Beachte: Veranlagungen in Finanzinstrumenten sind mit Risiken verbunden und können neben den Erträgen auch zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

Erste Bank streicht Devisengebühr bei Dividenden und Ausschüttungen

Manchen war sie ein Dorn im Auge, die Devisengebühr mit ihrer hohen Mindestgebühr bei der Erste Bank. Jetzt aber wurde sie still und heimlich gestrichen. Ungläubig gab es bereits im August den ersten sachdienlichen Hinweis aus der Community, jetzt im September der zweite Hinweis. Von Seiten der Erste Bank wurde sodann auch die Streichung der Devisengebühr für Erträgnisse auch bestätigt. Seit August 2026 wird bei Dividenden, Fondsausschüttungen und Anleihezinsen in Fremdwährung keine Gebühr von 0,2 % vom Gegenwert, mindestens aber 13,50 Euro, mehr verrechnet.

Warum die Gebühr so lästig war

Gerade bei kleinen Depots oder breit gestreuten Portfolios war die Mindestgebühr ein echtes Ärgernis. Wer etwa eine US-Aktie mit einer Quartalsdividende im Gegenwert von 30 Euro im Depot hatte, verlor durch die 13,50 bzw. davor sogar 13,89 Euro Mindestgebühr fast die Hälfte der Ausschüttung (eigenes Rechenbeispiel, ohne Berücksichtigung von Quellensteuer und KESt). Bei niedrigen Dividenden konnte die Gebühr den Ertrag damit nahezu auffressen. Viele haben deshalb bei der Erste Bank bewusst auf Fremdwährungstitel mit regelmäßigen Ausschüttungen verzichtet oder stattdessen thesaurierende Produkte gewählt. Dieses Argument fällt nun weg.

Hier Screenshots von einer geringen Dividendenzahlung in Fremdwährung, die gänzlich aufgefressen wurde, nur der Anerkennungscent kam schlussendlich am Verrechnungskonto an.

Rechenbeispiel: So stark hat die Gebühr bisher zugeschlagen

Angenommen wird eine US-Aktie, die vierteljährlich eine Dividende ausschüttet. Von der Bruttodividende werden 15 % US-Quellensteuer einbehalten (mit W-8BEN-Formular), in Österreich fallen dann noch 12,5 % KESt an, damit ist die gesamte Belastung von 27,5 % erreicht. Bisher kam die Devisengebühr von 0,2 %, mindestens 13,50 Euro, dazu.

BruttodividendeNetto nach SteuernGebühr bisherNetto bisherAnteil der Gebühr
20 Euro14,50 Euro13,50 Euro1,00 Euro93 %
50 Euro36,25 Euro13,50 Euro22,75 Euro37 %
200 Euro145,00 Euro13,50 Euro131,50 Euro9 %
10.000 Euro7.250,00 Euro20,00 Euro7.230,00 Euro0,3 %

Bei einer Quartalsdividende von 20 Euro blieb also nach Steuern und Gebühr gerade einmal 1 Euro übrig. Erst ab einer Ausschüttung von 6.750 Euro lag die prozentuale Gebühr über dem Mindestbetrag, für die meisten Privatdepots war daher immer die Mindestgebühr von 13,50 Euro maßgeblich.

Auf das Jahr gerechnet wird der Effekt noch deutlicher: Bei einer Position mit vier Ausschüttungen zu je 50 Euro brutto sind bisher 54 Euro an Gebühren angefallen. Wer fünf solcher US-Titel im Depot hält, spart durch die Streichung künftig 270 Euro pro Jahr.

Eine Reihe von Preissenkungen beim Selfinvest Depot der Erste Bank

Die Streichung reiht sich in mehrere Verbesserungen bei den Depots der Erste Bank ein. Zuletzt wurde beim SelfInvest Depot die Depotgebühr neu geregelt: Die ersten 50.000 Euro Depotwert sind gebührenfrei, erst darüber fallen 0,216 % p.a. an. Für die meisten Privatdepots bedeutet das in der Praxis ein kostenloses Depot.

Auch beim Sparplan hat die Bank nachgeschärft. Die Ausführung kostet nur noch 1 Euro je ISIN, und das Angebot an sparplanfähigen Aktien und ETFs wurde ausgebaut. Damit wird die Erste Bank für alle interessanter, die regelmäßig kleinere Beträge investieren und dabei bei einer österreichischen, steuereinfachen Bank bleiben möchten.

Details zu dieser Reduktion gab es im Beitrag vom Mai 2026.

Bei einer Depotgebühr von 0,216 % im Jahr ab dem 50.000 Euro übersteigenden Betrag ist die Erste Bank jedoch nicht mehr kostengünstig unterwegs, bis dahin hat sie in Hinblick auf Kosten und Angebot ein attraktives Angebot mit ihrem Selfinvest Depot für Selbstentscheidende.

Fazit

Mit dem Wegfall der Devisengebühr auf Erträgnisse beseitigt die Erste Bank einen der größten Kritikpunkte an ihrem Wertpapierangebot. Wer bisher wegen der Mindestgebühr auf ausschüttende Fremdwährungstitel verzichtet hat, kann seine Auswahl nun überdenken. Andere Spesen, etwa beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren, bleiben davon unberührt und sollten weiterhin im Vergleich mit anderen Brokern geprüft werden.

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Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

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