Endlich ist das DRIP Feature (Dividend Reinvestment Plan) da bei Trade Republic! Trade Republic hat diese neue Funktion freigeschaltet, auf die viele Kundinnen und Kunden schon lange gewartet haben und Scalable diese bereits zu Beginn des Jahres anbot: Dividenden und ETF-Ausschüttungen können ab sofort automatisch in dasselbe Wertpapier reinvestiert werden. Die Kundschaft wurde per E-Mail und Push-Nachricht informiert.
- Neu: automatische Wiederanlage von Dividenden und Ausschüttungen (DRIP)
- Auswahl einzelner Aktien und ETFs oder des gesamten Portfolios, jederzeit änderbar
- Keine Ordergebühren für die Wiederanlage, bei Aktien aus manchen Ländern kann aber eine Finanztransaktionssteuer anfallen
- Kauf spätestens am Handelstag nach der Gutschrift über die Lang & Schwarz Exchange
- Kein Mindestbetrag, reinvestiert wird auch in Bruchstücke
- Trade Republic ist in Österreich steuereinfach, reinvestiert wird der Nettobetrag nach Steuern
Hier der Text aus der aktuellen Kundenvereinbarung von Trade Republic:

So funktioniert die automatische Wiederanlage




An der Ausschüttung selbst ändert sich nichts. Die Dividende wird ganz normal gutgeschrieben, eine allfällige ausländische Quellensteuer wird abgezogen, dazu kommt die österreichische KESt, die Trade Republic als steuereinfacher Broker direkt einbehält und abführt. Erst der verbleibende Nettobetrag wird automatisch wieder in jenes Wertpapier investiert, aus dem die Ausschüttung stammt. Laut den Kundenbedingungen erteilt Trade Republic den Kaufauftrag spätestens am Handelstag nach der Gutschrift, ausgeführt wird über die Lang & Schwarz Exchange. Weil Trade Republic Bruchstücke unterstützt, wird der gesamte Nettobetrag angelegt und nicht nur der Teil, der für ganze Stück reicht.
Die Wiederanlage lässt sich für jedes Wertpapier einzeln in der App aktivieren und deaktivieren, laut Nutzerberichten unter Einstellungen, Sonstiges. Manche mussten dafür zuerst ein App-Update installieren. Damit lässt sich etwa die Dividende einer Einzelaktie wieder anlegen, während die Ausschüttung eines ETFs am Verrechnungskonto landet. Eine Deaktivierung gilt für alle danach gutgeschriebenen Dividenden, bereits ausgelöste Kaufaufträge werden nicht mehr storniert. Trade Republic behält sich vor, die Funktion insgesamt oder für einzelne Wertpapiere wieder einzustellen, muss das aber mindestens 14 Tage vorher in der App ankündigen.
Kosten und Finanztransaktionssteuern

Laut der Ex-ante-Kosteninformation fallen für die Wiederanlage keine Gebühren an: weder Abwicklungskostenpauschale noch Zuwendungen Dritter, auch für den späteren Verkauf weist Trade Republic 0,00 Euro aus. Eine Ausnahme machen gesetzliche Finanztransaktionssteuern, die bei Wertpapieren aus bestimmten Ländern anfallen können. Trade Republic nennt dafür folgende Sätze, bezogen auf 100 Euro Wiederanlage:
| Land | Steuersatz | Betrag bei 100 Euro |
|---|---|---|
| Frankreich | 0,40 % | 0,40 Euro |
| Irland | 1,00 % | 1,00 Euro |
| Italien | 0,20 % | 0,20 Euro |
| Spanien | 0,20 % | 0,20 Euro |
| Belgien (nur bei steuerlicher Ansässigkeit in Belgien) | 0,35 % | 0,35 Euro |
Diese Steuern betreffen Käufe von Aktien bestimmter Unternehmen aus diesen Ländern, etwa französischer Großkonzerne. Auf in Irland aufgelegte ETFs, die einen Großteil des europäischen ETF-Angebots ausmachen, fällt die irische Stempelsteuer dagegen nicht an. Für Anlegerinnen und Anleger mit Wohnsitz in Österreich ist die belgische Steuer nicht relevant.
Spreads kommen stets dazu, genauso wie etwaige Produktkosten.
Nicht verwechseln: Wahldividende
Trade Republic hatte schon bisher eine Möglichkeit zur Reinvestition, die aber etwas ganz anderes ist. Bietet ein Unternehmen eine Wahldividende an, also Aktien statt Bargeld, bekommt man in der App ein Anweisungsformular, das fristgerecht ausgefüllt werden muss. Dabei werden nur ganze neue Aktien zum vom Unternehmen festgelegten Reinvestitionspreis zugeteilt, der Rest wird bar gutgeschrieben, und die neuen Aktien werden oft erst Wochen später eingebucht. Die neue Funktion kauft dagegen automatisch über die Börse nach, unabhängig davon, ob das Unternehmen eine Wahldividende anbietet.
Noch nicht für alle Wertpapiere verfügbar
In den ersten Stunden berichten Nutzerinnen und Nutzer auf Reddit, dass nicht jedes Wertpapier in der Auswahl auftaucht. Genannt werden etwa Exxon Mobil sowie einzelne ausschüttende ETFs, während andere Titel wie Apple oder Microsoft problemlos funktionieren. Teilweise dürfte es sich um eine Anzeigefrage handeln, da die Liste offenbar nach europäischen und nicht europäischen Titeln unterteilt ist. Der Support soll in einem Fall lediglich mitgeteilt haben, dass das betreffende Wertpapier eine Voraussetzung nicht erfüllt. Welche Kriterien das sind, hat Trade Republic bisher nicht offengelegt.
Was bringt das gegenüber thesaurierenden ETFs?
Bei ETFs ist der Unterschied gering. Ein thesaurierender ETF legt Erträge intern wieder an, steuerlich bringt das in Österreich nur einen kleinen Stundungseffekt durch die besondere steuerliche Behandlung der außerordentlichen Erträge der Thesaurierung. Wer einen ausschüttenden ETF bespart, kann mit der neuen Funktion aber jederzeit von Wiederanlage auf Auszahlung umstellen, ohne das Produkt wechseln zu müssen, etwa in der Entnahmephase. Richtig interessant ist das Feature vor allem für Einzelaktien, bei denen es keine thesaurierende Variante gibt.
Einordnung
Mit der Funktion schließt Trade Republic zu Scalable Capital auf, das die automatische Wiederanlage bereits seit Anfang 2026 kostenlos anbietet. Dort lässt sie sich bisher aber nur für das gesamte Depot aktivieren und nicht selektiv für einzelne Positionen. Ein Wunsch, den Trade Republic noch nicht erfüllt: Dividenden aus Wertpapier A automatisch in Wertpapier B zu investieren. Wer das möchte, muss weiterhin manuell umschichten.
Zu beachten ist außerdem, dass jede Wiederanlage ein eigener Kauf ist, der die steuerlichen Anschaffungskosten der Position verändert. Bei einem steuereinfachen Broker wie Trade Republic passiert die Berechnung über den gleitenden Durchschnittspreis automatisch, man muss sich darum also nicht selbst kümmern. Ob Trade Republic hier tatsächlich alles korrekt im Hintergrund mitrechnet, das ist leider unbekannt, denn es gibt bei Trade Republic noch immer keine Möglichkeit die steuerlichen Anschaffungskosten zu erfahren. Weder als Anzeige noch in einem Bericht noch über den Support.
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Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Investments in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.
