Beachte: Veranlagungen in Finanzinstrumenten sind mit Risiken verbunden und können neben den Erträgen auch zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

Der Markt für die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge 2025: Verträge schrumpfen weiter, Vermögen wächst

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlage- oder Steuerberatung dar. Alle Zahlen stammen, sofern nicht anders angegeben, aus dem FMA-Bericht „Der Markt für die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge 2025“ (Stand 15.07.2025). Wertentwicklungen der Vergangenheit erlauben keine verlässlichen Rückschlüsse auf die Zukunft.

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Private Pensionsvorsorge: Kommt doch etwas? PZV als aktuelle Vorsorge weiterhin unbeliebt

Vertragsbestand sinkt im 13. Jahr in Folge

Alle Jahre wieder, die Statistik der FMA zur prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge, dem staatlich unterstützten Vorsorgeprodukt. Es gibt hier auf die Einzahlen eine staatliche Prämie. Soweit, sogut. Das Problem an diesem Produkt sind die hohen Kosten und die schlechte Performance. Somit gab es einen starken Flug nach oben und nach der Ernüchterung einen steilen Absturz, das zeigt auch der heurige Bericht wieder. Mit Ende 2025 verwalteten Versicherungsunternehmen laut FMA rund 729.000 PZV-Verträge, ein Minus von 6,73 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Rückgang zieht sich mittlerweile seit 2013 durch, damals erreichte der Bestand mit über 1,5 Millionen Verträgen seinen Höchststand.

Auch die eingezahlten Prämien gehen zurück, allerdings deutlich langsamer als die Vertragszahl. Da die PZV eine sehr lange Laufzeit hat, fließen aus bestehenden Altverträgen weiterhin Prämien. 2025 summierten sich die von Versicherern vereinnahmten PZV-Prämien auf 621,43 Millionen Euro, ein Rückgang von 2,49 Prozent gegenüber 2024.

Was ist die PZV?

Die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge (PZV) ist ein staatlich gefördertes Vorsorgeprodukt gemäß §§ 108g bis 108i EStG. Wer einzahlt, erhält eine staatliche Prämie obendrauf, im Gegenzug ist das Kapital in Aktien und Anleihen veranlagt, wobei eine gesetzliche Kapitalgarantie greift. Neuverträge werden mittlerweile praktisch nur noch von Versicherungsunternehmen angeboten, Kapitalanlagegesellschaften haben sich seit über zehn Jahren aus dem Neugeschäft zurückgezogen. Für den aktuellen Bericht befragte die FMA 18 Versicherungsunternehmen mit bestehenden PZV-Verträgen.

Neugeschäft bricht weiter ein

Am deutlichsten zeigt sich die schwindende Bedeutung der PZV im Neugeschäft: 2025 wurden nur noch 7.223 neue Verträge abgeschlossen, um 854 Verträge beziehungsweise 10,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Verkauft wurde praktisch nur noch von vier der befragten Unternehmen, 2014 waren es zum Vergleich noch fast 29.000 Neuverträge.

Hier die dazu passende Grafik von der FMA:

Die staatliche Prämie liegt seit zwölf Jahren unverändert bei 4,25 Prozent der eingezahlten Prämien (2,75 Prozent Fixanteil plus ein variabler Bausparförderungs-Zinssatz zwischen 1,5 und 4 Prozent). Die höchstmögliche prämienbegünstigte Einzahlung stieg 2025 leicht auf 3.552,66 Euro (2024: 3.337,85 Euro), die maximale staatliche Prämie liegt entsprechend bei 150,99 Euro. Zum Vergleich: 2009 war bei einem Fördersatz von 9,5 Prozent noch eine staatliche Prämie von bis zu 210,35 Euro möglich.

Verwaltetes Vermögen wächst trotz Gegenwind

Trotz sinkender Vertragszahlen und rückläufiger Prämienvolumina ist das verwaltete Vermögen 2025 spürbar gewachsen, auf 9,27 Milliarden Euro, ein Plus von 6,78 Prozent gegenüber 2024. Verantwortlich dafür ist in erster Linie das positive Kapitalmarktumfeld. Bei 15 der 18 befragten Unternehmen legte das verwaltete Vermögen im Jahresverlauf zu.

Bildquelle FMA:

Performance 2025 deutlich im Plus, aber hinter der Benchmark

Nach dem schwierigen Anleihe- und Aktienjahr 2022 fiel die Wertentwicklung 2025 erneut positiv aus. Die FMA berechnet dazu ein stilisiertes Vergleichsportfolio aus 30 Prozent österreichischen Aktien (gewichtet nach ATX) und 70 Prozent zehnjährigen österreichischen Bundesanleihen. Dieses legte 2025 um 16,40 Prozent zu.

Versicherungsunternehmen erzielten mit ihren PZV-Veranlagungen im Schnitt eine volumengewichtete Bruttorendite (vor Kosten) von 12,99 Prozent, der Median lag bei 7,91 Prozent. Damit liegt die Performance zwar deutlich über dem Vorjahreswert (2024: 2,88 Prozent), fällt aber niedriger aus als die Rendite der FMA-Benchmark. Nur sehr selten passiert es, dass die PZV tatsächlich den gewählten Vergleichsindex schlägt. Ein Vergleich mit einem reinen Aktienindex wie z. B. MSCI All Country World würde wohl im Regelfall noch schlechter ausfallen in den letzten Jahren:

Bildquelle FMA:

Markt stark konzentriert: VIG dominiert

Der PZV-Markt ist stark konzentriert. Gemessen am Prämienvolumen entfällt laut FMA mehr als die Hälfte des Marktes (55 Prozent) auf Unternehmen der Vienna Insurance Group. Auch im ohnehin schon kleinen Neugeschäft stammen fast alle abgeschlossenen Verträge von diesem Anbieter.

Für wen eignet sich die PZV noch?

Für Neuabschlüsse ist die PZV mittlerweile ein Nischenprodukt, jährliche Abschlusszahlen von 6.000 bis 8.000 Verträge zeigen es auf: Nur eine Handvoll Anbieter verkauft überhaupt noch Verträge, und die staatliche Förderung liegt mit 4,25 Prozent deutlich unter dem Niveau der Gründungsjahre. Wer heute zum ersten Mal fürs Alter vorsorgen möchte, findet in ETF-Sparplänen oft flexiblere Alternativen, allerdings ohne die gesetzliche Kapitalgarantie der PZV und eine staatliche Prämie gibt es auch keine. Die Kursgewinnsteuer in der Höhe von 27,5 % schlägt hier voll zu.

Für Sparende mit einem bestehenden PZV-Vertrag ändert sich hingegen wenig: Die Kapitalgarantie bleibt bei widmungsgemäßer Verwendung erhalten, ein Ausstieg vor Vertragsende ist steuerlich meist nachteilig. Ein Vergleich mit alternativen Vorsorgeformen kann sich dennoch lohnen, insbesondere wenn Flexibilität oder eine höhere erwartete Rendite wichtiger sind als die Garantie.

Fazit

Der PZV-Markt bleibt ein Auslaufmodell: sinkende Vertragszahlen, kaum Neugeschäft, wenige aktive Anbieter. Dass höhere Zinsen seit 2022 die Kapitalgarantie leichter darstellbar machen, hat bislang nicht zu einer Trendwende geführt. Positiv ist immerhin, dass das verwaltete Vermögen dank guter Kapitalmärkte weiter wächst und auch die Performance 2025 überzeugte, wenn auch mit Abstand zur einfachen Aktien-Anleihen-Benchmark der FMA.

Insgesamt ist das Produkt, so wie es im Moment ist, nicht sehr lebendig. Ein Auslaufmodell.

Quelle: FMA, „Der Markt für die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge 2025“, Stand 15.07.2025.

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