Raiffeisen Oberösterreich bringt mit 20. Oktober 2026 die Produktlinie Raiffeisen NOW auf den Markt: ein digitales Konto um 2,99 Euro im Monat und das NOW Depot für 18- bis 30-Jährige. Damit reagiert die Bank, wie zuvor schon andere heimische Institute, auf den steigenden Wettbewerb durch Anbieter wie Trade Republic, Scalable Capital oder flatex und wollten für die jüngere Zielgruppe ebenso ein Angebot bieten. Nicht so preisgünstig wie die günstigsten im Feld, aber dennoch durchaus günstig.
Hier ein grober Überblick über das Angebot von Raiffeisen Oberösterreich für die jüngere wertpapieraffine Zielgruppe:
- Börsenorders in Wien und Deutschland bis 5.000 Euro um 4,90 Euro, darüber 0,15 % vom Kurswert
- Keine Depotgebühr bis 50.000 Euro, darüber 0,10 % p.a. zzgl. USt.
- ETF-Sparpläne ab 25 Euro, bis 500 Euro je Rate 1,00 Euro
- Persönliche Beratung ohne Aufpreis, steuereinfache Abwicklung
- Pro Person nur ein NOW Depot, ab dem 30. Geburtstag Umstellung auf NOW PLUS
Ob auch andere Raiffeisenbanken hier mitziehen werden? Die Zukunft wird es zeigen!
Warum die Banken um junge Kundschaft werben
Junge Menschen eröffnen ihr erstes Depot heute oft per App, mit Gratis-Sparplänen und Ordergebühren von wenigen Euro. Seit Trade Republic mit 24. April 2025 steuereinfach ist und flatex mehrere hunderttausend Kundschaften in Österreich hält, fällt zudem ein zentrales Argument der Filialbanken weg. Raiffeisen OÖ setzt daher auf niedrigere Gebühren plus persönliche Beratung, die sich laut einer Spectra-Umfrage 82 Prozent der jungen Befragten weiterhin wünschen.
Die Gebühren im Überblick
| Leistung | Gebühr NOW Depot |
|---|---|
| Depotgebühr bis 50.000 Euro | gratis |
| Depotgebühr über 50.000 Euro | 0,10 % p.a. zzgl. USt. auf den übersteigenden Teil |
| Order Wien / Deutschland bis 5.000 Euro | 4,90 Euro |
| Order Wien / Deutschland über 5.000 Euro | 0,15 % vom Kurswert |
| Order andere Börsen inkl. USA | 0,15 %, mind. 4,90 Euro |
| Außerbörslich über Mein ELBA | wie Börse Wien / Deutschland |
| ETF-, ETC- und Zertifikate-Sparplan 25 bis 500 Euro | 1,00 Euro je Rate |
| ETF-, ETC- und Zertifikate-Sparplan über 500 Euro | 1,90 % der gesamten Rate |
| KEPLER Fonds Sparplan X-Familie 25 bis 500 Euro | gratis |
| Fondskauf KEPLER- und Raiffeisenfonds | 60 % Rabatt auf Ausgabeaufschlag |
| Fondsverkauf | gratis |
| Inkassoprovision Erträge (Auslandsverwahrung) | 0,15 % zzgl. USt., US-Dividenden frei |
| Depotübertrag zu anderer Bank | 40 Euro zzgl. USt. pro Position |
| Depotübertrag innerhalb Raiffeisen OÖ | gratis |
| Verrechnungskonto (z. B. NOW Konto) | 2,99 Euro pro Monat |
An allen anderen Börsen, auch in den USA, kostet eine Order 0,15 %, mindestens 4,90 Euro. Ob bei Auslandsorders zusätzlich Handelsortentgelte anfallen, lässt das Preisblatt offen. An der 5.000-Euro-Grenze springt die Gebühr von 4,90 auf 7,50 Euro, eine Order über 10.000 Euro kostet 15 Euro.
Bei Sparplänen ist Vorsicht geboten: Bis 500 Euro kostet jede Rate 1,00 Euro (bei 100 Euro sind das 1 %), ab 501 Euro werden 1,90 % auf die gesamte Summe fällig, also rund 9,50 Euro. Höhere Sparraten sollten daher aufgeteilt werden. Ausgewählte KEPLER-Fondssparpläne sind bis 500 Euro gebührenfrei, auf Fondskäufe gibt es bis zu 60 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag.
Teuer wird ein späterer Wechsel: Der Depotübertrag kostet 48 Euro inkl. USt. pro Position. Ab dem 30. Geburtstag kosten Beraterorders 0,30 %, der Fondsrabatt entfällt. Ob die Depotgebühr-Befreiung dann weiter gilt, geht aus den Unterlagen nicht klar hervor.
Im Vergleich zum Bank Direkt Depot
Auch die Direktbank der RLB OÖ, Bank Direkt, ist für Selbstentscheidende gedacht, kommt aber deutlich teurer. Eine Order über 1.000 Euro kostet dort an der Wiener Börse 7,50 Euro, über Xetra 15,50 Euro und in den USA 29,50 Euro, im NOW Depot jeweils 4,90 Euro (allfällige Handelsortentgelte im Ausland noch offen). ETF-Sparpläne kosten bei Bank Direkt 1,9 % plus Fremdspesen ab 100 Euro Rate, im NOW Depot bis 500 Euro nur 1,00 Euro. Die reguläre Depotgebühr von 0,12 % p.a., mindestens rund 5,93 Euro pro Position, entfällt für Neukundinnen und Neukunden zwar aktionsweise bis Ende 2027, im NOW Depot ist sie bis 50.000 Euro aber dauerhaft gratis. Für Unter-30-Jährige ist das NOW Depot damit klar die günstigere Variante innerhalb der RLB OÖ, Bank Direkt bleibt dagegen ohne Altersgrenze nutzbar.
Jugenddepots anderer heimischer Banken
| Anbieter | Alter | Depotgebühr | Orders / Sparpläne |
|---|---|---|---|
| Raiffeisen OÖ NOW Depot | 18 bis 30 | gratis bis 50.000 Euro | ab 4,90 Euro, Sparplan 1,00 Euro |
| Erste Bank / Sparkassen s Young Depot | 18 bis 27 | gratis bis 25.000 Euro | Sparplan ohne Bankentgelt, ab 10 Euro |
| Raiffeisen Steiermark SMART Depot 27 | bis 27 | gratis | ab 10,00 Euro bzw. 0,60 % |
| Raiffeisen Vorarlberg Jugend Depot | bis 27 | gratis | Sparpläne ab 1 % |
| Volksbank Geldanlage27 | 18 bis 27 | gratis | 50 % Rabatt auf Union-Investment-Fonds |
| easybank Young Investors Depot | 18 bis 27 | gratis, Verrechnungskonto gratis | ETF-Sparplan ohne Ausführungsgebühr |
| DADAT U25-Depot | bis 25 | gratis, Verrechnungskonto gratis | gettex 2,50 Euro, rund 200 ETF-Sparpläne gratis |
Die Direktbanken sind bei den laufenden Kosten am konsequentesten: Bei der easybank, der Direktbankmarke der BAWAG, sind bis zum 27. Geburtstag Depot, Verrechnungskonto und ETF-Sparpläne ohne Ausführungsgebühr kostenlos. Danach gelten 0,12 % p.a. Depotgebühr (mind. 5,40 Euro pro Position) und 18 Euro Kontogebühr. Die DADAT bietet seit November 2025 ein U25-Depot ohne Depot- und Kontogebühr, Orders über gettex kosten 2,50 Euro inkl. Börsengebühr, rund 200 ETFs sind im Sparplan ohne Ausführungsgebühr erhältlich. Ab dem 25. Geburtstag gelten die regulären DADAT-Konditionen.
Das NOW Depot punktet mit der höchsten Altersgrenze und einer persönlichen Beratung, die die Direktbanken nicht bieten. Bei Einzelorders ist die DADAT günstiger, bei ETF-Sparplänen sind DADAT, easybank und s Young Depot klar im Vorteil. Bei allen Modellen gelten nach der Altersgrenze die regulären, meist deutlich teureren Konditionen.
Fazit
Für junge Anlegerinnen und Anleger, die eine Hausbank mit Beratung schätzen und 100 bis 500 Euro im Monat in ETFs investieren, ist das NOW Depot eine solide Wahl und deutlich günstiger als das Raiffeisen-Classic-Modell mit mindestens 22 Euro pro Online-Order. Wer rein online handelt, größere Beträge investiert oder über 500 Euro monatlich spart, fährt bei Neobrokern weiterhin günstiger.
Hinweis: Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Information und keine Anlageberatung. Wertpapiere bergen Risiken, einschließlich des Verlusts des eingesetzten Kapitals. Vor einer Anlageentscheidung sollten die vollständigen Produktunterlagen (Leistungs- und Preisblatt, ggf. Basisinformationsblatt) herangezogen werden. Die Konditionen der Jugenddepots können je nach Region abweichen. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand: Oktober 2026.