrifft also in erster Linie den deutschen Markt. Die beiden neuen ETFs selbst dürften, sobald sie handelbar sind, aber auch über flatex.at zugänglich sein, da flatexDEGIRO dieselbe Plattform in beiden Ländern betreibt. Das ist eine naheliegende Annahme, jedoch bislang nicht offiziell bestätigt.

Offen ist außerdem die steuerliche Einstufung der beiden Fonds für heimische Anlegerinnen und Anleger. flatex ist als Zweigstelle bereits steuereinfach registriert, das betrifft jedoch die Abwicklung durch den Broker selbst. Ob die neuen Xtrackers-Produkte bei der OeKB den Status als Meldefonds erhalten und damit auch steuereinfach im Sinn der österreichischen Investmentfondsbesteuerung sind, ist derzeit nicht bekannt, es darf aber davon ausgegangen werden. Bei neu aufgelegten Fonds dauert eine solche Registrierung erfahrungsgemäß eine Weile. Werden diese Fonds keine Meldefonds, so müsste zum Jahreswechsel die pauschale Besteuerung vom Broker vorgenommen werden. Ein vorzeitiger Verkauf vorm Jahreswechsel würde hier ausreichen, um nicht die pauschale Besteuerung zu erfahren.

Luxemburg statt Irland

Für den globalen Aktien-ETF ist es in Hinblick auf die Quellensteuern natürlich schade, dass die ETFs in Luxemburg aufgelegt werden und nicht in Irland. Das bedeutet nämlich, dass die US-Quellensteuern nicht so optimal berücksichtigt werden können, wie es in Irland der Fall ist.

Was noch offen ist

Weder Kostenquote noch der genau abgebildete Index sind bislang bekannt, ebenso wenig ein fixer Handelsstart. Sobald die offiziellen Produktunterlagen vorliegen, lohnt sich ein genauerer Blick, insbesondere auf die Kosten im Vergleich zu etablierten Welt-ETFs und auf die steuerliche Einstufung für österreichische Anlegerinnen und Anleger.

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Hinweis: Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Information und keine Anlageberatung. Wertpapiere bergen Risiken, einschließlich des Verlusts des eingesetzten Kapitals. Vor einer Anlageentscheidung sollten die vollständigen Produktunterlagen (Konditionenblatt, ggf. Basisinformationsblatt) herangezogen werden. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand: September 2026.

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