Die Erste Group konnte ihren Provisionsüberschuss im Jahr 2025 deutlich steigern. Dieser erhöhte sich um 8,6 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro, nach 2,9 Milliarden Euro im Jahr 2024. Wachstumstreiber waren vor allem der Zahlungsverkehr sowie Wertpapier- und Versicherungsdienstleistungen. Ein wesentlicher Impuls kam vom Launch von George Invest in Österreich und Tschechien, einer digitalen Investmentplattform mit klarer Ausrichtung auf jüngere Kundinnen und Kunden.
Hoher Anteil junger Anlegerinnen und Anleger
Die Zahlen zeigen eine markante Verschiebung in der Altersstruktur der Transaktionen. In Österreich werden inzwischen rund 62 Prozent der Wertpapiertransaktionen von Personen unter 35 Jahren durchgeführt, in Tschechien liegt dieser Anteil bei 33 Prozent. Damit gelingt es der Bank, ein Segment stärker zu aktivieren, das traditionell als zurückhaltender im Wertpapierbereich galt. Der digitale Zugang über die George-Plattform dürfte hier eine zentrale Rolle spielen.
Sparpläne wachsen um ein Viertel
Zum Jahresende 2025 verwaltete die Erste Group knapp 2 Millionen Sparpläne, ein Plus von 25 Prozent gegenüber den 1,6 Millionen zum Jahresende 2024. Dieses Wachstum unterstreicht den Trend zum regelmäßigen, automatisierten Investieren. Gerade bei jüngeren Kundinnen und Kunden sind Sparpläne oft der erste Einstieg in den Kapitalmarkt.
| Kennzahl | 2024 | 2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Provisionsüberschuss | 2,9 Mrd. € | 3,2 Mrd. € | +8,6 % |
| Sparpläne | 1,6 Mio. | 2,0 Mio. | +25 % |
| AuM Erste Asset Management | 91,6 Mrd. € | 103,9 Mrd. € | +12,3 Mrd. € |
Asset Management über 100 Milliarden Euro
Die positive Entwicklung an den Kapitalmärkten sowie Nettomittelzuflüsse ließen das verwaltete Vermögen der Erste Asset Management auf 103,9 Milliarden Euro anwachsen, nach 91,6 Milliarden Euro im Vorjahr. Damit wurde die Marke von 100 Milliarden Euro klar überschritten.
Depotangebot und Kostenstruktur des Selfinvest Depots
Das Selfinvest Depot der Erste Bank richtet sich an Selbstentscheidende, die ihr Wertpapiergeschäft ohne Beratung abwickeln möchten und dennoch alles bei einer klassischen Filialbank bündeln wollen. Das Depot ist steuereinfach, die KESt wird automatisch abgeführt, und es ist vollständig in das Online Banking George integriert.
Kostenseitig liegt das Modell jedoch klar über dem Niveau reiner Online Broker. Die Depotgebühr beträgt 0,216 Prozent pro Jahr vom Depotwert, mindestens jedoch 28,66 Euro jährlich. Abgerechnet wird monatlich auf täglicher Basis. Das Verrechnungskonto ist kostenlos, alternativ kann auch ein bestehendes Girokonto genutzt werden.
Die Ordergebühr setzt sich aus einer fixen Komponente von 3,99 Euro plus 0,19 Prozent vom Ordervolumen zusammen, zuzüglich fremder Spesen je nach Handelsplatz. Für Vieltraderinnen und Vieltrader ab 15 Trades pro Monat reduziert sich die variable Komponente auf 0,15 Prozent. Gerade bei kleineren Orders wirken die fixen 3,99 Euro spürbar, bei größeren Volumina fällt die prozentuelle Komponente stärker ins Gewicht.
Ein wesentlicher Kostentreiber ist die Devisenprovision. Bei Dividendengutschriften oder Wertpapierkäufen in Fremdwährung fallen mindestens 13,89 Euro an, ab 5.500 Euro Gegenwert 0,20 Prozent vom Devisenkurs. Das ist im österreichischen Vergleich hoch und kann insbesondere bei US-Aktien oder Schweizer Titeln die Nettorendite deutlich schmälern.
Sparpläne auf Fonds oder ETFs sind möglich, die Ausführung kostet 1,99 Prozent pro Rate. Auch hier zeigt sich, dass das Angebot funktional solide ist, preislich jedoch nicht mit spezialisierten Online Brokern mithalten kann.
Unterm Strich ist das Selfinvest Depot vor allem für Kundinnen und Kunden interessant, die Wert auf die Kombination aus Girokonto, Kredit, Wertpapierdepot und persönlicher Bankbeziehung legen. Wer rein kostengetrieben investiert, findet am Markt günstigere Alternativen.
Fazit
Die Erste Group profitiert spürbar von der stärkeren Aktivität jüngerer Anlegerinnen und Anleger. Das steigende Provisionsgeschäft, das kräftige Wachstum bei Sparplänen sowie das deutlich höhere verwaltete Vermögen zeigen, dass digitale Investmentangebote strategisch aufgehen. Für die Bank bedeutet das nicht nur kurzfristige Ertragsimpulse, sondern eine nachhaltige Verbreiterung der Investmentbasis.
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