Vor wenigen Tagen startete Trade Republic das Dividenden-Reinvestitionsprogramm, jetzt eine weitere Neuerung! Rechtzeitig zum großen Rückgang an den Börsen, bietet auch Trade Republic endlich Orderarten an, die es bei anderen Brokern schon ewig gibt. Trade Republic schließt einen Teil der Orderarten-Lücke, die Kundinnen und Kunden seit Jahren kritisieren: Ab sofort gibt es neben der klassischen Stop-Order auch eine Stop-Limit-Order und einen Trailing Stop. Die neuen Orderarten sind laut Trade Republic in der App und im Web Terminal verfügbar und werden schrittweise freigeschaltet. Ich habe mir die neue Ordermaske in der App angesehen und zeige dir, wie die Orders funktionieren, wo sie gelten und worauf du achten solltest.
- Neu: Stop Limit und Trailing Stop, jeweils für Kauf- und Verkaufsorder
- Nur als Bestpreis-Order mit Trade Republic als Ausführungsplatz, Gebühr 1 € pro ausgeführter Order
- Beim Direktpreis an Xetra, Tradegate und den anderen Börsen nicht verfügbar
- Gültigkeit wählbar: heute, 1 Jahr oder ein eigenes Datum
Wo findest du die neuen Orderarten?
Beim Kauf bzw. Verkauf einer Position öffnest du in der App die Auswahl „Orderart“. Dort stehen „Betrag“, „Limit“, „Stop“ und „Direktpreis“ zur Wahl. Unter „Stop“ verbirgt sich jetzt ein Untermenü mit drei Varianten: Stop Market (die bisherige Stop-Order), Stop Limit und Trailing Stop. Alle drei tragen in der App das Kennzeichen „Bestpreis“. Der Direktpreis, bei dem du selbst eine Börse auswählst, ist ein eigener Menüpunkt.
Hier ein paar Screenshots, wie diese neuen Orderarten bei TR aussehen:






Gilt das für alle Handelsplätze?
Nein. Stop Limit und Trailing Stop gibt es nur beim Bestpreis, Ausführungsplatz ist dabei Trade Republic selbst. In der Orderübersicht steht dazu, dass die Order zum Bestpreis unter allen relevanten Börsen gegen Trade Republic ausgeführt wird. Trade Republic vergleicht also die Kurse mehrerer Börsen, ist aber selbst die Gegenpartei deines Kaufs bzw. Verkaufs. Hier ist wichtig zu wissen, dass Trade Republic selbst in die Order eintritt und deine Wertpapiere nicht an einer Börse gehandelt werden.
Beim Direktpreis, bei dem du für 2 € gezielt einen der rund 30 Handelsplätze wie Xetra, Tradegate oder Nasdaq auswählst, stehen die neuen Orderarten nicht zur Verfügung. Dort bleibt es bei Market-, Limit- und klassischen Stop-Orders. Wer also unbedingt an einer bestimmten Börse kaufen oder verkaufen möchte, kann dort weiterhin keine Stop-Limit-Order und keinen Trailing Stop setzen.
So funktioniert die Stop-Limit-Order
Bei einer Stop-Limit-Order legst du zwei Preise fest: einen Stop-Preis, der die Order auslöst, und einen Limit-Preis, unter dem nicht verkauft werden darf. Erreicht der Kurs den Stop-Preis, wird daraus eine limitierte Verkaufsorder.
Ein Beispiel aus unserem Test mit der Aktie der Österreichischen Post: Stop bei 20 €, Limit bei 19,50 €, 145 Stück, Gültigkeit 1 Jahr. Die App fasst das so zusammen: „Wenn der Kurs auf € 20 fällt, verkaufe 145 Aktien für mindestens € 19,5“. Als Typ wird „Stop Limit Sell“ angezeigt, die Gebühr beträgt 1 €. Beim Limit von 19,50 € errechnet die App einen Erlös von mindestens 2.826,50 € nach Gebühr.
Der Vorteil gegenüber der klassischen Stop-Order: Bei einem plötzlichen Kursrutsch wird nicht zu jedem beliebigen Preis verkauft. Der Nachteil: Fällt der Kurs direkt unter dein Limit, etwa nach schlechten Quartalszahlen über Nacht von 20,10 € auf 19,20 €, wird die Order zwar ausgelöst, aber nicht ausgeführt. Du hältst die Aktie dann weiterhin, obwohl du eigentlich aussteigen wolltest.
So funktioniert der Trailing Stop
Beim Trailing Stop legst du einen Abstand zum Höchstkurs fest. Steigt der Kurs, zieht die Stop-Schwelle automatisch nach oben nach. Fällt der Kurs, bleibt die Schwelle stehen. Wird sie erreicht, verkauft Trade Republic laut Beschreibung in der App zum Marktpreis.
Ein vereinfachtes Beispiel: Du kaufst eine Aktie um 20 € und setzt einen Trailing Stop mit 2 € Abstand. Die Schwelle liegt zunächst bei 18 €. Steigt die Aktie auf 24 €, wandert die Schwelle auf 22 €. Fällt der Kurs danach auf 22 €, wird verkauft. So bleibt ein Teil des Kursgewinns gesichert, ohne dass du die Order laufend händisch anpassen musst.
Wichtig: Der Trailing Stop wird nach dem Auslösen zur Market-Order. Einen Trailing Stop mit zusätzlichem Limit bietet Trade Republic derzeit nicht an. Bei starken Kurssprüngen kann der tatsächliche Verkaufspreis daher deutlich unter der Stop-Schwelle liegen.
Gültigkeit und Verwaltung
Für beide Orderarten kannst du zwischen „Heute“, „1 Jahr“ und „Datum festlegen“ wählen. In unserem Test am 30. Oktober 2026 wurde bei „1 Jahr“ als Ablaufdatum der 25. Oktober 2027 angezeigt. Das entspricht 360 Tagen, wie sie Trade Republic auch bei Limit- und Stop-Orders bisher verwendet. Offene Orders lassen sich laut Trade Republic jederzeit bearbeiten oder löschen.
Was noch fehlt
Mit Stop Limit und Trailing Stop holt Trade Republic bei den Orderarten deutlich auf. Einige Funktionen, die bei klassischen Online-Brokern üblich sind, fehlen aber weiterhin:
- One-Cancels-Other (OCO), also ein Stop-Loss und ein Take-Profit-Limit in einer Order
- Trailing Stop mit Limit
- Stop-Limit und Trailing Stop auf der Kaufseite
- Limit-Käufe und Verkäufe nur für ganze Anteile, Bruchstücke lassen sich weiterhin nur über „Betrag“ zum Marktpreis verkaufen
Und natürlich, dass diese Orders auch an Börsenplätzen platziert werden können und nicht nur bei Trade Republic selbst.
Meine Einschätzung
Für Anlegerinnen und Anleger, die einzelne Positionen absichern möchten, sind die neuen Orderarten eine echte Verbesserung. Die Stop-Limit-Order schützt vor Verkäufen zu unerwartet schlechten Kursen, der Trailing Stop erspart das ständige Nachziehen der Stop-Marke. Beide Orders sind aber kein Rundumschutz: Ein Stop Limit kann unausgeführt bleiben, ein Trailing Stop kann bei Kurslücken deutlich unter der Schwelle ausgeführt werden. Dazu kommt die Einschränkung auf den Bestpreis: Die Orders laufen ausschließlich gegen Trade Republic, eine Ausführung an Xetra, Wiener Börse oder einer anderen Börse ist damit nicht möglich. Für viele Privatanlegerinnen und Privatanleger ist das kein Problem, wer aber Wert auf einen börslichen Handelsplatz legt, muss bei den neuen Orderarten darauf verzichten. Für Profis an Börsen ist das ein No-Go, für die Normalsterblichen ist es kein Thema.
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Hinweis: Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Information und keine Anlageberatung. Die genannte Aktie dient ausschließlich als Beispiel und ist keine Empfehlung. Wertpapiere bergen Risiken, einschließlich des Verlusts des eingesetzten Kapitals. Stop-, Stop-Limit- und Trailing-Stop-Orders garantieren weder eine Ausführung noch einen bestimmten Ausführungspreis. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand: Oktober 2026.

