Beachte: Veranlagungen in Finanzinstrumenten sind mit Risiken verbunden und können neben den Erträgen auch zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

Invesco MSCI World Ausschütter: Der günstige Swap-MSCI-World jetzt auch ausschüttend (ISIN IE000K8VMPE9, WKN A42J0N) – Achtung!

Keine Kaufempfehlung, keine Anlageberatung. Reine Information.

Bei MSCI World ETF wird der Preiskampf wieder härter. Invesco bietet seinen synthetischen MSCI World, der mit 0,05 Prozent TER ohnehin schon zu den günstigsten ETFs auf den Weltindex zählt, jetzt auch in einer ausschüttenden Variante an. Die neue Anteilsklasse Invesco MSCI World UCITS ETF Dist ist ein Teilfonds der irischen Invesco Markets plc und wurde am 16. September 2026 aufgelegt. Die laufenden Kosten liegen laut KID wie beim thesaurierenden Pendant (ISIN IE00B60SX394) bei 0,05 Prozent pro Jahr, ausgeschüttet wird quartalsweise. Die Transaktionskosten, die werden mit 0 Euro angegeben. Bei der OeKB gibt es für die neue Anteilsklasse noch keine Meldung. Aufgrund der jüngeren Vergangenheit ist das aber nichts Besonderes und wird wohl noch kommen. Ob auch die Ausschüttungen gemeldet werden, das ist noch unbekannt.

Warum ist dieser ETF für uns hier in Österreich nicht optimal? Er ist synthetisch, ein SWAP-ETF. Das könnte zu steuerlichen Abenteuern führen. Mehr dazu später im Abschnitt der lieben Steuern.

MerkmalAngabe
Name und ISINInvesco MSCI World UCITS ETF Dist, IE000K8VMPE9
WKNA42J0N
TickerMWDD
Auflage16. September 2026
FondsdomizilIrland (Invesco Markets plc)
IndexMSCI World (Net Total Return)
ReplikationSynthetisch (Unfunded Swap)
ErtragsverwendungAusschüttend, quartalsweise
Laufende Kosten (TER)0,05 Prozent pro Jahr
FondswährungUS-Dollar
Risikoklasse laut KID4 von 7
SFDR-EinstufungArtikel 6
MeldefondsNoch keine Meldung an die OeKB (aber noch sehr neu)

Steuerliche Behandlung in Österreich: Hier ist Vorsicht angebracht

Für in Österreich steuerpflichtige Anlegende ist zunächst entscheidend, ob der ETF als Meldefonds bei der OeKB geführt wird. Die neue Anteilsklasse ist derzeit kein Meldefonds. Das sagt bei einem Fonds, der erst eine Woche existiert, allerdings noch wenig aus. Invesco meldet bei vielen seiner ETFs an die OeKB, eine Meldung ist also wahrscheinlich, aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestätigt.

Wird ein Fonds nicht gemeldet, gilt er als Nicht-Meldefonds. Der steuerpflichtige Ertrag wird dann pauschal ermittelt, und zwar mit 90 Prozent der Wertsteigerung im Kalenderjahr, mindestens aber 10 Prozent des letzten Rücknahmepreises. Das fällt in der Regel ungünstiger aus als bei einem Meldefonds.

Wichtiger ist aber ein Punkt, der bei synthetischen ETFs in Österreich gerne übersehen wird. Bei Meldefonds zählen neben den ordentlichen Erträgen (Dividenden, Zinsen) auch 60 Prozent der im Fonds realisierten Substanzgewinne zu den ausschüttungsgleichen Erträgen, die jährlich versteuert werden. Ein physischer ETF realisiert im Normalfall wenig Kursgewinne, weil er die Aktien einfach hält. Bei einem Swap-ETF werden Gewinne aus dem Swap dagegen regelmäßig realisiert, etwa wenn der Swap zurückgesetzt oder der Aktienkorb umgeschichtet wird. Das kann dazu führen, dass jährlich deutlich höhere steuerpflichtige Erträge anfallen als bei einem vergleichbaren physischen ETF. Man zahlt dann nicht unbedingt mehr Steuer über die gesamte Laufzeit, weil die versteuerten Beträge die Anschaffungskosten erhöhen, verliert aber einen Teil des Steuerstundungseffekts. Wie stark das ausfällt, lässt sich erst anhand der ersten OeKB-Meldungen beurteilen. Ein Blick auf die Meldungen der thesaurierenden Schwester (IE00B60SX394) bei der OeKB gibt einen ersten Anhaltspunkt, das ist aber eine eigene Einschätzung und keine Information des Emittenten.

Dazu kommt das allgemeine Thema ausschüttender Fonds. Werden Ausschüttungen nicht an die OeKB gemeldet, behält der Broker auf jede Ausschüttung 27,5 Prozent KESt ein, die Jahresmeldung berücksichtigt die Ausschüttung dann nochmals. Bei einer quartalsweisen Ausschüttung stellt sich diese Frage viermal im Jahr. Wie das im Detail abläuft, ist im Beitrag Steuernachteil ausschüttender Fonds beschrieben.

KonstellationSteuerliche Folge
Meldefonds, Ausschüttungen werden gemeldetDer Broker kann die Steuer korrekt berechnen, kein Nachteil durch die Ausschüttung selbst
Meldefonds, Ausschüttungen werden nicht gemeldetKESt auf jede Ausschüttung, Erträge fließen nochmals in die Jahresmeldung ein, unter Umständen ein kleiner steuerlicher Nachteil
Meldefonds mit hohen realisierten Swap-GewinnenHöhere ausschüttungsgleiche Erträge, geringerer Steuerstundungseffekt als bei physischen ETFs
Nicht-MeldefondsPauschale Besteuerung, in der Regel ungünstig

Günstige Alternativen auf den MSCI World

Ganz so allein an der Spitze steht der neue Invesco-ETF übrigens nicht. Auch die ETFs von BNP Paribas kosten 0,05 Prozent TER und wurden erst 2025 aufgelegt, bilden den Index aber physisch nach. Insgesamt gibt es laut justETF 34 ETFs auf den MSCI World, die TER reicht von 0,05 bis 0,50 Prozent pro Jahr.

Wer ausschütten möchte, findet mit dem UBS Core MSCI World USD dis (IE00B7KQ7B66) eine Alternative, die nur 0,01 Prozentpunkte teurer ist, den Index vollständig physisch nachbildet und rund 2 Milliarden Euro Fondsvolumen mitbringt. Damit fällt die Swap-Thematik bei den ausschüttungsgleichen Erträgen weg. Ebenfalls physisch und ausschüttend sind etwa der Xtrackers MSCI World 1D mit 0,12 Prozent und rund 4,8 Milliarden Euro Volumen sowie der HSBC MSCI World mit 0,15 Prozent und knapp 13,9 Milliarden Euro Volumen.

ETFISINTERErtragsverwendungReplikationVolumen (Mio. Euro)
Invesco MSCI World Dist (neu)IE000K8VMPE90,05 %AusschüttendSwapneu
UBS Core MSCI World USD disIE00B7KQ7B660,06 %AusschüttendPhysisch2.049
BNP Paribas Easy MSCI World II DistLU30862712880,07 %AusschüttendSwap1
Xtrackers MSCI World 1DIE00BK1PV5510,12 %AusschüttendPhysisch4.775
Amundi Core MSCI World USD DistIE000CNSFAR20,12 %AusschüttendPhysisch1.659
SPDR MSCI World USD Unhedged (Dist)IE000P60WPS60,12 %AusschüttendPhysisch126
HSBC MSCI World USDIE00B4X9L5330,15 %AusschüttendPhysisch13.874
Invesco MSCI World (Acc)IE00B60SX3940,05 %ThesaurierendSwap9.106
BNP Paribas Easy MSCI World EUR AccIE000A0GH0760,05 %ThesaurierendPhysisch209
UBS Core MSCI World USD accIE00BD4TXV590,06 %ThesaurierendPhysisch11.041
Xtrackers MSCI World 1CIE00BJ0KDQ920,12 %ThesaurierendPhysisch21.457
Amundi Core MSCI World AccIE000BI8OT950,12 %ThesaurierendPhysisch14.857
iShares Core MSCI World (Acc)IE00B4L5Y9830,20 %ThesaurierendPhysisch130.523

Quelle: justETF, Stand 22.09.2026. Ob die einzelnen ETFs Meldefonds sind und ihre Ausschüttungen an die OeKB melden, sollte vor dem Kauf über die ISIN bei der OeKB geprüft werden.

Die TER allein sagt aber wenig aus. Es kommen noch die Transaktionskosten des ETFs selbst dazu, die meist nur im KID selbst angeführt werden. Auch die Tracking Differenz zum Index selbst ist eine interessante Maßzahl der Vergangenheit. Sie drückt aus, wie sehr die ETF-Entwicklung vom zugrundeliegenden Index abweicht.

Steuer

Aktuell ist von diesem neuen ETF nur gewiss, dass es sich um einen SWAP-ETF handelt, also grundsätzlich schon ein Punkt, warum ein ETF womöglich nicht gewählt wird. Diese Liste bzw. dieser Beitrag bringt einige Punkte auf, worauf zu achten ist bei der ETF-Wahl aus der Sicht eines Österreichers bzw. Österreicherin.

Für in Österreich steuerpflichtige Anlegende ist entscheidend, ob ein ETF als Meldefonds bei der OeKB geführt wird. Der neue Invesco MSCI World Dist ist derzeit kein Meldefonds, was bei einem Fonds, der erst seit einer Woche existiert, aber wenig aussagt. Da Invesco bei vielen seiner ETFs an die OeKB meldet, ist eine Meldung wahrscheinlich, bestätigt ist sie aber noch nicht. Als Nicht-Meldefonds würde der steuerpflichtige Ertrag pauschal ermittelt, mit 90 Prozent der Wertsteigerung im Kalenderjahr, mindestens aber 10 Prozent des letzten Rücknahmepreises.

Auch als Meldefonds kommt es darauf an, ob die Ausschüttungen gemeldet werden. Fehlt die Meldung, behält der Broker auf jede Ausschüttung 27,5 Prozent KESt ein, die Jahresmeldung berücksichtigt sie dann nochmals. Bei quartalsweiser Ausschüttung stellt sich diese Frage viermal im Jahr. Dazu kommt eine Besonderheit synthetischer ETFs: Realisierte Gewinne aus dem Swap fließen zu 60 Prozent in die jährlich steuerpflichtigen ausschüttungsgleichen Erträge ein. Das kann die laufende Steuerlast gegenüber einem physischen ETF erhöhen und den Steuerstundungseffekt schmälern. Wie stark das ausfällt, zeigen erst die ersten OeKB-Meldungen, einen Anhaltspunkt liefert die thesaurierende Schwester (IE00B60SX394). Das ist eine eigene Einschätzung, keine Information des Emittenten. Details zu den Ausschüttungsmeldungen stehen im Beitrag Steuernachteil ausschüttender Fonds.

KonstellationSteuerliche Folge
Meldefonds, Ausschüttungen werden gemeldetDer Broker kann die Steuer korrekt berechnen, kein Nachteil
Meldefonds, Ausschüttungen werden nicht gemeldetKESt auf jede Ausschüttung, Erträge fließen nochmals in die Jahresmeldung ein, unter Umständen ein kleiner Nachteil
Meldefonds mit hohen realisierten Swap-GewinnenHöhere ausschüttungsgleiche Erträge, geringerer Steuerstundungseffekt
Nicht-MeldefondsPauschale Besteuerung, in der Regel ungünstig

Was sich empfiehlt

Wer sich für die ausschüttende Variante interessiert, sollte auf der Website der OeKB regelmäßig über die ISIN prüfen, ob es sich nun um einen Meldefonds handelt, checken. Falls zum Jahreswechsel dieser ETF noch immer kein Meldefonds ist bzw. eine Absichtserklärung abgegeben wurde, so sollte ein Verkauf überlegt werden, denn ansonsten wird dieser pauschal besteuert. Kein Weltuntergang, aber toll ist es auch nicht.

Wer Wert auf eine möglichst niedrige laufende Steuerbelastung legt, vergleicht die OeKB-Meldungen der bestehenden synthetischen Anteilsklasse mit jenen eines physischen MSCI-World-ETFs. Und wie bei jedem neuen ETF lohnt ein Blick auf die Entwicklung des Fondsvolumens. Nicht dass dieser ETF bald schon wieder geschlossen wird.

Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden, ein Verlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Steuerliche Angaben erfolgen ohne Gewähr, für die individuelle Situation empfiehlt sich die Rücksprache mit einer Steuerberatung.

Quellen:

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