Depotübertrag Steuer: Die steuerliche Behandlung in Österreich

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Die hier vorfindbaren Informationen können falsch sein bzw. sich durch Gesetzgebung, Rechtsprechung oder auch durch Erlässe der Finanzverwaltung verändern und natürlich kann die Besteuerung der Einzelperson auch noch durch verschiedene individuelle Parameter abhängen. All diese Faktoren sind hier natürlich nicht berücksichtigt und daher ist es wohl für jeden empfohlen sich an das Finanzamt oder einen Steuerberater zu wenden, welcher über die persönliche Situation bescheid weiß und so passende Beratung erfolgen kann.

Warum relevant?

Im April 2012 wurde die Vermögenszuwachsbesteuerung in Österreich eingeführt. Dabei werden Steuern auf realisierte Wertsteigerungen von Kapitalvermögen und Einkünfte von Derivaten steuerpflichtig. Bis dahin galt eine einjährige Spekulationsfrist, wer also seine Wertpapiere länger als ein Jahr hielt, musste diese nicht versteuern. Um die Vermögenszuwachsbesteuerung durchsetzen zu können, wurden die Besteuerung von Wertpapieren in das österreichische KESt-System integriert (Kapitalertragsteuer). Sitzt die depotführende Stelle in Österreich, so kümmert sich dieser Broker um die ordnungsgemäße Abführung der Steuer. Hat der Broker seinen Sitz im Ausland und keine Niederlassung in Österreich, so hat sich der Kunde selbst um die ordnungsgemäße Versteuerung zu kümmern.

Depotübertrag

Der Normalsterbliche sieht einzig beim Verkauf oder bei der Abschichtung von Wertpapieren bzw. eines Depots die Wertpapier-KESt auf einen zukommen, aber dem ist nicht so. Auch ein Depotübertrag muss gut überlegt sein und gesteuert, denn auch dieser könnte bei falscher Planung und Durchführung zu einer Auslösung einer Steuerpflicht durch die Wertpapier-Kapitalertragsteuer führen.

Warum? Jeder Depotübertrag zählt grundsätzlich einmal als Veräußerung der Wertpapiere und löst damit die KESt-Pflicht aus. Diese KESt-Pflicht kann jedoch auf zwei Arten unterdrückt werden:

Gleicher Inhaber beim Depotübertrag

Geschieht die Übertragung in der gleichen depotführenden Stelle, so muss nichts getan werden.

Inlandsübertragung: Geschieht jedoch eine Übertragung zu einem anderen Broker, so müssen die Anschaffungswerte der Wertpapiere vom übertragenden Broker an den übernehmenden Broker gemeldet werden (z. B. wechseln Sie von der DADAT zur Hello Bank so hat die DADAT der Hello Bank zu melden, zu welchem Preis Sie das jeweilige Wertpapier damals gekauft haben).

Auslandsübertragung: Wird der Depotübertrag zu einem Broker im Ausland transferiert, so will das Finanzamt dies natürlich wissen. Der übertragende Broker hat daher die einschlägigen Daten an das zuständige Finanzamt in Österreich zu melden.

Inhaberwechsel beim Depotübertrag

Verändert sich der Inhaber eines Depots so kann die KESt-Pflicht nur dann unterdrückt werden, wenn der Übertrag unentgeltlich geschieht. Also geschenkt. Dass es sich um ein Geschenk handelt muss nachgewiesen werden können. Das könnte z. B. durch einen Notariatsakt geschehen oder über eine Schenkungsmeldung an das Finanzamt oder im Falle einer Verlassenschaft, einen Einantwortungsbeschluss. Alternativ gibt es auch noch die Möglichkeit einer Finanzamtsmeldung, damit das Finanzamt die nötigen Informationen erhält, dass hier beim Inhaberwechsel des Depots es zu keiner KESt-Pflicht kam. Hierzu erhält der depotübertragende Broker das Einverständnis, dass das Institut vom Bank- und Datengeheimnis entbunden wird und diese dem Finanzamt die Übertragung der Wertpapiere mitteilen darf (umfangreiche Meldung von Namen, Sozialversicherungsnummer, steuerliche Anschaffungskonsten etc.).

  • Eine KESt-Pflicht beim Depotübertrag zu einem anderen Depotinhaber kann nur dann unterdrückt werden, wenn der Übertrag unentgeltlich geschieht – also wenn es sich um ein Geschenk handelt. Aber dieses Geschenk muss ans Finanzamt gemeldet werden oder bei einem Notar festgehalten werden.

Altbestand

Haben Sie noch einen Altbestand? Also Wertpapiere die vor dem
1.4.2012 gekauft wurden? Dann handelt es sich um einen Altbestand und für den gibt es keine KESt-Pflicht. Wird ein Altbestand von einem inländischen Broker zum anderen inländischen Broker übertragen, so hat man sicherzustellen, dass der depotführende Broker dem neuen Broker mitteilt, dass es sich hier um einen Altbestand handelt. Es wäre steuerlich katastrophal, wenn diese Information beim Depotwechsel verloren geht!

Fazit

Wird ein Depotübertrag vollzogen, so würde das Gesetz es so vorsehen, dass dieser KESt-pflichtig ist. Durch verschiedene Maßnahmen wie der Meldung der Anschaffungswerte vom alten Broker zum neuen Broker, kann dies umgangen werden. Bei einem Übertrags zu einem Depot im Ausland muss das Finanzamt darüber informiert werden. Nur so kann die KESt-Pflicht unterdrückt werden. Wird der Inhaber des Depots beim Depotübertrag verändert, so muss dieser Übertrag unentgeltlich geschehen, damit keine KESt-Pflicht entsteht. Diese Unentgeltlichkeit muss nachgewiesen werden können bzw. ans Finanzamt gemeldet werden.

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