Wo kann ich die SpaceX Aktie kaufen?
Nachdem hier in Österreich keine IPO-Zeichnung möglich war aufgrund des fehlenden Prospekts, geht es für uns hier in Österreich erst mit dem Börsenhandel los. Ab heute 15:30 Uhr kann die SpaceX Aktie an der Börse gekauft werden. Die NASDAQ ist als Handelsplatz ein Fixstarter, es darf jedoch davon ausgegangen werden, dass die Aktie sogleich auch an anderen Börsen und Handelsplätzen wie Xetra, Tradegate, Lang & Schwarz Exchange oder gettex handelbar sein wird.
Ab dem 12. Juni ist SPCX eine ganz normale US-Aktie. Das heißt, sie ist über jeden Broker handelbar, der Zugang zu US-Börsen oder zu den deutschen Handelsplätzen bietet. Für österreichische Anlegerinnen und Anleger sind das vor allem:
- Trade Republic, Flatex, DADAT und easybank als steuereinfache Broker, bei denen die KESt von 27,5 Prozent automatisch abgeführt wird
- Direkt an der NASDAQ, sofern der Broker den US-Handel anbietet, oder über deutsche Handelsplätze wie gettex, Tradegate oder Lang & Schwarz, dort wird in Euro gehandelt. Bei Trade Republic hat man keine Wahl beim Handelsplatz, bei Flatex, DADAT und der easybank gibt es freie Wahl des Handelsplatzes. Von der NASDAQ bis zu gettex oder einen anderen Handelsplatz der die SpaceX führt.
Interessant ist das Modell von gettex: Dort lassen sich Orders bereits vor dem Handelsstart einstellen. Die Order bleibt im Orderbuch vorgemerkt und wird automatisch zum Handelsstart ausgeführt, der für Freitag gegen 15:30 Uhr unserer Zeit erwartet wird, also zur Eröffnung der US-Börsen. Klingt bequem, hat aber Tücken, dazu gleich mehr. So die Information vom Smartbroker+.
SpaceX aktueller Kurs
Hier der aktuelle Kurs der SpaceX Aktie laut Tradingview. Notiz in US-Dollar an der NASDAQ:
Warum eine Erstnotiz so riskant ist
Bei einer Aktie, die zum ersten Mal gehandelt wird, fehlt das Wichtigste, was der Markt sonst bietet: ein verlässlicher Preis. Es gibt keine Kurshistorie, keine eingependelten Bewertungsniveaus, keine Erfahrungswerte. Der Ausgabepreis von 135 US-Dollar ist eine Verhandlungsgröße zwischen Unternehmen und Banken, kein Marktpreis. Die Preisspanne wurde von 135 bis 162 US-Dollar angegeben.
Dazu kommt die spezielle Konstellation bei SpaceX: Ein sehr kleines Angebot trifft auf eine voraussichtlich enorme Nachfrage. Nur ein einstelliger Prozentsatz des Unternehmens ist überhaupt frei handelbar. In so einer Situation kann es dauern, bis Angebot und Nachfrage zusammenfinden. Die Eröffnungsauktion an der Nasdaq kann sich über Stunden ziehen, und der erste festgestellte Kurs kann weit über dem Ausgabepreis liegen. In den ersten Handelsstunden und Handelstagen sind extreme Kursausschläge in beide Richtungen zu erwarten, im Bereich von zweistelligen Prozentwerten innerhalb eines Tages.
Hinzu kommen die fundamentalen Fragezeichen. Das Analysehaus Morningstar hält SpaceX für deutlich überbewertet und sieht den fairen Wert bei rund 780 Milliarden US-Dollar, also nicht einmal der Hälfte der IPO-Bewertung. Das Unternehmen schreibt auf Konzernebene noch Verluste, im ersten Quartal 2026 sollen es rund 4,3 Milliarden US-Dollar gewesen sein. Und Skeptiker wie Michael Burry ziehen bereits Vergleiche zur Dotcom-Phase. Andere Häuser sind optimistischer, das gehört zur Wahrheit dazu. Aber wer hier einsteigt, kauft eine Vision zu einem sehr ambitionierten Preis.
Ein Punkt, der gerne übersehen wird: Nach einigen Monaten laufen üblicherweise die Lock-up-Fristen für Altaktionäre und Mitarbeiter aus. Dann kann zusätzliches Angebot auf den Markt kommen, was den Kurs belasten kann. Wer glaubt, am ersten Tag dabei sein zu müssen, sollte wissen, dass die Geschichte vieler großer IPOs zeigt, dass es später oft günstigere Einstiegszeitpunkte gab. Garantiert ist freilich auch das nicht.
Worauf es bei der Ordererteilung ankommt
Wer trotz aller Risiken handeln möchte, sollte ein paar handwerkliche Grundregeln beachten. Sie kosten nichts und können viel Geld sparen.
Erstens: Immer mit Limit arbeiten, niemals mit einer Market-Order (billigst). Der Grund ist simpel. Eine Market-Order wird zum nächstbesten verfügbaren Kurs ausgeführt, egal wie hoch der ist. Bei einer Erstnotiz mit dünnem Angebot und explodierender Nachfrage kann das bedeuten, dass die Ausführung 30, 50 oder mehr Prozent über dem Ausgabepreis erfolgt, ohne dass man es beeinflussen kann. Mit einem Limit legt man den maximalen Kaufkurs selbst fest. Wird das Limit nicht erreicht, kommt eben kein Geschäft zustande. Das ist kein Fehler, sondern Schutz.
Zweitens: Das Limit bewusst setzen und nicht einfach großzügig über den erwarteten Eröffnungskurs legen. Ein Limit, das weit über dem Markt liegt, wirkt in der Auktion praktisch wie eine Market-Order. Wer ein Limit setzt, sollte sich vorher überlegen, welchen Preis er für die Aktie tatsächlich zu zahlen bereit ist, und nicht, welchen Preis der Markt vielleicht aufruft.
Drittens: Vorsicht bei vorab eingestellten Orders, etwa über gettex. Die Order wird dort zum Handelsstart automatisch ausgeführt. Das klingt praktisch, bedeutet aber, dass man zum Eröffnungskurs kauft, den zu diesem Zeitpunkt niemand kennt. Auch hier gilt: ohne Limit geht gar nichts, und das Limit sollte dem eigenen Preisverständnis entsprechen, nicht der Angst, etwas zu verpassen.
Viertens: Auf den Handelsplatz achten. An deutschen Börsenplätzen wird SPCX in Euro gehandelt, der Market Maker rechnet den US-Kurs um und stellt einen Spread. Solange der US-Handel noch nicht eröffnet hat, können die Spreads sehr breit sein, weil der Referenzkurs fehlt. Wer in den ersten Minuten an einem deutschen Handelsplatz kauft, zahlt diesen Aufschlag mit. Oft ist es klüger, zu warten, bis sich an der Heimatbörse Nasdaq ein liquider Handel etabliert hat.
Fünftens: Keine Stop-Loss-Orders in den ersten Tagen. Bei extremen Schwankungen werden Stops ausgelöst und dann womöglich weit unter dem Stop-Kurs ausgeführt, weil das nächste Gebot deutlich tiefer liegt. Wer eine frisch notierte Aktie nicht ohne Stop halten kann oder will, sollte sich fragen, ob die Position überhaupt zur eigenen Risikotragfähigkeit passt.
Sechstens: Positionsgröße klein halten. Eine alte Faustregel besagt, nur Geld einzusetzen, dessen zwischenzeitlichen oder kompletten Verlust man verschmerzen kann. Bei einem IPO dieser Art gilt das doppelt. Niemand braucht SpaceX am ersten Handelstag im Depot. Die Aktie wird auch am Montag, in einem Monat und in einem Jahr noch handelbar sein, dann mit Kurshistorie, ersten Quartalszahlen als börsennotiertes Unternehmen und einem realistischeren Bild.
Steuerliches für Österreich
Etwaige Kursgewinne aus US-Aktien unterliegen in Österreich der KESt von 27,5 Prozent. Bei steuereinfachen Brokern wie Flatex, DADAT oder easybank wird die Steuer automatisch abgeführt. Bei nicht steuereinfachen Anbietern muss man Gewinne selbst in der Steuererklärung deklarieren. Da SpaceX absehbar keine Dividende zahlen wird, spielt die US-Quellensteuer vorerst keine Rolle. Wie sieht es mit realisierten Kursverlusten aus? Die können im Rahmen des Verlustausgleich berücksichtigt werden!
Fazit
Die SpaceX Aktie ist ab heute, 12. Juni 2026, ab 15:30 Uhr über praktisch jeden Broker mit US-Handel oder Zugang zu deutschen Handelsplätzen kaufbar, in Österreich etwa über Flatex, DADAT, easybank oder Trade Republic. Die eigentliche Frage ist nicht das Wo, sondern das Ob und das Wie. Eine Erstnotiz mit winzigem Free Float, gigantischer Nachfrage und einer Bewertung, die selbst wohlwollende Analysten ins Grübeln bringt, ist ein Umfeld für extreme Volatilität. Wer handelt, sollte das ausschließlich mit Limit-Orders tun, mit kleinen Beträgen und mit dem klaren Bewusstsein, dass der erste Kurs selten der beste ist. Und wer abwartet, verpasst nichts außer Nervenkitzel. Wer nur beobachtet ist auch dabei und muss nicht um das Ersparte zittern.
Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung, jede Entscheidung liegt bei Ihnen selbst.
So ein kleiner Fuß ist in der Tür. Dabei geht es natürlich rein um den Hype und nicht um eine faire Bewertung des Unternehmens.
Gerade raus. Urlaub ist bezahlt. Danke Elon.