Beachte: Veranlagungen in Finanzinstrumenten sind mit Risiken verbunden und können neben den Erträgen auch zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

Revolut knackt 500.000 Kundinnen und Kunden in Österreich: Österreichische IBAN kommt 2027, das Depot bleibt vorerst litauisch

Revolut hat heute am 4. November 2026 bekanntgegeben, dass Revolut über 500.000 Kundinnen und Kunden in Österreich hat. Was als Kundschaft zählt ist unbekannt und wurde nicht erwähnt. Aktive Kundschaften dürfen es jedoch nicht sein. Gleichzeitig ist die Eintragung der österreichischen Niederlassung abgeschlossen. Revolut baut jetzt eine eigene lokale Einheit auf, die 2027 in Betrieb gehen soll, so das Unternehmen in einer Aussendung für die Presse. Weltweit zählt das Unternehmen mehr als 80 Millionen Kundinnen und Kunden.

Achtung: „Steuereinfach“, also mit automatischen KESt Abzug, wird einzig die Revolut Bank UAB und das erst im Laufe des Jahres 2027. Die Revolut Digital Assets (Kryptos) als auch die Revolut Securities Europe UAB (Wertpapiere) bleiben vorerst nicht steuereinfach. Kryptowährungen als auch Wertpapiere wie Aktien oder ETFs, bleiben damit weiterhin NICHT steuereinfach. Revolut schließt auch hier eine Steuereinfachheit nicht aus, unmittelbar steht hier aber nichts an.

In der Unternehmensdatenbank-Suche der Finanzmarktaufsicht findet sich die Revolut Bank UAB noch immer als EWR-Bank unter der Dienstleistungsfreiheit. Ein Eintrag als Niederlassung zeigt sich hier noch nicht, das sollte aber der Fall sein.

Die österreichische IBAN als Kernstück

Für den Alltag ist die österreichische IBAN die wichtigste Neuerung. Bisher hat die Revolut-Kundschaft in Österreich eine litauische IBAN. Rechtlich müssen Arbeitgeber, Vermieter und Versorger SEPA-Konten aus dem ganzen EWR akzeptieren, in der Praxis gibt es aber immer wieder Probleme und die IBAN-Diskriminierung ist leider vorhanden in der EU. Mit der österreichischen IBAN sollen Gehaltseingang, Lastschriften für Miete, Strom oder Versicherung und Daueraufträge ohne Umwege funktionieren und zeigt wohl auch mehr Vertrauen als eine IBAN die mit LT für Litauen beginnt.

Bestandskundinnen und Bestandskunden sollen ab der ersten Jahreshälfte 2027 automatisch zur österreichischen Einheit wechseln und eine österreichische IBAN bekommen. Offen ist bisher, ob die litauische IBAN eine Zeit lang parallel weiterläuft oder ob Daueraufträge, Lastschriftmandate und die Gehaltsüberweisung aktiv umgestellt werden müssen. Den Kontowechselservice bietet Revolut laut Hilfeseite schon jetzt über die österreichische Zweigniederlassung an.

Tagesgeld: KESt-Abzug durch Revolut

Beim Tagesgeld bringt die Niederlassung einen spürbaren Unterschied. Derzeit musst du Zinsen von Revolut selbst in der Einkommensteuererklärung angeben, mit dem Sondersteuersatz von 25 % für Zinsen aus Geldeinlagen. Ab dem Start der österreichischen Einheit will Revolut die Kapitalertragsteuer direkt einbehalten und abführen. Damit ist das Tagesgeld künftig steuereinfach, so wie bei heimischen Banken. Ab wann genau das gilt, also ab dem ersten Tag 2027 oder erst mit dem Wechsel des jeweiligen Kontos, hat Revolut noch nicht gesagt.

Was ist mit dem Depot?

Für Anlegerinnen und Anleger ist das die wichtigste Frage, und die Presseaussendung beantwortet sie nicht. Das Wertpapiergeschäft betreibt bei Revolut nicht die Bank, sondern eine eigene Gesellschaft, die Revolut Securities Europe UAB mit Sitz in Vilnius. Sie ist von der Bank von Litauen als Wertpapierfirma zugelassen und verwahrt die Aktien und ETFs. Edelmetalle laufen über die britische Revolut Ltd, Krypto über eine eigene Gesellschaft aus Zypern, der Revolut Digital Assets Europe Ltd.

Die neue österreichische Niederlassung gehört zur Revolut Bank UAB. Laut der aktuellen Übersicht von Revolut sind dort Konten, Abos, Kids & Teens, Tagesgeld und der Kontowechselservice angesiedelt, das Trading nicht. Das Revolut Depot bleibt damit vorerst nicht steuereinfach. Dividenden, Kursgewinne und bei ETFs auch die ausschüttungsgleichen Erträge musst du weiter selbst über die Formulare E1 und E1kv versteuern. Laut Aussage von Revolut steht hier unmittelbar nichts an, langfristig wird auch hier eine Steuereinfachheit nicht ausgeschlossen.

Wie es weitergehen könnte, zeigt Trade Republic. Dort führt die österreichische Zweigniederlassung seit April 2025 die KESt ab, allerdings ist Trade Republic eine Bank, bei der Konto und Depot in derselben Gesellschaft liegen. Bei Revolut müsste die Wertpapierfirma selbst eine Präsenz in Österreich aufbauen oder die Depotführung umstrukturieren. Ob das geplant ist, hat Revolut bisher nicht kommuniziert. Die Formulierung, Revolut wolle die Hauptbank „von den täglichen Ausgaben über das Sparen bis zum Investieren“ sein, lässt das zumindest offen.

Einlagensicherung und Aufsicht

An der Einlagensicherung ändert sich nichts. Eine Zweigniederlassung ist keine eigene Bank, deshalb gilt weiter die litauische Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Person. Neu ist, dass die österreichische Finanzmarktaufsicht und die Oesterreichische Nationalbank für das Geschäft in Österreich zusätzlich zuständig sind. Wertpapiere im Depot fallen nicht unter die Einlagensicherung. Sie sind Sondervermögen, für die Revolut Securities Europe UAB gilt das litauische Anlegerentschädigungssystem.

Zuletzt negative Schlagzeilen

Revolut hatte 2026 mehrere Probleme. Am 20. Oktober legte ein Ausfall bei Google Cloud in London stundenlang Kartenzahlungen, Überweisungen, App-Login und Aktienhandel lahm. Im September gab Revolut nach einer gefälschten Behördenanfrage sensible Kundendaten heraus, darunter Ausweiskopien, Selfies, IBAN und Transaktionsverläufe. Die Angreifenden sollen 10.000 Bitcoin fordern. Schon im April hat die italienische Wettbewerbsbehörde Revolut 11,5 Mio. Euro Strafe auferlegt: wegen irreführender Werbung mit provisionsfreiem Handel, aggressiver Kontosperren und unklarer Infos zum Wechsel von der litauischen auf eine italienische IBAN. Revolut hat dagegen Berufung angekündigt.

Einordnung

Für alle, die Revolut als Alltagskonto oder für das Tagesgeld nutzen, ist der Schritt eine echte Verbesserung: weniger IBAN-Diskriminierung, kein Eintrag der Tageszinsen in der Steuererklärung mehr. Wer bei Revolut investiert, merkt davon vorerst nichts. Solange das Depot nicht steuereinfach ist, bleiben steuereinfache Anbieter mit österreichischer Niederlassung für viele die bequemere Wahl, vor allem bei ausschüttungsgleichen Erträgen von ETFs und Kapitalmaßnahmen bei Aktien. Wir bleiben dran und melden uns, sobald Revolut sagt, wie es mit dem Depot weitergeht.

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Hinweis: Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Information und keine Anlageberatung. Wertpapiere bergen Risiken, einschließlich des Verlusts des eingesetzten Kapitals. Bankeinlagen sind im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Person und Bank geschützt, diese gilt nicht für Wertpapiere. Vor einer Anlageentscheidung solltest du die vollständigen Produktunterlagen (Konditionenblatt, Basisinformationsblatt, AGB) heranziehen. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand: November 2026.

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