Bei der DADAT tut sich immer etwas! Es wird wieder einmal an den Konditionen geschraubt. Die DADAT Bank hat ihren Kundinnen und Kunden ein Schreiben mit dem Betreff „Optimierung des Gebührenmodells“ zugestellt, datiert mit 24. Juni 2026. Die Datei selbst trägt den Namen „PFOF-Paket“, was ein Hinweis darauf ist, dass diese Änderungen unter anderem durch den Wegfall des Payment-for-Orderflows nötig macht. Dieses Schreiben muss bestätigt werden im Web Trading oder im App Trading. Im Kern geht es um drei Punkte:
- eine neue gestaffelte Fixgebühr für den Handel über gettex und den Baader Direkthandel ab 1. Juli 2026,
- günstigere Konditionen im Derivatehandel ab demselben Stichtag und
- den vollständigen Wegfall der Depotgebühr für Privatkunden ab 1. Jänner 2027.
So weit die Überschrift. Im Detail ist das Bild gemischt, und beim Aktien- und ETF-Handel zahlen viele Anlegerinnen und Anleger künftig mehr an den Handelsplätzen gettex und außerbörslich über die Baader Bank. Genau diese beiden Handelsmöglichkeiten wurden in den letzten zwölf Monaten immer wieder angepasst, bislang aber stets zu Gunsten uns DADAT Kundschaften. Nun geht es da und dort aber nach oben mit den Preisen beim neuen Modell.
Die neue FlatFee für gettex und Baader
Ab 1. Juli 2026 ersetzt DADAT die bisherige Mischkalkulation aus Grundgebühr und prozentualer Komponente durch eine gestaffelte Fixgebühr pro Trade:
- 3,50 Euro bis zu einem Ordervolumen von 2.500 Euro
- 5,50 Euro bis 5.000 Euro
- 8,00 Euro bis 7.500 Euro
- 10,50 Euro ab 7.500 Euro
Dazu kommt laut Schreiben eine Settlement-Gebühr von 1,10 Euro pro Trade. Über gettex fallen zusätzlich die Fremdspesen an, sodass sich die effektiven Spesen weiter erhöhen. Diese sind laut Konditionenblatt 1,50 Euro Börsengebühr, beim U25 Depot sind es 1,00 Euro. Auf den ersten Blick klingt eine schlanke Fixgebühr nach Vereinfachung, in vielen Größenordnungen ist sie aber teurer als die bisherige Berechnung.
Was Anlegerinnen und Anleger künftig zahlen
Vorweg: Alle Angaben ohne Gewähr, Fehler könnten enthalten sein! Stellt man die bisherigen Konditionen (Stand Dezember 2025) den neuen gegenüber, wird der Handel über beide Plätze in den meisten Fällen teurer, so meine persönlichen Berechnungen. Natürlich sind diese alle ohne Gewähr und ich freue mich auf sachdienliche Hinweise unten in den Kommentaren, falls ich falsch liegen sollte. Die folgende Übersicht zeigt die fixen Gesamtspesen je Trade nach Ordervolumen.
| Ordervolumen | gettex bisher | gettex neu | Baader bisher | Baader neu |
|---|---|---|---|---|
| 500 € | 5,00 € | 6,10 € | 2,40 € | 4,60 € |
| 1.000 € | 5,50 € | 6,10 € | 2,90 € | 4,60 € |
| 2.000 € | 6,50 € | 6,10 € | 3,90 € | 4,60 € |
| 5.000 € | 9,50 € | 8,10 € | 6,90 € | 6,60 € |
| 7.000 € | 11,50 € | 10,60 € | 8,90 € | 9,10 € |
| ab 8.000 € | 12,50 € | 13,10 € | 9,90 € | 11,60 € |
Besonders deutlich trifft es kleine Orders. Eine gettex-Order über 500 Euro steigt von 5,00 auf 6,10 Euro, das sind 1,10 Euro mehr je Trade. Bei der Baader Bank klettert dieselbe Order von 2,40 auf 4,60 Euro. Erst rund um ein Ordervolumen von 5.000 Euro liegt die neue Fixgebühr knapp unter der alten Berechnung, darüber dreht sich das Verhältnis wieder zugunsten der bisherigen Konditionen.
Hinter diesem Muster steckt die Logik der Staffelung. Weil die Fixgebühr in Stufen springt, ergibt sich ein Sägezahn: Knapp vor einer Staffelgrenze kann die neue Gebühr günstiger sein, unmittelbar nach dem Sprung in die nächste Stufe wird es wieder teurer.


Depotgebühr entfällt ab 2027
Ein klarer Pluspunkt steht auf derselben Seite des Schreibens. Für Privatkunden entfällt die Depotgebühr ab 1. Jänner 2027 vollständig. Ausgenommen bleiben der Goldsparplan und physisch hinterlegtes Gold, für Goldbarren bleibt die Gebühr von 0,5 Prozent pro Jahr bestehen. Bisher lag die Depotgebühr bei 0,05 Prozent pro Jahr, mit einer Mindestgebühr von 2,90 Euro pro Position. Gerade bei vielen kleinen Depotpositionen war diese Mindestgebühr spürbar, ihr Wegfall ist eine echte Entlastung.
Derivatehandel wird billiger
Deutlich günstiger wird der Handel mit Derivaten. Bei Zertifikaten, Optionsscheinen und Hebelprodukten der Premium-Partner, derzeit Société Générale, BNP Paribas, Vontobel und JP Morgan, sinkt die Fixgebühr im Direkthandel ab einem Transaktionsvolumen von 500 Euro von 1,90 auf 0,95 Euro. Auch an den Börsenplätzen Stuttgart, Frankfurt und gettex gilt ab 500 Euro künftig eine reduzierte Fixgebühr von 0,95 Euro zuzüglich 1,10 Euro Settlement. Bisher waren hier je nach Ordervolumen 8 bis 20 Euro fällig, das ist also eine deutliche Reduktion. Etwaige Börsengebühren werden weiterhin weiterverrechnet.
Zustimmung erforderlich
Die Änderungen betreffen auch den Depotvertrag. In Punkt 24 der Vertragsbestimmungen, der die Premiumpartner im Direkt- und Börsehandel regelt, wurden Anpassungen vorgenommen, denen die Kundinnen und Kunden zustimmen müssen. Wer nicht aktiv widerspricht, stimmt nach der üblichen Erklärungsfiktion zu. Ein Blick in die markierten Passagen lohnt sich daher, auch wenn die Anpassung in erster Linie die Mechanik der reduzierten Konditionen über Premiumpartner beschreibt.
Einordnung
Unterm Strich ist die „Optimierung“ für Anlegerinnen und Anleger zweischneidig. Der Wegfall der Depotgebühr, der bereits seit mehreren Monaten angekündigt wird, und die deutlich günstigeren Derivatekonditionen sind klare Vorteile. Sofern man dem risikoreichen Derivatehandel zugeneigt wäre. Beim klassischen Aktien- und ETF-Handel über gettex und Baader führt die neue FlatFee in manchen Größenordnungen aber zu höheren Spesen als bisher, am stärksten bei kleinen Orders. Für Buy&Hold Anlegende sind die Ordergebühren jedoch kein nennenswertes Kostenthema bei der langfristigen Anlage. Wer jedoch häufig kleine Einzelbeträge investiert, zahlt ab Juli spürbar mehr und sollte die neue Staffelung im Blick behalten. Wer dagegen vorwiegend Derivate handelt oder von der wegfallenden Depotgebühr profitiert, kommt mit dem neuen Modell günstiger weg.
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Mir ist am 25.06.2026 und 26.06.2026 etwas Interessantes aufgefallen:
Ich habe 4 Limit-Orders bei der Baader Bank eingegeben (Rollins, CME Group, McDonalds und Microsoft). Bei allen wurde das Limit nach einiger Zeit deutlich unterschritten, zumindest laut bid- und ask-Kurs bei Tradegate und Lang&Schwarz, aber keine einzige Order wurde ausgeführt!
Die letzten Monate/Jahre hat es eigentlich immer gut funktioniert.