Beachte: Veranlagungen in Finanzinstrumenten sind mit Risiken verbunden und können neben den Erträgen auch zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

easybank stellt auf Baader Bank um: Lang & Schwarz fällt weg, Gettex wird günstiger

Die easybank baut ihr Wertpapierangebot um und holt sich dafür die Baader Bank aus Unterschleißheim bei München ins Boot. Kundinnen und Kunden mit einem easybank Depot wurden in den vergangenen Tagen per E-Mail informiert. Die Umstellung passiert in zwei Etappen, am 10. November und am 30. November 2026, und läuft laut easybank vollautomatisch. Du musst also nichts unterschreiben und nichts beantragen.

  • Ab 10. November 2026 ersetzt der Baader Bank Direkt- & Limithandel den Lang & Schwarz Direkt- & Limithandel als günstigsten Handelsplatz für ausländische Aktien und ETFs
  • Die fremden Spesen für den Baader Bank Direkt- & Limithandel setzt die easybank auf 0 Euro
  • Lang & Schwarz wird für Aktien und ETFs dauerhaft eingestellt
  • Ab 30. November 2026 übernimmt die Baader Bank Verwahrung und Orderabwicklung für ausländische Börsenplätze
  • Gettex wird günstiger (keine fremden Spesen mehr), deutsche Regionalbörsen werden teilweise teurer
  • Wiener Börse, Fondshandel über die Fondsgesellschaft sowie Direkthandel mit Zertifikaten und Optionsscheinen bleiben unverändert

Schritt 1 ab 10. November: Baader long, Lang & Schwarz short

Wir kennen es sehr ähnlich von der DADAT Bank, denn auch dort war es so, dass Lang & Schwarz dort mehr und mehr verschwand und die Baader Bank mit ihrem außerbörslichen Angebot als auch mit ihrer gettex immer präsenter wurde. Das passiert nun auch bei der easybank. Der wichtigste Punkt für alle, die regelmäßig außerbörslich handeln: Der Lang & Schwarz Direkt- & Limithandel für Aktien und ETFs ist bei der easybank mit 10. November Geschichte. An diese Stelle tritt der Baader Bank Direkt- & Limithandel, der laut easybank zum neuen günstigsten Handelsplatz für ausländische Aktien und ETFs wird. Gleichzeitig entfallen dort die fremden Spesen komplett. Die easybank spricht von einem doppelten Vorteil, weil sowohl die eigenen Orderspesen beim Baader Handel günstiger werden als auch die fremden Spesen wegfallen. Laut aktuellem Preisblatt für das easy flat Depot (gültig ab 1. Oktober 2026) ist Baader derzeit in der teureren Spesengruppe ab 7,95 Euro eingereiht, dazu kommen 3,00 Euro fremde Settlementspesen. Lang & Schwarz liegt in der günstigen Gruppe ab 4,95 Euro plus 0,80 Euro fremde Brokerspesen. Konkrete neue Orderspesen für Baader nennt die Kundeninformation nicht. Da Baader aber ausdrücklich Lang & Schwarz als günstigsten Handelsplatz ersetzt, gehe ich davon aus, dass Baader in die Staffel ab 4,95 Euro wandert. Die verbindlichen Konditionen findest du im Preisblatt im eBanking unter „Wertpapiere“ und „Depotdetails“. Es könnte gut sein, dass hier bald ein neues Konditionenblatt folgt mit neuen Gebühren für das Baader Trading und für die gettex.

Interessant ist der Blick zurück: Vor einiger Zeit war es genau umgekehrt. Damals hat die easybank die Spesen beim Starpartner Baader Bank leicht angehoben und Lang & Schwarz zum günstigsten außerbörslichen Partner gemacht. Jetzt dreht sich das Bild wieder zurück. Die easybank ist mit diesem Schritt auch nicht allein: Die DADAT Bank hat Lang & Schwarz heuer ebenfalls aus dem Angebot genommen und setzt verstärkt auf Gettex und die Baader Bank. Hintergrund ist eine größere Marktverschiebung rund um das Ende von Payment for Order Flow, die Lang & Schwarz unter Druck gebracht hat.

Wichtig für die Praxis: Wenn du offene Limit-Orders über Lang & Schwarz liegen hast, solltest du sie vor dem 10. November prüfen. Die easybank-Information sagt nicht ausdrücklich, was mit bestehenden Aufträgen passiert. Erfahrungsgemäß werden solche Orders bei der Einstellung eines Handelsplatzes gestrichen und müssen neu erteilt werden. Im Zweifel lohnt sich eine kurze Nachfrage beim Service Center.

Schritt 2 ab 30. November: Baader übernimmt Verwahrung und Abwicklung

Mit Ende November geht die Baader Bank einen Schritt weiter und übernimmt die Verwahrung sowie die Orderabwicklung für ausländische Börsenplätze. Betroffene Wertpapierbestände werden automatisch umgelagert. Dein Depot bleibt dabei ein easybank Depot, die Baader Bank arbeitet im Hintergrund als Verwahr- und Abwicklungsstelle. Für dich ändern sich damit vor allem die fremden Spesen:

HandelsplatzFremde Spesen bisherFremde Spesen neu
Baader Bank Direkt- & Limithandel3,00 Euro0 Euro (ab 10. November)
Lang & Schwarz Direkt- & Limithandel0,80 Euroentfällt
Gettex0,009 %, mind. 0,80 Euro (Aktion bis Ende 2026, regulär mind. 2,50 Euro)0 Euro (ab 30. November)
Deutsche Regionalbörsen (z. B. Frankfurt, Stuttgart)0,009 %, mind. 2,50 Euroteilweise höher
Wiener Börse0 Euro (Aktion bis Ende 2026)unverändert

Bei den deutschen Regionalbörsen bleibt die easybank vage, „teilweise höher“ lässt viel Spielraum. Wer bisher bewusst über Frankfurt oder Stuttgart gehandelt hat, sollte das neue Preisblatt genau ansehen und durchrechnen, ob Gettex oder der Baader Direkthandel nicht die günstigere Alternative ist. Für die meisten Privatanlegenden dürfte sich der Handel ohnehin stärker auf diese beiden Wege verlagern.

Was kostet eine Order jetzt all-in?

Für einen fairen Vergleich zählen nicht nur die easybank Orderspesen, sondern die Summe aus eigenen und fremden Spesen. Die folgende Tabelle zeigt die Gesamtkosten pro Order im easy flat Depot. Grundlage ist das Preisblatt mit Stand 1. Oktober 2026 sowie die angekündigten Änderungen. Für Baader neu habe ich angenommen, dass die bisherige Lang & Schwarz-Staffel (4,95 / 9,95 / 19,95 Euro bzw. 0,175 %, max. 69,95 Euro) übernommen wird.

OrdervolumenLang & Schwarz bisherBaader bisherBaader neuGettex bisherGettex ab 30. November
1.000 Euro5,75 Euro10,95 Euro4,95 Euro8,75 Euro7,95 Euro
2.500 Euro5,75 Euro10,95 Euro4,95 Euro8,75 Euro7,95 Euro
5.000 Euro10,75 Euro17,95 Euro9,95 Euro15,75 Euro14,95 Euro
10.000 Euro10,75 Euro17,95 Euro9,95 Euro15,85 Euro14,95 Euro
20.000 Euro20,75 Euro31,95 Euro19,95 Euro30,75 Euro28,95 Euro
50.000 Euro70,75 Euro72,95 Euro69,95 Euro74,45 Euro69,95 Euro

Unterm Strich wird der Baader Direkthandel damit pro Order um 0,80 Euro günstiger als bisher Lang & Schwarz, gegenüber dem bisherigen Baader-Preis sparst du je nach Volumen zwischen 3,00 und 12,00 Euro. Gettex bleibt in der teureren Spesengruppe, wird durch den Wegfall der fremden Spesen aber um 0,80 bis 4,50 Euro pro Order günstiger. Zum Vergleich: An Xetra kostet eine Order über 5.000 Euro derzeit all-in 17,45 Euro, Tendenz laut easybank teilweise steigend. Für ETF-Starpartner gilt beim Kauf weiterhin 0 Euro easybank Orderspesen, hier fallen nur die fremden Spesen des gewählten Handelsplatzes an.

Was bleibt gleich?

Nicht betroffen sind laut easybank der Handel an der Wiener Börse, der Kauf und Verkauf von Investmentfonds direkt über die Fondsgesellschaft sowie der Direkt- und Limithandel mit Zertifikaten und Optionsscheinen. Wer hauptsächlich österreichische Aktien über Wien kauft oder Fonds direkt bezieht, merkt von der Umstellung also kaum etwas.

Steuerlich: Was heißt das für Anlegerinnen und Anleger in Österreich?

Da die easybank weiterhin die depotführende Bank bleibt und die Baader Bank nur als Verwahr- und Abwicklungsstelle im Hintergrund fungiert und die KESt von 27,5 % automatisch abführt. Anders als bei einem echten Depotübertrag zu einem anderen Broker sollte daher auch keine Meldung ans Finanzamt notwendig sein. Eine ausdrückliche Bestätigung dazu enthält die Kundeninformation allerdings nicht.

Meine Einschätzung

Für Buy-and-Hold-Anlegende und alle, die über Gettex oder außerbörslich handeln, ist die Umstellung unterm Strich eine gute Nachricht: Die fremden Spesen fallen weg, und der günstigste Handelsplatz wird laut easybank noch günstiger. Weniger erfreulich ist die Entwicklung für jene, die gerne an deutschen Regionalbörsen handeln. Und wer Lang & Schwarz wegen der Kursqualität oder der langen Handelszeiten geschätzt hat, verliert eine Option. Wie gut sich der Baader Direkthandel bei Spreads und Verfügbarkeit im Alltag schlägt, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen. Ob diese Umstellungen auch einen Einfluss auf die Depotgebühren haben werden? Unbekannt, doch zeigte sich in den letzten Monaten, dass der Mitbewerb mit keiner Depotführungsgebühr mehr wird. Namen wie DADAT Bank, Flatex, Bitpanda, Scalable Capital oder Trade Republic fallen hier beispielsweise darunter wie der Broker Vergleich zeigt.

Mehr

Hinweis: Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Information und keine Anlageberatung. Wertpapiere bergen Risiken, einschließlich des Verlusts des eingesetzten Kapitals. Vor einer Anlageentscheidung sollten die vollständigen Produktunterlagen (Preisblatt, ggf. Basisinformationsblatt) herangezogen werden. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand: November 2026.

Abonniere
Benachrichtige mich zu:

0 Kommentare
×
0
Hinterlasse einen Kommentarx