Und ewig lockt der Online Broker mit seinen Zinsen! Die Kombination hohe Zinsen und dafür schließt du ein Wertpapierdepot ab, ist gar nicht so selten und dient als Maßnahme zur Kundengewinnung. Das Ziel klar, das angesparte Geld soll später in Wertpapiere investiert werden. Manche Broker locken mit kurzfristigen Top-Zinsen für Neukundschaften, andere wie z. B. Trade Republic sind hier entspannter und bieten einen hohen Zinssatz ohne weiteren Druck, da sie sich sicher sind, früher oder später wird das Geld investiert (oder spekuliert). Manche Broker bieten Zinsen am Tagesgeldkonto, andere am Verrechnungskonto des Wertpapierdepots selbst.
Auch nach den jüngsten Zinsschritten der EZB gibt es weiterhin Aktionszinsen für Neukundschaften und teils solide Bestandszinsen. Besonders interessant für Anlegerinnen und Anleger in Österreich sind dabei die steuereinfachen Broker, denn hier wird die KESt auf die Zinsen direkt abgeführt und es gibt keine zusätzliche Arbeit mit der Steuererklärung.
Steuereinfache Broker mit Zinsen im Überblick
- Trade Republic*: 3,00 % p.a. Aktionszins bis auf weiteres, danach 2,25 % p.a. Bestandszins, monatliche Abrechnung, Verwahrung am Sammelkonto
- DADAT Bank*: 2,70 % p.a. für 3 Monate, danach 1,60 % p.a., jährliche Abrechnung, bis maximal 300.000 Euro
- bank99: 2,25 % p.a. für 3 Monate, danach 0,50 % p.a., jährliche Abrechnung
- Bank Direkt: 1,50 % p.a. Bestandszins, jährliche Abrechnung
- easybank: 0,01 % p.a., quartalsweise Abrechnung
- Flatex: keine Verzinsung
Die Angebote im Detail
Trade Republic* bietet mit 3,00 % p.a. aktuell den höchsten Aktionszins unter den steuereinfachen Brokern, der Bestandszins liegt danach bei 2,25 % p.a. für Guthaben am Verrechnungskonto. Die Zinsen werden monatlich gutgeschrieben. Zu beachten ist die Verwahrung am Sammelkonto, das Guthaben liegt bei Partnerbanken wie der Deutschen Bank, JP Morgan SE, Citi, HSBC Continental Europe, Crédit Agricole CIB, Natixis und der Skandinaviska Enskilda Banken. Die Einlagensicherung greift über das Sammelkonto bei der jeweiligen Partnerbank.
Die DADAT Bank* verzinst für Neukundschaften auf das Tagesgeldkonto für 3 Monate mit 2,70 % p.a., danach gilt der Bestandszins von 1,60 % p.a., das ist der höchste Bestandszins bei klassischer Einzelkontoführung unter den steuereinfachen Anbietern. Die Verzinsung gilt bis maximal 300.000 Euro, abgerechnet wird jährlich. Dazu kommt aktuell ein attraktives Aktionspaket: keine Kontogebühr bis Ende 2030, 1,00 Euro eigene Spesen pro Transaktion für 6 Monate ab Eröffnung (zuzüglich fremder Spesen) sowie bis zu 250 Euro Rückerstattung von Übertragsspesen bei mindestens 2.000 Euro pro Position. Aufzupassen ist hier für Neukundschaften, dass das Wertpapierdepot bzw. Tagesgeldkonto innerhalb von einer Woche neu eröffnet werden muss um als Neukundschaft bei der DADAT zu gelten.
bank99 bietet einen Aktionszins von 2,25 % p.a. für 3 Monate auf das Tagesgeldkonto, danach fällt der Zinssatz auf 0,50 % p.a. zurück. Die Abrechnung erfolgt jährlich.
Die Bank Direkt verzichtet auf einen Aktionszins, bietet dafür aber durchgehend 1,50 % p.a. am Tagesgeldkonto. Interessant sind hier vor allem die Zusatzaktionen: 75 Euro Eröffnungsbonus, keine Depotgebühr bis 31.12.2026, Ordergebühren von 1 Euro für 3 Monate, Übernahme der Depotübertragsspesen bis zu 1.000 Euro (bei einer Positionsgröße von mindestens 1.000 Euro) und ein kostenloses Girokonto ab einem Depotstand von 10.000 Euro oder einer monatlichen Transaktion.
Die easybank verzinst das Tagesgeldkonto mit symbolischen 0,01 % p.a., dafür entfallen Depot- und Verrechnungskontogebühren bis Ende 2028. Flatex zahlt keine Zinsen, punktet aber mit 20 Orders ohne eigene Gebühren für drei Monate.
Zum Vergleich: Was nicht steuereinfache Broker bieten
Wer bereit ist, die anfallende Steuer selbst über die Steuererklärung abzuführen, findet bei ausländischen Anbietern teils höhere Zinssätze. Trading 212 und XTB* bieten jeweils 3,50 % p.a., wobei XTB diesen Satz nur für die ersten 90 Tage gewährt und Trading 212 das Guthaben teilweise in Geldmarktfonds veranlagt, hier wird der Zinssatz bis auf weiteres gewährt, also variabel und kann jederzeit geändert werden. Die Consorsbank* lockt mit 3,40 % p.a. für 5 Monate, danach sind es nur noch 0,80 % p.a. Scalable Capital* verzinst mit 2,50 % p.a., Smartbroker+* und Traders Place* mit jeweils 2,00 % p.a., wobei bei Smartbroker+ mindestens 3 Wertpapiertransaktionen pro Quartal notwendig sind und Traders Place eine Einlage ab 5.000 Euro voraussetzt.
Übersichtstabelle: Alle Broker mit Zinsen
| Broker | Aktionszins | Bestandszins | Steuereinfach | Abrechnung |
|---|---|---|---|---|
| Trading 212* | – | 3,50 % p.a. | Nein | Täglich |
| XTB* | 3,50 % p.a. (90 Tage) | 1,00 % p.a. | Nein | Monatlich |
| Consorsbank* | 3,40 % p.a. (5 Monate) | 0,80 % p.a. | Nein | Quartal |
| Trade Republic* | 3,00 % p.a. | 2,25 % p.a. | Ja | Monatlich |
| DADAT Bank* | 2,70 % p.a. (3 Monate) | 1,60 % p.a. | Ja | Jährlich |
| Scalable Capital* | – | 2,50 % p.a. | Nein | Quartal |
| bank99 | 2,25 % p.a. (3 Monate) | 0,50 % p.a. | Ja | Jährlich |
| Smartbroker+ | – | 2,00 % p.a. | Nein | Quartal |
| Traders Place* | – | 2,00 % p.a. | Nein | Quartal |
| Bank Direkt | – | 1,50 % p.a. | Ja | Jährlich |
| N26* | – | 0,25 bis 1,50 % p.a. | Nein | Monatlich |
| Revolut | – | 1,00 bis 2,00 % p.a. | Nein | Täglich |
| DKB* | – | 1,00 % p.a. | Nein | Quartal |
| easybank | – | 0,01 % p.a. | Ja | Quartal |
| Flatex | – | 0,00 % p.a. | Ja | – |
Fazit
Für alle, die es steuerlich unkompliziert haben wollen, führt derzeit kaum ein Weg an Trade Republic und der DADAT Bank vorbei. Trade Republic bietet die Kombination aus hohem Aktionszins und dem besten Bestandszins, allerdings mit Verwahrung am Sammelkonto. Die DADAT punktet mit klassischem Einzelkonto, solidem Bestandszins von 1,60 % p.a. und einem umfangreichen Aktionspaket. Wer ohnehin ein Depot bei der Bank Direkt eröffnen möchte, bekommt dort neben 1,50 % p.a. Verzinsung noch den Eröffnungsbonus dazu. Wichtig bleibt: Das Verrechnungskonto ist kein Sparkonto. Wer größere Beträge länger parken will, fährt mit einem Tagesgeld- oder Festgeldangebot meist besser, ein Blick auf die aktuellen Konditionen auf sparzinsen.at lohnt sich.
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