Gewinnfreibetrag 2017: Welche Wertpapiere und welcher Broker?

Gewinnfreibetrag: Mit 2017 gibt es wieder eine deutliche breitere Wertpapierauswahl beim Gewinnfreibetrag. Vorbei sind die Zeiten bei dem der investitionsbedingte Teil des Freibetrags nur in Wohnbauanleihen investiert werden durfte. Jetzt sind auch wieder, neben den begünstigten physischen Wirtschaftsgütern, auch wieder eine breite Auswahl an Wertpapieren zur Wahl vorhanden! Welche das sind und welcher Broker dafür günstige Konditionen anbietet, verraten wir!

Gültig ist die neue Regelung für alle natürlichen Personen mit den folgenden Einkunftsarten:

  • Land- und Forstwirtschaft,
  • Gewerbebetrieb,
  • Selbständige Arbeit

Gleich ob Einnahmen-Ausgaben-Rechner oder Bilanzierer.

Der Gewinn berichtete:

„Die Maßnahme war auf drei Jahre befristet worden, jedoch galt es bis zuletzt als unklar, ob die Befristung in eine Dauerlösung überführt wird.“

Wenig später informierte Die Presse:

„Die befristet eingeführte Beschränkung auf Wohnbauanleihen entfällt 2017, so das Finanzministerium.“

 

Welcher Broker ist günstig und geeignet?

Online Broker bieten die Möglichkeit diese Wertpapiere günstig zu kaufen und zu halten. Durch die Mindestbewahrdauer von 4 Jahren, können sich schon höhere Kosten ergeben, welche wiederum auf die Rendite bzw. den Ertrag sich negativ auswirken. Neben den Spesen für den Kauf entstehen noch weitere Kosten. So gibt es eine Depotgebühr und auch das Verrechnungskonto (ist nötig für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren) kostet im Regelfall etwas. Während für Privatkunden Flatex eine geeignete Wahl ist, so bietet Flatex für diese Zielgruppe der Gewinnfreibetrag-Wertpapier-Käufer, kein Angebot an. Damit bleiben 2 weitere Low-Cost Broker übrig, welche passende Wertpapiere anbieten:

wdt_IDRangBrokerInformationBewertungzum Broker
412Hello Brokerbis 200 € Übertragsspesen geschenkt

nur 3,95 Euro Kauf- bzw. Verkaufsspesen für 6 Monate ab Depoteröffnung

90% Rabatt auf Ausgabeaufschläge bei Fonds für 6 Monate ab Depoteröffnung

keine Depotgebühr bis Ende 2018
0,12 % Depotgebühr p.a. (mind. 5,40 € pro Position bzw. 15 € pro Depot), keine Depotgebühr bei Fonds, 18 € Verrechnungskonto p.a.zum Broker »
511Dadat Broker50 € Eröffnungsbonus

Refundierung der Depotübertragsspesen von bis zu 300 €

nur 3,95 € Orderspesen in den ersten 6 Monaten

keine Depotgebühr bis Ende 2018
0,09 % Depotgebühr p.a. (mind. 3 € pro Position), keine Depotgebühr bei Fonds
10 € Verrechnungskonto p.a.
zum Broker »

Tipp: Beide Banken bieten auch Girokonten an, welche auch für natürliche Personen angeboten werden, welche ein Unternehmen betreiben. Bei der DADAT ist dieses Girokonto sogar gratis und im Moment mit einem Eröffnungsbonus von 75 Euro ausgestattet.

Beide Broker haben im Angebot, dass Fonds keine Depotgebühr bezahlen. Dazu gibt es auch auf viele Fonds einen Rabatt auf den Ausgabeaufschlag, bei der Hello Bank verspricht die Bank sogar einen Rabatt von 90 % auf den Ausgaeaufschlag (kurz AgA genannt – ein einmaliger Aufschlag der beim Kauf anfällt) in den ersten 6 Monaten ab Depoteröffnung. Ob hier auch ein Fonds dabei ist, welcher für den Gewinnfreibetrag in Frage kommt, muss im Einzelfall geprüft werden. Was vielleicht so manchen aus der Reserve hin zur DADAT lockt ist ein Eröffnungsbonus. Dieser Eröffnungsbonus gilt für alle DADAT Neukunden, welche dort ein Depot eröffnen, dieser ist im Moment bei 50 Euro.

Natürlich bieten auch andere Banken ein passenden Angebot, diese sind im Regelfall jedoch teurer. Fragen Sie bei Ihrer Hausbank nach, wie die Kosten sind. Beachten Sie dabei folgende Parameter:

  • Depotgebühren (Mindestgebühren?)
  • Gebühren für das Verrechnungskonto (oder kann das Firmenkonto als Verrechnungskonto verwendet werden?)
  • Spesen für Wertpapierkauf bzw. Höhe des Rabatts auf dem Ausgabeaufschlag
  • Spesen für Wertpapierverkauf

Die beiden oben genannten Broker sind sicherlich eine gute und willkommene Depotvariante, wenn nicht die günstigste Variante Wertpapiere für Ihren persönlichen Gewinnfreibetrag zu sichern und diese Wertpapiere mindestens die nächsten 4 Jahre zu halten.

Die rechtliche Grundlage

Grundsätzlich sind Wertpapiere gemäß §14 Abs. 7 Z 4 EStG und auch körperliche, abnutzbare Anlagegüter mit einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von mindestens 4 Jahren geeignet. Details finden Sie im § 10 bzw. § 14 des EStG.

Welche Wertpapiere kommen in Frage?

Ab dem Wirtschaftsjahr 2017 gilt wieder die alte Regel, dass bei Wertpapieren alle Wertpapiere erlaubt sind im Sinne des § 14 Abs 7 Z 4 Einkommensteuergesetz und so als begünstigte Wirtschaftsgüter geeignet sind. In den letzten 3 Jahren waren ausschließlich die ungeliebten Wohnbauanleihen gemäß § 10 Abs 3 Z 4 Einkommensteuergesetz als begünstigte Wirtschaftsgüter für den Gewinnfreibetrag geeignet. Welche Wertpapiere können nun aber gekauft werden?

Hier ein paar konkrete Tipps, welche Fonds geeignet sein könnten (Achtung, alle Angaben ohne Gewähr! Bitte überprüfen Sie jeden Titel auf ein Wertpapier im Sinne des § 14 Abs 7 Z 4 Einkommensteuergesetz).

Online Broker Tipp:

Bei der Hello Bank und DADAT ist die Führung des Depots kostenlos für Fonds (außer ETF). Dazu gibt es eine schöne Rabattierung auf den Ausgabeaufschlag und natürlich die diversen Vorteile für Neukunden:

  • DADAT AgA Rabatt auf Fonds: 
    • 60 % bis 99.999,99 €
    • 80 % ab 100.000 €
  • Hello Bank AgA Rabatt auf Fonds:
    • 50 % bis 24.999 €
      60 % bis 49.999 €
      70 % bis 74.999 €
      80 % ab 75.000 €
wdt_IDRangBrokerInformationBewertungzum Broker
412Hello Brokerbis 200 € Übertragsspesen geschenkt

nur 3,95 Euro Kauf- bzw. Verkaufsspesen für 6 Monate ab Depoteröffnung

90% Rabatt auf Ausgabeaufschläge bei Fonds für 6 Monate ab Depoteröffnung

keine Depotgebühr bis Ende 2018
0,12 % Depotgebühr p.a. (mind. 5,40 € pro Position bzw. 15 € pro Depot), keine Depotgebühr bei Fonds, 18 € Verrechnungskonto p.a.zum Broker »
511Dadat Broker50 € Eröffnungsbonus

Refundierung der Depotübertragsspesen von bis zu 300 €

nur 3,95 € Orderspesen in den ersten 6 Monaten

keine Depotgebühr bis Ende 2018
0,09 % Depotgebühr p.a. (mind. 3 € pro Position), keine Depotgebühr bei Fonds
10 € Verrechnungskonto p.a.
zum Broker »

Erklärung der Tabelle (Stand 06.9.2017):

  • ISIN: Die ISIN ist die Internationale Wertpapierkennnummer und dient dazu, ein Wertpapier in der Suche des Online Brokers zu finden.
  • Name: Der Name des Wertpapiers dient dazu um sicher zu gehen, dass die ISIN mit dem Namen übereinstimmt, denn Nobody is perfect und Fehler können passieren. Mit der Kontrolle des Namens müsste es dann klappen. Das (A) und (T) am Ende des Namens steht dafür, ob es sich beim genannten Fonds um einen Ausschütter oder Thesaurierer handelt. Ausschütter bedeutet, dass dieser Fonds einmal im Jahr seine Erträge aus Zinsen, Dividenden, etc. an den Inhaber des Fonds ausschüttet. Der Thesaurierer hingegen investiert diese Wertpapiere wieder und so entsteht der Zinseszinseffekt. Wenn Sie nicht gerne Jahr für Jahr Ausschüttungen hätten, so wählen Sie vorzugsweise den Thesaurierer.
  • AGA: Der AgA ist der Ausgabeaufschlag, welchen die Kapitalgesellschaften (kurz KAG bzw. auch gerne Fondsgesellschaft genannt) beim Kauf eines Fonds verlangen. Dieser kommt dem Broker zu Gute und soll die Kosten decken.
  • Laufende Kosten lt. KIID: Die laufenden Kosten sind jene Kosten die bei der KAG anfallen für die Verwaltung des Fonds. Hier sind die meisten Kosten des Fonds genannt. Je höher dieser Wert ist, desto mehr drückt dieser auf die Rendite des Fonds. Meist verhält es sich so, dass je höher der Aktienanteil des Fonds ist, desto höher auch die laufenden Kosten. KIID steht für „Key Investor Information Document“ und ist ein gesetzlich vorgegebenes Produktinformationsblatt. Es enthält die wesentlichsten Informationen für die Anleger und ist quasi eine Art Beipackzettel für den Investor. Dieser bietet einen guten Überblick.

§ 14 Fonds für Gewinnfreibetrag

Die Daten aus der genannten Tabelle wurden z. T. über den Angaben aus den Websites der KAGs gewonnen bzw. zum Teil über Fondsweb.at

Daneben können Sie natürlich auch wieder in Wohnbauanleihen investieren. Fonds mit einem Aktienanteil haben die Chance, dass sie über die 4 Jahre bzw. darüber hinaus auch eine Performance entwickeln. Chance bedeutet aber natürlich auch Risiko und so kann aus dem investieren Betrag auch weniger Geld werden. Wägen Sie es für sich selbst ab, was Sie bereit sind zu riskieren. Wirft man einen genaueren Blick auf den Fonds „Raiffeisen-§14-Mix (T)“ so sieht man folgende Struktur des Fonds:

Quelle: Screenshot Fondsweb.at

Es handelt sich dabei um einen Dachfonds, welcher wiederum in andere Fonds investiert. Rund 47 % sind im Bereich von Aktienfonds zu finden (Aktien + Investmentfonds addiert). Dieser Teil des Fonds bringt ein wenig Schwung in den Fonds, auf der anderen Seite aber auch ein Risiko, denn die Aktienmärkte sind nun mal volatil. Je größer der Anteil der Aktien ist, desto risikoreicher sind Sie unterwegs. Auf der anderen Seite ist es durch die aktuelle Zinspolitik so, dass mit Rentenfonds (Anleihenfonds) kaum etwas zu verdienen ist, wie Sie bei den Wohnbauanleihen in den letzten Jahren gemerkt haben. Sie müssen hier schon froh sein, wenn Sie nach Abzug der Gebühren eine schwarze Null vorfinden.

Wer hat Anspruch auf den Gewinnfreibetrag?

Jede natürliche Person mit betrieblichen Einkunftsarten (Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, Selbständige Arbeit). Dabei ist es egal, ob der Unternehmer den Gewinn mittels Einnahmen-Ausgaben-Rechnung oder doppelter Buchhaltung (Bilanzierung) ermittelt.

Wie hoch ist der Gewinnfreibetrag?

Der Gewinnfreibetrag ist 13 % vom Gewinn. Wobei es hier ein Maximum von 45.350 Euro gibt. Ein Grundfreibetrag von 30.000 Euro gibt es für Alle, für Gewinne darüber hinaus gibt es einen investitionsbedingten Gewinnfreibetrag.
Der Grundfreibetrag in der Höhe von 30.000 Euro steht jedem Unternehmer zu, das heißt davon 13 %, sind 3.900 Euro. Hier müssen keine Investitionen getätigt werden. Ist der Gewinn höher als 30.000 Euro und möchte man hier auch einen Gewinnfreibetrag geltend machen, muss investiert werden. Diesen Teil nennt man investitionsbedingten Gewinnfreibetrag. Voraussetzung dafür ist, dass im gleichen Kalenderjahr begünstigtes Anlagevermögen angeschafft wurde.
Was ist das begünstigte Anlagevermögen? Begünstigstes Anlagevermögen sind neue, abnutzbare, körperliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens welches mindestens 4 Jahre genutzt werden. Es zählen aber auch Wertpapiere dazu, zu diesem begünstigten Anlagevermögen. Durch eine Gesetzesänderung waren in den letzten Jahren von 2016 abwärts nur Wohnbauanleihen zu kaufen, um diese für den Gewinnfreibetrag geltend zu machen. Da dieses Gesetz befristet war, gilt mit 2017 nun wieder die alte Regelung und es können nun auch wieder Wertpapiere gekauft werden, die zur Deckung von Pensionsrückstellungen herangezogen werden können.

Grenzen des investionsbedingten Gewinnfreibetrags

Ja, die gibt es, seit 2013 gelten nämlich die folgenden Grenzen für den Gewinnfreibetrag, welcher sich mit steigenden Gewinnen auch reduziert:

  • Gewinne bis zu 175.000 Euro: 13 %
  • die nächsten 175.000 Euro: 7 %
  • die nächsten 230.000 Euro: 4,5 %

Bei einem Gewinn über 580.000 Euro im Jahr steht kein Gewinnfreibetrag mehr zu. Berücksichtigt man diese Staffel, ergibt sich ein maximaler Gewinnfreibetrag von 45.350 Euro.

Weitere bzw. ergänzende Informationen finden Sie unter anderem:

Haben Sie noch Fragen, bzw. was halten Sie vom Gewinnfreibetrag? Werden Sie diesen nutzen und Fonds kaufen? Wenn ja, über Ihre Hausbank oder über einen Low-Cost Broker?

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