Beachte: Veranlagungen in Finanzinstrumenten sind mit Risiken verbunden und können neben den Erträgen auch zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

Zinsen bei Online Brokern: von 0,01 bis 3,50 Prozent, zwischen Lockangebot und Dauerlösung (Stand 08/2026)

Zwischen 0,01 % und 3,50 % liegt aktuell die Spanne der Zinsen, die Online Broker auf nicht investiertes Guthaben zahlen. Der Unterschied entscheidet sich aber nicht nur an der Zahl selbst, sondern daran, ob sie dauerhaft gilt oder nur als Lockzins für die ersten Monate als Neukundschaft, und ob am Ende 25 % oder 27,5 % Steuer abgehen. Manchmal ist es komplex, manchmal kompliziert und manchmal aber auch einfach nur einfach. Ein Überblick über die aktuellen Angebote Anfang August 2026.

Wichtig ist, man muss sich wohl fühlen und Vertrauen haben zum jeweiligen Angebot und sich nicht blenden lassen von einem auf den ersten Blick attraktiven Zinssatz!

Steuereinfache Angebote

BrokerAktionszinsBestandszinsKontoartAbrechnungKontotyp
Trade Republic3,00 % (bis auf weiteres)2,25 %VerrechnungskontomonatlichSammelkonto
DADAT Bank2,70 % (3 Monate)1,60 %TagesgeldkontojährlichEinzelkonto
bank992,25 % (3 Monate)0,50 %TagesgeldkontojährlichEinzelkonto
Bank Direkt1,50 %TagesgeldkontojährlichEinzelkonto
easybank0,01 %TagesgeldkontoquartalsweiseEinzelkonto
Flatex0,00 %VerrechnungskontoquartalsweiseEinzelkonto

Nicht steuereinfache Angebote

BrokerAktionszinsBestandszinsKontoartAbrechnungKontotyp
Trading 2123,50 %VerrechnungskontotäglichSammelkonto und Geldmarktfonds
XTB3,50 % (90 Tage)1,00 %VerrechnungskontomonatlichSammelkonto
Consorsbank3,40 % (5 Monate)0,80 %TagesgeldkontoquartalsweiseEinzelkonto
Scalable Capital2,50 %TagesgeldkontoquartalsweiseSammelkonto und Geldmarktfonds
Smartbroker+2,00 %TagesgeldkontoquartalsweiseEinzelkonto
Traders Place2,00 %TagesgeldkontoquartalsweiseEinzelkonto
N261,50 % (kostenpflichtiges Abo)0,25 %TagesgeldkontomonatlichEinzelkonto
Revolut1,00 bis 2,00 %TagesgeldkontotäglichEinzelkonto
DKB1,00 %TagesgeldkontoquartalsweiseEinzelkonto

Bei DADAT gilt eine Höchstgrenze von 300.000 Euro, bei Smartbroker+ sind mindestens drei Wertpapiertransaktionen pro Quartal nötig, bei Traders Place eine Einlage ab 5.000 Euro. N26 zahlt bis zu 1,50 % nur mit kostenpflichtigem Abo, Revolut je nach Abomodell zwischen 1,00 und 2,00 %.

Aktionszins oder Bestandszins

Der Bestandszins zählt mehr als der Werbewert. Bei DADAT sinkt der Satz nach drei Monaten um 1,10 Prozentpunkte, bei Consorsbank nach fünf Monaten um 2,60 Prozentpunkte, bei XTB nach 90 Tagen um 2,50 Prozentpunkte, bei bank99 nach drei Monaten um 1,75 Prozentpunkte. Trading 212 und Scalable Capital zahlen ihren Satz dagegen ohne Aktionsfrist bis auf weiteres, ebenso Trade Republic mit 2,25 % unter den steuereinfachen Angeboten.

Verrechnungskonto oder eigenes Tagesgeldkonto

Beim Verrechnungskonto, etwa bei Trade Republic, Trading 212, XTB und Flatex, wird das ohnehin genutzte Handelskonto automatisch verzinst. Bei einem eigenen Tagesgeldkonto, wie bei den übrigen Anbietern, liegt das Guthaben separat, teils bei einer Partnerbank im Ausland, teils mit eigenen Bedingungen. Was ist besser? Das ist Geschmackssache. Manche wollen alles auf einem Konto haben, andere haben es gerne getrennt. Wichtig ist zu wissen, wer die Zinsen auf das Verrechnungskonto anbietet und wer ein eigenes Sparkonto benötigt und dort die Zinsen erhält. Beim eigenen Sparkonto handelt es sich bei den erwähnten Anbietern stets um ein Einzelkonto, während es sonst gerne ein Sammelkonto bei einer Bank ist, welches auf den Namen des Brokers lautet und nicht auf den Namen der Kundschaft selbst.

Steuereinfach, was das bedeutet

Steuereinfach heißt, der Broker führt die Kapitalertragsteuer automatisch ab, ohne Aufwand für die Kundschaft. Nicht steuereinfach bedeutet Eigenverantwortung in der Steuererklärung, aber nicht automatisch eine höhere Steuerlast, solange es sich um klassische Bankzinsen handelt.

Sammelkonto, Einzelkonto und Geldmarktfonds

Beim Einzelkonto greift die Einlagensicherung von 100.000 Euro direkt und eindeutig. Beim Sammelkonto, etwa bei Trading 212, XTB und Scalable Capital, werden Gelder mehrerer Kundinnen und Kunden gebündelt auf den Namen des Brokers geführt..

Komplexer wird es, wenn zusätzlich Geldmarktfonds im Spiel sind, wie bei Trading 212 und Scalable Capital. Klassische Bankzinsen unterliegen 25 % Steuer, Erträge aus Investmentfonds, auch Geldmarktfonds, dagegen 27,5 %. Der beworbene Zins kann also beide Ertragsarten mischen, ohne dass die Kundschaft die genaue Aufteilung kennt. Handelt es sich dabei um einen Nichtmeldefonds, greift zusätzlich eine pauschale Besteuerung zum Jahreswechsel, 27,5 % auf 90 % des jährlichen Wertzuwachses, mindestens jedoch 27,5 % auf 10 % des Fondswerts zum Jahresende, unabhängig vom tatsächlichen Ertrag. Bei einem Meldefonds muss sodann die OeKB Meldung der ausschüttungsgleichen Erträge berücksichtigt werden. Das klingt nicht nur komplex und kompliziert, ist es auch. Zinserträge einfach? Das gibt es hier dann vermutlich nicht so einfach.

Eine korrekte Einordnung ist im Einzelfall komplex und keine steuerliche Beratung, dafür empfiehlt sich eine Steuerberatung.

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2 Kommentare

Was bedeutet das Sammelkonto für die Einlagensicherung? Es sollte trotzdem 100.000 Euro pro Kunde geben, da die Beträge eindeutig zugeordnet werden können, oder?

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