Beachte: Veranlagungen in Finanzinstrumenten sind mit Risiken verbunden und können neben den Erträgen auch zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

Bitpanda 2025: Höherer Umsatz, trotzdem Verlust. Was die GuV verrät

Bitpanda hat den Jahresabschluss 2025 der Bitpanda GmbH im Firmenbuch veröffentlicht. Die Kurzfassung: Der Umsatz ist so hoch wie nie, unterm Strich steht aber ein Minus von rund 14 Millionen Euro. Im Jahr davor waren es noch fast 62 Millionen Euro Gewinn. Bitpanda erklärt das mit bewussten Investitionen (oder sind es doch Ausgaben?) in Marketing und Wachstum. Ein genauerer Blick in die Zahlen zeigt, dass das nur ein Teil der Geschichte ist.

Die Eckdaten im Überblick

in Mio. Euro202320242025
Umsatz2.2887.1897.721
Rohertrag112321262
Marketing569107
Ergebnis vor Steuern1881-14
Jahresergebnis1462-14
Mitarbeiter435486555

Die 7,7 Milliarden Euro Umsatz klingen auf den ersten Blick gewaltig, sind aber wenig aussagekräftig, insbesondere weil 2021 sogar ein höherer Umsatz bereits ausgewiesen wurde. Bitpanda bucht bei Kundenkäufen das gesamte Handelsvolumen als Umsatz. Was dem Unternehmen tatsächlich bleibt, zeigt der Rohertrag, also Umsatz minus Einkaufskosten. Und der ist 2025 um rund 59 Millionen Euro bzw. 18 Prozent gesunken. Ein Hinweis darauf, dass im Markt nicht mehr die Margen erzielbar sind, wie die Jahre zuvor. Ein Hinweis auf ein verstärktes Wettbewerbsumfeld oder dass Assets mit weniger Margenertrag nun mehr nachgefragt werden.

JahrUmsatz (Mio. Euro)Veränderung zum Vorjahr
20217.880,6
20222.315,8-70,6 %
20232.287,6-1,2 %
20247.189,1+214,3 %
20257.721,2+7,4 % (vergleichbar ca. +17,4 %)

Blickt man noch länger zurück, zeigt sich wie vorhin bereits erwähnt, dass bereits im Jahr 2021 der Umsatz in ähnlicher Höhe bei Bitpanda vorhanden war.

Mehr Handel, weniger Verdienst

Die Kundschaft hat 2025 deutlich mehr gehandelt, Bitpanda hat daran aber weniger verdient. Die Marge auf das Handelsvolumen fiel vergleichbar gerechnet von rund 4,9 auf 3,4 Prozent, ein Minus von etwa 1,5 Prozentpunkten. Warum, erklärt der Abschluss nicht. Denkbar sind Preisdruck, ein anderer Produktmix oder höhere Auszahlungen beim Staking.

JahrRohertrag (Mio. Euro)Veränderung zum Vorjahr
2021307,2n/a
202243,3-85,9 %
2023112,2+159,1 %
2024320,7+185,8 %
2025261,5-18,5 %

Marketing erklärt nur einen Teil

Die Marketingausgaben sind tatsächlich stark gestiegen, auf fast 107 Millionen Euro. Dahinter stehen unter anderem die Sponsorings mit Paris Saint-Germain, Arsenal, dem FC Basel und der ATP Tour. Damit fließen inzwischen über 40 Prozent des Rohertrags ins Marketing. Rechnet man den Ergebnisrückgang von rund 95 Millionen Euro auseinander, erklärt Marketing aber nur etwa 40 Prozent davon. Der Rest geht auf die schwächere Marge, deutlich höhere Verrechnungen innerhalb des Konzerns (von 13 auf 36 Millionen Euro), mehr Beratungskosten und eine Abschreibung auf eine Beteiligung zurück.

Ein großer Posten ohne Erklärung

Auffällig sind die sonstigen betrieblichen Erträge. Unter „übrige“ stehen 2025 rund 172 Millionen Euro, nach 106 Millionen im Jahr davor. Was genau dahintersteckt, schlüsselt der Anhang nicht auf. Auf der anderen Seite stehen hohe Verluste aus dem Verkauf von Digital Securities, Aktien und Hebelprodukten von zusammen rund 122 Millionen Euro. Naheliegend ist, dass in den 172 Millionen vor allem Handels- und Absicherungsgewinne stecken, bestätigt ist das aber nicht. Falls ja, hätte dieser Effekt das Ergebnis 2025 um rund 50 Millionen Euro gestützt. Ohne ihn wäre das operative Ergebnis klar negativ gewesen.

Personal: mehr Leute, weniger Kosten

Die Zahl der Beschäftigten stieg von 486 auf 555, der Personalaufwand sank trotzdem leicht auf 75 Millionen Euro. Ein Grund dürfte bei den Boni liegen: Die entsprechende Rückstellung liegt 2025 bei null, im Jahr davor waren es noch 4,4 Millionen Euro.

Unruhige Zeiten an der Spitze

Der für das erste Halbjahr 2026 erwartete Börsengang in Frankfurt hat bisher nicht stattgefunden. Finanzchef Jonas Larsen hat das Unternehmen im Juni verlassen, CEO Lukas Enzersdorfer-Konrad wechselt Anfang 2027 zur Erste Group, und Mitgründer Christian Trummer kehrt als Co-CEO zurück. Auch der Ausblick im Lagebericht fällt zurückhaltend aus: Das erste Halbjahr 2026 sei von Volatilität geprägt gewesen, eine Entspannung erwartet man erst gegen Ende des Jahres.

Fazit

Bitpanda wächst beim Handelsvolumen und bei den Kundenzahlen, verdient aber pro gehandeltem Euro weniger. Der Verlust 2025 ist nicht nur eine Folge teurer Werbung, sondern auch schrumpfender Margen, steigender Konzernkosten und einer rasch abgeschriebenen Beteiligung. Dass das Ergebnis nicht noch schlechter ausfiel, dürfte an einem Ertragsposten liegen, den das Unternehmen nicht erklärt. Für Anlegerinnen und Anleger ändert das am Alltag auf der Plattform wenig, Kundengelder und Kundenkrypto werden getrennt vom Unternehmensvermögen gehalten. Wer aber auf einen Börsengang schielt, sollte sich die Zahlen genau ansehen.

Quellen:

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