Beachte: Veranlagungen in Finanzinstrumenten sind mit Risiken verbunden und können neben den Erträgen auch zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

Broker-Zinsen im November 2026: Hohe Lockzinsen, deutlich weniger danach, bis zu 4,50 % p.a. möglich aber mit viele Haken!

Seit der Zinserhöhung im September liegt der EZB-Einlagesatz bei 2,50 % p.a., und die Broker nutzen das für ihre Werbung. Mit Zinsen auf das Verrechnungs- oder Tagesgeldkonto lässt sich neue Kundschaft gut gewinnen. Auffällig ist aber, wie oft die beworbene Zahl nur ein paar Monate gilt. Danach zählt der Bestandszins, und der liegt in manchen Fällen nur noch bei einem Bruchteil.

Warum Broker mit Zinsen werben

Für Broker ist ein hoher Einstiegszins eine vergleichsweise günstige Art, neue Kundschaft zu gewinnen. Wer einmal ein Depot eröffnet und Geld überwiesen hat, bleibt oft länger, auch wenn der Zins später sinkt. Verdient wird dann über Ordergebühren, Fremdwährungsaufschläge oder Produktumsätze. Für dich heißt das: Schau nicht nur auf den Aktionszins, sondern vor allem darauf, wie lange er gilt, was danach bleibt und an welche Bedingungen er geknüpft ist. Alle genannten Zinssätze sind variabel und können sich jederzeit ändern.

Steuereinfache Broker im Zinsvergleich

Bei steuereinfachen Anbietern führt der Broker die Kapitalertragsteuer automatisch ab, du musst die Zinsen also nicht selbst in der Steuererklärung angeben. Für Zinsen aus Bankguthaben beträgt die KeSt in Österreich 25 %.

BrokerAktionszinsdanachGutschrift
Trade Republic*3,00 % p.a. bis auf weiteres2,50 % p.a.monatlich
DADAT Bank*3,20 % p.a. (3 Monate)2,00 % p.a.jährlich
bank993,00 % p.a. (3 Monate)0,50 % p.a.jährlich
Scalable Capital*keiner2,60 % p.a.quartalsweise
Bank Direktkeiner1,75 % p.a.jährlich
easybankkeiner0,01 % p.a.quartalsweise
flatexkeiner0,00 % p.a.quartalsweise

* Hinweis: Bei diesem Link handelt es sich um einen Werbe- bzw. Affiliate-Link. Wenn du darüber einen Kauf tätigst oder ein Produkt abschließt, erhalte ich – abhängig vom Anbieter – eine Provision. Für dich bleibt der Preis und das Angebot unverändert. Mit deinem Klick unterstützt du das Projekt Broker-Test.at – vielen Dank dafür!

Trade Republic bietet unter den steuereinfachen Brokern den höchsten dauerhaften Zins. Der Bestandszins von 2,50 % p.a. folgt dem EZB-Einlagesatz und wird monatlich gutgeschrieben. Daneben wirbt Trade Republic mit einem Aktionszins von 3,00 % p.a.; wie lange er gilt und unter welchen Bedingungen, solltest du vor der Eröffnung direkt im Konditionenblatt nachlesen. Das Guthaben liegt treuhänderisch auf Sammelkonten bei mehreren Partnerbanken, darunter Deutsche Bank, J.P. Morgan SE, Citi, HSBC Continental Europe, Crédit Agricole CIB, Natixis und SEB. Die Einlagensicherung greift dort grundsätzlich pro Kundin bzw. Kunde, die Abwicklung im Ernstfall ist aber aufwendiger als bei einem eigenen Einzelkonto.

Die DADAT Bank zahlt drei Monate lang 3,20 % p.a. auf bis zu 300.000 Euro, danach 2,00 % p.a. Die Zinsen werden nur einmal jährlich gutgeschrieben, der Zinseszinseffekt fällt also geringer aus. Dazu kommen einige Extras: keine Kontogebühr bis 31. Dezember 2030, sechs Monate lang nur 1 Euro eigene Spesen pro Transaktion (zuzüglich fremder Spesen) und eine Rückerstattung von Übertragsspesen bis 250 Euro, wenn jede übertragene Position mindestens 2.000 Euro wert ist.

Bei bank99 sieht der Aktionszins mit 3,00 % p.a. für drei Monate gut aus, danach fällt er aber auf 0,50 % p.a. Das ist ein Rückgang um 2,50 Prozentpunkte, und genau das ist das klassische Muster eines Lockzinses.

Die Bank Direkt verzichtet auf einen Aktionszins, zahlt mit 1,75 % p.a. aber einen soliden Bestandszins. Dazu gibt es 75 Euro Eröffnungsbonus, keine Depotgebühr bis 31. Dezember 2026, drei Monate lang Orders um 1 Euro und die Übernahme von Depotübertragsspesen bis 1.000 Euro, wenn die Position mindestens 1.000 Euro groß ist. Das Girokonto ist kostenlos, wenn der Depotstand über 10.000 Euro liegt oder monatlich eine Transaktion erfolgt.

Bei easybank und flatex spielt der Zins praktisch keine Rolle. easybank punktet mit dem Verzicht auf Depot- und Verrechnungskontogebühren bis Ende 2028, flatex mit 20 Orders ohne eigene Gebühren in den ersten drei Monaten.

Nicht steuereinfache Broker: Höhere Zinsen, mehr Aufwand

Bei diesen Anbietern musst du die Zinsen selbst über die Beilage E1kv in FinanzOnline erklären. Das ist kein Hindernis, kostet aber Zeit und sollte bei der Wahl mitbedacht werden.

BrokerAktionszinsdanachHinweis
Trading 212*4,20 % p.a. (4 Monate)2,80 % p.a.tägliche Gutschrift
Consorsbank*3,60 % p.a. (5 Monate)1,00 % p.a.quartalsweise
XTB*3,50 % p.a. (90 Tage)1,10 % p.a.bis 4,50 % p.a. bei Handelsaktivität aber nur bis max. 20.000 €
Smartbroker+*keiner2,25 % p.a.mind. 3 Trades pro Quartal
Traders Place*keiner2,25 % p.a.ab 5.000 Euro
Revolutkeiner1,00 bis 2,00 % p.a.je nach Abo
N26*bis 1,50 % p.a.0,25 % p.a.höherer Zins nur mit Abo
DKB*keiner1,00 % p.a.–

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Trading 212 hat mit 4,20 % p.a. den höchsten Neukundschaftszins im Vergleich und auch danach mit 2,80 % p.a. einen Bestandszins über dem EZB-Einlagesatz. Möglich wird das, weil ein Teil des Guthabens in Geldmarktfonds angelegt wird. Für diesen Teil gilt keine Einlagensicherung, sondern der Schutz als Sondervermögen und die Anlegerentschädigung. Steuerlich werden Erträge aus Geldmarktfonds mit 27,5 % KeSt behandelt, nicht mit 25 % wie Bankzinsen.

XTB zahlt 3,50 % p.a. für die ersten 90 Tage, danach nur noch 1,10 % p.a. Mit aktiver Handelstätigkeit sind laut Anbieter bis zu 4,50 % p.a. auf Guthaben bis 20.000 Euro möglich, die genauen Voraussetzungen solltest du dir vorab genau ansehen. Dazu wirbt XTB derzeit mit einer Porsche-Aktie als Bonus, auch hier lohnt sich ein Blick in die Teilnahmebedingungen.

Den größten Zinssturz im ganzen Vergleich hat die Consorsbank: Nach fünf Monaten mit 3,60 % p.a. geht es auf 1,00 % p.a. zurück, also um 2,60 Prozentpunkte.

Bei Smartbroker+ und Traders Place gibt es zwar keinen Lockzins, dafür Bedingungen: Smartbroker+ verlangt mindestens drei Wertpapiertransaktionen pro Quartal und verzinst maximal 100.000 Euro, Traders Place zahlt erst ab einer Einlage von 5.000 Euro. Bei Revolut und N26 hängt der Zins vom gewählten Abomodell ab. Hier solltest du die Abokosten gegen den Zinsvorteil rechnen, bei kleineren Guthaben frisst die Gebühr den Mehrertrag schnell auf. Die DKB-Aktion mit Aktionszins für vier Monate ab 1. November 2026 galt nur für Neueinlagen, die bis 20. Oktober 2026 am Tagesgeldkonto lagen, und ist für neue Einzahlungen damit nicht mehr erreichbar.

So stark fällt der Zins nach der Aktion

BrokerAktiondanachRückgang in Prozentpunkten
Consorsbank3,60 % p.a.1,00 % p.a.2,60
bank993,00 % p.a.0,50 % p.a.2,50
XTB3,50 % p.a.1,10 % p.a.2,40
Trading 2124,20 % p.a.2,80 % p.a.1,40
DADAT Bank3,20 % p.a.2,00 % p.a.1,20
Trade Republic3,00 % p.a.2,50 % p.a.0,50

Was im ersten Jahr tatsächlich übrig bleibt

Rechnet man Aktions- und Bestandszins auf zwölf Monate um, ergibt sich ein deutlich nüchterneres Bild. Angenommen wird dabei, dass die Zinssätze unverändert bleiben, der Zinseszinseffekt ist nicht berücksichtigt.

BrokerØ Zins im 1. Jahr10.000 Euro bruttosteuereinfach
Trading 2123,27 % p.a.327 Euronein
Scalable Capital2,60 % p.a.260 Euroja
Trade Republicmind. 2,50 % p.a.mind. 250 Euroja
DADAT Bank2,30 % p.a.230 Euroja
Consorsbank2,08 % p.a.208 Euronein
XTB1,70 % p.a.170 Euronein
bank991,13 % p.a.113 Euroja

Der Unterschied ist groß: Consorsbank wirbt mit 3,60 % p.a., übers erste Jahr gerechnet bleiben aber nur rund 2,08 % p.a. Bei bank99 schrumpft der Effektivwert von beworbenen 3,00 % p.a. auf rund 1,13 % p.a. Trade Republic und Scalable Capital ohne bzw. mit geringem Zinsrückgang liegen dagegen auf Jahressicht vor mehreren Anbietern mit höherem Lockzins. Nach 25 % KeSt bleiben bei Trade Republic von 250 Euro rund 187,50 Euro, bei der DADAT Bank von 230 Euro rund 172,50 Euro.

Worauf du beim Zinsvergleich achten solltest

Prüfe zuerst, wie lange der Aktionszins gilt und ob es einen Höchstbetrag gibt. Danach lohnt sich ein Blick auf die Art der Verwahrung: Ein Einzelkonto bei einer Bank ist einfacher abzusichern als ein Sammelkonto, und Geldmarktfonds fallen gar nicht unter die Einlagensicherung. Auch der Gutschriftrhythmus macht einen Unterschied, eine tägliche oder monatliche Gutschrift bringt etwas mehr Zinseszins als eine jährliche. Bedingungen wie Mindesttrades, Mindesteinlagen oder kostenpflichtige Abos können den Zinsvorteil schmälern oder ganz aufheben. Und schließlich spart dir ein steuereinfacher Broker den Aufwand mit der E1kv, was vor allem dann zählt, wenn du sonst keine Steuererklärung machst.

Fazit

Hohe Aktionszinsen sind vor allem ein Marketinginstrument. Wer das Depot ohnehin wechseln will, kann sie gut mitnehmen, sollte die Entscheidung aber am Bestandszins und an den übrigen Konditionen festmachen. Unter den steuereinfachen Anbietern ist Trade Republic beim dauerhaften Zins vorne, die DADAT Bank bietet die stärkste Aktion samt Gebührenvorteilen. Bei den nicht steuereinfachen Brokern sticht Trading 212 sowohl beim Aktions- als auch beim Bestandszins heraus, allerdings mit Geldmarktfonds-Anteil und eigenem Steueraufwand. Da die EZB im Dezember wieder entscheidet, können sich die Zinsen schon bald erneut bewegen.

Hinweis: Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Information und keine Anlageberatung. Wertpapiere bergen Risiken, einschließlich des Verlusts des eingesetzten Kapitals. Vor einer Anlageentscheidung sollten die vollständigen Produktunterlagen (Konditionenblatt, ggf. Basisinformationsblatt) herangezogen werden. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand: November 2026.

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